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Energie und Rohstoffe

In dieser Lektion lernst du den Unterschied zwischen fossilen und erneuerbaren Energieträgern und siehst, woher die Energie der Welt heute stammt. Du verstehst, warum manche Rohstoffe ungleich verteilt sind und was die Energiewende bedeutet.

  • Fach: Geografie
  • Klasse 9
  • Thema: Wirtschaft
  • Dauer: 19 Min
  • Niveau: Mittel
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Rohstoffe und Energieträger

Ein Rohstoff ist ein natürlich vorkommender Stoff, der zu Energie oder zu Gütern weiterverarbeitet wird, etwa Erdöl, Eisenerz oder Holz. Energieträger sind eine besondere Gruppe von Rohstoffen, aus denen sich nutzbare Energie gewinnen lässt, zum Beispiel durch Verbrennung, Kernspaltung oder das Umwandeln von Sonnenlicht.

Man unterscheidet fossile Energieträger wie Erdöl, Erdgas und Kohle von erneuerbaren Energieträgern wie Sonne, Wind, Wasser und Biomasse. Fossile Energieträger entstanden über Jahrmillionen aus abgestorbenen Pflanzen und Kleinstlebewesen unter hohem Druck und hoher Temperatur im Erdinneren – ihr Vorrat ist deshalb begrenzt und wird sich in menschlichen Zeiträumen nicht erneuern.

Erneuerbare Energieträger stehen dagegen dauerhaft zur Verfügung, weil sie auf laufenden natürlichen Prozessen wie Sonneneinstrahlung, Wind oder dem Wasserkreislauf beruhen. Ihre Nutzung setzt bei der Energiegewinnung selbst kaum Kohlenstoffdioxid frei, im Gegensatz zur Verbrennung fossiler Energieträger, die den größten Anteil am menschengemachten Treibhauseffekt hat.

Erdöl, Kohle und Erdgas decken zusammen rund vier Fünftel des weltweiten Energieverbrauchs.
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Fossile oder erneuerbare Energieträger?

Beide Energieträgergruppen liefern Strom und Wärme, unterscheiden sich aber grundlegend in Verfügbarkeit, Klimawirkung und Nutzung. Diese Gegenüberstellung zeigt die wichtigsten Unterschiede.

Ein wichtiger Nachteil erneuerbarer Energien ist ihre Schwankung: Windkraft liefert nur bei Wind, Solarenergie nur bei Tageslicht Strom. Fossile Kraftwerke und Kernkraftwerke lassen sich dagegen unabhängig vom Wetter steuern, was ihre Planung erleichtert, aber ihre Klimabilanz nicht verbessert.

Fossile Energieträger

Über Jahrmillionen aus abgestorbenen Organismen entstanden, begrenzt vorhanden.

Beispiele

  • Erdöl aus Bohrungen im Nahen Osten und in Russland
  • Erdgas aus Lagerstätten, oft zusammen mit Erdöl
  • Steinkohle und Braunkohle aus Bergwerken und Tagebauen

Signalwörter

  • über Jahrmillionen entstanden
  • begrenzter Vorrat, nicht nachbildbar
  • hoher CO2-Ausstoß bei der Verbrennung
  • gut planbare, jederzeit abrufbare Nutzung
  • Förderung durch Bohrungen oder Bergbau

Erneuerbare Energieträger

Beruhen auf laufenden, sich ständig erneuernden Naturprozessen.

Beispiele

  • Windkraftanlagen an Küsten und auf Bergrücken
  • Solaranlagen auf Dächern und Freiflächen
  • Wasserkraftwerke an Flüssen und Stauseen

Signalwörter

  • praktisch unbegrenzt verfügbar
  • sehr geringer CO2-Ausstoß bei der Nutzung
  • wetter- und tageszeitabhängige Verfügbarkeit
  • dezentrale Erzeugung möglich
  • Nutzung direkt an der Energiequelle
Fossile Energieträger sind begrenzt und klimaschädlicher, erneuerbare Energieträger stehen dauerhaft zur Verfügung.
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Beispiel: Den Energiemix auswerten

Ein Diagramm zeigt den weltweiten Energieverbrauch: Erdöl 31 Prozent, Kohle 26 Prozent, Erdgas 23 Prozent, Wasserkraft 6 Prozent, Kernenergie 4 Prozent, Wind und Sonne 6 Prozent. Werte den Energiemix aus und beurteile ihn im Hinblick auf den Klimaschutz.

Gegeben:

  • Erdöl 31 %, Kohle 26 %, Erdgas 23 %, Wasserkraft 6 %, Kernenergie 4 %, Wind/Sonne 6 %

Gesucht:

Anteil fossiler und erneuerbarer Energieträger, Bewertung für den Klimaschutz

Lösung:

  1. Fossile Energieträger zusammenzählen: Erdöl 31 % + Kohle 26 % + Erdgas 23 % = 80 %.
  2. Erneuerbare Energieträger zusammenzählen: Wasserkraft 6 % + Wind/Sonne 6 % = 12 %.
  3. Kernenergie separat betrachten: 4 %, da sie weder fossil noch erneuerbar ist, aber ebenfalls kaum CO2 bei der Stromerzeugung freisetzt.
  4. Bewertung: Rund vier Fünftel des weltweiten Energieverbrauchs stammen aus fossilen Quellen, die den größten Teil des menschengemachten CO2-Ausstoßes verursachen.

Der Energiemix zeigt, dass die Welt weiterhin stark von fossilen Energieträgern abhängig ist. Nur rund 12 Prozent stammen aus erneuerbaren Quellen. Für einen wirksamen Klimaschutz müsste dieser Anteil in den kommenden Jahrzehnten deutlich steigen.

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Ungleiche Verteilung und Ressourcenkonflikte

Rohstoffe sind auf der Erde sehr ungleich verteilt. Große Erdölvorkommen liegen vor allem am Persischen Golf, in Russland und in Venezuela, während viele Industrieländer wie Deutschland kaum eigene fossile Rohstoffe besitzen und auf Importe angewiesen sind. Diese Abhängigkeit kann politisch genutzt werden, etwa wenn Lieferländer den Export als Druckmittel einsetzen.

Auch bei modernen Technologien entstehen neue Abhängigkeiten: Lithium, Kobalt und seltene Erden werden für Batterien, Elektroautos und Elektronik dringend benötigt, ihre Förderung konzentriert sich aber auf wenige Länder wie Chile, die Demokratische Republik Kongo und China. Das kann zu neuen Ressourcenkonflikten führen, ähnlich wie bei Erdöl im 20. Jahrhundert.

RohstoffWichtige FörderländerVerwendung
ErdölSaudi-Arabien, Russland, USAKraftstoffe, Kunststoffe, Chemie
KobaltDemokratische Republik KongoBatterien für Elektronik und Elektroautos
LithiumAustralien, Chile, ChinaAkkus für Elektrofahrzeuge und Speicher
ErdgasUSA, Russland, IranHeizen, Stromerzeugung, Industrie
Wichtige Rohstoffe und ihre Hauptförderländer
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Typische Fehler

Ein häufiger Fehler ist, Kernenergie fälschlich als erneuerbare Energie einzuordnen. Kernenergie nutzt Uran, einen begrenzten, nicht erneuerbaren Rohstoff, verursacht bei der Stromerzeugung aber wie erneuerbare Energien kaum CO2 – sie wird deshalb als eigene, dritte Kategorie neben fossil und erneuerbar geführt.

Ein zweiter Fehler ist die Annahme, erneuerbare Energien seien völlig emissionsfrei. Bei Herstellung, Transport und Bau von Windrädern oder Solaranlagen entstehen zwar CO2-Emissionen, diese liegen aber über die gesamte Lebensdauer betrachtet deutlich unter denen fossiler Kraftwerke.

Ein dritter Fehler ist es, die Energiewende nur als technisches Problem zu betrachten. Sie ist auch eine geografische und wirtschaftliche Herausforderung, weil neue Leitungsnetze, Speicher und internationale Zusammenarbeit nötig sind, um schwankenden Wind- und Solarstrom zuverlässig zu verteilen.

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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 3

Welche der folgenden Energieträger sind fossile Energieträger?

Welche der folgenden Energieträger sind fossile Energieträger?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Fossile Energieträger wie Erdöl, Erdgas und Kohle sind begrenzt und entstanden über Jahrmillionen.
  • Erneuerbare Energieträger wie Sonne, Wind und Wasser stehen dauerhaft zur Verfügung und schonen das Klima.
  • Rund vier Fünftel des weltweiten Energieverbrauchs stammen derzeit aus fossilen Quellen.
  • Rohstoffe sind weltweit ungleich verteilt, was zu Abhängigkeiten und Ressourcenkonflikten führen kann.
  • Die Energiewende beschreibt den Umstieg von fossilen zu erneuerbaren Energieträgern zum Klimaschutz.

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Häufige Fragen zu Energie und Rohstoffe

Was ist der Unterschied zwischen fossilen und erneuerbaren Energieträgern?
Fossile Energieträger wie Erdöl, Erdgas und Kohle entstanden über Jahrmillionen aus abgestorbenen Organismen und sind nur begrenzt vorhanden. Erneuerbare Energieträger wie Sonne, Wind und Wasser beruhen auf laufenden Naturprozessen und stehen deshalb dauerhaft zur Verfügung, mit deutlich geringerem CO2-Ausstoß bei der Nutzung.
Woher kommt die meiste Energie der Welt?
Weltweit stammt die meiste Energie noch aus fossilen Quellen: Erdöl macht rund 31 Prozent, Kohle rund 26 Prozent und Erdgas rund 23 Prozent des Energieverbrauchs aus. Erneuerbare Energien wie Wasserkraft, Wind und Sonne kommen zusammen bislang nur auf etwa 12 Prozent.
Was ist die Energiewende?
Die Energiewende bezeichnet den geplanten Umstieg von fossilen und nuklearen Energieträgern zu erneuerbaren Energien wie Wind, Sonne und Wasserkraft. Ziel ist es, den CO2-Ausstoß zu senken und den Klimawandel zu begrenzen. Sie erfordert unter anderem neue Stromnetze, Speicher und internationale Zusammenarbeit.
Warum sind Rohstoffe ungleich verteilt?
Rohstoffvorkommen entstehen unter bestimmten geologischen Bedingungen, die nur an manchen Orten der Erde vorliegen. Große Erdölvorkommen liegen etwa am Persischen Golf, während viele andere Länder kaum eigene fossile Rohstoffe besitzen. Diese ungleiche Verteilung führt zu wirtschaftlichen Abhängigkeiten zwischen Förder- und Importländern.
Was sind kritische Rohstoffe?
Kritische Rohstoffe sind Stoffe, die für moderne Technologien besonders wichtig, aber nur begrenzt oder in wenigen Ländern verfügbar sind. Dazu zählen Lithium und Kobalt für Batterien sowie seltene Erden für Elektronik. Ihre Förderung konzentriert sich stark auf wenige Länder, was neue Abhängigkeiten schafft.
Warum ist Kernenergie weder fossil noch erneuerbar?
Kernenergie nutzt Uran, einen natürlich vorkommenden, aber begrenzten Rohstoff, der nicht aus abgestorbenen Organismen entstanden ist. Bei der Stromerzeugung selbst entsteht kaum CO2, ähnlich wie bei erneuerbaren Energien. Wegen des begrenzten Uranvorrats und der besonderen Sicherheitsfragen wird Kernenergie deshalb als eigene Kategorie behandelt.
In welcher Klasse lernt man Energie und Rohstoffe im Geografieunterricht?
Energie und Rohstoffe werden meist in Klasse 9 im Rahmen der Wirtschaftsgeografie behandelt, oft im Zusammenhang mit Globalisierung und Klimawandel. Grundkenntnisse zu Plattentektonik und Klimazonen helfen beim Verständnis, warum bestimmte Rohstoffe nur an bestimmten Orten der Erde vorkommen.
Warum sind erneuerbare Energien nicht immer verfügbar?
Windkraftanlagen liefern nur bei ausreichendem Wind Strom, Solaranlagen nur bei Tageslicht. Diese Schwankung nennt man auch Volatilität. Um trotzdem eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten, braucht es Speicher, gut ausgebaute Stromnetze und einen Mix verschiedener erneuerbarer Quellen, die sich gegenseitig ergänzen.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

Das kommt als Nächstes