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Erneuerbare Energien

In dieser Lektion lernst du, welche Energiequellen erneuerbar sind und wie Windkraft, Photovoltaik und Wasserkraft Energie umwandeln. Du rechnest mit dem Wirkungsgrad η = W / E und verstehst, warum keine Anlage die zugeführte Energie zu hundert Prozent nutzen kann.

  • Fach: Physik
  • Klasse 8
  • Thema: Energie
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Mittel
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Was sind erneuerbare Energien?

Erneuerbare Energien nennt man Energiequellen, die sich in menschlichen Zeiträumen von selbst erneuern, statt aufgebraucht zu werden. Dazu gehören die Strahlungsenergie der Sonne, die Bewegungsenergie des Windes, die Energie fließenden Wassers und die Wärme aus dem Erdinneren. Im Gegensatz dazu sind Kohle, Erdöl und Erdgas fossile Energieträger, die über Millionen Jahre entstanden sind und nach ihrer Verbrennung unwiederbringlich verbraucht sind.

Alle diese Anlagen wandeln Energie von einer Form in eine andere um, meistens am Ende in elektrische Energie. Eine Windkraftanlage wandelt Bewegungsenergie der Luft über einen Rotor und einen Generator in elektrische Energie um, eine Photovoltaikanlage wandelt Strahlungsenergie des Sonnenlichts direkt in Solarzellen in elektrische Spannung um.

Kein Kraftwerk und keine Anlage kann dabei die komplette zugeführte Energie nutzbar machen. Bei jeder Umwandlung geht ein Teil als Reibungswärme, Abwärme oder Streuverluste verloren. Wie groß dieser Verlust ist, beschreibt der Wirkungsgrad, eine der wichtigsten Kennzahlen zur Bewertung von Kraftwerken und Maschinen.

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Der Wirkungsgrad einer Energieanlage

Der Wirkungsgrad η gibt an, welcher Anteil der zugeführten Energie tatsächlich in die gewünschte Nutzenergie umgewandelt wird. Er ist eine reine Verhältniszahl ohne Einheit und wird meist als Prozentwert angegeben. Ein Wirkungsgrad von 100 Prozent würde bedeuten, dass keine Energie verloren geht, das ist bei keiner realen Anlage der Fall.

Wasserkraftwerke erreichen mit rund 80 bis 90 Prozent die höchsten Wirkungsgrade unter den erneuerbaren Energiequellen, weil Wasser sich fast reibungsfrei durch die Turbine bewegen lässt. Photovoltaikanlagen kommen dagegen nur auf 15 bis 22 Prozent, weil ein großer Teil des Sonnenlichts als Wärme in der Solarzelle verloren geht, statt in elektrische Energie umgewandelt zu werden.

Je höher der Wirkungsgrad, desto weniger Energie muss eingesetzt werden, um dieselbe Menge nutzbarer Energie zu erhalten. Deshalb ist die Verbesserung von Wirkungsgraden, etwa durch bessere Solarzellen oder effizientere Rotorblätter, ein zentrales Ziel der Energieforschung.

ηWE
η
Wirkungsgrad (ohne Einheit, meist in Prozent)
W
abgegebene Nutzenergie (in Joule, J, oder kWh)
E
zugeführte Energie (in Joule, J, oder kWh)
QuelleEnergieform am AnfangWirkungsgrad
WindkraftBewegungsenergie der Luftrund 40–50 %
PhotovoltaikStrahlungsenergie der Sonnerund 15–22 %
WasserkraftLage- und Bewegungsenergie des Wassersrund 80–90 %
KohlekraftwerkChemische Energie der Kohlerund 35–45 %
Typische Wirkungsgrade verschiedener Energiequellen
Windkraft, Photovoltaik, Wasserkraft und Solarthermie im Vergleich ihrer typischen Wirkungsgrade.
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Beispiel 1: Wirkungsgrad einer Solaranlage

Auf eine Solaranlage trifft Sonnenstrahlung mit einer Energie von 1000 J. Die Anlage gibt davon 200 J als elektrische Energie ab. Wie groß ist der Wirkungsgrad?

Gegeben:

  • E1000 J
  • W200 J

Gesucht:

η

Lösung:

  1. ηWE
  2. η200 J1000 J
  3. η0,2

Der Wirkungsgrad beträgt 0,2, also 20 Prozent. Das ist ein realistischer Wert für handelsübliche Solarzellen, die restlichen 80 Prozent der Sonnenenergie gehen als Wärme und Reflexion verloren.

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Beispiel 2: Elektrische Energie einer Windkraftanlage berechnen

Eine Windkraftanlage nimmt in einer Stunde Windenergie von 2000 kWh auf und hat einen Wirkungsgrad von 40 Prozent. Wie viel elektrische Energie liefert sie in dieser Stunde?

Gegeben:

  • E2000 kWh
  • η0,4

Gesucht:

W

Lösung:

  1. ηWE nach W umstellen: Wη · E
  2. W0,4 · 2000 kWh

Die Windkraftanlage liefert in dieser Stunde 800 kWh elektrische Energie. Die restlichen 1200 kWh gehen unter anderem als Reibung im Getriebe und Luftverwirbelung hinter dem Rotor verloren.

Windkraft war 2024 mit rund 33 Prozent die wichtigste Stromquelle in Deutschland, noch vor der Kohle.
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Typische Fehler

Ein häufiger Fehler ist, den Wirkungsgrad als Prozentzahl statt als Dezimalzahl in die Formel einzusetzen. Wird mit η = 20 statt η = 0,2 gerechnet, ergibt sich ein völlig falsches, meist viel zu großes Ergebnis. Vor dem Einsetzen muss der Prozentwert immer durch 100 geteilt werden.

Ein zweiter Fehler ist die Annahme, ein höherer Wirkungsgrad bedeute automatisch mehr gelieferte Energie insgesamt. Eine kleine Solaranlage mit hohem Wirkungsgrad kann trotzdem weniger Energie liefern als eine große Anlage mit niedrigerem Wirkungsgrad, weil bei ihr von Anfang an mehr Energie E zur Verfügung steht.

Ein dritter Fehler ist, erneuerbare Energien mit unbegrenzter, jederzeit verfügbarer Energie zu verwechseln. Wind und Sonne liefern nicht ständig gleich viel Energie, sondern schwanken je nach Wetter und Tageszeit, deshalb sind Stromspeicher und ein Mix verschiedener erneuerbarer Quellen wichtig für eine zuverlässige Versorgung.

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Alltagsbezug und Tipps für die Klassenarbeit

Im Jahr 2024 stammte in Deutschland bereits mehr als die Hälfte des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen, allen voran Windkraft mit einem Anteil von rund 33 Prozent, gefolgt von Photovoltaik mit rund 14 Prozent. Das zeigt, wie stark sich die Stromerzeugung in den vergangenen Jahren verändert hat, weg von fossilen Kraftwerken, hin zu Wind und Sonne.

Auf dem eigenen Hausdach begegnest du Photovoltaikanlagen fast täglich: Solarmodule wandeln Sonnenlicht direkt in Gleichstrom um, ein Wechselrichter macht daraus den haushaltsüblichen Wechselstrom. An windreichen Standorten an der Küste oder auf Anhöhen drehen sich Windkraftanlagen, deren Rotorblätter oft mehr als 50 Meter lang sind, um auch bei mäßigem Wind genug Energie einzufangen.

Für die Klassenarbeit lohnt es sich, die Formel η = W/E in beide Richtungen umstellen zu können: Nach W umgestellt für „wie viel Energie kommt raus“, nach E umgestellt für „wie viel Energie muss ich mindestens hineinstecken“. Behalte außerdem im Kopf, dass Wirkungsgrad immer kleiner als 1 beziehungsweise 100 Prozent sein muss, ein größerer Wert wäre physikalisch unmöglich.

Die wichtigsten Aussagen zu erneuerbaren Energien auf einen Blick, ideal zum Wiederholen vor der Klassenarbeit.
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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 3

Welche Energiequelle zählt zu den erneuerbaren Energien?

Welche Energiequelle zählt zu den erneuerbaren Energien?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Erneuerbare Energien wie Sonne, Wind und Wasser erneuern sich in menschlichen Zeiträumen von selbst.
  • Formel: η = W / E beschreibt, welcher Anteil der zugeführten Energie nutzbar gemacht wird.
  • Wasserkraft hat mit rund 80–90 % den höchsten Wirkungsgrad, Photovoltaik mit 15–22 % einen der niedrigsten.
  • Kein Kraftwerk erreicht einen Wirkungsgrad von 100 %, weil bei jeder Umwandlung Energie als Wärme verloren geht.
  • Typischer Fehler: den Prozentwert des Wirkungsgrads nicht in eine Dezimalzahl umrechnen, bevor gerechnet wird.

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Häufige Fragen zu Erneuerbare Energien

Was unterscheidet erneuerbare von fossilen Energiequellen?
Erneuerbare Energiequellen wie Sonne, Wind und Wasser erneuern sich in menschlichen Zeiträumen von selbst und stehen praktisch unbegrenzt zur Verfügung. Fossile Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas sind dagegen über Millionen Jahre entstanden und werden bei der Nutzung endgültig verbraucht, außerdem setzen sie beim Verbrennen CO2 frei.
Wie berechnet man den Wirkungsgrad einer Anlage?
Mit der Formel η = W/E, wobei W die abgegebene Nutzenergie und E die zugeführte Energie ist. Das Ergebnis ist eine Dezimalzahl zwischen 0 und 1, die meist mit 100 multipliziert und als Prozentwert angegeben wird, zum Beispiel 0,2 entspricht 20 Prozent.
Warum hat Photovoltaik einen so niedrigen Wirkungsgrad?
Solarzellen können nur einen Teil des Sonnenlichts in elektrische Energie umwandeln, der Rest wird als Wärme abgestrahlt oder reflektiert, ohne genutzt zu werden. Handelsübliche Solarzellen erreichen deshalb nur 15 bis 22 Prozent Wirkungsgrad, während neue Forschungszellen im Labor teilweise höhere Werte erzielen.
Warum hat Wasserkraft den höchsten Wirkungsgrad?
Wasser lässt sich mit sehr wenig Reibungsverlust durch eine Turbine leiten, und die mechanische Bewegungsenergie wird nahezu direkt in elektrische Energie umgewandelt. Dadurch erreichen Wasserkraftwerke Wirkungsgrade von 80 bis 90 Prozent, deutlich mehr als Windkraft, Photovoltaik oder klassische Kohlekraftwerke.
In welcher Klasse lernt man erneuerbare Energien in Physik?
Erneuerbare Energien und der Wirkungsgrad werden in Deutschland meist in der achten Klasse behandelt, nachdem die Grundlagen der Energieformen und Energieerhaltung bereits bekannt sind. Das Thema verbindet Physik mit Umwelt- und Klimafragen und wird oft fächerübergreifend mit Geografie oder Biologie unterrichtet.
Kann der Wirkungsgrad größer als 100 Prozent sein?
Nein, das wäre ein Verstoß gegen den Energieerhaltungssatz, nach dem Energie nicht neu entstehen kann. Eine Anlage kann höchstens genauso viel Nutzenergie liefern, wie ihr an Energie zugeführt wurde, also maximal einen Wirkungsgrad von 1 beziehungsweise 100 Prozent erreichen, in der Praxis immer weniger.
Warum schwankt der Ertrag von Windkraft- und Solaranlagen?
Windkraftanlagen liefern nur Energie, wenn ausreichend Wind weht, Solaranlagen nur bei Tageslicht und besonders viel bei klarem Himmel. Diese Schwankungen nennt man Fluktuation, sie sind der Grund, warum ein zuverlässiges Stromnetz auf Speicher, verschiedene Energiequellen und ein gutes Netzmanagement angewiesen ist.
Wie viel Strom kam 2024 in Deutschland aus erneuerbaren Quellen?
Im Jahr 2024 stammte mehr als die Hälfte der deutschen Nettostromerzeugung aus erneuerbaren Quellen. Windkraft war mit rund 33 Prozent die wichtigste einzelne Quelle, gefolgt von Photovoltaik mit rund 14 Prozent, Biomasse mit rund 8 Prozent und Wasserkraft mit rund 4 Prozent.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

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