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Kommentar schreiben

Einen Kommentar schreiben bedeutet, zu einem aktuellen Ereignis eine klare, pointierte Meinung zu vertreten und sie überzeugend zu begründen. In dieser Lektion lernst du den typischen Aufbau eines Kommentars, wie du eine Gegenposition geschickt entkräftest und mit welchen sprachlichen Mitteln dein Text im Gedächtnis bleibt.

  • Fach: Deutsch
  • Klasse 9
  • Thema: Texte schreiben
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Mittel
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Kommentar schreiben heißt, Position zu beziehen

Einen Kommentar zu schreiben bedeutet, zu einem aktuellen Ereignis oder Thema eine eigene, klar erkennbare Meinung zu formulieren und sie überzeugend zu begründen. Anders als eine Nachricht, die nur Fakten liefert, bezieht ein Kommentar bewusst Stellung und will die Leserinnen und Leser von einer bestimmten Sichtweise überzeugen.

Jeder Kommentar beginnt mit einem Aufhänger, also einem konkreten, meist aktuellen Anlass, auf den sich der Text bezieht: eine Entscheidung der Schulleitung, eine Nachricht aus der Stadt oder ein gesellschaftliches Ereignis. Ohne diesen konkreten Bezug wirkt ein Kommentar beliebig und verliert seine journalistische Grundlage.

Der Kern des Kommentars ist die These: eine kurze, unmissverständliche Aussage, die deine Position deutlich macht. Diese These wird im weiteren Text mit zwei bis drei starken Argumenten und passenden Beispielen belegt, wobei die Reihenfolge der Argumente meist mit dem stärksten Punkt endet, um im Gedächtnis zu bleiben.

Ein guter Kommentar berücksichtigt außerdem die Gegenseite: Er nennt einen möglichen Einwand gegen die eigene Meinung und entkräftet ihn gezielt. Das zeigt, dass die eigene Position durchdacht ist und nicht nur einseitig behauptet wird, sondern der Auseinandersetzung mit anderen Sichtweisen standhält.

In fünf Schritten entsteht aus einem Ereignis ein überzeugender Kommentar.
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Kommentar oder Erörterung?

Kommentar und Erörterung werden häufig verwechselt, weil beide Textformen mit Argumenten arbeiten. Der entscheidende Unterschied liegt in der Haltung: Eine Erörterung wägt verschiedene Positionen möglichst sachlich und ausgewogen gegeneinander ab und kommt erst am Ende zu einem begründeten Fazit. Ein Kommentar dagegen bezieht von Anfang an klar Stellung und nutzt Argumente gezielt, um diese eine Position zu stützen.

Auch sprachlich unterscheiden sich beide Formen deutlich. In der Erörterung achtest du auf neutrale, sachliche Formulierungen und vermeidest die Ich-Perspektive. Im Kommentar darfst und sollst du dagegen eine persönliche Sprache verwenden, pointierte Formulierungen wählen und auch stilistische Mittel wie die rhetorische Frage oder Ironie einsetzen, um deine Position wirkungsvoll zu vertreten.

Kommentar

Wenn zu einem aktuellen Ereignis eine persönliche, pointierte Meinung vertreten und überzeugend begründet werden soll.

Beispiele

  • Es ist überfällig, dass die Schule endlich mehr für Nachhaltigkeit tut.
  • Wer glaubt, ein Handyverbot löse das Problem, irrt gewaltig.
  • Diese Entscheidung ist ein Schritt in die richtige Richtung – aber nur ein kleiner.

Signalwörter

  • klare, subjektive These am Anfang
  • Ich-Perspektive und wertende Formulierungen erlaubt
  • rhetorische Fragen und Zuspitzungen
  • endet mit einem pointierten Appell

Erörterung

Wenn zu einer Streitfrage verschiedene Positionen sachlich abgewogen werden sollen, bevor am Ende ein begründetes Fazit steht.

Beispiele

  • Einerseits spricht die Flexibilität für Homeschooling, andererseits fehlt der soziale Austausch.
  • Für ein späteres Schulstartzeit spricht der Schlafbedarf Jugendlicher.
  • Insgesamt überwiegen die Argumente für eine Ganztagsschule.

Signalwörter

  • neutrale, unpersönliche Sprache
  • Pro- und Kontra-Argumente ausgewogen dargestellt
  • Fazit erst am Ende des Textes
  • kaum wertende oder ironische Formulierungen
AbschnittFunktionUmfang
Aufhängeraktuelles Ereignis vorstellen1–2 Sätze
Theseeigene Meinung klar benennen1–2 Sätze
ArgumentePosition mit Beispielen belegen2–3 Argumente
SchlussGegenposition entkräften, Appell formulieren2–3 Sätze
Aufbau eines Kommentars auf einen Blick
Der Kommentar vertritt pointiert eine Meinung, die Erörterung wägt Argumente ab.
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Einen kurzen Kommentarabschnitt analysieren

Untersuche den folgenden Kommentarauszug auf These, Argument und sprachliches Mittel.

Gegeben:

  • „Ein Handyverbot in der Pause soll angeblich das Miteinander fördern. Dabei übersieht die Schulleitung das Naheliegendste: Wer wirklich reden will, legt das Handy von selbst zur Seite. Braucht es dafür wirklich ein Verbot?“

Gesucht:

die These, das Argument und die eingesetzten sprachlichen Mittel

Lösung:

  1. These bestimmen: Der Kommentar bezweifelt, dass ein Handyverbot das gewünschte Ziel erreicht. Diese Position wird bereits im ersten Satz durch das Wort „angeblich“ deutlich, das die offizielle Begründung infrage stellt.
  2. Argument herausarbeiten: Das Hauptargument lautet, dass echtes Miteinander nicht durch ein Verbot, sondern durch eigenes Verhalten entsteht – wer reden möchte, tut es auch ohne Vorschrift.
  3. Sprachliche Mittel benennen: Das Wort „angeblich“ signalisiert Distanz zur offiziellen Position, die rhetorische Frage am Ende zwingt die Leserin oder den Leser, selbst Stellung zu beziehen, ohne dass der Autor die Antwort ausformulieren muss.
  4. Wirkung einschätzen: Durch die Kombination aus Zweifel, Gegenargument und rhetorischer Frage wirkt der Ausschnitt pointiert und lädt zum Nachdenken ein, ohne die eigene Position ausdrücklich zu wiederholen.

Die These lautet, ein Handyverbot löse das eigentliche Problem nicht. Das Argument stützt sich auf echtes statt verordnetes Miteinander, verstärkt durch die rhetorische Frage am Schluss.

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Typische Fehler beim Kommentar schreiben

Der häufigste Fehler ist eine unklare oder zu spät formulierte These. Wenn die eigene Meinung erst im letzten Absatz erkennbar wird, wirkt der Text unentschlossen und verfehlt den Anspruch eines Kommentars, von Beginn an klar Position zu beziehen.

Ein zweiter Fehler ist das Fehlen eines konkreten Aufhängers. Ein Kommentar, der allgemein über ein Thema schreibt, ohne sich auf ein bestimmtes Ereignis zu beziehen, verliert seine journalistische Grundlage und wirkt eher wie eine allgemeine Meinungsäußerung als wie ein Zeitungstext.

Ein dritter Fehler ist mangelnde Auseinandersetzung mit Gegenargumenten. Wer nur die eigene Position wiederholt, ohne einen möglichen Einwand zu nennen und zu entkräften, wirkt einseitig statt überzeugend – gerade das bewusste Eingehen auf eine Gegenposition macht einen Kommentar erst wirklich stark.

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Tipps für die Klassenarbeit

Formuliere deine These, bevor du mit dem Schreiben beginnst, am besten in einem einzigen, klaren Satz. Diese Kernaussage hilft dir während des gesamten Schreibprozesses, den roten Faden nicht zu verlieren und jedes Argument gezielt darauf auszurichten.

Plane bewusst einen Absatz für die Gegenposition ein, auch wenn es verlockend ist, nur die eigenen Argumente aneinanderzureihen. Ein kurz genannter und klar entkräfteter Einwand macht deinen Kommentar in der Bewertung deutlich überzeugender als ein rein einseitiger Text.

Arbeite am Schluss mit einer Zuspitzung statt einer bloßen Wiederholung der These. Eine rhetorische Frage, ein pointierter letzter Satz oder ein Appell an die Leserschaft sorgen dafür, dass dein Kommentar im Gedächtnis bleibt, statt einfach nur zu enden.

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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 4

Was ist der Aufhänger eines Kommentars?

Was ist der Aufhänger eines Kommentars?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Kommentar bezieht sich auf ein konkretes, aktuelles Ereignis, den Aufhänger.
  • Die eigene These steht klar und früh im Text und wird mit Argumenten belegt.
  • Anders als die Erörterung darf der Kommentar subjektiv und pointiert formuliert sein.
  • Eine Gegenposition wird genannt und gezielt entkräftet, um die eigene Meinung zu stärken.
  • Typischer Fehler: eine zu spät oder zu vage formulierte These – lege deine Position schon im ersten Absatz eindeutig fest.
Die wichtigsten Regeln zum Kommentar schreiben auf einen Blick.

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Häufige Fragen zu Kommentar schreiben

Was ist ein Kommentar einfach erklärt?
Ein Kommentar ist ein journalistischer Text, in dem die Autorin oder der Autor zu einem aktuellen Ereignis eine eigene, klar erkennbare Meinung vertritt und mit Argumenten begründet. Anders als eine reine Nachricht will ein Kommentar die Leserschaft bewusst von einer bestimmten Sichtweise überzeugen.
Wie ist ein Kommentar aufgebaut?
Ein Kommentar beginnt mit einem Aufhänger, dem konkreten Ereignis, gefolgt von einer klaren These. Danach folgen zwei bis drei Argumente mit Beispielen, häufig ergänzt um eine kurz genannte und entkräftete Gegenposition. Der Schluss endet meist mit einer Zuspitzung oder einem Appell an die Leserschaft.
Was ist der Unterschied zwischen Kommentar und Erörterung?
Der Kommentar vertritt von Anfang an subjektiv und pointiert eine eigene Meinung, während die Erörterung verschiedene Positionen möglichst sachlich und ausgewogen gegeneinander abwägt und erst am Ende zu einem begründeten Fazit kommt. Der Kommentar erlaubt zudem die Ich-Perspektive, die Erörterung meidet sie.
In welcher Klasse schreibt man einen Kommentar?
Der Kommentar als journalistische Textform wird meist ab Klasse 9 im Deutschunterricht behandelt, oft im Rahmen der Textsorten Zeitungsartikel und Meinungsbildung. Er baut auf Fähigkeiten aus der Argumentation und der Erörterung auf und verlangt zusätzlich einen persönlichen, pointierten Sprachstil.
Darf man im Kommentar die Ich-Form verwenden?
Ja, im Kommentar ist die Ich-Perspektive ausdrücklich erlaubt und sogar typisch, weil er eine persönliche Meinung vertritt. Das unterscheidet ihn deutlich von der Erörterung oder der Nachricht, in denen eine neutrale, unpersönliche Sprache erwartet wird.
Welche sprachlichen Mittel eignen sich für einen Kommentar?
Besonders wirkungsvoll sind rhetorische Fragen, pointierte Zuspitzungen, Ironie und bildhafte Vergleiche. Diese Mittel machen die eigene Position lebendig und einprägsam, sollten aber gezielt und nicht übermäßig eingesetzt werden, damit der Text seriös bleibt.
Wie findet man eine gute These für einen Kommentar?
Eine gute These ist kurz, konkret und eindeutig, statt vage zu bleiben. Frage dich, welche einzelne Aussage du am Ende der Arbeit unbedingt vertreten möchtest, und formuliere genau diese Aussage in ein bis zwei Sätzen, bevor du mit dem restlichen Text beginnst.
Warum sollte ein Kommentar eine Gegenposition erwähnen?
Wer eine Gegenposition nennt und gezielt entkräftet, zeigt, dass die eigene Meinung durchdacht ist und der Auseinandersetzung mit anderen Sichtweisen standhält. Das macht den Kommentar überzeugender als ein Text, der nur einseitig die eigene Position wiederholt.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können