Modalverben im Deutschen: Bedeutung und Konjugation
Modalverben im Deutschen sind die sechs Verben können, müssen, dürfen, sollen, wollen und mögen, die zusammen mit einem Vollverb im Infinitiv ausdrücken, ob etwas möglich, erlaubt, nötig oder gewollt ist. In dieser Lektion lernst du ihre Bedeutung, ihre Konjugation im Präsens und Präteritum und den richtigen Satzbau, damit du sie sicher benutzt.
- Fach: Deutsch
- Klasse 6
- Thema: Grammatik
- Dauer: 17 Min
- Niveau: Mittel
Modalverben Deutsch: Was sie sind und wie man sie konjugiert
Modalverben sind Hilfsverben, die die Art und Weise eines Geschehens näher bestimmen. Sie sagen, ob jemand etwas kann, muss, darf, soll, will oder mag. Das Wort „modal“ kommt vom lateinischen modus, was Art und Weise bedeutet. Die sechs Modalverben sind können, müssen, dürfen, sollen, wollen und mögen.
Ein Modalverb steht fast immer zusammen mit einem zweiten Verb. Dieses Vollverb steht im Infinitiv und rutscht ans Satzende: „Ich kann schwimmen.“ Das Modalverb trägt die Personalendung, das Vollverb bleibt unverändert. Dadurch entsteht ein Rahmen um den Satz, den man Satzklammer nennt.
Bei der Konjugation im Präsens gibt es eine Besonderheit: Die erste und die dritte Person Singular sind gleich und haben keine Endung. Es heißt also ich kann und er kann, ich muss und sie muss. Außerdem ändert sich bei den meisten Verben der Stammvokal: wir können, aber ich kann. Nur bei sollen bleibt der Vokal gleich.
Im Präteritum, der Erzählvergangenheit, verlieren können, müssen, dürfen und mögen ihre Umlaute: ich konnte, ich musste, ich durfte, ich mochte. Bei sollen und wollen lauten die Formen ich sollte und ich wollte. Im Alltag benutzt man bei Modalverben meist das Präteritum, weil das Perfekt umständlich klingt.
Modalverben Deutsch: Bedeutung und der Unterschied zwischen müssen und dürfen
Jedes Modalverb drückt etwas anderes aus. Können beschreibt eine Fähigkeit oder Möglichkeit, müssen eine Pflicht oder Notwendigkeit, dürfen eine Erlaubnis, sollen einen Auftrag oder eine Aufforderung durch eine andere Person, wollen einen Wunsch oder eine Absicht und mögen eine Vorliebe. Die höfliche Form möchten ist ein Konjunktiv II von mögen und drückt einen Wunsch aus.
Besonders knifflig wird es bei der Verneinung. Aus „Du musst kommen“ wird mit nicht keineswegs ein Verbot, sondern nur: Es ist nicht nötig. Wer ein Verbot ausdrücken möchte, verwendet nicht dürfen. Diesen Unterschied verwechseln viele, deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf beide Verneinungen.
nicht müssen
Wenn etwas nicht nötig ist, du es aber trotzdem tun könntest.
Beispiele
- Du musst nicht kommen.
- Wir müssen heute keine Hausaufgaben machen.
- Sie muss nicht mitspielen.
Signalwörter
- keine Notwendigkeit
- Ersatz: nicht brauchen zu
- Handlung bleibt erlaubt
- häufig mit kein oder nicht
nicht dürfen
Wenn etwas verboten ist und du es nicht tun darfst.
Beispiele
- Du darfst nicht kommen.
- Hier darf man nicht rauchen.
- Er darf nicht mitspielen.
Signalwörter
- Verbot oder Regel
- Handlung ist untersagt
- häufig auf Schildern
- Gegenteil von dürfen
| Infinitiv | Präteritum (ich) | Konjunktiv II (ich) |
|---|---|---|
| können | ich konnte | ich könnte |
| müssen | ich musste | ich müsste |
| dürfen | ich durfte | ich dürfte |
| sollen | ich sollte | ich sollte |
| wollen | ich wollte | ich wollte |
| mögen | ich mochte | ich möchte |
Satzbau mit Modalverben: ein Beispiel
Bilde aus dem Satz „Lena macht ihre Hausaufgaben“ einen Satz mit dem Modalverb müssen, setze ihn ins Präteritum und baue ihn in einen Nebensatz mit weil ein.
Gegeben:
- Ausgangssatz: Lena macht ihre Hausaufgaben.
- Modalverb: müssen
- Aufgaben: Präsens, Präteritum, Nebensatz
Gesucht:
drei Sätze mit dem Modalverb müssenLösung:
- Präsens: Das Modalverb wird konjugiert und rückt an die zweite Stelle, das Vollverb geht in den Infinitiv ans Ende. Es entsteht: Lena muss ihre Hausaufgaben machen.
- Präteritum: Das Modalverb wechselt in die Vergangenheit, das Vollverb bleibt im Infinitiv. Es entsteht: Lena musste ihre Hausaufgaben machen.
- Nebensatz: Nach weil steht das konjugierte Verb am Ende, und das Modalverb kommt hinter den Infinitiv. Es entsteht: Lena kann nicht kommen, weil sie ihre Hausaufgaben machen muss.
- Probe: In jedem Satz gibt es genau ein konjugiertes Modalverb und genau einen Infinitiv. Das Vollverb hat nie eine Personalendung.
Die Sätze lauten: Lena muss ihre Hausaufgaben machen. Lena musste ihre Hausaufgaben machen. Lena kann nicht kommen, weil sie ihre Hausaufgaben machen muss. Im Nebensatz steht das Modalverb ganz am Ende, davor der Infinitiv des Vollverbs.
Typische Fehler bei Modalverben
Der häufigste Fehler ist, das Vollverb zu beugen: Viele schreiben „Ich kann schwimme“ oder „Er muss gehst“. Bei Modalverben bleibt das zweite Verb immer unverändert im Infinitiv. Die Personalendung gehört allein dem Modalverb. Wenn du zwei konjugierte Verben nebeneinander findest, stimmt der Satz nicht.
Ein zweiter Fehler betrifft die erste und dritte Person Singular. Weil die meisten Verben in der dritten Person ein t anhängen, schreiben Schüler „er kannt“ oder „sie musst“. Richtig sind er kann und sie muss, ohne Endung. Das gilt für alle Modalverben, auch für darf, soll, will und mag.
Der dritte Fehler ist die Verwechslung von nicht müssen und nicht dürfen. „Du musst nicht gehen“ heißt, dass du gehen kannst, aber nicht musst. „Du darfst nicht gehen“ verbietet es dir. Wer die Bedeutung verwechselt, schreibt oder sagt etwas anderes, als er meint.
Tipps für die Klassenarbeit
In Klassenarbeiten sollst du häufig Lückentexte ergänzen oder Sätze umformen. Lerne die Konjugationstabelle auswendig, am besten Zeile für Zeile. Sprich dir die Formen laut vor, denn viele Fehler fallen beim Hören auf: Ein „er kannt“ klingt sofort falsch.
Prüfe bei jeder Aufgabe zuerst die Person und dann die Bedeutung. Frage dich: Wer handelt? Und was soll ausgedrückt werden: Fähigkeit, Pflicht, Erlaubnis, Auftrag, Wunsch oder Vorliebe? Erst wenn du beides geklärt hast, wählst du das passende Modalverb.
Bei Sätzen mit Nebensatz kontrollierst du am Ende die Stellung der Verben. Im Hauptsatz steht das Modalverb an zweiter Stelle, im Nebensatz ganz am Schluss. Streiche dir beim Korrigieren das Modalverb und das Vollverb in verschiedenen Farben an.
Jetzt bist du dran
Welches Modalverb passt: Du ___ hier nicht parken, das ist verboten.
Noch nicht. Ein Verbot drückst du mit nicht dürfen aus. Du darfst nicht parken bedeutet, dass das Parken untersagt ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Die sechs Modalverben sind können, müssen, dürfen, sollen, wollen und mögen.
- Das Vollverb steht im Infinitiv am Satzende, nur das Modalverb wird gebeugt.
- Bei ich und er/sie/es haben Modalverben dieselbe Form ohne Endung: ich kann, er kann.
- Nicht müssen heißt nicht nötig, nicht dürfen heißt verboten.
- Im Präteritum fallen die Umlaute weg: konnte, musste, durfte, mochte.
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Häufige Fragen zu Modalverben im Deutschen: Bedeutung und Konjugation
- Was sind Modalverben?
- Modalverben sind Verben, die zusammen mit einem Vollverb im Infinitiv ausdrücken, ob etwas möglich, nötig, erlaubt, aufgetragen, gewollt oder gemocht ist. Im Deutschen sind das können, müssen, dürfen, sollen, wollen und mögen.
- Welche Modalverben gibt es im Deutschen?
- Es gibt sechs Modalverben: können, müssen, dürfen, sollen, wollen und mögen. Dazu kommt die höfliche Form möchten, die als Konjunktiv II von mögen zählt, aber im Alltag wie ein eigenes Modalverb benutzt wird.
- Wie konjugiert man Modalverben?
- Im Präsens ändert sich der Stammvokal im Singular, und ich und er/sie/es haben dieselbe Form ohne Endung: ich kann, du kannst, er kann. Im Plural lauten die Formen wir können, ihr könnt, sie können.
- Was ist der Unterschied zwischen müssen und dürfen?
- Müssen drückt eine Pflicht aus, dürfen eine Erlaubnis. Besonders wichtig ist die Verneinung: Nicht müssen bedeutet, dass etwas nicht nötig ist, nicht dürfen bedeutet, dass etwas verboten ist.
- Wo steht das Verb bei Modalverben im Satz?
- Im Hauptsatz steht das Modalverb an zweiter Stelle und das Vollverb als Infinitiv am Satzende. Im Nebensatz stehen beide am Ende, wobei das konjugierte Modalverb ganz zuletzt kommt.
- Was ist der Unterschied zwischen sollen und müssen?
- Müssen drückt eine Notwendigkeit aus, die sich aus der Lage ergibt. Sollen drückt einen Auftrag aus, den jemand anderes erteilt hat. Wer etwas soll, folgt dem Willen einer anderen Person, wer etwas muss, hat keine Wahl.
- Wie bildet man das Präteritum der Modalverben?
- Man hängt an den Stamm die Endung te an und lässt den Umlaut weg: ich konnte, ich musste, ich durfte, ich sollte, ich wollte, ich mochte. Im Alltag wird das Präteritum bei Modalverben meist dem Perfekt vorgezogen.
- In welcher Klasse lernt man Modalverben?
- Modalverben werden meist in der 5. oder 6. Klasse im Rahmen der Verbgrammatik behandelt. Danach tauchen sie bei der Satzstellung im Nebensatz, im Konjunktiv und in Aufsätzen immer wieder auf.
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