Buchdruck Gutenberg
Der Buchdruck Gutenberg bezeichnet die Erfindung des Drucks mit beweglichen Metalllettern, die Johannes Gutenberg um 1450 in Mainz zur Marktreife brachte. Damit ließen sich Bücher erstmals schnell und in großer Zahl herstellen, und genau das veränderte Wissen, Glauben und Politik in Europa. In dieser Lektion lernst du, wie die Technik funktionierte, warum sie so wichtig wurde und welche Folgen sie bis heute hat.
- Fach: Geschichte
- Klasse 7
- Thema: Neuzeit
- Dauer: 18 Min
- Niveau: Mittel
Buchdruck Gutenberg: Was steckt dahinter?
Johannes Gutenberg wurde um 1400 in Mainz geboren und starb dort am 3. Februar 1468. Er war Goldschmied und Tüftler und kannte sich deshalb mit Metall, Gussformen und feiner Arbeit aus. Um 1450 richtete er in Mainz eine Werkstatt ein, in der er Bücher nicht mehr abschrieb, sondern druckte. Sein berühmtestes Werk ist die 42-zeilige Bibel, die um 1455 fertig wurde und heute als Gutenberg-Bibel bekannt ist.
Die Idee, mit einzelnen beweglichen Buchstaben zu drucken, war nicht völlig neu. In China soll Bi Sheng schon um 1040 Zeichen aus Ton benutzt haben, und in Korea entstand 1377 ein Buch mit Metalllettern. Gutenberg verband aber mehrere Verfahren zu einem Gesamtsystem: einen Gießapparat für gleichförmige Metallbuchstaben, eine passende Legierung, eine kräftige Presse und eine Farbe, die auf Metall haftet. Dadurch wurde der Druck so schnell und billig, dass er sich durchsetzte.
Man nennt die Zeit nach dieser Erfindung manchmal die erste Medienrevolution. Bücher, Flugblätter und später Zeitungen gelangten zu viel mehr Menschen als zuvor. Das erklärt, warum der Buchdruck im Geschichtsunterricht fast immer zusammen mit Humanismus, Reformation und Aufklärung behandelt wird.
Bücher vor dem Druck
Vor Gutenberg musste jedes Buch einzeln von Hand abgeschrieben werden. Das taten vor allem Mönche in den Schreibstuben der Klöster, später auch Schreiber in den Städten und an den Universitäten. Ein dickes Buch wie die Bibel zu kopieren, dauerte oft ein Jahr oder länger. Deshalb waren Bücher kostbar, und nur Klöster, Fürsten, Kirchen und wohlhabende Bürger konnten sich eine Büchersammlung leisten.
Beim Abschreiben schlichen sich außerdem Fehler ein. Jede Abschrift unterschied sich ein wenig von der Vorlage, und mit jeder weiteren Kopie wuchs die Zahl der Fehler. Auch das Material war teuer: Viele Bücher wurden auf Pergament geschrieben, das aus Tierhaut hergestellt wird. Papier kam erst im späten Mittelalter in größerer Menge nach Europa und war deutlich billiger, was dem Druck später zugutekam.
Es gab vorher schon einfache Druckverfahren. Beim Holzschnitt wurde ein ganzes Bild oder eine ganze Textseite in eine Holztafel geschnitzt. Das war nützlich für Heiligenbilder und Spielkarten, aber für lange Texte unpraktisch, denn eine Tafel taugte nur für genau eine Seite. Bewegliche Lettern lösten dieses Problem, weil man mit denselben Buchstaben immer neue Seiten setzen konnte.
| Merkmal | Abschrift von Hand | Buchdruck |
|---|---|---|
| Herstellung | Ein Schreiber kopiert Seite für Seite | Viele gleiche Seiten aus denselben Lettern |
| Dauer | Ein Jahr oder länger für ein dickes Buch | Ganze Auflagen in kurzer Zeit |
| Fehler | Jede Abschrift enthält neue Fehler | Alle Exemplare stimmen überein |
| Kosten | Sehr teuer, nur für wenige | Deutlich billiger |
Der Buchdruck Gutenberg im Ablauf
Gutenbergs Verfahren begann mit einem Stempel, in den der Umriss eines Buchstabens aus hartem Metall geschnitten wurde. Mit ihm schlug man den Buchstaben in ein weicheres Metallstück und erhielt so eine Gussform. In einem Handgießinstrument goss man dann aus einer Legierung aus Blei, Zinn und Antimon viele gleich hohe Lettern. Der Vorteil dieser Legierung ist, dass sie schnell erstarrt, hart genug für viele Drucke ist und sich trotzdem gut gießen lässt.
Der Setzer reihte die Lettern Zeile für Zeile aneinander und füllte damit einen Rahmen. Dann trug man eine fettige, dunkle Druckfarbe auf, die anders als Tinte auf dem Metall haftet. Ein Blatt Papier wurde aufgelegt und mit einer Spindelpresse angedrückt, die nach dem Vorbild einer Weinpresse gebaut war. Nach dem Abziehen trocknete der Bogen. War genug gedruckt, wurden die Lettern wieder auseinandergenommen und für die nächste Seite benutzt.
Die Gutenberg-Bibel hatte 42 Zeilen pro Seite und rund 1 280 Seiten in zwei Bänden. Man schätzt, dass etwa 180 Exemplare gedruckt wurden, von denen heute noch rund 50 erhalten sind. Einige wurden auf Pergament, die meisten auf Papier gedruckt. Verzierte Anfangsbuchstaben und Randbilder malten Künstler anschließend von Hand hinein, damit die Bücher so schön aussahen wie handgeschriebene.
Buchdruck Gutenberg: Ursachen und Folgen
Erkläre, warum der Buchdruck um 1450 in Mainz durchbrach und welche Folgen er für Europa hatte.
Gegeben:
- Papier ist im 15. Jahrhundert in Europa verbreitet und billiger als Pergament
- Städte, Handel und Universitäten schaffen viele Leser, die Bücher haben wollen
- Gutenberg kennt als Goldschmied Metallguss und leiht sich Geld von Johannes Fust
Gesucht:
Welche Ursachen führten zur Erfindung, und welche Folgen hatte sie?Lösung:
- Ursache Nachfrage: In den wachsenden Städten, an Universitäten und in Kaufmannshäusern wollten immer mehr Menschen lesen. Die Handschriften reichten dafür nicht aus.
- Ursache Technik: Papier, Metallguss, Pressen und fettige Farbe waren bekannt. Gutenberg kombinierte sie zu einem Verfahren, das sich wiederholen ließ.
- Folge Schnelligkeit: Bis 1500 entstanden in über 250 Orten Europas Druckereien, und Schätzungen sprechen von mehr als 20 Millionen gedruckten Büchern.
- Folge Verbreitung von Ideen: Flugschriften verbreiteten Luthers Gedanken in wenigen Wochen, Wissenschaftler tauschten Ergebnisse aus, und Gelehrte konnten sich auf identische Ausgaben beziehen.
Der Buchdruck setzte sich durch, weil eine große Nachfrage, billiges Papier und eine praktische Technik zusammenkamen. Seine Folgen waren eine schnellere Verbreitung von Wissen und Meinungen, mehr Bildung und neue Konflikte, denn Herrscher und Kirche versuchten, Drucke zu kontrollieren. Gutenberg selbst hatte davon wenig: Nach einem Streit um das geliehene Geld verlor er 1455 seine Werkstatt an Johannes Fust.
Alltag und Wissen verändern sich
Der Druck veränderte das Leben der Menschen auf vielen Ebenen. Es entstanden Flugblätter mit Nachrichten und Bildern, Kalender, Rechenbücher und Lehrbücher. Wer lesen konnte, kam nun leichter an Wissen heran. Die Schulbildung gewann an Bedeutung, auch wenn um 1500 nur ein kleiner Teil der Bevölkerung lesen konnte. Vorgelesen wurde oft in Gruppen, sodass auch Menschen ohne Lesefähigkeit erfuhren, was gedruckt wurde.
Auch Wissenschaft und Religion profitierten. Gelehrte konnten Texte vergleichen, Fehler entdecken und Neues veröffentlichen. Luthers Übersetzung des Neuen Testaments von 1522 wurde in großen Auflagen gedruckt und trug dazu bei, dass sich eine gemeinsame deutsche Schriftsprache entwickelte. Im 17. Jahrhundert erschienen die ersten Zeitungen. Die erste regelmäßige Zeitung gab es 1605 in Straßburg.
Der Buchdruck hatte aber auch Schattenseiten. Falschnachrichten und Hetzschriften ließen sich ebenso schnell verbreiten wie wahre Informationen. Deshalb führten Obrigkeiten Zensur ein und verboten bestimmte Bücher. Damit stellt der Buchdruck eine Frage, die uns heute wieder begegnet: Wie geht eine Gesellschaft mit einem Medium um, das jeder nutzen kann?
Typische Fehler und Tipps für die Klassenarbeit
Ein häufiger Fehler ist die Aussage, Gutenberg habe das Drucken erfunden. Richtiger ist: Er entwickelte um 1450 den Buchdruck mit beweglichen Metalllettern zu einem Verfahren, das sich in Europa durchsetzte. In Asien gab es Vorläufer, und auch einfache Druckverfahren mit Holztafeln waren vorher bekannt. Wer diesen Unterschied benennt, zeigt in der Klassenarbeit, dass er Quellen und Zusammenhänge versteht.
Ein zweiter Fehler betrifft die Folgen. Der Buchdruck hat nicht allein die Reformation ausgelöst, aber er hat sie enorm beschleunigt. Ebenso wenig führte er sofort dazu, dass alle Menschen lesen konnten. Die Alphabetisierung wuchs über Jahrhunderte. Gib bei solchen Aufgaben immer an, dass der Druck eine Ursache unter mehreren war.
Für die Klassenarbeit helfen dir drei Dinge: erstens die Jahreszahlen 1450, 1455 und 1517, zweitens ein klarer Dreiklang aus Technik, Ausbreitung und Folgen und drittens ein Beispiel wie die Flugschriften der Reformation. Wenn du Ursachen und Folgen trennst und mit Jahreszahlen belegst, bekommst du in der Regel die vollen Punkte.
Jetzt bist du dran
Wer entwickelte um 1450 in Mainz den Buchdruck mit beweglichen Metalllettern zur Marktreife?
Noch nicht. Johannes Gutenberg verband Gießinstrument, Legierung, Presse und Druckfarbe zu einem Verfahren. Bi Sheng gilt als Erfinder beweglicher Lettern aus Ton in China, Fust war Gutenbergs Geldgeber.
Das Wichtigste in Kürze
- Johannes Gutenberg entwickelte um 1450 in Mainz den Buchdruck mit beweglichen Metalllettern.
- Bausteine des Verfahrens waren gegossene Lettern aus Blei, Zinn und Antimon, eine Presse und fettige Druckfarbe.
- Die 42-zeilige Gutenberg-Bibel entstand um 1455 und wurde in etwa 180 Exemplaren gedruckt.
- Der Druck machte Bücher billiger und verbreitete Wissen schneller, vor allem in der Reformation ab 1517.
- Gutenberg war nicht der Erfinder des Drucks überhaupt, denn Vorläufer gab es in China und Korea.
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Häufige Fragen zu Buchdruck Gutenberg
- Wer hat den Buchdruck erfunden?
- Der Buchdruck mit beweglichen Metalllettern wurde in Europa um 1450 von Johannes Gutenberg in Mainz entwickelt. In Asien gab es Vorläufer: In China soll Bi Sheng um 1040 Lettern aus Ton verwendet haben, in Korea entstand 1377 ein Buch mit Metalllettern. Gutenbergs System setzte sich aber in Europa durch.
- Wann hat Gutenberg den Buchdruck erfunden?
- Gutenberg begann um 1450 in Mainz mit dem Drucken. Genau lässt sich das Jahr nicht festlegen, weil es keine Urkunde über den Beginn gibt. Die Gutenberg-Bibel, sein bekanntestes Werk, wurde um 1455 fertig. Deshalb sagt man meist um 1450 als Zeitpunkt der Erfindung.
- Wie funktioniert der Buchdruck nach Gutenberg?
- Einzelne Buchstaben aus Metall, die Lettern, werden zu Zeilen und Seiten zusammengesetzt, mit Druckerschwärze eingefärbt und mit einer Presse auf Papier gedrückt. Danach nimmt man die Lettern auseinander und verwendet sie für neue Seiten. So lassen sich viele gleiche Seiten schnell herstellen.
- Was war die Gutenberg-Bibel?
- Die Gutenberg-Bibel ist das erste große Buch, das in Europa mit beweglichen Lettern gedruckt wurde. Sie hat 42 Zeilen pro Seite, rund 1 280 Seiten in zwei Bänden und entstand um 1455. Man schätzt etwa 180 Exemplare, von denen heute noch rund 50 erhalten sind.
- Warum war der Buchdruck so wichtig?
- Der Buchdruck machte Bücher billiger und verbreitete Wissen und Meinungen schneller als je zuvor. Er förderte Bildung, Wissenschaft und die Reformation und gilt als erste Medienrevolution. Auch heutige Medien lassen sich mit dieser Erfindung vergleichen, weil viele Menschen gleichzeitig dieselben Informationen erhalten.
- Wie wurden Bücher vor dem Buchdruck hergestellt?
- Vor dem Buchdruck schrieben Mönche und andere Schreiber jedes Buch einzeln von Hand ab, meist auf Pergament. Für ein dickes Buch brauchten sie oft ein Jahr oder länger. Deshalb waren Bücher teuer und selten, und beim Abschreiben schlichen sich leicht Fehler ein.
- Was hat der Buchdruck mit der Reformation zu tun?
- Flugschriften und Bibelübersetzungen verbreiteten Luthers Gedanken nach 1517 in kurzer Zeit in ganz Deutschland. Ohne Buchdruck wäre das viel langsamer gegangen. Die Reformation wurde dadurch zur ersten großen Bewegung, die vor allem über gedruckte Texte wirkte.
- Was bedeutet beweglich bei beweglichen Lettern?
- Beweglich bedeutet, dass jeder Buchstabe ein eigenes Metallstück ist, das man beliebig anordnen kann. Man setzt damit Wörter und Seiten zusammen und kann sie nach dem Druck wieder zerlegen. Beim Holzschnitt dagegen war eine ganze Seite aus einem Stück geschnitzt und ließ sich nicht verändern.
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