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Löslichkeit einfach erklärt – Regeln und Beispiele

Löslichkeit beschreibt, wie viel Gramm eines Stoffes sich bei einer bestimmten Temperatur in 100 Gramm Wasser lösen, bevor die Lösung gesättigt ist. Ob Salz, Zucker oder Kalk sich gut oder schlecht lösen, hängt vom Aufbau der Teilchen und von der Temperatur ab. In dieser Lektion lernst du die Regeln der Löslichkeit, ein Rechenbeispiel und typische Fehler kennen.

  • Fach: Chemie
  • Klasse 8
  • Thema: Stoffe und Eigenschaften
  • Dauer: 16 Min
  • Niveau: Einfach
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Was Löslichkeit bedeutet

Löslichkeit ist die Menge eines Stoffes, die sich bei einer bestimmten Temperatur höchstens in 100 Gramm Wasser lösen lässt, bevor die Lösung gesättigt ist. Beim Lösen trennen sich einzelne Teilchen aus einem Feststoff, etwa Ionen aus einem Salzkristall, und verteilen sich gleichmäßig zwischen den Wassermolekülen. Dieser Vorgang heißt Dissoziation, wenn Ionen entstehen, oder einfach Lösen, wenn ganze Moleküle wie Zucker übergehen.

Wasser gilt als besonders guter Löser für viele Stoffe, weil seine Moleküle polar sind: Sie besitzen eine leicht positive und eine leicht negative Seite. Diese Ladungsverteilung zieht sowohl positive als auch negative Ionen an und umschließt sie, sodass sie aus dem Kristallgitter herausgelöst werden. Man nennt Wasser deshalb auch ein universelles Lösungsmittel für polare und ionische Stoffe.

Ein häufiger Fehler ist, Löslichkeit mit Geschwindigkeit des Lösens zu verwechseln. Wie schnell sich ein Stoff löst, hängt vom Rühren und von der Korngröße ab, wie viel sich maximal löst, hängt dagegen nur von Temperatur und Stoffart ab. Ein grobes Salzkorn löst sich langsamer als feines Salz, beide erreichen aber bei gleicher Temperatur dieselbe maximale Löslichkeit.

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Löslichkeit berechnen

Die Löslichkeit L wird meist in Gramm gelöstem Stoff je 100 Gramm Wasser angegeben. Um sie zu berechnen, teilst du die Masse des gelösten Stoffes durch die Masse des verwendeten Wassers und multiplizierst mit 100, damit der Wert auf 100 Gramm Wasser bezogen ist.

Diese Formel funktioniert nur, solange die Lösung noch nicht gesättigt ist oder du genau die Sättigungsgrenze berechnest. Löst sich weniger als die angegebene Löslichkeit, bleibt die Lösung ungesättigt, versuchst du mehr aufzulösen als die Löslichkeit erlaubt, bleibt der Rest als Bodenkörper zurück.

Lmw · 100
L
Löslichkeit in Gramm je 100 Gramm Wasser
m
Masse des gelösten Stoffes in Gramm
w
Masse des Wassers in Gramm
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Rechenbeispiel: Kochsalz in Wasser

In 250 Gramm Wasser lösen sich bei 20 Grad Celsius höchstens 89,75 Gramm Kochsalz. Berechne die Löslichkeit von Kochsalz je 100 Gramm Wasser.

Gegeben:

  • Masse des gelösten Kochsalzes: m = 89,75 g
  • Masse des Wassers: w250 g

Gesucht:

Löslichkeit L in Gramm je 100 Gramm Wasser

Lösung:

  1. Formel aufschreiben: Lmw · 100.
  2. Werte einsetzen: L89,75 g250 g · 100.
  3. Bruch berechnen: 89,752500,359.
  4. Mit 100 multiplizieren: L0,359 · 10035,9.

Die Löslichkeit von Kochsalz beträgt 35,9 g je 100 g Wasser bei 20 Grad Celsius. Das bedeutet, in den 250 Gramm Wasser dieses Beispiels war die Lösung genau gesättigt, ein weiteres Salzkorn würde sich nicht mehr auflösen.

Beim Lösen greifen Wassermoleküle die Kristalloberfläche an, bis die Lösung gesättigt ist.
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Löslichkeit: gut löslich oder schwer löslich?

Ob ein Stoff als gut löslich oder schwer löslich gilt, hängt vom Zahlenwert seiner Löslichkeit und vom Aufbau seiner Teilchen ab. Faustregel: Ab etwa 10 Gramm je 100 Gramm Wasser gilt ein Stoff als gut löslich, unter 1 Gramm je 100 Gramm Wasser als schwer löslich.

Der Unterschied liegt oft in der Gitterenergie: Stark geladene Ionen wie Calcium und Carbonat ziehen sich im Kristallgitter so stark an, dass Wassermoleküle sie kaum trennen können. Einfach geladene Ionen wie Natrium und Chlorid lassen sich dagegen leichter aus dem Gitter lösen.

Gut löslich

Die Löslichkeit liegt über etwa 10 Gramm je 100 Gramm Wasser.

Beispiele

  • Kochsalz, 35,9 g/100g
  • Zucker, über 200 g/100g
  • Kaliumnitrat, 31,6 g/100g

Signalwörter

  • einfach geladene oder ungeladene Teilchen
  • klare, farblose Lösung ohne Bodensatz
  • starke Anziehung durch Wassermoleküle

Schwer löslich

Die Löslichkeit liegt unter etwa 1 Gramm je 100 Gramm Wasser.

Beispiele

  • Calciumcarbonat, 0,0013 g/100g
  • Bariumsulfat, kaum messbar
  • Silberchlorid, kaum messbar

Signalwörter

  • hoch geladene Ionen im Gitter
  • bleibender Bodenkörper trotz Rühren
  • trübe statt klare Mischung
StoffLöslichkeit in g/100g WasserEinstufung
Zucker (Saccharose)203,9sehr gut löslich
Kochsalz (Natriumchlorid)35,9gut löslich
Kaliumnitrat31,6gut löslich
Natriumhydrogencarbonat9,6mäßig löslich
Calciumcarbonat (Kalk)0,0013schwer löslich
Löslichkeit ausgewählter Stoffe in Wasser bei 20 Grad Celsius
Zucker löst sich mehr als hundertmal besser in Wasser als Kalk.
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Typische Fehler bei der Löslichkeit

Ein häufiger Fehler ist, Löslichkeit und Mischbarkeit zu verwechseln. Löslichkeit beschreibt einen Feststoff in einer Flüssigkeit mit einer festen Höchstmenge, Mischbarkeit beschreibt dagegen zwei Flüssigkeiten wie Wasser und Alkohol, die sich in jedem Verhältnis vollständig vermischen lassen, ohne dass es eine Sättigungsgrenze gibt.

Ein zweiter Fehler ist die Annahme, alle Stoffe würden sich bei steigender Temperatur besser lösen. Das stimmt für die meisten Feststoffe wie Zucker oder Salze, aber nicht für Gase: Kohlenstoffdioxid und Sauerstoff lösen sich in kaltem Wasser besser als in warmem, deshalb wird eine warme Limonade schneller schal.

Ein dritter Fehler ist, den Bodenkörper einer gesättigten Lösung für ungelösten, unveränderten Feststoff zu halten. Tatsächlich lösen sich ständig Teilchen aus dem Bodenkörper heraus, während sich gleichzeitig genauso viele Teilchen wieder abscheiden, das System befindet sich in einem dynamischen Gleichgewicht.

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Alltagsbezug und Laborsicherheit

Im Alltag begegnet dir Löslichkeit ständig: Zucker löst sich in heißem Tee schneller und in größerer Menge als in kaltem Wasser, deshalb wird Tee meist warm gesüßt. Auch beim Anrühren von Brausetabletten oder beim Backen mit Salz nutzt du aus, dass sich der Feststoff in der vorhandenen Wassermenge vollständig lösen soll, ohne einen Bodensatz zu hinterlassen.

Im Chemieunterricht arbeitest du oft mit Lösungen unbekannter Konzentration. Trage dabei immer eine Schutzbrille, weil beim Lösen mancher Stoffe wie Natriumhydroxid viel Wärme freigesetzt wird und die Lösung spritzen kann. Gib Feststoffe außerdem stets langsam und unter Rühren ins Wasser, nie umgekehrt Wasser auf den Feststoff.

Mische im Labor niemals unbekannte Stoffe zusammen, nur um zu testen, ob sie sich lösen. Manche Reaktionen beim Lösen sind stark exotherm oder setzen giftige Gase frei, deshalb solltest du dich immer an die vorgegebene Anleitung und Reihenfolge halten.

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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 5

Was beschreibt die Löslichkeit eines Stoffes?

Was beschreibt die Löslichkeit eines Stoffes?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Löslichkeit gibt an, wie viel Gramm eines Stoffes sich höchstens in 100 Gramm Wasser lösen, bevor die Lösung gesättigt ist.
  • Berechnet wird sie mit L = m/w · 100, wobei m die Masse des gelösten Stoffes und w die Masse des Wassers ist.
  • Bei den meisten Feststoffen steigt die Löslichkeit mit der Temperatur, bei Gasen sinkt sie.
  • Stoffe mit hoch geladenen Ionen wie Calciumcarbonat sind meist schwer löslich, einfach geladene wie Kochsalz meist gut löslich.
  • Löslichkeit darf nicht mit der Lösungsgeschwindigkeit oder mit der Mischbarkeit zweier Flüssigkeiten verwechselt werden.

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Häufige Fragen zu Löslichkeit einfach erklärt – Regeln und Beispiele

Was ist Löslichkeit einfach erklärt?
Löslichkeit ist die Menge eines Stoffes, die sich bei einer bestimmten Temperatur höchstens in 100 Gramm Wasser lösen lässt, bevor die Lösung gesättigt ist. Sie wird meist in Gramm je 100 Gramm Wasser angegeben und ist für jeden Stoff und jede Temperatur ein eigener, messbarer Wert.
Wie berechnet man die Löslichkeit?
Man teilt die Masse des gelösten Stoffes durch die Masse des verwendeten Wassers und multipliziert das Ergebnis mit 100, also L = m/w · 100. So erhältst du die Löslichkeit bezogen auf 100 Gramm Wasser, unabhängig davon, wie viel Wasser im Versuch tatsächlich verwendet wurde.
Warum lösen sich manche Stoffe schlechter in Wasser?
Stoffe mit hoch geladenen Ionen, etwa Calciumcarbonat, halten in ihrem Kristallgitter so stark zusammen, dass die Wassermoleküle sie kaum herauslösen können. Einfach geladene oder ungeladene Teilchen wie bei Kochsalz oder Zucker lassen sich dagegen leichter von Wassermolekülen umschließen und lösen.
Was ist der Unterschied zwischen Löslichkeit und Mischbarkeit?
Löslichkeit betrifft einen Feststoff, der sich bis zu einer festen Höchstmenge in einer Flüssigkeit löst, danach bleibt ein Bodenkörper übrig. Mischbarkeit betrifft zwei Flüssigkeiten, die sich in jedem beliebigen Verhältnis vollständig vermischen lassen, ohne dass es eine Sättigungsgrenze gibt.
Warum wird warmes Sprudelwasser schneller schal?
Kohlenstoffdioxid ist ein Gas, dessen Löslichkeit in Wasser mit steigender Temperatur sinkt statt steigt. In warmem Wasser kann deutlich weniger Kohlenstoffdioxid gelöst bleiben, deshalb entweicht die Kohlensäure schneller und das Getränk verliert seine Sprudeligkeit.
Was bedeutet eine gesättigte Lösung?
Eine gesättigte Lösung enthält bei einer bestimmten Temperatur genau die maximale Menge des gelösten Stoffes, die die Löslichkeit erlaubt. Gibst du mehr Feststoff hinzu, löst er sich nicht mehr auf, sondern bleibt als sichtbarer Bodenkörper zurück.
In welcher Klasse lernt man Löslichkeit?
Löslichkeit wird in Deutschland meist in der achten Klasse im Rahmen der Stoffeigenschaften und des Teilchenmodells eingeführt. Das Thema ist eine wichtige Grundlage für spätere Kapitel wie Lösungen und Konzentration oder Säuren und Basen.
Warum lösen sich manche Salze bei Erwärmung stärker als andere?
Wie stark die Löslichkeit eines Salzes mit der Temperatur steigt, hängt vom Aufbau seines Kristallgitters ab. Bei Kaliumnitrat steigt die Löslichkeit sehr stark mit der Temperatur, bei Kochsalz dagegen nur wenig, weil sich die Gitterenergie beider Salze unterschiedlich stark durch Wärme überwinden lässt.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können