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Die Gründung von BRD und DDR

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland von den Siegermächten besetzt, 1949 entstanden daraus zwei deutsche Staaten. In dieser Lektion lernst du, warum es zur Teilung kam, welche Schritte zur Gründung von Bundesrepublik und DDR führten und wie sich beide Staaten politisch unterschieden.

  • Fach: Geschichte
  • Klasse 10
  • Thema: Moderne
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Mittel
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Vom besetzten Land zu zwei Staaten

Im Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht bedingungslos. Viele Städte lagen in Trümmern, Millionen Menschen waren tot, verletzt, auf der Flucht oder vertrieben. Wohnraum, Lebensmittel und Kohle fehlten überall. Die vier Siegermächte USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion teilten Deutschland in vier Besatzungszonen und Berlin zusätzlich in vier Sektoren. Auf der Potsdamer Konferenz im Sommer 1945 vereinbarten sie gemeinsame Grundsätze: Deutschland sollte entmilitarisiert, entnazifiziert und demokratisiert werden.

Was „Demokratie“ dabei bedeuten sollte, sahen die Siegermächte allerdings sehr unterschiedlich. Die westlichen Staaten setzten auf ein Mehrparteiensystem, freie Wahlen und eine Marktwirtschaft, die Sowjetunion auf eine Ordnung nach ihrem eigenen, kommunistischen Vorbild. Der beginnende Kalte Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion verschärfte diesen Gegensatz zusätzlich. In der sowjetischen Zone wurden 1946 KPD und SPD zur SED zusammengeschlossen, teils unter erheblichem Druck. Die drei Westzonen erhielten dagegen ab 1948 Wirtschaftshilfe aus dem amerikanischen Marshallplan.

1949 wurden schließlich zwei deutsche Staaten gegründet: im Mai die Bundesrepublik Deutschland mit dem Grundgesetz, im Oktober die Deutsche Demokratische Republik. Ein Fehler, den viele machen: zu glauben, die Teilung sei bereits 1945 fest geplant gewesen. Tatsächlich wollten die Siegermächte Deutschland zunächst gemeinsam verwalten. Die Teilung entstand Schritt für Schritt aus dem wachsenden Konflikt zwischen Ost und West, nicht aus einem einzelnen Beschluss.

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Die Besatzungszonen und der Weg auseinander

Die amerikanische Zone lag im Süden, die britische im Nordwesten, die französische im Südwesten und die sowjetische im Osten. Berlin, das mitten in der sowjetischen Zone lag, wurde ebenfalls in vier Sektoren geteilt und blieb unter gemeinsamer Verwaltung – eine Sonderstellung, die es fast über die gesamte Zeit der deutschen Teilung behalten sollte. Schon bald verhielten sich die drei Westzonen zunehmend wie eine Einheit, während die sowjetische Zone einen eigenen Weg einschlug.

1946 und 1947 wurden die Unterschiede immer deutlicher sichtbar. Die Westmächte ließen politische Parteien, freie Gewerkschaften und eine eigenständige Presse zu, ohne dass eine Partei bevorzugt wurde. In der sowjetischen Zone dagegen erhielt die SED systematisch Vorteile bei Ämtern, Zeitungen und Papierzuteilungen, während andere Parteien eingeschränkt wurden. Wirtschaftlich begannen die Westzonen 1947, sich zur „Bizone“ und später „Trizone“ zusammenzuschließen, während in der sowjetischen Zone Großbetriebe und Landwirtschaft nach sowjetischem Vorbild umgestaltet wurden.

Vier Besatzungszonen und ein geteiltes Berlin: die Ausgangslage, aus der sich die spätere deutsche Teilung entwickelte.
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Bundesrepublik und DDR im Vergleich

Beide Staaten nannten sich demokratisch und beanspruchten für sich, das bessere Deutschland zu sein. Ihre politischen und wirtschaftlichen Ordnungen waren aber grundverschieden.

Achte in Quellen darauf, ob freie Wahlen zwischen konkurrierenden Parteien stattfinden oder ob eine Partei den Führungsanspruch für sich beansprucht. Dieses eine Merkmal verrät meist sofort, um welchen Staat es geht.

Bundesrepublik Deutschland

Parlamentarische Demokratie mit Grundgesetz, freien Wahlen und Gewaltenteilung. Die Wirtschaft ist eine soziale Marktwirtschaft.

Beispiele

  • Der Parlamentarische Rat beschließt im Mai 1949 das Grundgesetz.
  • Konrad Adenauer wird der erste Bundeskanzler, Hauptstadt ist Bonn.
  • Die Bundesrepublik bindet sich an den Westen, ab 1955 an die NATO.

Signalwörter

  • Grundgesetz
  • freie Wahlen
  • Gewaltenteilung
  • soziale Marktwirtschaft
  • Westbindung

Deutsche Demokratische Republik

Sozialistischer Staat, in dem die SED den Führungsanspruch hat. Die Wirtschaft wird zentral geplant.

Beispiele

  • Die DDR wird im Oktober 1949 gegründet, Hauptstadt ist Ost-Berlin.
  • Bei Wahlen gibt es eine Einheitsliste statt echter Auswahl.
  • Betriebe werden verstaatlicht, die DDR bindet sich an die Sowjetunion.

Signalwörter

  • SED
  • Einheitsliste
  • Planwirtschaft
  • Verstaatlichung
  • Sowjetunion
MerkmalBundesrepublik DeutschlandDeutsche Demokratische Republik
StaatsformParlamentarische Demokratie, GewaltenteilungSozialistischer Einparteienstaat unter der SED
VerfassungGrundgesetz vom 23. Mai 1949DDR-Verfassung vom 7. Oktober 1949
WirtschaftSoziale Marktwirtschaft, PrivateigentumZentrale Planwirtschaft, Verstaatlichung
BündnisWestbindung, ab 1955 NATOOstbindung, ab 1955 Warschauer Pakt
Bundesrepublik und DDR im direkten Vergleich (Stand: Gründungsjahre 1949)
Vier Merkmale, an denen sich Bundesrepublik und DDR in Quellen sicher unterscheiden lassen.
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Ursache – Verlauf – Folge: Währungsreform und Berlin-Blockade

Erkläre, wie die Währungsreform von 1948 zur Gründung zweier deutscher Staaten beitrug. Ordne dazu nach Ursache, Verlauf und Folge.

Gegeben:

  • Die alte Reichsmark ist kaum noch etwas wert, viele Menschen tauschen auf dem Schwarzmarkt.
  • Die Westmächte und die Sowjetunion können sich nicht auf eine gemeinsame Wirtschaftspolitik einigen.

Gesucht:

Warum wurde die Währungsreform zu einem Wendepunkt auf dem Weg zur Teilung?

Lösung:

  1. Ursache: Ohne stabiles Geld kommt die Wirtschaft nicht in Gang, Waren verschwinden vom offiziellen Markt. Die Westmächte beschließen deshalb, in ihren Zonen allein eine neue Währung einzuführen.
  2. Verlauf: Im Juni 1948 wird die D-Mark eingeführt. Die Sowjetunion reagiert mit einer eigenen Währung in ihrer Zone und sperrt daraufhin alle Land- und Wasserwege nach West-Berlin. Fast ein Jahr lang versorgen die Westmächte die Stadt über eine Luftbrücke mit Lebensmitteln und Kohle.
  3. Folge: Die wirtschaftliche Spaltung vertieft sich endgültig. 1949 wird im Westen die Bundesrepublik gegründet, wenige Monate später im Osten die DDR.

Mit getrennten Währungen waren auch zwei getrennte Wirtschaftsräume entstanden. Die Blockade zeigte, dass Ost und West nicht mehr zusammenarbeiten würden. Für die Menschen in West-Berlin bedeutete sie Monate voller Mangel, gleichzeitig wurden die Westmächte in ihren Augen von früheren Besatzern zu Schutzmächten. Die Teilung Deutschlands dauerte bis zur Wiedervereinigung 1990.

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Ursachen und Folgen der Teilung

Die Teilung Deutschlands lässt sich nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen, sondern ergab sich aus mehreren, sich verstärkenden Entwicklungen. Grundlegend war der Gegensatz zwischen den westlichen Demokratien und der kommunistischen Sowjetunion, der schon vor Kriegsende angelegt war und sich nach 1945 zum Kalten Krieg auswuchs. Hinzu kamen wirtschaftliche Entscheidungen wie der Marshallplan, den die Sowjetunion für ihre Zone ablehnte, sowie konkrete Konflikte wie die Währungsreform und die Berlin-Blockade, die den Bruch jeweils vertieften.

Die unmittelbare Folge war die Gründung zweier deutscher Staaten mit sehr unterschiedlichen politischen Systemen im Jahr 1949. Langfristig führte die Teilung zu einer Wettrüstung der Militärbündnisse: 1955 trat die Bundesrepublik der NATO bei, im selben Jahr schlossen sich die DDR und weitere osteuropäische Staaten im Warschauer Pakt zusammen. Weil viele Menschen aus der DDR in den Westen flohen, ließ die DDR-Führung 1961 die Berliner Mauer errichten – ein Symbol dafür, wie tief die Teilung inzwischen geworden war.

JahrEreignis
1945Kapitulation, Aufteilung in vier Besatzungszonen
1948Währungsreform im Westen, Berlin-Blockade
1949Gründung der Bundesrepublik (Mai) und der DDR (Oktober)
1955Bundesrepublik in der NATO, DDR im Warschauer Pakt
1961Bau der Berliner Mauer
Wichtige Jahreszahlen auf dem Weg zur deutschen Teilung
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Typische Fehler bei diesem Thema

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, die Teilung sei von den Siegermächten schon 1945 in Potsdam beschlossen worden. Tatsächlich wollten alle vier Mächte Deutschland zunächst gemeinsam verwalten; erst der wachsende Ost-West-Konflikt machte eine gemeinsame Politik unmöglich. Ein zweiter Fehler ist, „demokratisch“ im Namen der DDR wörtlich zu nehmen: Der Name Deutsche Demokratische Republik täuscht leicht darüber hinweg, dass es dort keine freien Wahlen zwischen konkurrierenden Parteien gab.

Auch die Reihenfolge der Gründungen wird oft vertauscht: Zuerst entstand im Mai 1949 die Bundesrepublik, erst im Oktober 1949 folgte die DDR – nicht umgekehrt. Und schließlich verwechseln viele die Berlin-Blockade mit dem Mauerbau: Die Blockade fand 1948/49 statt und betraf die Versorgung West-Berlins, die Mauer wurde erst 1961 gebaut und sollte die Flucht aus der DDR verhindern.

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Tipps für die Klassenarbeit

In Klassenarbeiten wird dieses Thema oft über Quellenauszüge abgefragt, etwa Wahlplakate, Zeitungsausschnitte oder Reden. Achte zuerst darauf, ob im Text von freien Wahlen, mehreren Parteien und einer Verfassung mit Grundrechten die Rede ist – das spricht für die Bundesrepublik. Wird dagegen von der „führenden Rolle der Partei“, einer Einheitsliste oder Volkseigentum gesprochen, handelt es sich um die DDR.

Baue deine Antwort nach dem Schema Ursache – Verlauf – Folge auf, wie im Beispiel zur Währungsreform gezeigt. Nenne konkrete Jahreszahlen, aber erkläre vor allem den Zusammenhang: Warum führte ein Ereignis zum nächsten? Das bringt bei Erörterungen mehr Punkte als eine bloße Aufzählung von Daten.

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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 3

In welchem Jahr wurden die Bundesrepublik und die DDR gegründet?

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Das Wichtigste in Kürze

  • Nach 1945 wurde Deutschland in vier Besatzungszonen geteilt; die Not der Bevölkerung war groß.
  • Der Kalte Krieg zwischen West und Ost machte eine gemeinsame Politik der Siegermächte unmöglich.
  • Währungsreform und Berlin-Blockade 1948 vertieften die Spaltung entscheidend.
  • 1949 entstanden die Bundesrepublik als parlamentarische Demokratie und die DDR als SED-Staat.
  • Ab 1955 gehörten beide Staaten zu gegnerischen Militärbündnissen, 1961 folgte der Bau der Berliner Mauer.
  • Typischer Fehler: die Teilung für einen Plan von 1945 halten. Sie entwickelte sich schrittweise aus dem Ost-West-Konflikt.
Vom besetzten Land zu zwei deutschen Staaten und zwei Militärbündnissen: die wichtigsten Stationen von 1945 bis 1961.

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Häufige Fragen zu Die Gründung von BRD und DDR

Warum wurde Deutschland nach 1945 geteilt?
Deutschland wurde zunächst nicht geteilt, sondern gemeinsam von vier Siegermächten in Besatzungszonen verwaltet. Weil die westlichen Staaten und die Sowjetunion aber sehr unterschiedliche Vorstellungen von Demokratie und Wirtschaft hatten, wuchs der Gegensatz zwischen ihnen. Der beginnende Kalte Krieg, die Währungsreform und die Berlin-Blockade führten 1949 schließlich zur Gründung zweier getrennter deutscher Staaten.
Was ist der Unterschied zwischen der Bundesrepublik und der DDR?
Die Bundesrepublik war eine parlamentarische Demokratie mit freien Wahlen zwischen mehreren Parteien, Gewaltenteilung und sozialer Marktwirtschaft. Die DDR war ein sozialistischer Staat, in dem die SED den politischen Führungsanspruch hatte, Wahlen nur mit einer Einheitsliste stattfanden und die Wirtschaft zentral geplant wurde. Beide Staaten bezeichneten sich als demokratisch, waren es aber in unterschiedlichem Maß.
Wann wurden die Bundesrepublik und die DDR gegründet?
Die Bundesrepublik Deutschland wurde am 23. Mai 1949 mit dem Inkrafttreten des Grundgesetzes gegründet. Die Deutsche Demokratische Republik folgte am 7. Oktober 1949 mit ihrer eigenen Verfassung. Zwischen beiden Gründungen liegen also nur wenige Monate, obwohl die politischen Systeme sich stark unterschieden.
Was war die Berlin-Blockade?
Die Berlin-Blockade war die Sperrung aller Land- und Wasserwege nach West-Berlin durch die Sowjetunion von 1948 bis 1949. Sie war eine Reaktion auf die Einführung der D-Mark in den Westzonen. Die Westmächte versorgten die Stadt fast ein Jahr lang über eine Luftbrücke, bis die Sowjetunion die Blockade aufhob, ohne ihr Ziel erreicht zu haben.
Wer waren die vier Besatzungsmächte?
Die vier Besatzungsmächte waren die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion. Sie teilten Deutschland nach der Kapitulation 1945 in vier Besatzungszonen und die Hauptstadt Berlin zusätzlich in vier Sektoren. Aus den drei westlichen Zonen entstand später die Bundesrepublik, aus der sowjetischen Zone die DDR.
Was bedeutete die Gründung der Bundesrepublik für Berlin?
Berlin lag vollständig innerhalb der sowjetischen Zone und blieb trotz der Staatsgründungen 1949 zunächst unter der gemeinsamen Verwaltung der vier Mächte, aufgeteilt in vier Sektoren. West-Berlin war eng mit der Bundesrepublik verbunden, gehörte aber staatsrechtlich nicht vollständig zu ihr. Diese Sonderstellung bestand bis zur deutschen Wiedervereinigung 1990.
Warum traten Bundesrepublik und DDR unterschiedlichen Bündnissen bei?
Beide Staaten waren durch den Kalten Krieg fest in die Blöcke ihrer jeweiligen Schutzmacht eingebunden. 1955 trat die Bundesrepublik der NATO bei, dem westlichen Militärbündnis unter Führung der USA. Im selben Jahr schloss sich die DDR mit anderen osteuropäischen Staaten dem Warschauer Pakt an, dem östlichen Bündnis unter Führung der Sowjetunion.
Warum wurde 1961 die Berliner Mauer gebaut?
Bis 1961 waren Millionen Menschen aus der DDR über Berlin in den Westen geflohen, viele davon jung und gut ausgebildet. Um diese Fluchtbewegung zu stoppen, ließ die DDR-Führung am 13. August 1961 die Grenze zu West-Berlin abriegeln und die Berliner Mauer errichten. Sie steht bis heute als Symbol für die deutsche Teilung während des Kalten Krieges.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

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