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Schwangerschaft und Geburt: Entwicklung des Kindes

Die Entwicklung in der Schwangerschaft dauert beim Menschen etwa neun Monate und beginnt mit der Befruchtung einer Eizelle. In dieser Lektion lernst du, wie sich aus einer einzigen Zelle ein Kind entwickelt, wie Plazenta und Nabelschnur es versorgen und wie die Geburt abläuft.

  • Fach: Biologie
  • Klasse 8
  • Thema: Der menschliche Körper
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Mittel
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Schwangerschaft: Befruchtung und Einnistung

Eine Schwangerschaft beginnt mit der Befruchtung. Dabei verschmilzt eine Samenzelle mit einer Eizelle, meist im Eileiter. Die befruchtete Eizelle, die Zygote, enthält die Erbinformation beider Eltern: 23 Chromosomen aus der Eizelle und 23 aus der Samenzelle, zusammen also 46.

Schon nach wenigen Stunden teilt sich die Zygote. Es entsteht eine kleine Zellkugel, die langsam durch den Eileiter zur Gebärmutter wandert. Dort nistet sie sich nach etwa sechs bis sieben Tagen in die Gebärmutterschleimhaut ein. Man nennt diesen Vorgang Einnistung. Erst jetzt spricht man medizinisch von einer Schwangerschaft.

Damit sich der Keim einnisten kann, bereitet der Körper die Gebärmutterschleimhaut jeden Monat neu vor. Wenn keine Eizelle befruchtet wird, wird die Schleimhaut mit der Monatsblutung abgestoßen. Bei einer Schwangerschaft bleibt sie erhalten und die Monatsblutung bleibt aus. Hormone, vor allem Progesteron, halten diesen Zustand aufrecht.

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Die Entwicklung in der Schwangerschaft: Keimling, Embryo, Fetus

Die Entwicklung vor der Geburt gliedert man in drei Abschnitte. Bis zur Einnistung nennt man das Wesen Keimling. In der Zeit von der zweiten bis zur achten Woche nach der Befruchtung spricht man vom Embryo. In dieser Zeit entstehen die Anlagen aller wichtigen Organe: Gehirn, Rückenmark, Herz, Lunge, Leber, Arme und Beine. Das Herz beginnt in der Embryonalzeit zu schlagen.

Ab der neunten Woche spricht man vom Fetus. Die Organe sind jetzt angelegt und müssen vor allem wachsen und reifen. Das Kind kann sich bewegen, die Mutter spürt diese Bewegungen etwa ab der Mitte der Schwangerschaft. Die Finger bekommen Nägel, die Haut wird dicker, Gehör und Augen entwickeln sich weiter.

Gegen Ende der Schwangerschaft nimmt das Kind stark an Gewicht zu und bereitet sich auf das Leben außerhalb des Körpers vor. Die Lunge reift und bildet eine Substanz, die das Atmen nach der Geburt erleichtert. Bei der Geburt ist ein Kind im Mittel etwa 50 Zentimeter lang und wiegt häufig rund 3 000 bis 3 500 Gramm.

Die Entwicklung in der Schwangerschaft verläuft von der Befruchtung über Embryonal- und Fetalzeit bis zur Geburt.
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Plazenta, Nabelschnur und Fruchtwasser in der Schwangerschaft

Das Kind liegt in der Gebärmutter in der Fruchtblase, die mit Fruchtwasser gefüllt ist. Das Fruchtwasser schützt vor Stößen, hält die Temperatur gleichmäßig und erlaubt dem Kind, sich zu bewegen. Über die Nabelschnur ist das Kind mit der Plazenta verbunden, die man auch Mutterkuchen nennt.

Die Plazenta entsteht aus Gewebe des Keims und der Gebärmutterschleimhaut. In ihr kommen das Blut der Mutter und das Blut des Kindes sehr nahe aneinander, vermischen sich aber nicht. Über dünne Wände treten Sauerstoff und Nährstoffe vom Blut der Mutter in das Blut des Kindes über. Kohlenstoffdioxid und Abfallstoffe nehmen den umgekehrten Weg.

Das Kind atmet vor der Geburt also noch nicht mit der Lunge, sondern bekommt den Sauerstoff über die Plazenta. Auch Abwehrstoffe der Mutter, sogenannte Antikörper, gelangen zum Kind und schützen es in den ersten Lebensmonaten. Die Plazenta bildet außerdem Hormone, die die Schwangerschaft aufrechterhalten.

BegriffBedeutung
Zygotebefruchtete Eizelle
EinnistungAnheftung des Keims in der Gebärmutterschleimhaut
PlazentaMutterkuchen, Austauschort für Stoffe zwischen Mutter und Kind
NabelschnurVerbindung zwischen Kind und Plazenta
FruchtwasserFlüssigkeit in der Fruchtblase, Schutz und Polster
Wichtige Begriffe rund um die Schwangerschaft
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Die Geburt: Ablauf in drei Phasen

Eine Schwangerschaft dauert gerechnet vom ersten Tag der letzten Monatsblutung etwa 40 Wochen. Ab der Befruchtung sind es rund 38 Wochen. Die Geburt wird durch Hormone ausgelöst. Es beginnen Wehen, bei denen sich die Muskulatur der Gebärmutter immer wieder zusammenzieht. Die Wehen erweitern den Muttermund, den Ausgang der Gebärmutter.

Der Ablauf der Geburt hat drei Phasen. In der Eröffnungsphase öffnen die Wehen den Muttermund, und meist platzt dabei die Fruchtblase. In der Austreibungsphase presst die Gebärmuttermuskulatur das Kind durch die Scheide nach außen. Nach der Geburt wird die Nabelschnur durchtrennt, und das Kind beginnt, selbstständig zu atmen. In der Nachgeburtsphase wird die Plazenta ausgestoßen.

Nicht jede Geburt verläuft auf diesem Weg. Bei einem Kaiserschnitt holt ein Arzt oder eine Ärztin das Kind durch einen Schnitt in der Bauchdecke und der Gebärmutter. Das ist eine gut etablierte Operation und wird angewendet, wenn eine Geburt auf dem natürlichen Weg nicht möglich oder zu riskant wäre. Beide Wege sind Geburten.

Keimling, Embryo und Fetus unterscheiden sich in Zeitraum und Merkmalen der Entwicklung.
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Typische Fehler zu Schwangerschaft und Entwicklung

Ein häufiger Fehler betrifft die Zeitangaben. Weil man eine Schwangerschaft vom ersten Tag der letzten Monatsblutung zählt, ist eine Frau in der vierten Woche bereits seit etwa zwei Wochen befruchtet. Wer die Angaben nicht unterscheidet, zählt schnell um zwei Wochen daneben. Achte in Aufgaben darauf, ob ab Befruchtung oder ab der letzten Monatsblutung gezählt wird.

Ein zweiter Fehler ist die Vorstellung, Blut von Mutter und Kind würde sich mischen. Das stimmt nicht: Die Blutkreisläufe sind getrennt, nur Stoffe wandern durch die dünne Wand der Plazenta. Das ist auch wichtig, weil Mutter und Kind unterschiedliche Blutgruppen haben können.

Der dritte Fehler: Embryo und Fetus werden gleichgesetzt. Beide sind Entwicklungsstadien des ungeborenen Kindes. Der Embryo ist das Stadium bis zur achten Woche, in dem die Organe angelegt werden. Der Fetus ist das Stadium danach, in dem vor allem Wachstum und Reifung stattfinden.

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Schwangerschaft im Alltag: Vorsorge, Zwillinge und Stoffe über die Plazenta

Während der Schwangerschaft gibt es regelmäßige Untersuchungen bei einer Frauenärztin, einem Frauenarzt oder einer Hebamme. Mit Ultraschall können sie das Wachstum des Kindes und seine Organe beobachten. Der Ultraschall nutzt Schallwellen und ist für Mutter und Kind schmerzfrei. Auch Blutuntersuchungen und Gespräche gehören dazu.

Weil Stoffe über die Plazenta zum Kind gelangen, ist die Versorgung der Mutter wichtig. Das gilt für Nährstoffe wie Eisen und Folsäure, aber auch für Stoffe wie Alkohol oder Nikotin. Sie können die Entwicklung des Kindes beeinflussen, weil sie auf demselben Weg zum Kind kommen wie Sauerstoff und Nährstoffe. Bei medizinischen Fragen ist die Ärztin oder der Arzt die richtige Anlaufstelle.

Manchmal entstehen auch Zwillinge. Eineiige Zwillinge entstehen, wenn sich eine befruchtete Eizelle früh in zwei Keime teilt. Sie haben dieselbe Erbinformation. Zweieiige Zwillinge entstehen, wenn zwei Eizellen von zwei Samenzellen befruchtet werden. Sie sind genetisch so verschieden wie normale Geschwister.

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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 5

Wo findet die Befruchtung meist statt?

Wo findet die Befruchtung meist statt?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Schwangerschaft beginnt mit der Befruchtung im Eileiter und der Einnistung in der Gebärmutterschleimhaut.
  • Die Entwicklung gliedert sich in Keimling, Embryo (Organanlagen) und Fetus (Wachstum und Reifung).
  • Über die Plazenta und die Nabelschnur wird das Kind versorgt, das Blut von Mutter und Kind vermischt sich nicht.
  • Die Geburt verläuft in drei Phasen: Eröffnung, Austreibung, Nachgeburt.
  • Typischer Fehler: Die Zeitangaben unterscheiden sich um etwa zwei Wochen, je nachdem ob ab Befruchtung oder ab der letzten Monatsblutung gezählt wird.

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Häufige Fragen zu Schwangerschaft und Geburt: Entwicklung des Kindes

Wie entwickelt sich ein Baby in der Schwangerschaft?
Aus der befruchteten Eizelle entsteht zuerst ein Keimling, der sich einnistet. Ab der zweiten Woche legt der Embryo alle Organe an, ab der neunten Woche wächst und reift der Fetus bis zur Geburt.
Wie lange dauert eine Schwangerschaft?
Gerechnet ab dem ersten Tag der letzten Monatsblutung dauert sie etwa 40 Wochen. Ab der Befruchtung sind es rund 38 Wochen. Der errechnete Termin ist nur ein Richtwert, Kinder kommen oft einige Tage früher oder später.
Was ist der Unterschied zwischen Embryo und Fetus?
Der Embryo ist das Stadium bis zur achten Woche nach der Befruchtung. In dieser Zeit werden die Organe angelegt. Ab der neunten Woche heißt das ungeborene Kind Fetus, jetzt wachsen und reifen die Organe.
Wozu dient die Plazenta?
Die Plazenta, auch Mutterkuchen genannt, versorgt das Kind mit Sauerstoff und Nährstoffen und leitet Kohlenstoffdioxid und Abfallstoffe ab. Außerdem bildet sie Hormone. Das Blut von Mutter und Kind vermischt sich dabei nicht.
Was passiert bei der Einnistung?
Etwa sechs bis sieben Tage nach der Befruchtung erreicht die kleine Zellkugel die Gebärmutter und nistet sich in die Schleimhaut ein. Ab diesem Zeitpunkt wird sie versorgt, und die Plazenta beginnt sich zu bilden.
Wie läuft eine Geburt ab?
Wehen öffnen in der Eröffnungsphase den Muttermund. In der Austreibungsphase wird das Kind geboren. Danach wird die Nabelschnur durchtrennt, und in der Nachgeburtsphase wird die Plazenta ausgestoßen.
Wie entstehen eineiige und zweieiige Zwillinge?
Eineiige Zwillinge entstehen, wenn sich eine befruchtete Eizelle früh in zwei Keime teilt, sie haben dieselbe Erbinformation. Zweieiige Zwillinge entstehen aus zwei befruchteten Eizellen und sind genetisch wie normale Geschwister.
In welcher Klasse lernt man Schwangerschaft und Geburt?
Der Ablauf von Schwangerschaft und Geburt wird meist in Klasse 8 im Biologieunterricht behandelt, oft zusammen mit Themen wie Pubertät, Fortpflanzung und Verhütung.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

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