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Magnetfeld einer Spule

Das Magnetfeld einer Spule entsteht, wenn elektrischer Strom durch einen aufgewickelten Draht fließt und dabei ein Magnetfeld ähnlich einem Stabmagneten erzeugt. In dieser Lektion lernst du die Formel B = μ0 · n · I / l, rechnest Beispiele zu einer Luftspule und erfährst, warum ein Eisenkern das Magnetfeld deutlich verstärkt.

  • Fach: Physik
  • Klasse 9
  • Thema: Elektrizität
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Mittel
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Wie entsteht das Magnetfeld einer Spule?

Das Magnetfeld einer Spule entsteht, wenn Strom durch einen zu einer Wendel aufgewickelten Draht fließt. Jede einzelne Windung erzeugt für sich ein kleines Ringmagnetfeld, doch weil viele Windungen dicht hintereinanderliegen, addieren sich diese Einzelfelder im Inneren der Spule zu einem starken, nahezu gleichmäßigen Magnetfeld.

Von außen betrachtet ähnelt das Feld einer stromdurchflossenen Spule dem Feld eines Stabmagneten, mit einem Nordpol an einem Ende und einem Südpol am anderen Ende. Anders als beim Dauermagneten lässt sich dieses Magnetfeld aber gezielt ein- und ausschalten, indem der Strom durch die Spule unterbrochen oder wiederhergestellt wird.

Mit der Rechte-Hand-Regel lässt sich die Richtung des Magnetfelds bestimmen: Umfasst die rechte Hand die Spule so, dass die Finger in Stromrichtung zeigen, weist der abgespreizte Daumen zum Nordpol der Spule. Diese Regel funktioniert bei jeder stromdurchflossenen Spule unabhängig von ihrer Größe.

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Die Formel für das Magnetfeld im Inneren der Spule

Im Inneren einer langen Spule lässt sich die magnetische Flussdichte, also die Stärke des Magnetfelds, mit einer einfachen Formel berechnen. Sie hängt von der Windungszahl, der Stromstärke und der Länge der Spule ab, außerdem geht die magnetische Feldkonstante μ0 als Naturkonstante mit ein.

Je mehr Windungen der Draht auf derselben Länge hat und je größer die Stromstärke ist, desto stärker wird das Magnetfeld im Inneren der Spule. Umgekehrt wird das Feld schwächer, wenn dieselbe Windungszahl über eine längere Spule verteilt wird, weil sich die Windungen dann weniger dicht befinden.

Die berechnete Flussdichte B gilt näherungsweise für das homogene Feld tief im Inneren einer langen, eng gewickelten Spule, wo Streufelder an den Enden kaum eine Rolle spielen. Am Rand der Spule ist das Feld dagegen schwächer und weniger gleichmäßig als in der Mitte.

Bμ0 · n · I / l
B
magnetische Flussdichte im Inneren der Spule, in Tesla (T)
μ
magnetische Feldkonstante Mu null, ein fester Naturkonstantenwert
n
Windungszahl der Spule, ohne Einheit
I
Stromstärke durch die Spule, in Ampere (A)
Größe wird verändertAuswirkung auf BGrund
Windungszahl n erhöhtB steigt proportionalmehr Einzelfelder addieren sich auf gleicher Länge
Stromstärke I erhöhtB steigt proportionaljede Windung erzeugt ein stärkeres Einzelfeld
Spulenlänge l vergrößertB sinktdieselbe Windungszahl verteilt sich auf mehr Raum
Was die Formel B = μ0 · n · I / l im Einzelnen aussagt
So berechnest du mit B = Mu null mal n mal I durch l das Magnetfeld im Inneren einer Spule.
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Beispiel 1: Feldstärke einer Luftspule

Eine Spule hat 500 Windungen auf einer Länge von 25 cm. Durch die Spule fließt ein Strom von 2,0 A. Wie groß ist die magnetische Flussdichte im Inneren der Spule? (μ0 = 4π · 10⁻⁷ T·m/A)

Gegeben:

  • n500
  • l25 cm0,25 m
  • I2,0 A

Gesucht:

B

Lösung:

  1. Bμ0 · n · I / l
  2. B4π10⁻⁷ T·m/A5002,0 A0,25 m
  3. B ≈ 0,00503 T5,03 mT

Im Inneren der Spule herrscht eine magnetische Flussdichte von rund 5,0 mT. Das ist etwa das Zehnfache des Erdmagnetfelds, das an der Erdoberfläche nur etwa 0,05 mT beträgt.

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Beispiel 2: Feldstärke bei mehr Windungen

Eine zweite Spule hat 1000 Windungen auf einer Länge von 20 cm, durch sie fließt ein Strom von 0,5 A. Wie groß ist die magnetische Flussdichte im Inneren dieser Spule?

Gegeben:

  • n1000
  • l20 cm0,20 m
  • I0,5 A

Gesucht:

B

Lösung:

  1. Bμ0 · n · I / l
  2. B4π10⁻⁷ T·m/A10000,5 A0,20 m
  3. B ≈ 0,00314 T3,14 mT

Obwohl diese Spule doppelt so viele Windungen wie die Spule aus Beispiel 1 hat, ist ihr Magnetfeld schwächer, weil der Strom deutlich kleiner ist. Das zeigt, dass Windungszahl und Stromstärke gemeinsam über die Feldstärke entscheiden, nicht eine Größe allein.

Ein Eisenkern im Inneren einer Spule verstärkt das Magnetfeld um ein Vielfaches.
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Typische Fehler beim Magnetfeld der Spule

Ein häufiger Fehler ist, die Spulenlänge mit der Länge des aufgewickelten Drahtes zu verwechseln. Für die Formel zählt nur die Länge der Spule selbst, also der Abstand zwischen ihren beiden Enden, nicht die deutlich größere Gesamtlänge des Drahtes.

Ein zweiter Fehler ist, die Windungszahl n als Einheit mitzuführen, obwohl n eine reine Zählgröße ohne physikalische Einheit ist. Wird n fälschlich mit einer Einheit versehen, stimmt die Einheit des Ergebnisses B am Ende nicht mehr.

Ein dritter Fehler ist, Längenangaben in Zentimetern statt in Metern einzusetzen, ohne vorher umzurechnen. Da die Feldkonstante μ0 in T·m/A angegeben ist, muss die Spulenlänge in Metern eingesetzt werden, sonst weicht das Ergebnis um den Faktor 100 vom richtigen Wert ab.

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Alltagsbezug und Tipps für die Klassenarbeit

Spulen mit Magnetfeld stecken in vielen Alltagsgeräten: Eine Türklingel nutzt eine Spule mit Eisenkern, um bei Knopfdruck einen kleinen Hammer anzuziehen und gegen eine Glocke schlagen zu lassen. Auch Elektromagnete in Schrottplätzen bestehen aus einer sehr großen Spule mit Eisenkern, die sich per Knopfdruck ein- und ausschalten lässt, um Metallteile anzuheben und wieder loszulassen.

In Lautsprechern bewegt das Magnetfeld einer Spule eine Membran hin und her, sobald sich die Stromstärke durch den Audiosignal ständig ändert, wodurch Schallwellen entstehen. Auch der Elektromotor im Haushaltsgerät nutzt das Magnetfeld stromdurchflossener Spulen, um über die Kraftwirkung auf den Anker eine Drehbewegung zu erzeugen.

Für die Klassenarbeit hilft es, sich die Formel B = μ0 · n · I / l mit der Eselsbrücke „mehr Windungen, mehr Strom, kürzere Spule - stärkeres Feld“ einzuprägen. Achte außerdem darauf, alle Längenangaben vor dem Einsetzen konsequent in Metern zu notieren.

Die wichtigsten Begriffe zum Magnetfeld einer Spule auf einen Blick, ideal zum Wiederholen vor der Klassenarbeit.
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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 5

Welche drei Größen bestimmen laut Formel die magnetische Flussdichte im Inneren einer langen Spule?

Welche drei Größen bestimmen laut Formel die magnetische Flussdichte im Inneren einer langen Spule?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Eine stromdurchflossene Spule erzeugt ein Magnetfeld, das dem eines Stabmagneten ähnelt, sich aber ein- und ausschalten lässt.
  • Formel: B = μ0 · n · I / l, wobei n die Windungszahl, I die Stromstärke und l die Spulenlänge ist.
  • Mehr Windungen oder mehr Strom verstärken das Magnetfeld, eine längere Spule schwächt es bei gleicher Windungszahl.
  • Ein Eisenkern im Inneren der Spule verstärkt das Magnetfeld deutlich, das nutzen Elektromagnete, Türklingeln und Transformatoren.
  • Typischer Fehler: Spulenlänge mit Drahtlänge verwechseln oder Längenangaben nicht in Meter umrechnen.

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Häufige Fragen zu Magnetfeld einer Spule

Wie berechnet man das Magnetfeld einer Spule?
Mit der Formel B = μ0 · n · I / l, wobei n die Windungszahl, I die Stromstärke durch die Spule und l die Länge der Spule ist. Die magnetische Feldkonstante μ0 ist dabei ein fester Naturkonstantenwert, der meist aus einer Formelsammlung entnommen wird.
Was ist der Unterschied zwischen einer Spule mit und ohne Eisenkern?
Eine Spule ohne Eisenkern erzeugt ein vergleichsweise schwaches Magnetfeld allein durch den fließenden Strom. Mit einem Eisenkern wird dieses Feld deutlich verstärkt, weil sich der Eisenkern im Magnetfeld selbst magnetisiert und sein eigenes Feld hinzufügt.
Warum ähnelt das Magnetfeld einer Spule dem eines Stabmagneten?
Eine stromdurchflossene Spule hat wie ein Stabmagnet einen Nordpol und einen Südpol, und die Feldlinien verlaufen außerhalb der Spule ähnlich wie beim Dauermagneten. Der Unterschied ist, dass sich das Feld der Spule durch Ein- und Ausschalten des Stroms steuern lässt.
In welcher Klasse lernt man das Magnetfeld einer Spule in Physik?
Das Thema wird in Deutschland meist in der neunten Klasse im Rahmen der Elektrizitätslehre behandelt, oft im Zusammenhang mit Elektromagneten und Elektromotoren. Es baut auf dem Grundwissen zu Magnetismus und Stromkreisen auf.
Wie bestimmt man die Richtung des Magnetfelds einer Spule?
Mit der Rechte-Hand-Regel: Umfasst man die Spule mit der rechten Hand so, dass die Finger in Richtung des Stromflusses zeigen, weist der abgespreizte Daumen zum Nordpol der Spule. Diese Regel gilt unabhängig von Windungszahl oder Spulengröße.
Was passiert mit dem Magnetfeld, wenn man den Strom durch die Spule erhöht?
Da die magnetische Flussdichte B proportional zur Stromstärke I ist, verstärkt sich das Magnetfeld direkt proportional, wenn der Strom erhöht wird. Verdoppelt sich die Stromstärke, verdoppelt sich auch die Feldstärke im Inneren der Spule.
Warum wird bei Elektromagneten fast immer ein Eisenkern verwendet?
Ein Eisenkern erhöht die magnetische Flussdichte im Inneren der Spule um ein Vielfaches, ohne dass mehr elektrische Energie benötigt wird. Dadurch reicht ein vergleichsweise kleiner Strom aus, um mit einem Elektromagneten schwere Metallteile anzuheben.
Wie hängt die Windungsdichte mit der Feldstärke zusammen?
Die Windungsdichte ist die Windungszahl geteilt durch die Spulenlänge, und genau dieses Verhältnis bestimmt zusammen mit der Stromstärke die Feldstärke im Inneren. Eine kurze Spule mit vielen dicht gewickelten Windungen erzeugt deshalb ein stärkeres Feld als eine lange Spule mit denselben Windungen.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können