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Bildergeschichte schreiben: Aufbau, Tipps und Beispiel

Eine Bildergeschichte schreiben heißt, zu mehreren Bildern, die zusammen eine Handlung zeigen, einen zusammenhängenden Erzähltext zu verfassen. Du erzählst, was auf den Bildern passiert, und ergänzt, was die Figuren denken, sagen und fühlen. In dieser Lektion lernst du den Aufbau mit Einleitung, Hauptteil und Schluss, die richtige Zeitform und viele Tipps für die Klassenarbeit, dazu einen ausführlichen Mustertext zu sechs Bildern.

  • Fach: Deutsch
  • Klasse 5
  • Thema: Texte schreiben
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Mittel
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Bildergeschichte schreiben: Was dich in der Klassenarbeit erwartet

In der fünften Klasse bekommst du als Aufgabe oft eine Bilderfolge aus vier bis sechs Zeichnungen. Du sollst dazu eine Geschichte schreiben. Das ist eine Erzählung, die zu den Bildern passt. Wichtig ist dabei, dass du nicht jedes Bild einzeln beschreibst, sondern aus allen Bildern einen durchgehenden Text machst. Die Bilder sind dein roter Faden, deine Fantasie liefert den Rest.

Eine gute Bildergeschichte hat einen Anfang, eine Mitte und ein Ende. Am Anfang lernst du die Figuren kennen, du erfährst Ort und Zeit. Dann entsteht ein Problem oder ein Ereignis, die Spannung steigt, bis es einen Höhepunkt gibt. Am Ende löst sich die Lage auf. Dieser Verlauf heißt Spannungsbogen. Er sorgt dafür, dass dein Text sich nicht wie eine Aufzählung liest, sondern wie eine echte Geschichte.

Bevor du schreibst, schaust du dir alle Bilder in Ruhe an. Frage dich: Wer kommt vor? Wo spielt es? Was geschieht von Bild zu Bild? Wo ist der spannendste Moment? Wenn du dir dazu Stichwörter notierst, behältst du den Überblick und vergisst kein Detail. Planen kostet nur drei Minuten, spart aber später viel Mühe.

In fünf Schritten wird aus mehreren Bildern ein fertiger Erzähltext.
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Bildergeschichte schreiben: Einleitung, Hauptteil und Schluss

Die Einleitung ist kurz, meist zwei bis drei Sätze. Du nennst die Hauptfiguren, den Ort, die Zeit und die Ausgangssituation, zum Beispiel einen Ausflug, einen Wettbewerb oder einen ganz normalen Nachmittag. Ein Satz kann schon Spannung erzeugen: „An diesem Samstag wusste Lena noch nicht, dass ihr Drachen bald zum Retter werden würde.“ Verrate aber nicht das Ende.

Der Hauptteil ist der längste Abschnitt. Hier erzählst du, was von Bild zu Bild passiert. Der Höhepunkt zeigt den spannendsten Moment, oft auf Bild vier oder fünf. Gefühle, Gedanken und wörtliche Rede machen die Figuren lebendig. Der Schluss ist wieder kurz. Du löst das Problem, nennst das Ergebnis und beendest die Geschichte mit einem runden Satz, zum Beispiel einem Gefühl oder einer kleinen Pointe.

Bildergeschichte schreiben

Wenn du eine Geschichte erzählst, die zu den Bildern passt.

Beispiele

  • Plötzlich pfiff der Wind durch die Bäume, und Lenas Drachen riss sich los.
  • „Halt ihn fest!“, rief Paul erschrocken.

Signalwörter

  • Du erzählst im Präteritum.
  • Du nutzt wörtliche Rede und Gefühle.
  • Du erfindest passende Gedanken und Namen.
  • Du spannst einen Bogen bis zum Höhepunkt.

Bildbeschreibung

Wenn du nur genau festhältst, was auf einem Bild zu sehen ist.

Beispiele

  • Auf dem ersten Bild sieht man ein Mädchen mit einem roten Drachen.
  • Im Hintergrund stehen drei Bäume.

Signalwörter

  • Du schreibst im Präsens.
  • Du bleibst sachlich und genau.
  • Du erfindest keine Gefühle und Gespräche.
TeilAufgabeUmfang
EinleitungFiguren, Ort, Zeit, Ausgangslagezwei bis drei Sätze
HauptteilHandlung mit Höhepunkt, Gefühle, wörtliche Rededer längste Teil, etwa zwei Drittel
SchlussAuflösung und Abschlussein bis drei Sätze
Die drei Teile einer Bildergeschichte
Die sechs wichtigsten Regeln für eine Bildergeschichte auf einer Karte.
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Bildergeschichte schreiben: Mustertext zu sechs Bildern

Schreibe eine Bildergeschichte zu dieser Bilderfolge: 1. Lena lässt auf einer Wiese einen Drachen steigen. 2. Der Wind wird stärker. 3. Der Drachen reißt sich los und bleibt in einer Baumkrone hängen. 4. Lena versucht erfolglos, ihn herunterzuholen. 5. Ihr Nachbar Paul kommt mit einer Leiter. 6. Gemeinsam holen sie den Drachen und lassen ihn zusammen wieder steigen.

Gegeben:

  • Bilder: sechs Zeichnungen zu einem Drachen
  • Zeitform: Präteritum, wörtliche Rede im Präsens
  • Aufbau: Einleitung, Hauptteil mit Höhepunkt, Schluss

Gesucht:

eine Bildergeschichte mit Überschrift, die aus den Bildern eine Erzählung macht

Lösung:

  1. Überschrift: „Der Drachen im Baum“. Sie macht neugierig, verrät aber nicht, wie es ausgeht.
  2. Einleitung: „An einem windigen Nachmittag ging Lena mit ihrem neuen roten Drachen auf die große Wiese hinter dem Dorf. Sie freute sich schon seit Tagen darauf, ihn endlich steigen zu lassen.“
  3. Hauptteil mit Höhepunkt: „Zuerst stieg der Drachen ruhig in den Himmel. Doch plötzlich frischte der Wind auf und zerrte an der Schnur. Lena hielt sich fest, aber die Schnur riss, und der Drachen verhedderte sich in einer hohen Baumkrone. ‚Oh nein, mein Drachen!‘, rief sie. Sie sprang und streckte sich, doch sie kam nicht heran.“
  4. Wendung: „In diesem Moment kam Paul, der Nachbarjunge, mit einer Leiter vorbei. ‚Warte, ich helfe dir‘, sagte er und stellte die Leiter an den Stamm. Vorsichtig stieg er hinauf und befreite den Drachen.“
  5. Schluss: „Lena strahlte vor Freude und bedankte sich. Zusammen ließen sie den Drachen wieder steigen, und diesmal hielten sie ihn mit vier Händen fest.“

Der Text erzählt alle sechs Bilder, benutzt wörtliche Rede und Gefühle, hat einen klaren Höhepunkt und einen runden Schluss. Er steht im Präteritum und beschreibt die Bilder nicht, sondern erzählt die Handlung.

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Typische Fehler: Bildergeschichte schreiben

Der häufigste Fehler ist, die Bilder zu beschreiben statt die Geschichte zu erzählen. Sätze wie „Auf dem zweiten Bild sieht man, wie der Wind stärker wird“ gehören in eine Bildbeschreibung. In einer Bildergeschichte schreibst du stattdessen: „Der Wind wurde stärker und zerrte an der Schnur.“ Die Bilder selbst kommen im Text nicht vor, nur das, was auf ihnen geschieht.

Ein zweiter Fehler ist der Wechsel der Zeitform. Wer mitten im Text vom Präteritum ins Präsens springt, verwirrt den Leser. Wähle das Präteritum („Lena ging, sie rief, er kam“) und halte es durch. Nur in der wörtlichen Rede darfst du das Präsens benutzen, weil die Figuren in ihrer Gegenwart sprechen. Prüfe am Ende alle Verben noch einmal.

Der dritte Fehler ist die Aufzählung. Mancher Text besteht aus lauter kurzen Sätzen: „Dann ging Lena. Dann kam Paul. Dann holte er die Leiter.“ Das klingt eintönig. Verbinde Sätze mit Wörtern wie „als“, „weil“, „während“ oder „deshalb“, und wechsle die Satzanfänge. Auch Überschriften werden oft vergessen. Gib deiner Geschichte immer einen Titel.

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Tipps für die Klassenarbeit: Bildergeschichte schreiben

Teile deine Zeit ein. Bei 45 Minuten bleiben etwa fünf Minuten für das Betrachten und Planen, 30 Minuten für das Schreiben und zehn Minuten für die Kontrolle. Schreibe zuerst Stichwörter zu allen Bildern. Markiere das Bild mit dem Höhepunkt und überlege, wie du es besonders anschaulich erzählst. So hast du einen Plan, falls dir mitten im Schreiben eine Idee fehlt.

Gib deinen Figuren Namen und Gefühle. Namen machen den Text persönlicher als „das Mädchen“ und „der Junge“. Benutze starke Verben wie „rasen“, „flüstern“, „zittern“ statt „gehen“ und „sagen“. Wörtliche Rede gehört in jeden Hauptteil, achte dabei auf Redezeichen, Doppelpunkt und Komma: Er rief: „Halt ihn fest!“ Mit passenden Wörtern für Zeit und Ort verbindest du die Bilder zu einem Text.

Zum Schluss überarbeitest du. Lies deinen Text einmal laut oder im Kopf. Prüfe die Zeitform, die Satzanfänge, die Rechtschreibung und die Zeichensetzung bei der wörtlichen Rede. Ein guter Schluss rundet die Geschichte ab, etwa mit einem Gefühl, einer Lehre oder einem Blick nach vorn. Hör aber nicht mit „und dann war die Geschichte zu Ende“ auf.

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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 5

In welcher Zeitform erzählst du eine Bildergeschichte?

In welcher Zeitform erzählst du eine Bildergeschichte?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Bildergeschichte erzählt die Handlung, die zu den Bildern passt, und beschreibt die Bilder nicht.
  • Der Aufbau besteht aus Einleitung mit Figuren, Ort und Zeit, Hauptteil mit Höhepunkt und Schluss.
  • Du erzählst im Präteritum, die wörtliche Rede darf im Präsens stehen.
  • Wörtliche Rede, Gefühle und abwechslungsreiche Satzanfänge machen den Text lebendig.
  • Zum Schluss überarbeitest du Zeitform, Satzanfänge, Rechtschreibung und Zeichensetzung.

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Häufige Fragen zu Bildergeschichte schreiben: Aufbau, Tipps und Beispiel

Was ist eine Bildergeschichte?
Eine Bildergeschichte ist eine Folge von meist vier bis sechs Bildern, die zusammen eine Handlung zeigen. Im Deutschunterricht schreibst du dazu einen Text, der die Handlung erzählt. Du ergänzt, was die Figuren sagen, denken und fühlen, und gibst der Geschichte eine Überschrift.
Wie schreibt man eine Bildergeschichte?
Betrachte zuerst alle Bilder und notiere Stichwörter. Schreibe dann eine Einleitung mit Figuren, Ort und Zeit, einen Hauptteil mit Höhepunkt und einen Schluss. Erzähle im Präteritum und baue wörtliche Rede ein. Zum Schluss überarbeitest du den Text auf Fehler.
In welcher Zeitform schreibt man eine Bildergeschichte?
Eine Bildergeschichte schreibst du im Präteritum, also in der Erzählzeit. Nur die wörtliche Rede darf im Präsens stehen. Wichtig ist, die Zeitform durchzuhalten. Ein Wechsel mitten im Text gilt in der Klassenarbeit als Fehler.
Was ist der Unterschied zwischen Bildergeschichte und Bildbeschreibung?
Bei der Bildergeschichte erzählst du eine Handlung im Präteritum und erfindest Gedanken und Gespräche. Bei der Bildbeschreibung gibst du im Präsens sachlich wieder, was zu sehen ist, und erfindest nichts dazu. Beide Aufgaben haben unterschiedliche Ziele.
Wie lang soll eine Bildergeschichte sein?
Die Länge hängt von der Aufgabe ab. In Klasse 5 sind oft eine bis zwei Seiten gefragt, also etwa 150 bis 300 Wörter. Wichtig ist, dass alle Bilder vorkommen und der Hauptteil der längste Teil ist. Lies den Aufgabentext genau, dort steht oft eine Vorgabe.
Wie macht man eine Bildergeschichte spannend?
Baue einen Spannungsbogen auf: Starte mit einer kurzen Einleitung, steigere die Spannung im Hauptteil und gib dem Höhepunkt viel Raum. Nutze starke Verben, wörtliche Rede, Gefühle und Wörter wie „plötzlich“. Verrate das Ende nicht schon in der Überschrift.
Muss eine Bildergeschichte eine Überschrift haben?
Ja, gib deiner Geschichte immer eine Überschrift. Sie sollte neugierig machen, ohne das Ende zu verraten, zum Beispiel „Der Drachen im Baum“. Eine Überschrift, die nur „Bildergeschichte“ lautet, wirkt wenig einfallsreich und bringt keine Pluspunkte.
Darf ich in einer Bildergeschichte Namen erfinden?
Ja, das ist sogar erwünscht. Wenn die Aufgabe keine Namen vorgibt, darfst du Figuren passende Namen geben. Das macht den Text persönlicher. Auch Gedanken, Gefühle und Gespräche der Figuren darfst du erfinden, solange sie zu den Bildern passen.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.