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Wirbellose Tiere

Wirbellose Tiere sind Tiere ohne Wirbelsäule und stellen die allermeisten Tierarten auf der Erde. In dieser Lektion lernst du die wichtigsten Gruppen wirbelloser Tiere kennen, ihre Merkmale und woran du sie im Alltag erkennst. Außerdem siehst du, wie sich wirbellose Tiere von Wirbeltieren unterscheiden.

  • Fach: Biologie
  • Klasse 5
  • Thema: Tiere
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Einfach
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Wirbellose Tiere: Tiere ohne Wirbelsäule

Wirbellose Tiere sind alle Tiere, die keine Wirbelsäule besitzen. Das klingt nach einer kleinen Besonderheit, ist aber der Normalfall: Über 95 Prozent aller bekannten Tierarten gehören zu den wirbellosen Tieren. Dazu zählen zum Beispiel Insekten, Spinnen, Schnecken, Muscheln, Würmer, Quallen und Seesterne.

Der Name „wirbellos“ bezieht sich auf das fehlende Innenskelett aus Knochen. Viele wirbellose Tiere besitzen stattdessen ein Außenskelett aus Chitin oder Kalk, andere haben gar kein festes Skelett und einen weichen, biegsamen Körper. Trotzdem sind viele von ihnen erstaunlich stabil und beweglich.

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, wirbellose Tiere seien nur winzige, unwichtige Kleintiere. Tatsächlich spielen sie in fast jedem Ökosystem eine tragende Rolle: Bienen bestäuben Blüten, Regenwürmer lockern den Boden, und Muscheln filtern große Mengen Wasser. Ohne wirbellose Tiere würden viele Lebensräume zusammenbrechen.

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Weichtiere und Ringelwürmer: zwei wichtige Gruppen wirbelloser Tiere

Weichtiere haben, wie der Name sagt, einen weichen Körper ohne inneres Skelett. Zu ihnen gehören Schnecken, Muscheln und Tintenfische. Schnecken und Muscheln bilden oft eine feste Kalkschale, die ihren weichen Körper schützt. Tintenfische dagegen besitzen keine Außenschale mehr, dafür aber ein sehr leistungsfähiges Gehirn und schnelle Reflexe.

Ringelwürmer sind eine weitere große Gruppe wirbelloser Tiere. Ihr Körper besteht aus vielen gleichartigen Segmenten, die wie aneinandergereihte Ringe aussehen – daher der Name. Der bekannteste Vertreter ist der Regenwurm, der durch seine grabende Lebensweise den Boden auflockert und mit Sauerstoff versorgt.

Auch Blutegel gehören zu den Ringelwürmern. Sie ernähren sich vom Blut anderer Tiere und wurden früher sogar in der Medizin zum Aderlass eingesetzt. Beide Gruppen zeigen, wie unterschiedlich wirbellose Tiere trotz fehlender Wirbelsäule gebaut sein können.

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Stachelhäuter und Nesseltiere: Leben im Meer

Stachelhäuter leben ausschließlich im Meer und besitzen ein Kalkskelett direkt unter der Haut, oft mit kleinen Stacheln besetzt. Zu ihnen gehören Seesterne, Seeigel und Seegurken. Typisch für Stachelhäuter ist ein besonderes Wasser-Gefäß-System, mit dem sie sich fortbewegen und Nahrung ergreifen.

Nesseltiere wie Quallen und Korallen besitzen dagegen einen sehr einfachen, meist durchsichtigen Körperbau ohne festes Skelett. Ihr wichtigstes Merkmal sind spezielle Nesselzellen an den Tentakeln, mit denen sie Beutetiere lähmen und sich gegen Fressfeinde wehren können.

Korallen bilden aus Kalk feste Riffe, die vielen anderen Meerestieren als Lebensraum dienen. Damit sind Nesseltiere ein gutes Beispiel dafür, dass auch scheinbar einfach gebaute wirbellose Tiere ganze Ökosysteme prägen können.

Wirbellose Tiere lassen sich in sechs große Gruppen einteilen, jede mit eigenem Körperbau.
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Gliederfüßer: die größte Gruppe wirbelloser Tiere

Gliederfüßer sind mit weitem Abstand die artenreichste Tiergruppe überhaupt. Zu ihnen zählen Insekten, Spinnentiere und Krebstiere. Ihr gemeinsames Merkmal ist ein Außenskelett aus Chitin sowie gegliederte Beine, die an beweglichen Gelenken sitzen – daher der Name Gliederfüßer.

Insekten wie Käfer, Bienen und Schmetterlinge besitzen sechs Beine und meist auch Flügel. Spinnentiere wie Spinnen und Skorpione haben dagegen acht Beine und keine Flügel. Krebstiere wie Krabben und Garnelen leben überwiegend im Wasser und atmen mit Kiemen.

Weil das Chitin-Außenskelett nicht mitwächst, müssen sich Gliederfüßer regelmäßig häuten, um größer zu werden. Das ist ein weiterer Unterschied zu Wirbeltieren, deren Knochen kontinuierlich mitwachsen.

Insekten

Sechs Beine, meist Flügel, dreigeteilter Körper aus Kopf, Brust und Hinterleib.

Beispiele

  • Marienkäfer
  • Honigbiene
  • Schmetterling

Signalwörter

  • sechs Beine
  • häufig zwei Flügelpaare
  • Fühler am Kopf

Spinnentiere

Acht Beine, keine Flügel, Körper aus Vorderkörper und Hinterleib.

Beispiele

  • Kreuzspinne
  • Skorpion
  • Zecke

Signalwörter

  • acht Beine
  • keine Flügel
  • kein dreigeteilter Körper wie bei Insekten
GruppeAnzahl BeineBeispiel
Insekten6 BeineBiene, Käfer, Ameise
Spinnentiere8 BeineSpinne, Skorpion, Zecke
Krebstieremeist 10 BeineKrabbe, Garnele, Assel
Die drei wichtigsten Gruppen der Gliederfüßer im Überblick
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Regenwurm oder Schnecke: Welcher Gruppe gehören sie an?

Ein Schüler findet im Garten einen Regenwurm und eine Weinbergschnecke. Er soll begründen, welcher Tiergruppe jedes Tier angehört.

Gegeben:

  • Regenwurm: Körper aus vielen gleichartigen Ringen, kein Außenskelett
  • Weinbergschnecke: weicher Körper mit fester Kalkschale
  • Beide Tiere besitzen keine Wirbelsäule

Gesucht:

Zuordnung beider Tiere zu einer Gruppe wirbelloser Tiere

Lösung:

  1. Beide Tiere haben keine Wirbelsäule, sie gehören also zu den wirbellosen Tieren.
  2. Der Regenwurm besteht aus vielen gleichartigen Segmenten – das ist das typische Merkmal der Ringelwürmer.
  3. Die Weinbergschnecke hat einen weichen Körper mit fester Kalkschale – das ist typisch für Weichtiere.
  4. Damit lassen sich beide Tiere trotz ähnlicher Lebensweise im Garten zwei unterschiedlichen Gruppen zuordnen.

Der Regenwurm gehört zu den Ringelwürmern, die Weinbergschnecke zu den Weichtieren – beide sind wirbellose Tiere, aber aus unterschiedlichen Gruppen.

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Wirbellose Tiere im Vergleich zu Wirbeltieren

Der wichtigste Unterschied zwischen wirbellosen Tieren und Wirbeltieren liegt im inneren Stützgerüst: Wirbeltiere wie Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere besitzen eine Wirbelsäule und ein Innenskelett aus Knochen. Wirbellose Tiere dagegen haben entweder gar kein festes Skelett oder ein Außenskelett aus Chitin oder Kalk.

Diese unterschiedliche Bauweise wirkt sich auch auf die Größe aus: Die meisten wirbellosen Tiere sind vergleichsweise klein, weil ein Außenskelett bei sehr großen Körpern schnell zu schwer und unpraktisch würde. Wirbeltiere können durch ihr inneres Knochengerüst deutlich größer werden.

Wirbellose Tiere unterscheiden sich von Wirbeltieren vor allem durch das fehlende Innenskelett.
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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 5

Wie hoch ist der Anteil wirbelloser Tiere an allen bekannten Tierarten ungefähr?

Wie hoch ist der Anteil wirbelloser Tiere an allen bekannten Tierarten ungefähr?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Wirbellose Tiere besitzen keine Wirbelsäule und machen über 95 Prozent aller bekannten Tierarten aus.
  • Wichtige Gruppen sind Weichtiere, Ringelwürmer, Stachelhäuter, Nesseltiere und vor allem Gliederfüßer.
  • Gliederfüßer sind die artenreichste Gruppe und umfassen Insekten, Spinnentiere und Krebstiere.
  • Wirbeltiere besitzen dagegen ein Innenskelett aus Knochen und können dadurch deutlich größer werden.
  • Typischer Fehler: Spinnen werden fälschlich zu den Insekten gezählt, gehören aber zu den Spinnentieren.

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Häufige Fragen zu Wirbellose Tiere

Was sind wirbellose Tiere einfach erklärt?
Wirbellose Tiere sind Tiere ohne Wirbelsäule und ohne Innenskelett aus Knochen. Dazu gehören Insekten, Spinnen, Schnecken, Muscheln, Würmer, Quallen und Seesterne. Sie machen über 95 Prozent aller bekannten Tierarten aus und leben in fast jedem Lebensraum, vom Garten über den Wald bis zum Meer.
Welche Gruppen wirbelloser Tiere gibt es?
Die wichtigsten Gruppen sind Weichtiere, Ringelwürmer, Stachelhäuter, Nesseltiere, Schwämme und Gliederfüßer. Gliederfüßer bilden mit Insekten, Spinnentieren und Krebstieren die mit Abstand größte und artenreichste Gruppe. Jede Gruppe hat einen eigenen typischen Körperbau.
Was ist der Unterschied zwischen wirbellosen Tieren und Wirbeltieren?
Wirbeltiere besitzen eine Wirbelsäule und ein Innenskelett aus Knochen, wirbellose Tiere nicht. Viele wirbellose Tiere haben stattdessen ein Außenskelett aus Chitin oder Kalk, oder gar kein festes Skelett. Deshalb sind wirbellose Tiere meist deutlich kleiner als Wirbeltiere.
Sind Spinnen Insekten?
Nein, Spinnen gehören nicht zu den Insekten, sondern zu den Spinnentieren. Der wichtigste Unterschied ist die Anzahl der Beine: Insekten haben sechs Beine, Spinnentiere acht. Außerdem fehlt Spinnentieren der dreigeteilte Körperbau aus Kopf, Brust und Hinterleib, den Insekten besitzen.
Warum sind die meisten wirbellosen Tiere so klein?
Viele wirbellose Tiere tragen ihr Skelett außen als Panzer aus Chitin oder Kalk. Bei sehr großen Körpern würde dieses Außenskelett extrem schwer und unpraktisch werden. Wirbeltiere haben dagegen ein leichteres Innenskelett aus Knochen, das auch bei großen Körpern stabil bleibt.
Warum sind Regenwürmer für den Boden wichtig?
Regenwürmer graben Gänge durch den Boden und lockern ihn dabei auf, sodass Wasser und Luft besser eindringen können. Außerdem zersetzen sie abgestorbene Pflanzenreste und reichern den Boden mit Nährstoffen an. Ohne Regenwürmer wären viele Böden deutlich weniger fruchtbar.
Wie häuten sich Insekten und warum?
Insekten und andere Gliederfüßer besitzen ein festes Außenskelett aus Chitin, das nicht mitwächst. Um größer zu werden, sprengen sie deshalb ihre alte Hülle und bilden darunter eine neue, größere. Dieser Vorgang heißt Häutung und wiederholt sich mehrmals während des Wachstums.
In welcher Klasse lernt man wirbellose Tiere?
Wirbellose Tiere werden meist in Klasse 5 im Biologieunterricht eingeführt, oft im Vergleich mit Wirbeltieren. Dabei stehen einfache, gut beobachtbare Beispiele wie Regenwurm, Schnecke und Insekten im Mittelpunkt. In höheren Klassen werden einzelne Gruppen wie Insekten oder Weichtiere noch genauer behandelt.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

Das kommt als Nächstes