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Kugelgleichung: Aufstellen, Ablesen und Punktprobe

Die Kugelgleichung beschreibt alle Punkte im Raum, die von einem Mittelpunkt M denselben Abstand r haben, und lautet (x₁ − m₁)² + (x₂ − m₂)² + (x₃ − m₃)² = r². Du lernst, sie aufzustellen, aus einer ausmultiplizierten Form Mittelpunkt und Radius abzulesen und zu prüfen, ob ein Punkt auf, in oder außerhalb der Kugel liegt. Dazu kommen fünf Aufgaben.

  • Fach: Mathematik
  • Klasse 12
  • Thema: Analytische Geometrie
  • Dauer: 18 Min
  • Niveau: Mittel
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Kugelgleichung: Alle Punkte mit gleichem Abstand

Eine Kugel ist die Menge aller Punkte im Raum, die von einem festen Punkt, dem Mittelpunkt M, denselben Abstand r haben. Dieser Abstand heißt Radius. Die Kugelgleichung übersetzt diese Beschreibung in eine Gleichung für die Koordinaten x₁, x₂ und x₃ eines beliebigen Kugelpunkts X.

Der Weg dorthin ist kurz. Der Abstand von X zu M ist die Länge des Vektors von M nach X. Er ergibt sich aus dem Satz des Pythagoras im Raum als Wurzel aus der Summe der drei quadrierten Koordinatendifferenzen. Wenn dieser Abstand gleich r sein soll, quadrierst du beide Seiten und erhältst die Kugelgleichung ohne Wurzel.

Du kennst das Prinzip schon von der Kreisgleichung in der Ebene: Dort steht eine Summe von zwei Quadraten, bei der Kugel kommt eine dritte Koordinate dazu. Wer die Kreisgleichung beherrscht, hat den Hauptteil bereits verstanden. Der Rest ist Gewöhnung an die drei Klammern.

Eine Kugelgleichung liefert dir drei Informationen auf einen Blick: den Mittelpunkt, den Radius und eine Methode, Punkte zu prüfen. Damit lösen sich Aufgaben zu Lage und Abstand, die in der analytischen Geometrie der Oberstufe häufig vorkommen, zum Beispiel die Frage, ob eine Gerade die Kugel schneidet.

MerkmalKreis (Ebene)Kugel (Raum)
MittelpunktM(m₁ | m₂)M(m₁ | m₂ | m₃)
Gleichung(x₁ − m₁)² + (x₂ − m₂)² = r²(x₁ − m₁)² + (x₂ − m₂)² + (x₃ − m₃)² = r²
Radiusrr
Kreis und Kugel im Vergleich
Kugelgleichung und Kreisgleichung haben denselben Aufbau, die Kugel eine Koordinate mehr.
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Kugelgleichung in Koordinatenform

Die Koordinatenform lautet (x₁ − m₁)² + (x₂ − m₂)² + (x₃ − m₃)² = r². Du erhältst sie, indem du den Mittelpunkt in die drei Klammern einsetzt und rechts das Quadrat des Radius schreibst. Wichtig ist, dass rechts r² steht und nicht r. Bei einem Radius von 4 schreibst du also 16 hin.

Die Vorzeichen in den Klammern sind entgegengesetzt zum Mittelpunkt. Liegt der Mittelpunkt bei m₂ = −1, steht in der Klammer x₂ − (−1) = x₂ + 1. Umgekehrt liest du aus (x₂ + 3)² die Koordinate m₂ = −3 ab. Diese Vorzeichenregel ist die häufigste Fehlerquelle, du kennst sie schon von der Scheitelpunktform der Parabel.

Alternativ gibt es die Vektorform |X − M| = r. Sie sagt in Worten: Der Abstand von X zu M ist r. Beide Formen sind gleichwertig. Für Rechnungen nimmst du die Koordinatenform, für Beweise und Überlegungen eher die Vektorform. Beim Ausmultiplizieren der Klammern entsteht die allgemeine Form mit x₁² + x₂² + x₃² und linearen Gliedern.

(x₁ - m₁)² + (x₂ - m₂)² + (x₃ - m₃)²r²
x
Koordinate eines Punkts auf der Kugel
m
Koordinate des Mittelpunkts M
r
Radius der Kugel
Kugelgleichung aufstellen und ablesen: Fünf Schritte bis zur Punktprobe.
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Beispiel 1: Kugelgleichung aufstellen und Punktprobe

Eine Kugel hat den Mittelpunkt M(2 | −1 | 3) und den Radius 4. Stelle die Kugelgleichung auf und prüfe, wo die Punkte P(2 | 3 | 3) und Q(4 | 1 | 4) liegen.

Gegeben:

  • M(2 | −1 | 3), r4
  • P(2 | 3 | 3), Q(4 | 1 | 4)

Gesucht:

Gleichung und Lage von P und Q

Lösung:

  1. Gleichung: (x₁ − 2)² + (x₂ + 1)² + (x₃ − 3)² = 4². Die rechte Seite ist 16. Das Vorzeichen bei x₂ kehrt sich um, weil m₂ = −1 ist.
  2. Punktprobe für P: (2 − 2)² + (3 + 1)² + (3 − 3)² = 0 + 16 + 0 = 16. Das ist gleich r², also liegt P auf der Kugel.
  3. Punktprobe für Q: (4 − 2)² + (1 + 1)² + (4 − 3)² = 4 + 4 + 1 = 9. Das ist kleiner als 16.
  4. Deutung: Ist die Summe kleiner als r², liegt der Punkt innerhalb der Kugel. Der Abstand von Q zu M ist nur 3 und damit kleiner als der Radius 4.

Die Gleichung lautet (x₁ − 2)² + (x₂ + 1)² + (x₃ − 3)² = 16. Der Punkt P liegt auf der Kugel, der Punkt Q liegt innerhalb.

PunktSumme der QuadrateVergleich mit 16Lage
P(2 | 3 | 3)16gleichauf der Kugel
Q(4 | 1 | 4)9kleinerinnerhalb
Punktprobe zu Beispiel 1
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Beispiel 2: Mittelpunkt und Radius aus der allgemeinen Form

Gegeben ist x₁² + x₂² + x₃² − 4x₁ + 6x₂ − 2x₃ − 2 = 0. Bestimme Mittelpunkt und Radius.

Gegeben:

  • x₁² + x₂² + x₃² − 4x₁ + 6x₂ − 2x₃ − 20
  • Methode: quadratische Ergänzung

Gesucht:

Mittelpunkt M und Radius r

Lösung:

  1. Bringe die Konstante auf die rechte Seite und sortiere: (x₁² − 4x₁) + (x₂² + 6x₂) + (x₃² − 2x₃) = 2.
  2. Ergänze jeweils das Quadrat der Hälfte des linearen Faktors: 4, 9 und 1. Es entsteht (x₁² − 4x₁ + 4) + (x₂² + 6x₂ + 9) + (x₃² − 2x₃ + 1) = 2 + 4 + 9 + 1 = 16.
  3. Fasse mit den binomischen Formeln zusammen: (x₁ − 2)² + (x₂ + 3)² + (x₃ − 1)² = 16.
  4. Lies ab: M(2 | −3 | 1) und r² = 16, also r = 4. Probe: Die Ergänzungen betragen zusammen 4 + 9 + 1 = 14, und 14 + 2 = 16 stimmt mit r² überein.

Die Kugel hat den Mittelpunkt M(2 | −3 | 1) und den Radius 4. Die rechte Seite 16 ist r², deshalb folgt r = 4 durch Wurzelziehen.

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Typische Fehler bei der Kugelgleichung

Der häufigste Fehler ist das Vorzeichen des Mittelpunkts. Wer bei M(2 | −1 | 3) in die zweite Klammer x₂ − 1 schreibt, hat den Mittelpunkt falsch eingesetzt. Richtig ist x₂ − (−1) = x₂ + 1. Prüfe es, indem du den Mittelpunkt selbst in die Gleichung einsetzt. Die Summe der Quadrate muss dann null ergeben, und das ist nur bei richtigen Vorzeichen der Fall.

Der zweite Fehler ist, den Radius statt seines Quadrats rechts hinzuschreiben. Bei r = 4 steht dort 16, nicht 4. Umgekehrt vergessen viele beim Ablesen, die Wurzel zu ziehen: Steht rechts 25, ist der Radius 5, nicht 25. Auch bei der allgemeinen Form passiert das oft, denn dort ist die rechte Seite nach der quadratischen Ergänzung eine Summe, in die auch die Ergänzungen eingehen.

Der dritte Fehler betrifft die quadratische Ergänzung. Die Ergänzung ist das Quadrat der halben Zahl vor dem linearen Glied. Für −4x₁ ist das (−2)² = 4. Wer die Ergänzung nur links hinzufügt, aber rechts vergisst, verändert die Gleichung. Merke: Alles, was links dazukommt, kommt auch rechts dazu.

Kugelgleichung auf einen Blick: Definition, Koordinatenform, Vorzeichen und Punktprobe.
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Kugelgleichung in Klausur und Anwendung

In Abituraufgaben ist die Kugelgleichung meist der Einstieg in eine längere Aufgabe. Zuerst stellst du sie auf, dann prüfst du Punkte, schneidest die Kugel mit einer Geraden oder berechnest den Abstand zu einer Ebene. Besonders beliebt ist die Kugel, die durch zwei gegenüberliegende Punkte als Durchmesser gegeben ist. Der Mittelpunkt ist dann die Mitte der Strecke, der Radius die halbe Länge.

Ein Beispiel: Die Punkte A(1 | 2 | 3) und B(5 | −2 | 7) liegen auf einem Durchmesser. Der Mittelpunkt ist M(3 | 0 | 5). Der Vektor AB hat den Betrag √48, der Radius ist die Hälfte, also √12, und es gilt r² = 12. Die Gleichung lautet (x₁ − 3)² + x₂² + (x₃ − 5)² = 12.

Außerhalb der Schule kommen Kugeln überall vor: in der Astronomie, wo Himmelskörper als Kugeln modelliert werden, in der Navigation beim Satellitenempfang und in der Computergrafik bei Kollisionsabfragen. Für ein Kollisionsmodell genügt es, den Abstand der Mittelpunkte mit der Summe der Radien zu vergleichen.

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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 5

Welche Gleichung gehört zu einer Kugel mit M(1 | 2 | 3) und r = 5?

Welche Gleichung gehört zu einer Kugel mit M(1 | 2 | 3) und r = 5?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kugelgleichung lautet (x₁ − m₁)² + (x₂ − m₂)² + (x₃ − m₃)² = r² mit Mittelpunkt M und Radius r.
  • Die Vorzeichen in den Klammern sind entgegengesetzt zu den Koordinaten des Mittelpunkts.
  • Rechts steht r², nicht r. Aus 25 rechts folgt der Radius 5.
  • Bei der Punktprobe zeigt die Summe der Quadrate: kleiner als r² innen, gleich auf der Kugel, größer außen.
  • Typischer Fehler: das Vorzeichen des Mittelpunkts übernehmen oder die quadratische Ergänzung nur auf einer Seite vornehmen.

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Häufige Fragen zu Kugelgleichung: Aufstellen, Ablesen und Punktprobe

Wie lautet die Kugelgleichung?
Die Kugelgleichung in Koordinatenform lautet (x₁ − m₁)² + (x₂ − m₂)² + (x₃ − m₃)² = r². Dabei ist M(m₁ | m₂ | m₃) der Mittelpunkt und r der Radius der Kugel. In Vektorform schreibst du |X − M| = r.
Wie stelle ich eine Kugelgleichung auf?
Du brauchst Mittelpunkt und Radius. Setze die Koordinaten des Mittelpunkts in die drei Klammern ein, jeweils mit einem Minus davor, und schreibe rechts das Quadrat des Radius. Ist nur ein Durchmesser gegeben, ist der Mittelpunkt die Mitte der Strecke und der Radius ihre halbe Länge.
Wie lese ich Mittelpunkt und Radius aus der Kugelgleichung ab?
Aus (x₁ − 2)² + (x₂ + 3)² + (x₃ − 1)² = 16 liest du M(2 | −3 | 1) und r = 4 ab. Das Vorzeichen in der Klammer wechselt, und aus 16 ziehst du die Wurzel. Bei ausmultiplizierter Form hilft die quadratische Ergänzung.
Wie prüfe ich, ob ein Punkt auf der Kugel liegt?
Du setzt die Koordinaten des Punkts in die linke Seite der Kugelgleichung ein. Ergibt sich genau r², liegt der Punkt auf der Kugel. Ist das Ergebnis kleiner als r², liegt er innerhalb, ist es größer, liegt er außerhalb. Das entspricht dem Vergleich des Abstands zum Mittelpunkt mit dem Radius.
Wie bestimme ich Mittelpunkt und Radius aus der allgemeinen Form?
Du sortierst die Terme nach Variablen und ergänzt in jeder Gruppe quadratisch. Die Ergänzung ist das Quadrat der Hälfte des linearen Koeffizienten. Alles, was du links ergänzt, addierst du rechts. Danach fasst du mit den binomischen Formeln zusammen und liest M und r ab.
Was ist der Unterschied zwischen Kreisgleichung und Kugelgleichung?
Die Kreisgleichung beschreibt Punkte in der Ebene mit zwei Koordinaten, die Kugelgleichung Punkte im Raum mit drei Koordinaten. Beide beruhen auf dem Abstand zum Mittelpunkt. Die Kugelgleichung hat nur einen zusätzlichen Summanden für die dritte Koordinate.
Wie berechne ich eine Kugel mit zwei gegebenen Durchmesser-Endpunkten?
Der Mittelpunkt ist die Mitte der beiden Punkte, du addierst die Koordinaten und halbierst. Der Radius ist die halbe Länge des Verbindungsvektors. Bei A(0 | 0 | 0) und B(4 | 4 | 2) ist M(2 | 2 | 1) und r = 3. Die Gleichung ist (x₁ − 2)² + (x₂ − 2)² + (x₃ − 1)² = 9.
In welcher Klasse lernt man die Kugelgleichung?
Die Kugelgleichung steht in der Oberstufe bei der analytischen Geometrie, meist in Klasse 12. Sie baut auf Vektoren, Skalarprodukt und Betrag eines Vektors auf. In manchen Bundesländern gehört sie nur zum erhöhten Anforderungsniveau.

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