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Düngemittel Stickstoff einfach erklärt – Herstellung

Düngemittel Stickstoff versorgt Pflanzen mit dem Nährstoff, den sie für den Aufbau von Eiweißen am dringendsten brauchen, aus der Luft aber nicht direkt aufnehmen können. In dieser Lektion lernst du, wie aus Luftstickstoff über das Haber-Bosch-Verfahren Ammoniak und daraus verschiedene Stickstoffdünger entstehen. Am Ende kannst du die wichtigsten Düngerarten vergleichen und die Umweltfolgen ihres Einsatzes einschätzen.

  • Fach: Chemie
  • Klasse 10
  • Thema: Chemische Reaktionen
  • Dauer: 18 Min
  • Niveau: Mittel
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Warum Pflanzen Stickstoffdünger brauchen

Stickstoff ist ein zentraler Baustein von Aminosäuren, Eiweißen und dem Blattgrün Chlorophyll, deshalb benötigen Pflanzen ihn in großen Mengen zum Wachsen. Obwohl Luft zu etwa 78 Prozent aus Stickstoffmolekülen besteht, können die meisten Pflanzen diesen elementaren Stickstoff nicht direkt nutzen.

Der Grund liegt in der sehr stabilen Dreifachbindung des Stickstoffmoleküls, die viel Energie zum Aufbrechen benötigt. Pflanzen nehmen Stickstoff deshalb überwiegend in gebundener Form als Nitrat- oder Ammonium-Ionen über die Wurzeln auf, weshalb Düngemittel mit Stickstoff in genau dieser Form nötig sind.

Ein typischer Fehler ist zu glauben, mehr Dünger bedeute automatisch mehr Ertrag. Überschüssiger Stickstoff, den die Pflanze nicht aufnehmen kann, wird ausgewaschen oder gelangt als Lachgas in die Atmosphäre, ohne dem Wachstum weiter zu nutzen.

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Vom Ammoniak zum Düngersalz

Der erste Schritt zur Herstellung von Stickstoffdüngern ist das Haber-Bosch-Verfahren, bei dem Luftstickstoff mit Wasserstoff bei hohem Druck, hoher Temperatur und mithilfe eines Katalysators zu Ammoniak umgesetzt wird. Ammoniak selbst ist gasförmig und wird deshalb weiterverarbeitet.

Ein Teil des Ammoniaks wird zu Salpetersäure oxidiert, die dann mit weiterem Ammoniak zu Ammoniumnitrat neutralisiert wird. Aus Ammoniak und Kohlenstoffdioxid entsteht außerdem Harnstoff, ein weiterer wichtiger Stickstoffdünger, der besonders viel Stickstoff je Kilogramm enthält.

Aus Luftstickstoff entstehen über Ammoniak verschiedene Stickstoffdünger für den Acker.
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Rechenbeispiel: Stickstoffgehalt berechnen

Ein Landwirt bringt 200 Kilogramm Kalkammonsalpeter mit einem Stickstoffgehalt von 27 Prozent auf ein Feld aus. Berechne, wie viel Kilogramm reiner Stickstoff dabei auf das Feld gelangen.

Gegeben:

  • Düngermenge: 200 kg
  • Stickstoffgehalt: 27 Prozent

Gesucht:

Masse an reinem Stickstoff

Lösung:

  1. Prozentangabe in einen Anteil umrechnen: 27 Prozent entsprechen 0,27.
  2. Anteil mit der Gesamtmenge multiplizieren: 200 kg · 0,27.
  3. Ergebnis berechnen: 200 kg · 0,2754 kg.
  4. Ergebnis einordnen: Von den 200 Kilogramm Dünger sind 54 Kilogramm reiner Stickstoff, der Rest sind andere Bestandteile wie Calciumcarbonat.

Mit 200 Kilogramm Kalkammonsalpeter bringt der Landwirt 54 Kilogramm reinen Stickstoff auf das Feld. Weil Kalkammonsalpeter nur 27 Prozent Stickstoff enthält, während Harnstoff auf 46 Prozent kommt, wären für dieselbe Stickstoffmenge deutlich weniger Kilogramm Harnstoff nötig.

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Düngerarten im Vergleich

Die gängigen Stickstoffdünger unterscheiden sich vor allem im Stickstoffgehalt und in der Form, in der der Stickstoff vorliegt. Ammoniumsulfat und Ammoniumnitrat liefern Stickstoff direkt als Ammonium- beziehungsweise Nitrat-Ion, Kalkammonsalpeter ist eine Mischung aus Ammoniumnitrat und Calciumcarbonat, das den Boden zusätzlich stabilisiert.

Harnstoff enthält mit rund 46 Prozent den höchsten Stickstoffanteil aller festen Standarddünger, muss aber im Boden erst durch Bodenbakterien zu Ammonium umgewandelt werden, bevor die Pflanze ihn aufnehmen kann. Je nach Bodenart und Kulturpflanze wählen Landwirte deshalb unterschiedliche Düngerarten.

DüngerStickstoffgehaltBesonderheit
Ammoniumsulfatetwa 21 Prozentwirkt leicht bodenversauernd
Kalkammonsalpeteretwa 27 Prozententhält zusätzlich Calciumcarbonat
Ammoniumnitratetwa 34 Prozentschnell pflanzenverfügbar
Harnstoffetwa 46 Prozentmuss im Boden erst umgewandelt werden
Gängige Stickstoffdünger im Vergleich
Harnstoff liefert von den gängigen Stickstoffdüngern den höchsten Stickstoffanteil je Kilogramm.
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Typische Fehler beim Düngen

Ein häufiger Fehler ist, den Stickstoffgehalt verschiedener Dünger gleichzusetzen, obwohl sich die Prozentangaben stark unterscheiden. Wer die gleiche Menge Kilogramm unterschiedlicher Dünger ausbringt, düngt je nach Produkt mit sehr unterschiedlichen Mengen an reinem Stickstoff.

Ein zweiter Fehler ist zu glauben, Pflanzen könnten den Stickstoff der Luft direkt aufnehmen. Nur bestimmte Bakterien, etwa in den Wurzelknöllchen von Leguminosen wie Klee oder Bohnen, können Luftstickstoff biologisch binden, alle anderen Pflanzen sind auf Nitrat- oder Ammonium-Ionen aus dem Boden angewiesen.

Ein dritter Fehler ist, zu viel Dünger auf einmal auszubringen in der Annahme, das beschleunige das Wachstum zusätzlich. Überschüssiger Stickstoff kann von der Pflanze nicht aufgenommen werden, wird ausgewaschen und belastet Gewässer und Grundwasser.

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Umweltaspekte von Stickstoffdüngern

Der massenhafte Einsatz von Stickstoffdüngern hat die weltweite Nahrungsmittelproduktion enorm gesteigert, bringt aber auch Umweltprobleme mit sich. Wird mehr Stickstoff ausgebracht, als die Pflanzen aufnehmen können, gelangt ein Teil als Nitrat ins Grundwasser und kann dort die Trinkwasserqualität beeinträchtigen.

Zusätzlich entsteht bei mikrobiellen Umwandlungsprozessen im Boden das Treibhausgas Lachgas, das ein Vielfaches stärker zur Erderwärmung beiträgt als Kohlenstoffdioxid. Deshalb wird in der Landwirtschaft zunehmend auf eine bedarfsgerechte Düngung geachtet, bei der die ausgebrachte Menge genau am tatsächlichen Bedarf der Pflanzen orientiert ist.

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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 5

Warum können die meisten Pflanzen Luftstickstoff nicht direkt nutzen?

Warum können die meisten Pflanzen Luftstickstoff nicht direkt nutzen?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Pflanzen brauchen Stickstoff als Ammonium- oder Nitrat-Ion, nicht als elementaren Luftstickstoff.
  • Das Haber-Bosch-Verfahren wandelt Luftstickstoff in Ammoniak um, die Grundlage aller Stickstoffdünger.
  • Aus Ammoniak entstehen unter anderem Ammoniumnitrat, Kalkammonsalpeter und Harnstoff.
  • Harnstoff hat mit rund 46 Prozent den höchsten Stickstoffgehalt gängiger Dünger.
  • Überschüssiger Stickstoffdünger belastet Grundwasser und trägt zur Bildung des Treibhausgases Lachgas bei.

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Häufige Fragen zu Düngemittel Stickstoff einfach erklärt – Herstellung

Was ist Düngemittel mit Stickstoff einfach erklärt?
Stickstoffdünger versorgt Pflanzen mit Stickstoff in Form von Ammonium- oder Nitrat-Ionen, weil sie den elementaren Stickstoff der Luft nicht direkt nutzen können. Ausgangsstoff für die Herstellung ist meist Ammoniak aus dem Haber-Bosch-Verfahren.
Wie wird Stickstoffdünger hergestellt?
Zunächst wird Luftstickstoff im Haber-Bosch-Verfahren mit Wasserstoff zu Ammoniak umgesetzt. Aus Ammoniak entstehen dann durch weitere Reaktionen Düngersalze wie Ammoniumnitrat, Kalkammonsalpeter oder Harnstoff.
Welcher Dünger hat den höchsten Stickstoffgehalt?
Unter den gängigen Standarddüngern hat Harnstoff mit rund 46 Prozent den höchsten Stickstoffgehalt, gefolgt von Ammoniumnitrat mit etwa 34 Prozent und Kalkammonsalpeter mit etwa 27 Prozent.
Warum können Pflanzen Stickstoff aus der Luft nicht direkt nutzen?
Die zwei Stickstoffatome in einem Stickstoffmolekül sind durch eine sehr stabile Dreifachbindung verbunden. Die meisten Pflanzen können diese Bindung nicht aufbrechen und benötigen deshalb Stickstoff in gebundener Form aus dem Boden.
Was passiert bei zu viel Stickstoffdünger?
Überschüssiger Stickstoff, den Pflanzen nicht aufnehmen können, wird oft ausgewaschen und gelangt als Nitrat ins Grundwasser. Zusätzlich kann im Boden das klimaschädliche Treibhausgas Lachgas entstehen.
In welcher Klasse lernt man Düngemittel im Chemieunterricht?
Düngemittel werden meist in der zehnten Klasse behandelt, nachdem das Haber-Bosch-Verfahren und die Grundlagen chemischer Reaktionen bereits eingeführt wurden.
Was ist der Unterschied zwischen Ammoniumnitrat und Harnstoff als Dünger?
Ammoniumnitrat liefert Stickstoff sofort als Ammonium- und Nitrat-Ion, während Harnstoff im Boden erst durch Bakterien zu Ammonium umgewandelt werden muss. Harnstoff hat dafür einen höheren Stickstoffgehalt je Kilogramm.
Warum enthält Kalkammonsalpeter zusätzlich Calciumcarbonat?
Das beigemischte Calciumcarbonat gleicht die leicht säuernde Wirkung des Ammoniumnitrats im Boden aus und macht den Dünger unempfindlicher gegenüber Stößen bei der Lagerung und Ausbringung.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

Das kommt als Nächstes