Will-Future
Das will-future ist die Zukunftsform für spontane Entscheidungen, Vermutungen und Versprechen. In dieser Lektion lernst du die Bildung mit will, die Verkürzung zu won't und den Unterschied zum going-to-future kennen.
- Fach: Englisch
- Klasse 6
- Thema: Grammatik
- Dauer: 16 Min
- Niveau: Mittel
Wie du im Moment des Sprechens entscheidest
Stell dir vor, das Telefon klingelt, und du sagst spontan: „I'll answer it.“ Genau das ist das will-future: eine Zukunftsform für Entscheidungen, die du im Moment des Sprechens triffst, nicht vorher geplant hast. Auch Vermutungen über die Zukunft drückst du mit will aus: „It will rain tomorrow.“ Und wenn du jemandem etwas versprichst, gehört will fast automatisch dazu: „I promise I'll help you.“
Die Bildung ist denkbar einfach, weil will ein Modalverb ist: Es ändert sich nie, egal welche Person davorsteht. I will, you will, he will, she will, it will, we will, they will – kein zusätzliches -s, kein do oder does. Nach will folgt immer die Grundform des Verbs ohne to: will go, will help, will be. In der gesprochenen Sprache wird will fast immer verkürzt: I'll, you'll, he'll, she'll, it'll, we'll, they'll.
Die Verneinung bildest du mit will not, das in fast jedem Satz zu won't zusammengezogen wird: „I won't tell anyone“, „She won't be there.“ Fragen bildest du, indem du will einfach vor das Subjekt stellst: „Will you help me?“, „Will it rain?“ Ein häufiger Fehler ist es, nach will noch ein to zu ergänzen – „I will to go“ ist falsch, weil will selbst schon anzeigt, dass eine Handlung folgt.
Anders als going to, das einen festen Plan oder eine sichtbare Vorbereitung braucht, entsteht will spontan, aus einer Vermutung heraus oder als Reaktion auf eine Situation. Diese Unterscheidung ist der Kern der Lektion und wird dir in Klassenarbeiten fast immer als Lückentext oder als Umformungsaufgabe begegnet.
will oder going to: der Vergleich
Beide Formen drücken Zukunft aus, aber aus unterschiedlichem Anlass. will nimmst du für Entschlüsse, die gerade erst entstehen, für Vermutungen ohne festen Beweis und für Versprechen. going to nimmst du, wenn vorher schon ein Plan bestand oder eine sichtbare Ursache in der Gegenwart auf die Zukunft hindeutet.
Ein klassisches Unterscheidungsbeispiel: „Look at those clouds, it's going to rain“ (du siehst die Wolken jetzt, ein klarer Beweis) gegenüber „I think it will rain tomorrow“ (eine reine Vermutung ohne sichtbaren Beweis). Beide Sätze sind richtig, sie beschreiben nur unterschiedliche Ausgangslagen.
Im Alltag ist die Grenze manchmal fließend, in Klassenarbeiten wird aber meist eindeutig nach Signalwörtern gefragt: I think, probably, I'm sure oder ein Ausruf im Moment des Sprechens zeigen will, während next week in Verbindung mit einer bereits getroffenen Entscheidung going to zeigt.
will-future
Spontanentschluss, Vermutung ohne Beweis, Versprechen oder Angebot im Moment des Sprechens.
Beispiele
- I'll carry your bag.
- I think she will win the race.
- I promise I won't be late.
Signalwörter
- I think
- probably
- I'm sure
- maybe
- I promise
going to-future
Fester Plan, der schon vor dem Sprechen bestand, oder eine sichtbare Ursache in der Gegenwart.
Beispiele
- We are going to visit Paris in June.
- Look out, you're going to fall!
- She is going to start a new job.
Signalwörter
- next week
- next summer
- Look!
- eine feste Verabredung
| Merkmal | will | going to |
|---|---|---|
| Plan vorher? | nein, spontan | ja, schon gefasst |
| Beweis in der Gegenwart? | meist nein | oft ja, sichtbar |
| typisches Signal | I think, probably | next week, Look! |
| Versprechen | ja, üblich | eher unüblich |
Aussage, Frage und Verneinung bilden
Bilde aus „the phone / ring / I / answer / it“ eine spontane Reaktion im will-future.
Gegeben:
- Situation: Das Telefon klingelt gerade.
- Reaktion: spontanes Angebot
Gesucht:
Aussage, Frage und Verneinung im will-futureLösung:
- Aussage: Subjekt plus will plus Grundform – I'll answer it.
- Frage: will vor das Subjekt stellen – Will you answer it?
- Verneinung: will not zu won't verkürzen – I won't answer it, I'm busy.
In allen drei Satzarten bleibt die Grundform answer unverändert. Nur will selbst wandert oder wird verneint – das Verb trägt die Vergangenheits- oder Zukunftsform nie mit.
Typische Fehler
Der häufigste Fehler ist ein zusätzliches to nach will: „I will to go“ oder „She will to help.“ Beides ist falsch, weil will bereits ein vollständiges Hilfsverb ist und direkt von der Grundform gefolgt wird: I will go, she will help.
Ein zweiter Fehler ist die Verwechslung mit going to bei festen Plänen. Wer schon vorher entschieden hat, in den Sommerferien nach Spanien zu fahren, sollte going to nehmen: „We are going to go to Spain“, nicht „We will go to Spain“, auch wenn beide Sätze grammatisch korrekt sind – der Plan verlangt going to.
Ein dritter Fehler ist es, will mit einem zusätzlichen do-Hilfsverb zu kombinieren: „Do you will come?“ existiert nicht. Fragen mit will bilden sich, indem will selbst nach vorne rückt: Will you come?
Ein vierter Fehler betrifft die falsche Schreibweise der Verkürzung: „willn't“ gibt es nicht, richtig ist ausschließlich won't. Diese unregelmäßige Verkürzung solltest du dir gezielt einprägen.
Tipps für die Klassenarbeit
Achte in Aufgaben genau auf den Kontext: Wird eine Entscheidung erst im Moment des Sprechens getroffen, ist will richtig. Steht im Satz bereits ein Hinweis auf einen vorher gefassten Plan, ist going to gefragt.
Lerne die Verkürzungen aktiv mit: I'll, you'll, he'll, she'll, it'll, we'll, they'll für die Aussage und won't für die Verneinung. In mündlichen Prüfungen und beim Hörverstehen wirst du fast nur die verkürzten Formen hören.
Bei Vorhersagen ohne Beweis hilft der Test: Kannst du I think oder probably vor den Satz setzen, ohne dass er komisch klingt? Dann passt will meist gut.
Übe Umformungsaufgaben in beide Richtungen: von der Grundform ins will-future und vom will-future zurück in eine Frage oder Verneinung. So sitzt die Wortstellung sicher, bevor du in der Arbeit unter Zeitdruck stehst.
Jetzt bist du dran
Welcher Satz ist richtig?
Noch nicht. Nach will steht die reine Grundform ohne to und ohne -s: I will help you tomorrow.
Das Wichtigste in Kürze
- will-future bildest du mit will plus Grundform, für alle Personen gleich.
- Verwende will für Spontanentschlüsse, Vermutungen ohne Beweis und Versprechen.
- Verneinung: will not wird zu won't verkürzt.
- Fragen bildest du, indem will vor das Subjekt rückt: Will you help me?
- going to nimmst du dagegen für vorher gefasste Pläne oder sichtbare Beweise in der Gegenwart.
- Typischer Fehler: „I will to go“ – nach will steht nie ein zusätzliches to.
Lektion abschließen
Schließe alle Aufgaben ab, um diese Lektion zu beenden.
Häufige Fragen zu Will-Future
- Wie bildet man das will-future?
- Du setzt will vor die Grundform des Verbs, für alle Personen gleich: I will go, she will go, they will go. In der gesprochenen Sprache wird will meist verkürzt: I'll, she'll, they'll. Nach will steht nie ein zusätzliches to und nie ein -s, unabhängig von der Person.
- Was ist der Unterschied zwischen will und going to?
- will nimmst du für Entscheidungen, die gerade erst im Moment des Sprechens entstehen, sowie für Vermutungen und Versprechen. going to nimmst du für Pläne, die schon vorher feststanden, oder wenn ein sichtbarer Beweis in der Gegenwart die Zukunft ankündigt, etwa dunkle Wolken vor einem Regenschauer.
- Wie verneint man das will-future?
- Du stellst will not vor die Grundform, meist verkürzt zu won't: I won't come, she won't be there. Beide Formen sind grammatisch korrekt, in der Alltagssprache und in Dialogen wird aber fast ausschließlich won't verwendet.
- Wie bildet man Fragen im will-future?
- Du stellst will vor das Subjekt: Will you help me? Will it rain tomorrow? Ein zusätzliches Hilfsverb wie do wird nicht gebraucht, weil will selbst schon das Hilfsverb ist. Kurzantworten lauten Yes, I will oder No, I won't.
- In welcher Klasse lernt man das will-future?
- Das will-future wird meist in Klasse 6 eingeführt, direkt im Anschluss an das going-to-future, mit dem es häufig verglichen wird. Die feine Abgrenzung nach Signalwörtern wird in den folgenden Schuljahren vertieft und in Aufsätzen und mündlichen Prüfungen gefestigt.
- Warum sagt man won't und nicht willn't?
- won't ist eine historisch gewachsene, unregelmäßige Verkürzung von will not, ähnlich wie can't nicht cann't heißt. Diese Form musst du dir einfach einprägen, sie folgt keiner allgemeinen Regel für Verkürzungen.
- Kann man will auch für allgemeine Wahrheiten benutzen?
- Ja, will beschreibt auch Eigenschaften und typisches Verhalten, das immer zutrifft: „Water will boil at 100 degrees Celsius.“ Das ist seltener als die spontane Verwendung, taucht aber gelegentlich in Sachtexten auf.
- Ersetzt will das simple present bei Zukunftsplänen im Fahrplan?
- Nein, feste Fahrpläne und Programme drückst du eher mit dem simple present aus: „The train leaves at nine.“ will passt hier nicht, weil es keinen festen, unveränderlichen Zeitplan beschreibt, sondern eine spontane oder vermutete Zukunft.
Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.