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Photovoltaik Funktionsweise

Photovoltaik bezeichnet die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom mithilfe von Solarzellen aus Silizium. In dieser Lektion lernst du, wie der photoelektrische Effekt in der Solarzelle Elektronen freisetzt, wie der PN-Übergang eine Spannung erzeugt, und berechnest Beispiele zur elektrischen Leistung einer Solaranlage.

  • Fach: Physik
  • Klasse 9
  • Thema: Energie
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Mittel
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Was ist Photovoltaik?

Photovoltaik ist die direkte Umwandlung von Lichtenergie in elektrische Energie mithilfe von Solarzellen, meist aus dem Halbleiter Silizium. Anders als bei einem Solarthermie-Kollektor, der Sonnenlicht nur in Wärme umwandelt, entsteht bei der Photovoltaik unmittelbar elektrischer Strom.

Grundlage der Photovoltaik ist der photoelektrische Effekt: Trifft Licht mit ausreichender Energie auf ein Material, kann es Elektronen aus ihrer Bindung lösen. In einer Solarzelle wird dieser Effekt technisch genutzt, um aus dem Sonnenlicht gezielt elektrischen Strom zu gewinnen.

Viele einzelne Solarzellen werden zu einem Solarmodul zusammengeschaltet, mehrere Module wiederum bilden eine Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Hauses oder auf einem Freiflächenkraftwerk. Photovoltaik zählt zu den erneuerbaren Energiequellen, weil Sonnenlicht praktisch unbegrenzt zur Verfügung steht.

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Die Formel für die elektrische Leistung

Die elektrische Leistung, die eine Solarzelle oder ein Solarmodul liefert, berechnet sich wie bei jedem elektrischen Verbraucher aus der Spannung U und der Stromstärke I. Die Formel lautet P ist gleich U mal I, wobei die Leistung P in Watt angegeben wird.

Ein einzelnes Solarmodul liefert unter genormten Testbedingungen, also bei 1000 Watt pro Quadratmeter Einstrahlung und 25 Grad Celsius Zelltemperatur, eine sogenannte Nennleistung, angegeben in Watt-Peak. Reale Bedingungen weichen davon oft ab, weshalb der tatsächliche Stromertrag meist etwas geringer ausfällt als die Nennleistung.

Um aus der Leistung die insgesamt erzeugte elektrische Energie zu berechnen, wird die Leistung mit der Zeitspanne multipliziert, über die sie geliefert wird. Die Formel lautet W ist gleich P mal t, wobei die Energie W meist in Kilowattstunden angegeben wird.

PU · I
P
elektrische Leistung in Watt
U
elektrische Spannung in Volt
I
elektrische Stromstärke in Ampere
ModultypNennleistungBemerkung
Modernes Modul (2024)440 Wphoher Wirkungsgrad
Standardmodul (2015)265 Wpmittlerer Wirkungsgrad
Frühes Modul (2000)150 Wpgeringerer Wirkungsgrad
Kleines Balkonmodul380 Wpfür die Steckdose geeignet
Leistung verschiedener Solarmodule im Vergleich
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Aufbau und Funktion der Solarzelle

Eine Solarzelle besteht meist aus zwei dünnen Siliziumschichten, die unterschiedlich dotiert sind, das heißt mit geringen Mengen fremder Atome versetzt wurden. An der Grenze dieser beiden Schichten entsteht ein sogenannter PN-Übergang, ein eingebautes elektrisches Feld, das freie Ladungsträger räumlich voneinander trennt.

Trifft nun Sonnenlicht auf die Zelle, lösen die Photonen des Lichts Elektronen aus ihrer Bindung im Silizium. Der PN-Übergang trennt diese freien Ladungen so, dass sich zwischen den Kontakten der Zelle eine elektrische Spannung aufbaut, ähnlich wie bei einer Batterie.

Wird die Solarzelle mit einem elektrischen Verbraucher verbunden, fließt ein Gleichstrom durch den Stromkreis. Da die meisten Haushaltsgeräte und das öffentliche Stromnetz mit Wechselstrom arbeiten, wandelt ein Wechselrichter den erzeugten Gleichstrom in netzkompatiblen Wechselstrom um.

In der Solarzelle löst Licht Elektronen, der PN-Übergang trennt sie und erzeugt eine Spannung.
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Beispiel 1: Leistung einer Solaranlage berechnen

Eine Photovoltaikanlage liefert an den Anschlussklemmen eine Spannung von 230 V und eine Stromstärke von 8,5 A. Wie groß ist die abgegebene elektrische Leistung?

Gegeben:

  • U230 V
  • I8,5 A

Gesucht:

P

Lösung:

  1. PU · I
  2. P230 V · 8,5 A
  3. P1955 W

Die Photovoltaikanlage liefert in diesem Moment eine elektrische Leistung von 1955 Watt, also knapp 2 Kilowatt. Diese Momentanleistung schwankt im Tagesverlauf stark, je nachdem wie stark die Sonne gerade auf die Module scheint.

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Beispiel 2: Stromertrag an einem Sonnentag

Eine Solaranlage liefert an einem klaren Sonnentag durchschnittlich eine Leistung von 3 kW über eine Zeitspanne von 6 Stunden. Wie viel elektrische Energie erzeugt die Anlage an diesem Tag?

Gegeben:

  • P3 kW
  • t6 h

Gesucht:

W

Lösung:

  1. WP · t
  2. W3 kW · 6 h
  3. W18 kWh

Die Solaranlage erzeugt an diesem Sonnentag insgesamt 18 Kilowattstunden elektrische Energie. Das entspricht ungefähr dem täglichen Stromverbrauch eines kleinen Haushalts, wobei der tatsächliche Ertrag je nach Wetter und Jahreszeit stark schwankt.

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Typische Fehler bei Photovoltaik

Ein häufiger Fehler ist die Verwechslung von Leistung und Energie, etwa wenn die Nennleistung eines Moduls in Watt-Peak direkt als tägliche Stromerzeugung verstanden wird. Tatsächlich ist die Nennleistung nur der Momentanwert unter Testbedingungen, die tatsächlich erzeugte Energie ergibt sich erst durch Multiplikation mit der Zeit.

Ein zweiter Fehler ist die Annahme, eine Solaranlage liefere bei bewölktem Himmel überhaupt keinen Strom. Tatsächlich erzeugen moderne Solarzellen auch bei diffusem Licht noch Strom, allerdings deutlich weniger als bei direkter Sonneneinstrahlung.

Ein dritter Fehler ist die Gleichsetzung von Photovoltaik und Solarthermie. Photovoltaik erzeugt elektrischen Strom, während Solarthermie-Kollektoren Sonnenlicht lediglich in Wärme zum Heizen oder für Warmwasser umwandeln, beides sind unterschiedliche Techniken mit unterschiedlichem Zweck.

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Alltagsbezug und Tipps für die Klassenarbeit

Photovoltaik begegnet dir immer häufiger im Alltag: auf Hausdächern, an Balkonen als kleine Balkonkraftwerke und auf großen Freiflächen als Solarparks. Auch Taschenrechner mit Solarzellen und solarbetriebene Gartenlampen nutzen denselben physikalischen Effekt wie große Photovoltaikanlagen.

In der Energiewende spielt Photovoltaik eine zentrale Rolle, weil sie im Gegensatz zu fossilen Kraftwerken bei der Stromerzeugung keine Treibhausgase freisetzt. Da der Stromertrag jedoch stark von Sonnenschein und Tageszeit abhängt, wird Photovoltaik häufig mit Batteriespeichern oder anderen Energiequellen kombiniert.

Für die Klassenarbeit solltest du sicher zwischen Leistung in Watt und Energie in Wattstunden unterscheiden können und beide Formeln P ist gleich U mal I sowie W ist gleich P mal t anwenden können. Achte außerdem darauf, Einheiten wie Kilowatt und Kilowattstunden vor dem Rechnen einheitlich umzurechnen.

Die wichtigsten Begriffe zur Photovoltaik auf einen Blick, ideal zum Wiederholen vor der Klassenarbeit.
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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 5

Welcher physikalische Effekt liegt der Funktionsweise einer Solarzelle zugrunde?

Welcher physikalische Effekt liegt der Funktionsweise einer Solarzelle zugrunde?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Photovoltaik wandelt Sonnenlicht mithilfe des photoelektrischen Effekts direkt in elektrischen Strom um.
  • In der Solarzelle löst Licht Elektronen, der PN-Übergang trennt sie und erzeugt eine elektrische Spannung.
  • Formel für die Leistung: P ist gleich U mal I, Formel für die Energie: W ist gleich P mal t.
  • Ein Wechselrichter wandelt den erzeugten Gleichstrom in netzkompatiblen Wechselstrom um.
  • Typischer Fehler: Watt-Peak als tägliche Energieerzeugung missverstehen oder Photovoltaik mit Solarthermie verwechseln.

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Häufige Fragen zu Photovoltaik Funktionsweise

Wie funktioniert Photovoltaik einfach erklärt?
In einer Solarzelle löst auftreffendes Sonnenlicht Elektronen aus ihrer Bindung im Silizium. Ein eingebauter PN-Übergang trennt diese Ladungen räumlich und erzeugt dadurch eine elektrische Spannung, aus der bei angeschlossenem Verbraucher ein elektrischer Strom fließt.
Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie?
Photovoltaik wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um, während Solarthermie-Kollektoren Sonnenlicht lediglich zum Erwärmen von Wasser oder zum Heizen nutzen. Beide Techniken nutzen Sonnenenergie, aber mit unterschiedlichem Ergebnis.
Wie berechnet man die Leistung einer Solaranlage?
Die elektrische Leistung berechnet man mit der Formel P ist gleich U mal I, wobei U die Spannung in Volt und I die Stromstärke in Ampere ist. Für die insgesamt erzeugte Energie multipliziert man die Leistung zusätzlich mit der Zeitspanne, also W ist gleich P mal t.
In welcher Klasse lernt man Photovoltaik in Physik?
Photovoltaik wird in Deutschland meist in der neunten Klasse im Rahmen der Energielehre behandelt, oft zusammen mit anderen erneuerbaren Energien und dem Aufbau von Halbleitern. Sie baut auf Grundwissen zu elektrischer Leistung und Spannung auf.
Warum liefert eine Solarzelle bei bewölktem Himmel weniger Strom?
Bei Bewölkung erreicht deutlich weniger direkte Lichtenergie die Solarzelle, obwohl es draußen noch hell erscheint. Da weniger Photonen auf die Zelle treffen, werden weniger Elektronen freigesetzt, wodurch die erzeugte elektrische Leistung entsprechend sinkt.
Was bedeutet Watt-Peak bei Solarmodulen?
Watt-Peak gibt die Nennleistung eines Solarmoduls unter genormten Testbedingungen an, also bei 1000 Watt pro Quadratmeter Einstrahlung und 25 Grad Celsius Zelltemperatur. Unter realen Bedingungen weicht die tatsächliche Leistung meist etwas von diesem Wert ab.
Welche Aufgabe hat der Wechselrichter bei einer Solaranlage?
Solarzellen erzeugen Gleichstrom, das öffentliche Stromnetz und die meisten Haushaltsgeräte arbeiten jedoch mit Wechselstrom. Der Wechselrichter wandelt deshalb den von der Solaranlage erzeugten Gleichstrom in netzkompatiblen Wechselstrom um.
Woraus bestehen die meisten Solarzellen?
Die meisten Solarzellen bestehen aus dem Halbleiter Silizium, der gezielt mit geringen Mengen anderer Elemente dotiert wird, um den für die Stromerzeugung notwendigen PN-Übergang zu schaffen. Silizium ist zudem in Sand reichlich vorhanden und gut verarbeitbar.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

Das kommt als Nächstes