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Vektoren: Grundlagen

In dieser Lektion lernst du, was ein Vektor ist und wie du ihn im dreidimensionalen Raum beschreibst. Du berechnest Verbindungsvektoren zwischen zwei Punkten. Außerdem übst du Addition, Vervielfachung und den Test auf Parallelität.

  • Fach: Mathematik
  • Klasse 12
  • Thema: Analytische Geometrie
  • Dauer: 16 Min
  • Niveau: Mittel
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Pfeile mit Richtung und Länge

Ein Vektor beschreibt eine Verschiebung im Raum: Er sagt, wie weit du in x-, y- und z-Richtung gehen musst. Anschaulich ist er ein Pfeil mit einer Richtung und einer Länge. Wichtig: Es kommt nicht darauf an, wo der Pfeil beginnt. Alle Pfeile, die gleich lang und gleich gerichtet sind, stellen denselben Vektor dar. In dieser Lektion schreiben wir Vektoren als Zahlentripel, zum Beispiel (2 | 3 | 1).

Einen Punkt P(2 | 3 | 1) und seinen Ortsvektor erkennst du an denselben Koordinaten. Der Ortsvektor zeigt vom Ursprung zum Punkt. Den Vektor von einem Punkt A zu einem Punkt B erhältst du, indem du komponentenweise die Koordinaten von A von denen von B abziehst. Vektoren addierst du ebenfalls komponentenweise, und beim Vervielfachen wird jede Komponente mit derselben Zahl multipliziert.

Vektoren sind das Werkzeug der gesamten analytischen Geometrie im Abitur: Geraden, Ebenen, Abstände und Winkel bauen darauf auf. Ein typischer Fehler ist die falsche Reihenfolge beim Verbindungsvektor. Wer A minus B statt B minus A rechnet, erhält einen Vektor, der genau in die Gegenrichtung zeigt. Merke dir: Spitze minus Fuß, also Ziel minus Start.

Ein Alltagsbild hilft beim Verständnis: Ein Vektor ist wie eine Wegbeschreibung. „Drei Schritte nach Osten, zwei nach Norden, einen die Treppe hoch“ funktioniert von jedem Startpunkt aus, du landest nur jeweils woanders. Hängst du zwei Wegbeschreibungen hintereinander, entspricht das der Addition der Vektoren. Und doppelt so weit in dieselbe Richtung zu gehen, heißt, den Vektor mit 2 zu multiplizieren. Genau diese Vorstellung trägt dich später durch Geraden und Ebenen.

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Der Verbindungsvektor

Der Vektor von A(a₁ | a₂ | a₃) nach B(b₁ | b₂ | b₃) entsteht, indem du jede Koordinate des Startpunkts von der entsprechenden Koordinate des Zielpunkts abziehst.

Zwei Vektoren sind parallel, wenn der eine ein Vielfaches des anderen ist. So ist (2 | 4 | 6) = 2 · (1 | 2 | 3), die beiden zeigen also in dieselbe Richtung. Ist der Faktor negativ, sind die Vektoren ebenfalls parallel, zeigen aber in entgegengesetzte Richtungen.

Beim Parallelitätstest musst du wirklich alle drei Komponenten prüfen. Stimmt der Faktor in zwei Komponenten überein und in der dritten nicht, sind die Vektoren nicht parallel. Steht in einem Vektor eine Null, muss der andere an derselben Stelle ebenfalls eine Null haben. Sonst kann kein gemeinsamer Faktor existieren.

AB(b₁ − a₁ | b₂ − a₂ | b₃ − a₃)
A
Startpunkt mit den Koordinaten a₁, a₂, a₃
B
Zielpunkt mit den Koordinaten b₁, b₂, b₃
OperationRegelBeispiel
VerbindungsvektorZiel minus StartAB = B − A
Additionkomponentenweise addieren(1|2) + (3|1) = (4|3)
Vervielfachungjede Komponente mal k2 · (1|2) = (2|4)
Rechenregeln für Vektoren im Überblick
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Beispiel 1: Verbindungsvektor und Parallelität

Gegeben sind A(1 | 2 | 0) und B(4 | 0 | 5). Bestimme den Vektor AB und prüfe, ob er parallel zu v = (6 | −4 | 10) ist.

Gegeben:

  • A(1 | 2 | 0)
  • B(4 | 0 | 5)
  • v(6 | −4 | 10)

Gesucht:

AB und Lagebeziehung zu v

Lösung:

  1. AB(4 − 1 | 0 − 2 | 5 − 0)(3 | −2 | 5)
  2. Vergleich: 62 · 3, −42 · (−2), 102 · 5
  3. Derselbe Faktor 2 in allen Komponenten, also v = 2 · AB

Der Verbindungsvektor lautet AB = (3 | −2 | 5). Da v = 2 · AB gilt, sind die beiden Vektoren parallel. Wäre der Faktor in einer Komponente anders, wären sie es nicht.

So bestimmst du den Verbindungsvektor und prüfst ihn auf Parallelität zu einem gegebenen Vektor.
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Beispiel 2: Betrag und Mittelpunkt berechnen

Gegeben sind A(1 | 2 | 0) und B(5 | 4 | 6). Berechne den Betrag des Verbindungsvektors AB und den Mittelpunkt M der Strecke AB.

Gegeben:

  • A(1 | 2 | 0)
  • B(5 | 4 | 6)

Gesucht:

|AB| und Mittelpunkt M

Lösung:

  1. AB(5 − 1 | 4 − 2 | 6 − 0)(4 | 2 | 6)
  2. |AB|√(4² + 2² + 6²)√(16 + 4 + 36)√56 ≈ 7,48
  3. M(1+52 | (2+4)/2 | (0+6)/2)(3 | 3 | 3)

Die Strecke AB ist rund 7,48 Längeneinheiten lang, der Mittelpunkt liegt bei M(3 | 3 | 3). Den Betrag berechnest du mit dem räumlichen Satz des Pythagoras, den Mittelpunkt, indem du die Ortsvektoren addierst und halbierst.

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Typische Fehler

Der häufigste Fehler ist die falsche Reihenfolge beim Verbindungsvektor: A minus B statt B minus A. Das Ergebnis zeigt dann genau in die Gegenrichtung. Merke dir dafür „Spitze minus Fuß“, also Ziel minus Start.

Ein zweiter Fehler passiert beim Parallelitätstest, wenn nur zwei von drei Komponenten verglichen werden. Stimmt der Faktor nur in zwei Komponenten überein, sind die Vektoren trotzdem nicht parallel. Prüfe deshalb immer alle drei Komponenten, bevor du ein Ergebnis festhältst.

Ein dritter Fehler ist, beim Betrag die Wurzel zu vergessen oder die Quadrate falsch zu addieren. Aus √(4² + 2² + 6²) wird schnell fälschlich 4 + 2 + 6 ohne Quadrieren und Wurzelziehen. Schreibe den Rechenweg deshalb immer vollständig auf, auch die Zwischenschritte mit den Quadraten.

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Tipps für die Klassenarbeit

Schreibe bei jeder Aufgabe zuerst die gegebenen Punkte und Vektoren sauber untereinander auf, bevor du rechnest. Das verhindert Verwechslungen zwischen Start- und Zielpunkt, besonders wenn eine Aufgabe mehrere Verbindungsvektoren verlangt.

Bei Parallelitätsaufgaben lohnt es sich, mit der Komponente zu beginnen, die am einfachsten einen Faktor liefert, oft eine Null oder eine kleine Zahl. Diesen Faktor prüfst du dann sofort an den beiden anderen Komponenten nach, statt am Ende alles noch einmal zu kontrollieren.

In vielen Abituraufgaben tauchen Vektoren nicht isoliert auf, sondern als Kanten eines Körpers, etwa einer Pyramide. Bestimme dort zuerst systematisch alle benötigten Verbindungsvektoren, bevor du mit Beträgen oder Winkeln weiterrechnest.

Die wichtigsten Rechenregeln für Vektoren auf einen Blick, ideal zur Abiturvorbereitung.
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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 3

Gegeben sind A(2 | 1 | 3) und B(5 | 1 | 0). Wie lautet der Vektor AB?

Gegeben sind A(2 | 1 | 3) und B(5 | 1 | 0). Wie lautet der Vektor AB?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Vektor beschreibt eine Verschiebung mit Richtung und Länge.
  • Verbindungsvektor: Ziel minus Start, komponentenweise.
  • Addieren und Vervielfachen geschieht Komponente für Komponente.
  • Parallel heißt: Ein Vektor ist ein Vielfaches des anderen.
  • Typischer Fehler: A minus B statt B minus A rechnen.

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Häufige Fragen zu Vektoren: Grundlagen

Was ist der Unterschied zwischen einem Punkt und einem Vektor?
Ein Punkt ist eine feste Stelle im Raum, ein Vektor ist eine Verschiebung ohne festen Anfang. Der Ortsvektor verbindet beides: Er zeigt vom Ursprung zum Punkt und hat dieselben Koordinaten. Deshalb sehen P(2 | 3 | 1) und sein Ortsvektor (2 | 3 | 1) gleich aus. Der Verbindungsvektor zwischen zwei Punkten hat dagegen andere Koordinaten als die Punkte selbst.
Wie berechne ich die Länge eines Vektors?
Die Länge, auch Betrag genannt, berechnest du mit dem räumlichen Satz des Pythagoras: Quadriere alle drei Komponenten, addiere sie und ziehe die Wurzel. Für (2 | 3 | 6) ergibt das die Wurzel aus 4 + 9 + 36 = 49, also 7. Mit dem Betrag des Verbindungsvektors AB bestimmst du den Abstand zwischen den Punkten A und B.
Wie berechne ich den Mittelpunkt einer Strecke?
Du addierst die Ortsvektoren der beiden Endpunkte und teilst das Ergebnis durch 2, komponentenweise. Für A(1 | 2 | 0) und B(5 | 4 | 6) erhältst du M(3 | 3 | 3). Anschaulich bildest du in jeder Koordinate den Durchschnitt. Diese Rechnung brauchst du im Abitur oft, etwa für Diagonalen in Vierecken oder den Mittelpunkt einer Kante eines Körpers.
Wie prüfe ich, ob drei Punkte auf einer Geraden liegen?
Bilde zwei Verbindungsvektoren mit gemeinsamem Startpunkt, zum Beispiel AB und AC. Liegen alle drei Punkte auf einer Geraden, sind diese Vektoren parallel, der eine ist also ein Vielfaches des anderen. Prüfe den Faktor in allen drei Komponenten. Ist er überall gleich, liegen die Punkte auf einer Geraden, andernfalls spannen sie ein Dreieck auf.
Wie weise ich nach, dass ein Viereck ein Parallelogramm ist?
Bei einem Parallelogramm ABCD sind gegenüberliegende Seiten gleich lang und parallel. Vektoriell heißt das: AB = DC. Berechne beide Verbindungsvektoren. Stimmen sie in allen drei Komponenten überein, ist das Viereck ein Parallelogramm. Achte auf die Richtung, denn AB und CD sind entgegengesetzt, deshalb vergleicht man AB mit DC. Genau diese Aufgabe steht häufig am Anfang von Geometrie-Aufgaben im Abitur.
Wie addiert man zwei Vektoren?
Vektoren werden komponentenweise addiert: Du addierst jeweils die erste Komponente mit der ersten, die zweite mit der zweiten und die dritte mit der dritten. Für (1 | 2 | 3) + (4 | 0 | 2) ergibt das (5 | 2 | 5). Anschaulich hängst du die beiden Pfeile hintereinander, der Summenvektor führt vom Anfang des ersten zum Ende des zweiten Pfeils.
Was bedeutet es, wenn ein Vektor der Nullvektor ist?
Der Nullvektor (0 | 0 | 0) hat weder Länge noch Richtung. Er entsteht zum Beispiel als Verbindungsvektor AB, wenn A und B derselbe Punkt sind. In Beweisen zeigt ein Nullvektor oft, dass zwei Punkte zusammenfallen oder dass eine gesuchte Verschiebung gar nicht stattfindet.
Warum spielen Vektoren im Abitur eine so große Rolle?
Vektoren sind die Grundlage der gesamten analytischen Geometrie: Mit ihnen beschreibst du Geraden, Ebenen, Abstände und Winkel im Raum. Aufgaben zu Pyramiden, Prismen oder Lagebeziehungen zwischen Geraden und Ebenen lassen sich ohne sicheres Rechnen mit Vektoren kaum lösen, deshalb bilden sie ein zentrales Prüfungsthema der Oberstufe.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

  • Koordinatensystem im Raumin Arbeit
  • Lineare Gleichungssystemein Arbeit