Adjektive steigern: Steigerungsformen
Adjektive steigern bedeutet, ein Eigenschaftswort in drei Stufen zu setzen: Positiv, Komparativ und Superlativ. In dieser Lektion lernst du die Steigerungsformen sicher zu bilden, erkennst regelmäßige und unregelmäßige Muster und findest heraus, welche Adjektive sich gar nicht steigern lassen.
- Fach: Deutsch
- Klasse 5
- Thema: Grammatik
- Dauer: 16 Min
- Niveau: Mittel
Adjektive steigern in drei Steigerungsformen
Adjektive steigern bedeutet, ein Eigenschaftswort so zu verändern, dass es einen Vergleich ausdrückt. Die Grundform ohne Steigerung heißt Positiv: schnell, groß, klein. Sie beschreibt eine Eigenschaft, ohne sie mit etwas anderem zu vergleichen: „Das Auto ist schnell.“
Die zweite Steigerungsform ist der Komparativ, gebildet mit der Endung -er: schneller, größer, kleiner. Er zeigt, dass eine Sache mehr von einer Eigenschaft besitzt als eine andere: „Das Auto ist schneller als das Fahrrad.“ Nach dem Komparativ steht dabei fast immer als, niemals wie.
Die dritte Steigerungsform ist der Superlativ, die Höchststufe. Er wird mit am und der Endung -sten gebildet: am schnellsten, am größten, am kleinsten. Der Superlativ zeigt, dass etwas den höchsten Grad einer Eigenschaft im Vergleich zu allen anderen besitzt: „Dieses Auto ist am schnellsten.“
Viele kurze, einsilbige Adjektive bekommen bei der Steigerung zusätzlich einen Umlaut: alt wird zu älter und am ältesten, jung zu jünger und am jüngsten, groß zu größer und am größten. Diesen Umlaut musst du dir bei jedem Wort einzeln merken, eine feste Regel dafür gibt es nicht.
Regelmäßige oder unregelmäßige Steigerung?
Die meisten deutschen Adjektive werden regelmäßig gesteigert: An den Wortstamm wird im Komparativ -er und im Superlativ am … -sten angehängt, manchmal zusätzlich mit Umlaut. Das gilt für klein, warm, laut, bunt und viele weitere Adjektive.
Eine kleine Gruppe sehr häufig genutzter Adjektive wird dagegen unregelmäßig gesteigert und wechselt dabei sogar den Wortstamm: gut wird zu besser und am besten, viel zu mehr und am meisten, gern zu lieber und am liebsten, hoch zu höher und am höchsten. Diese Formen musst du auswendig lernen, da sich aus dem Positiv nicht auf den Komparativ schließen lässt.
Regelmäßige Steigerung
Wenn Komparativ und Superlativ nach dem üblichen Muster mit -er und am … -sten gebildet werden.
Beispiele
- klein – kleiner – am kleinsten
- warm – wärmer – am wärmsten
- laut – lauter – am lautesten
Signalwörter
- Stamm bleibt erkennbar
- Endung -er im Komparativ
- am und -sten im Superlativ
- oft Umlaut bei kurzen Wörtern
Unregelmäßige Steigerung
Wenn sich der Wortstamm bei der Steigerung verändert und eine feste Ausnahmeform gilt.
Beispiele
- gut – besser – am besten
- viel – mehr – am meisten
- hoch – höher – am höchsten
Signalwörter
- kein erkennbares Muster
- veränderter Wortstamm
- nur wenige, aber häufige Wörter
- Formen müssen auswendig gelernt werden
| Positiv | Komparativ | Superlativ |
|---|---|---|
| gut | besser | am besten |
| viel | mehr | am meisten |
| gern | lieber | am liebsten |
| hoch | höher | am höchsten |
Ein Adjektiv in allen drei Stufen bilden
Bilde von dem Adjektiv „alt“ alle drei Steigerungsformen und setze den Superlativ in einen vollständigen Satz.
Gegeben:
- Positiv: alt
Gesucht:
Komparativ, Superlativ und ein Beispielsatz mit dem SuperlativLösung:
- Positiv notieren: Die Grundform lautet alt, ohne jede Steigerung, zum Beispiel „Der Baum ist alt.“
- Komparativ bilden: An den Stamm wird -er angehängt, zusätzlich erhält das kurze Adjektiv einen Umlaut: alt wird zu älter.
- Superlativ bilden: Vor das Adjektiv tritt am, an den Stamm mit Umlaut wird -sten angehängt: am ältesten.
- Superlativ als Attribut deklinieren: Steht der Superlativ vor einem Nomen, wird er wie ein normales Adjektiv dekliniert: der älteste Baum.
alt – älter – am ältesten. Beispielsatz: „Dieser Baum im Park ist der älteste Baum der ganzen Stadt.“ Der Umlaut zeigt sich in allen drei Formen außer im Positiv.
Typische Fehler bei der Steigerung
Der häufigste Fehler ist die Doppelsteigerung, also die Kombination von zwei Steigerungsformen: „mehr schöner“ oder „am meisten schönsten“ statt richtig schöner beziehungsweise am schönsten. Eine Eigenschaft wird immer nur einmal gesteigert, nicht doppelt.
Ein zweiter Fehler ist die falsche Verwendung von wie statt als nach dem Komparativ: „Er ist schneller wie ich“ statt richtig „Er ist schneller als ich“. Nach der Vergleichsstufe mit -er steht im korrekten Deutsch immer als, wie gehört nur zur Grundform mit so … wie.
Ein dritter Fehler betrifft nicht steigerbare Adjektive. Wörter wie tot, rund, leer oder schwanger beschreiben einen Zustand, den es nicht in Graden gibt: Etwas kann nicht „toter“ oder „am totesten“ sein, denn tot ist ein Zustand ohne Abstufung.
Tipps für die Klassenarbeit
Lerne die unregelmäßigen Steigerungsformen gut, viel, gern und hoch auswendig, denn sie kommen in Aufgaben besonders häufig vor und lassen sich nicht aus einer Regel ableiten. Sprich sie dir laut in allen drei Stufen vor: gut, besser, am besten.
Prüfe bei jedem Adjektiv zuerst, ob es überhaupt steigerbar ist. Wörter, die bereits einen absoluten Zustand beschreiben, wie tot, leer oder einzigartig, lassen sich nicht steigern und sollten in Aufgaben als solche erkannt werden.
Achte beim Schreiben eigener Sätze auf die richtige Endung nach als: Nach dem Komparativ folgt immer als, nie wie. Formuliere den Vergleichssatz zur Kontrolle laut, dann fällt ein falsches wie meist sofort auf.
Jetzt bist du dran
Wie lautet der Komparativ von „warm“?
Noch nicht. Der Komparativ wird mit der Endung -er gebildet, kurze Adjektive erhalten zusätzlich oft einen Umlaut: warm wird zu wärmer.
Das Wichtigste in Kürze
- Adjektive haben drei Steigerungsformen: Positiv, Komparativ und Superlativ.
- Der Komparativ wird mit -er, der Superlativ mit am und -sten gebildet.
- Kurze Adjektive erhalten bei der Steigerung häufig einen Umlaut.
- gut, viel, gern und hoch werden unregelmäßig gesteigert und müssen auswendig gelernt werden.
- Typischer Fehler: Doppelsteigerung wie „mehr schöner“ – jede Eigenschaft wird nur einmal gesteigert.
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Häufige Fragen zu Adjektive steigern: Steigerungsformen
- Was bedeutet Adjektive steigern einfach erklärt?
- Adjektive steigern bedeutet, ein Eigenschaftswort in drei Stufen zu setzen: Positiv als Grundform (schnell), Komparativ als Vergleichsform (schneller) und Superlativ als Höchstform (am schnellsten). So lässt sich ausdrücken, wie stark eine Eigenschaft im Vergleich zu anderen ausgeprägt ist.
- Wie bildet man den Komparativ und den Superlativ?
- Der Komparativ wird meist gebildet, indem an den Wortstamm die Endung -er angehängt wird, zum Beispiel schnell zu schneller. Der Superlativ entsteht mit am vor dem Adjektiv und der Endung -sten am Stamm, zum Beispiel am schnellsten. Kurze Adjektive bekommen dabei oft einen Umlaut.
- Welche Adjektive werden unregelmäßig gesteigert?
- Zu den wichtigsten unregelmäßig gesteigerten Adjektiven gehören gut (besser, am besten), viel (mehr, am meisten), gern (lieber, am liebsten) und hoch (höher, am höchsten). Bei ihnen verändert sich der Wortstamm, deshalb müssen diese Formen auswendig gelernt werden.
- Welche Adjektive lassen sich nicht steigern?
- Adjektive, die bereits einen absoluten Zustand ohne Abstufung beschreiben, lassen sich nicht steigern, zum Beispiel tot, rund, leer, schwanger oder einzigartig. Diese Eigenschaften treffen entweder zu oder nicht, es gibt keine Zwischenstufen oder Höchstform.
- Wann verwendet man wie und wann als bei der Steigerung?
- Bei der Grundform ohne Steigerung wird ein Vergleich mit so … wie ausgedrückt, wenn zwei Dinge gleich sind: „Mia ist so groß wie Paul.“ Nach dem Komparativ steht dagegen immer als, wenn zwei Dinge unterschiedlich sind: „Mia ist größer als Paul.“
- In welcher Klasse lernt man die Steigerung der Adjektive?
- Die Grundlagen der Steigerung werden bereits in der Grundschule eingeführt und in Klasse 5 vertieft, oft mit Fokus auf unregelmäßige Formen, Umlaute und die richtige Verwendung von als und wie in Vergleichssätzen.
- Was ist der Unterschied zwischen Komparativ und Superlativ?
- Der Komparativ vergleicht zwei Dinge miteinander und zeigt, dass eines mehr von einer Eigenschaft besitzt: schneller. Der Superlativ vergleicht mehr als zwei Dinge und zeigt den höchsten Grad einer Eigenschaft innerhalb einer Gruppe: am schnellsten.
- Wie erkennt man eine Doppelsteigerung als Fehler?
- Eine Doppelsteigerung liegt vor, wenn zwei Steigerungsformen gleichzeitig verwendet werden, zum Beispiel „mehr schöner“ oder „am meisten schönsten“. Richtig ist jeweils nur eine Steigerungsform: schöner oder am schönsten, niemals beide gleichzeitig.
Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.