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Futur I und Futur II

Futur I und Futur II sind die beiden Zeitformen der Zukunft im Deutschen, werden aber auch für Vermutungen verwendet. In dieser Lektion lernst du, wie du beide Formen bildest, wann Futur II ein bis zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeschlossenes Ereignis anzeigt und wie du Zukunft von Vermutung unterscheidest.

  • Fach: Deutsch
  • Klasse 7
  • Thema: Grammatik
  • Dauer: 16 Min
  • Niveau: Mittel
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Futur I und Futur II beschreiben Zukunft und abgeschlossene Zukunft

Futur I beschreibt ein Ereignis, das in der Zukunft stattfinden wird, zum Beispiel „Ich werde morgen lernen“. Gebildet wird es aus der passenden Form von werden und dem Infinitiv des Vollverbs, das am Satzende steht.

Futur II beschreibt dagegen ein Ereignis, das bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft bereits abgeschlossen sein wird: „Ich werde bis morgen gelernt haben“. Es zeigt also eine Art Zukunft der Vergangenheit, eine abgeschlossene Handlung innerhalb der Zukunft.

Im Alltag wird Futur I seltener benutzt, als man vermuten würde, weil das Präsens mit einer Zeitangabe die Zukunft meist genauso gut ausdrückt: „Ich lerne morgen“ statt „Ich werde morgen lernen“. Futur I wird vor allem dann bevorzugt, wenn die Zukunft besonders betont oder eine Vermutung ausgedrückt werden soll.

Beide Zeitformen können außerdem eine Vermutung statt einer echten Zukunft ausdrücken. Futur I drückt dann eine Vermutung über die Gegenwart aus: „Er wird wohl zu Hause sein“ bedeutet vermutlich ist er jetzt zu Hause. Futur II drückt eine Vermutung über die Vergangenheit aus: „Er wird schon angekommen sein“ bedeutet vermutlich ist er bereits angekommen.

Futur II entsteht aus werden, dem Partizip II und dem Infinitiv von haben oder sein.
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Futur I oder Futur II?

Futur I besteht aus zwei Teilen: einer Form von werden und dem Infinitiv des Vollverbs. Futur II besteht dagegen aus drei Teilen: einer Form von werden, dem Partizip II des Vollverbs und zusätzlich dem Infinitiv von haben oder sein. Diese zusätzliche Ebene macht die Vorzeitigkeit innerhalb der Zukunft sichtbar.

Der Unterschied zeigt sich besonders gut mit einer Zeitangabe: „Ich werde das Buch lesen“ (Futur I, ein zukünftiges Vorhaben) gegenüber „Ich werde das Buch bis Freitag gelesen haben“ (Futur II, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeschlossen). Ohne die Zeitangabe „bis Freitag“ wäre Futur II hier ungewöhnlich, weil der Bezugspunkt fehlt.

Futur I

Wenn ein Ereignis in der Zukunft beschrieben wird oder eine Vermutung über die Gegenwart ausgedrückt werden soll.

Beispiele

  • Ich werde nächste Woche verreisen.
  • Sie wird das Projekt bald abschließen.
  • Er wird wohl gerade arbeiten.

Signalwörter

  • werden + Infinitiv
  • Zeitangaben: morgen, nächste Woche, bald
  • Vermutung über die Gegenwart
  • seltener als Präsens mit Zeitangabe

Futur II

Wenn ein Ereignis bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft abgeschlossen sein wird oder eine Vermutung über die Vergangenheit ausgedrückt wird.

Beispiele

  • Ich werde bis morgen gelernt haben.
  • Sie wird bis Freitag angekommen sein.
  • Er wird das schon gewusst haben.

Signalwörter

  • werden + Partizip II + haben/sein
  • Zeitangaben: bis, spätestens
  • Vermutung über die Vergangenheit
  • zeigt Abgeschlossenheit innerhalb der Zukunft
VerbFutur IFutur II
lernenwird lernenwird gelernt haben
kommenwird kommenwird gekommen sein
schreibenwird schreibenwird geschrieben haben
fahrenwird fahrenwird gefahren sein
Futur I und Futur II ausgewählter Verben (er/sie)
Futur I beschreibt zukünftige Ereignisse, Futur II bis zu einem Zeitpunkt abgeschlossene Ereignisse.
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Futur I und Futur II richtig unterscheiden und bilden

Forme die Sätze in die passende Zeitform um: 1) Er kommt morgen. 2) Sie hat den Brief bis Montag geschrieben.

Gegeben:

  • Er kommt morgen.
  • Sie hat den Brief bis Montag geschrieben.

Gesucht:

die passenden Futurformen beider Sätze

Lösung:

  1. Ersten Satz prüfen: „Er kommt morgen“ beschreibt ein einfaches zukünftiges Ereignis ohne Abgeschlossenheitsbezug, deshalb passt Futur I: er wird kommen.
  2. Futur I bilden: werden in der passenden Form einsetzen und den Infinitiv des Vollverbs ans Satzende stellen: Er wird morgen kommen.
  3. Zweiten Satz prüfen: „bis Montag geschrieben“ zeigt an, dass die Handlung zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft abgeschlossen sein wird, deshalb passt Futur II.
  4. Futur II bilden: werden einsetzen, das Partizip II geschrieben beibehalten und haben als Infinitiv ergänzen: Sie wird den Brief bis Montag geschrieben haben.

„Er wird morgen kommen“ (Futur I) und „Sie wird den Brief bis Montag geschrieben haben“ (Futur II). Die Zeitangabe bis Montag zeigt die Abgeschlossenheit an, die Futur II verlangt.

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Typische Fehler bei Futur I und Futur II

Der häufigste Fehler ist, beim Futur II das Hilfsverb haben oder sein zu vergessen: „Ich werde das Buch gelesen“ statt richtig „Ich werde das Buch gelesen haben“. Ohne das dritte Element bleibt der Satz unvollständig und ist grammatisch falsch.

Ein zweiter Fehler betrifft die Wahl von haben oder sein im Futur II: Manche Schüler schreiben „Sie wird angekommen haben“ statt richtig „Sie wird angekommen sein“, weil sie vergessen, dass Bewegungsverben wie ankommen das Hilfsverb sein verlangen, genau wie im Perfekt.

Ein dritter Fehler ist die Verwechslung von Futur I mit dem einfachen Präsens, wenn eine Zeitangabe schon die Zukunft anzeigt: „Ich werde morgen komme“ ist grammatisch falsch, weil nach werden immer der Infinitiv steht, hier kommen statt komme.

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Tipps für die Klassenarbeit

Merke dir die Grundformel für Futur I: werden plus Infinitiv, nur zwei Teile. Für Futur II merke dir die Formel mit drei Teilen: werden plus Partizip II plus haben oder sein. Wer beide Formeln auswendig kennt, verwechselt die Zeitformen seltener.

Achte bei Futur II besonders auf Zeitangaben wie bis, spätestens oder bis dahin, denn sie zeigen fast immer an, dass eine Handlung zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeschlossen sein wird. Ohne eine solche Zeitangabe ist Futur I meist die passendere Wahl.

Übe den Unterschied zwischen Zukunft und Vermutung gesondert: Formuliere zu einem Satz sowohl eine echte Zukunftsaussage als auch eine Vermutung, zum Beispiel „Er wird morgen kommen“ (Zukunft) gegenüber „Er wird jetzt wohl zu Hause sein“ (Vermutung über die Gegenwart).

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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 4

Wie wird Futur I gebildet?

Wie wird Futur I gebildet?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Futur I besteht aus werden und dem Infinitiv des Vollverbs.
  • Futur II besteht aus werden, dem Partizip II und haben oder sein.
  • Futur II zeigt eine bis zu einem Zeitpunkt abgeschlossene Handlung in der Zukunft.
  • Beide Formen drücken auch Vermutungen über Gegenwart oder Vergangenheit aus.
  • Typischer Fehler: das Hilfsverb im Futur II vergessen – prüfe, ob werden, Partizip II und haben oder sein vorhanden sind.
Die wichtigsten Regeln zu Futur I und Futur II auf einen Blick.

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Häufige Fragen zu Futur I und Futur II

Was ist der Unterschied zwischen Futur I und Futur II?
Futur I beschreibt ein Ereignis, das in der Zukunft stattfinden wird, zum Beispiel „ich werde lernen“. Futur II beschreibt ein Ereignis, das bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft bereits abgeschlossen sein wird, zum Beispiel „ich werde gelernt haben“.
Wie bildet man Futur II?
Futur II wird aus der passenden Form von werden, dem Partizip II des Vollverbs und dem Infinitiv von haben oder sein gebildet. Die Wahl zwischen haben und sein folgt denselben Regeln wie beim Perfekt, etwa sein bei Bewegungsverben wie kommen oder fahren.
Wird Futur I im Deutschen häufig verwendet?
Im gesprochenen Deutsch wird für die Zukunft meist das Präsens mit einer Zeitangabe verwendet, etwa „ich lerne morgen“ statt „ich werde morgen lernen“. Futur I wird eher genutzt, um die Zukunft besonders zu betonen oder eine Vermutung auszudrücken.
In welcher Klasse lernt man Futur I und Futur II?
Futur I wird meist schon in der Grundschule oder in Klasse 5 eingeführt, Futur II folgt üblicherweise etwas später, oft in Klasse 7, wenn Perfekt und Plusquamperfekt bereits bekannt sind und als Grundlage für die zusammengesetzte Form dienen.
Wie erkennt man eine Vermutung im Futur?
Vermutungen im Futur erkennt man oft an Wörtern wie wohl, sicher oder wahrscheinlich im Satz. Futur I drückt dann eine Vermutung über die Gegenwart aus, Futur II eine Vermutung über die Vergangenheit, obwohl beide Formen ursprünglich Zukunft ausdrücken.
Was ist der Unterschied zwischen Futur II und Perfekt?
Das Perfekt beschreibt eine abgeschlossene Handlung in der Vergangenheit, das Futur II eine Handlung, die erst in der Zukunft, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt, abgeschlossen sein wird. Beide nutzen das Partizip II, aber mit unterschiedlichem Hilfsverb und Zeitbezug.
Warum braucht Futur II drei Wortteile?
Futur II muss sowohl die Zukunft (werden) als auch die Abgeschlossenheit (Partizip II mit haben oder sein) ausdrücken. Deshalb sind drei Bestandteile nötig, während Futur I nur die Zukunft anzeigt und mit zwei Teilen auskommt.
Gibt es eine Eselsbrücke für Futur II?
Eine bewährte Eselsbrücke lautet: Futur II ist wie Perfekt plus werden, weil das Partizip II und das Hilfsverb haben oder sein wie im Perfekt gebildet werden, nur dass zusätzlich werden vorangestellt wird, um den Zukunftsbezug herzustellen.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

Das kommt als Nächstes