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Diode und Transistor: Funktion und Berechnung

Diode und Transistor sind Halbleiter-Bauteile: Die Diode lässt Strom nur in einer Richtung durch, der Transistor schaltet oder verstärkt einen großen Strom mit einem kleinen Steuerstrom. In dieser Lektion lernst du den Aufbau mit dem pn-Übergang kennen, berechnest den Vorwiderstand einer LED und die Stromverstärkung eines Transistors.

  • Fach: Physik
  • Klasse 11
  • Thema: Elektrizität
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Schwer
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Diode und Transistor: Was sind Halbleiter-Bauteile?

Halbleiter wie Silicium leiten den Strom schlechter als Metalle, aber besser als Isolatoren. Ihre Leitfähigkeit lässt sich gezielt verändern, indem man fremde Atome einbringt, was man Dotieren nennt. Beim n-dotierten Silicium stehen zusätzliche bewegliche Elektronen zur Verfügung, beim p-dotierten Silicium fehlen Elektronen, es gibt sogenannte Löcher, die wie positive Ladungsträger wirken.

Fügt man ein n-Gebiet und ein p-Gebiet zusammen, entsteht der pn-Übergang. An der Grenze wandern Elektronen und Löcher ineinander und verschwinden. Übrig bleibt eine Schicht ohne bewegliche Ladungsträger, die Sperrschicht. Dieser pn-Übergang ist der Kern der Diode und aller Transistoren.

Die Diode ist das einfachste Bauteil dieser Art, der Transistor besteht aus drei Schichten und hat drei Anschlüsse. Beide sind in Handys, Computern, Autos und Netzteilen millionenfach verbaut. Ohne sie gäbe es keine moderne Elektronik.

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Diode und Transistor: Den Vorwiderstand berechnen

Eine Diode hat zwei Anschlüsse, Anode und Kathode. Liegt der Pluspol an der Anode und der Minuspol an der Kathode, ist die Diode in Durchlassrichtung gepolt. Ab einer bestimmten Durchlassspannung von etwa 0,7 V bei Silicium fließt dann Strom. In Gegenrichtung sperrt sie, und es fließt praktisch kein Strom.

Eine Leuchtdiode, kurz LED, ist eine Diode, die in Durchlassrichtung leuchtet. Ihre Durchlassspannung liegt je nach Farbe bei etwa 1,8 V bis 3,5 V, und sie verträgt nur einen begrenzten Strom, meist 20 mA. Ohne Schutz würde sie zu viel Strom ziehen und durchbrennen. Deshalb schaltet man einen Vorwiderstand in Reihe.

Der Vorwiderstand muss die überschüssige Spannung übernehmen. Du bestimmst sie, indem du von der Quellenspannung die Durchlassspannung der LED abziehst. Mit dem ohmschen Gesetz teilst du diese Spannung durch den gewünschten Strom. Das Ergebnis rundest du auf den nächsthöheren Wert der Normreihe E12 auf, damit der Strom sicher unter dem Grenzwert bleibt.

RUI
R
Vorwiderstand in Ohm
U
Spannung am Widerstand in V, also Quellenspannung minus Durchlassspannung der LED
I
gewünschter Strom durch die LED in A
BauteilAnschlüsseAufgabeTypischer Einsatz
DiodeAnode, KathodeStrom nur in einer RichtungGleichrichter im Netzteil
LEDAnode, Kathodeleuchtet in DurchlassrichtungAnzeige, Beleuchtung
TransistorBasis, Kollektor, EmitterSchalten und VerstärkenVerstärker, Computerchip
Diode und Transistor: Bauteile im Vergleich
Diode, LED und Transistor unterscheiden sich in Anschlüssen und Aufgabe.
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Diode und Transistor: Schalten und Verstärken

Ein Transistor hat drei Anschlüsse: Basis, Kollektor und Emitter. Der große Strom fließt vom Kollektor zum Emitter. Ob und wie viel er fließt, steuert ein sehr kleiner Strom in die Basis. Man kann sich den Transistor wie einen Wasserhahn vorstellen, den man mit sehr wenig Kraft auf- und zudrehen kann, obwohl durch ihn viel Wasser strömt.

Als Schalter arbeitet der Transistor, wenn der Basisstrom entweder null oder so groß ist, dass der Kollektorstrom voll fließt. Mit einem Mikrocontroller, der nur wenige Milliampere liefert, lässt sich so ein Motor oder eine Lampe schalten. Computerchips enthalten Milliarden solcher Schalter, die Nullen und Einsen darstellen.

Als Verstärker nutzt man, dass der Kollektorstrom proportional zum Basisstrom ist. Der Faktor heißt Stromverstärkung B und liegt bei einfachen Transistoren zwischen etwa 100 und 300. Ein schwaches Signal, etwa von einem Mikrofon, steuert dann einen stärkeren Strom, der einen Lautsprecher antreibt.

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Beispiel 1: LED mit Vorwiderstand berechnen

Eine rote LED mit der Durchlassspannung 2,0 V soll mit 20 mA an einer 9-V-Batterie leuchten. Welchen Vorwiderstand brauchst du, und welchen Wert aus der Reihe 330 Ohm, 390 Ohm, 470 Ohm wählst du?

Gegeben:

  • U Batterie9 V
  • U LED2,0 V
  • I20 mA0,02 A

Gesucht:

R

Lösung:

  1. Spannung am Widerstand: U9 V − 2,0 V7 V
  2. RUI7 V0,02 A350 Ω
  3. 350 Ω gibt es nicht in der Reihe, nimm den nächsthöheren Wert 390 Ω
  4. Kontrolle: I7 V390 Ω ≈ 0,0179 A ≈ 17,9 mA

Rechnerisch brauchst du 350 Ohm, gewählt wird ein Widerstand von 390 Ohm. Der Strom beträgt dann etwa 17,9 mA und liegt sicher unter dem Grenzwert von 20 mA. Die LED leuchtet fast genauso hell. Würdest du den kleineren Wert 330 Ohm nehmen, flösse etwa 21 mA und die LED würde auf Dauer überlastet.

So bestimmst du den Vorwiderstand einer LED in vier Schritten.
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Beispiel 2: Stromverstärkung des Transistors

Ein Transistor hat die Stromverstärkung B = 100. Ein Mikrocontroller liefert 5 V und soll über einen Basiswiderstand einen Basisstrom von 0,2 mA einstellen. Die Spannung zwischen Basis und Emitter beträgt 0,7 V. Welchen Kollektorstrom steuert der Transistor, und welchen Basiswiderstand brauchst du?

Gegeben:

  • B100
  • Basisstrom0,2 mA0,0002 A
  • Spannung am Pin 5 V, Basis-Emitter-Spannung 0,7 V

Gesucht:

Kollektorstrom und Basiswiderstand

Lösung:

  1. KollektorstromB · Basisstrom100 · 0,2 mA20 mA
  2. Spannung am Basiswiderstand: 5 V − 0,7 V4,3 V
  3. Basiswiderstand: R4,3 V0,0002 A21 500 Ω

Der Transistor steuert einen Kollektorstrom von 20 mA und verstärkt den Basisstrom also um den Faktor 100. Der Basiswiderstand beträgt rund 21,5 kΩ, in der Praxis nimmt man 22 kΩ. Mit einem kleinen Strom von nur 0,2 mA lässt sich so ein hundertmal größerer Strom schalten, zum Beispiel für ein Relais oder eine Lampe.

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Typische Fehler bei Diode und Transistor

Der häufigste Fehler beim Aufbau einer Schaltung ist, die LED ohne Vorwiderstand an die Batterie zu klemmen. Ihr Widerstand ist in Durchlassrichtung sehr klein, deshalb fließt ein riesiger Strom, und die LED brennt in Sekunden durch. Das Gleiche gilt für Silicium-Dioden ohne Strombegrenzung.

Der zweite Fehler betrifft die Polung. Eine Diode oder LED leitet nur, wenn Plus an der Anode und Minus an der Kathode liegt. Bei falscher Polung leuchtet die LED nicht, und es fließt nur ein winziger Sperrstrom. Merke dir das Schaltzeichen: Der Strich am Dreieck markiert die Kathode.

Drittens wird oft mit der falschen Spannung gerechnet. Für den Vorwiderstand zählt nicht die Quellenspannung allein, sondern nur die Spannung, die am Widerstand abfällt, also Quellenspannung minus LED-Spannung. Außerdem wird die Stromverstärkung manchmal als Spannungsverstärkung gedeutet. B beschreibt nur das Verhältnis der Ströme.

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Diode und Transistor im Alltag und Tipps für die Klausur

Dioden und Transistoren stecken in fast jedem Gerät. Das Ladegerät deines Handys wandelt mit Dioden Wechselspannung in Gleichspannung um. Die Hintergrundbeleuchtung vieler Bildschirme besteht aus LEDs, und im Prozessor sitzen Milliarden Transistoren, die als winzige Schalter Rechenoperationen ausführen. Auch Solarzellen sind große Dioden: Licht erzeugt an ihrem pn-Übergang eine Spannung.

In der Klausur werden häufig drei Dinge gefragt: Erkläre die Sperrschicht am pn-Übergang, berechne einen Vorwiderstand und beschreibe die Wirkung des Transistors. Für die Erklärung nennst du, dass Elektronen und Löcher an der Grenze rekombinieren und eine Schicht ohne Ladungsträger entsteht. Bei Durchlasspolung wird sie abgebaut, bei Sperrpolung vergrößert.

Bei Rechenaufgaben zeichnest du zuerst die Schaltung und trägst alle Spannungen ein. Notiere dann, welche Spannung am Widerstand liegt, und rechne Milliampere in Ampere um. Prüfe am Ende, ob dein Widerstandswert plausibel ist: Für eine LED an 5 V liegen die Vorwiderstände typischerweise bei einigen hundert Ohm.

Die wichtigsten Aussagen zu Diode und Transistor auf einen Blick.
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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 5

Wann leitet eine Diode den Strom?

Wann leitet eine Diode den Strom?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Diode besteht aus einem pn-Übergang und leitet den Strom nur in Durchlassrichtung, in Sperrrichtung sperrt sie.
  • Silicium-Dioden brauchen etwa 0,7 V Durchlassspannung, rote LEDs etwa 2 V.
  • Eine LED braucht einen Vorwiderstand: R gleich U geteilt durch I mit U gleich Quellenspannung minus LED-Spannung.
  • Ein Transistor steuert mit einem kleinen Basisstrom einen großen Kollektorstrom: Kollektorstrom gleich B mal Basisstrom.
  • Dioden richten Wechselstrom gleich, Transistoren schalten und verstärken. Beide sind Grundbausteine der Elektronik.

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Häufige Fragen zu Diode und Transistor: Funktion und Berechnung

Was ist eine Diode einfach erklärt?
Eine Diode ist ein Bauteil mit zwei Anschlüssen, das den Strom nur in einer Richtung durchlässt. Sie besteht aus einem p-dotierten und einem n-dotierten Halbleiter. In Durchlassrichtung fließt Strom, in Sperrrichtung fast keiner. Dioden werden zum Gleichrichten und für LEDs genutzt.
Wie funktioniert ein Transistor?
Ein Transistor hat die Anschlüsse Basis, Kollektor und Emitter. Ein kleiner Strom in die Basis steuert einen viel größeren Strom vom Kollektor zum Emitter. Damit kann er als Schalter oder Verstärker arbeiten, ähnlich wie ein Wasserhahn, den man leicht drehen kann.
Was ist der pn-Übergang?
Der pn-Übergang entsteht, wenn ein p-dotierter und ein n-dotierter Halbleiter aneinandergrenzen. An der Grenze verbinden sich Elektronen und Löcher, es bildet sich eine Sperrschicht ohne bewegliche Ladungsträger. Sie bestimmt, ob die Diode leitet oder sperrt.
Wie berechnet man den Vorwiderstand einer LED?
Du ziehst die Durchlassspannung der LED von der Quellenspannung ab und teilst das Ergebnis durch den gewünschten Strom: R gleich U geteilt durch I. Bei 9 V, 2 V und 20 mA sind das 350 Ohm. Dann wählst du den nächsthöheren Normwert.
Was ist der Unterschied zwischen Diode und LED?
Eine LED ist eine Diode, die in Durchlassrichtung Licht aussendet. Sie hat eine höhere Durchlassspannung von etwa 1,8 bis 3,5 V, je nach Farbe. Normale Dioden senden kein sichtbares Licht aus und werden vor allem zum Gleichrichten verwendet.
Wofür wird ein Transistor verwendet?
Transistoren schalten oder verstärken Ströme. Sie stecken in Verstärkern, Netzteilen und besonders in Computerchips, wo Milliarden als winzige Schalter arbeiten. Ohne Transistoren gäbe es keine Computer, Handys oder moderne Steuerungen.
Warum fließt in Sperrrichtung kein Strom?
In Sperrrichtung wird die Sperrschicht am pn-Übergang breiter, weil die Ladungsträger auseinandergezogen werden. Es gibt kaum bewegliche Ladungsträger, deshalb fließt nur ein sehr kleiner Sperrstrom. Erst bei sehr hoher Spannung kann die Diode durchbrechen.
Wie richtet eine Diode Wechselstrom gleich?
Wechselstrom wechselt ständig die Richtung. Die Diode lässt nur die Halbwellen in Durchlassrichtung durch und sperrt die anderen. So entsteht ein Strom, der nur noch in eine Richtung fließt. Mit mehreren Dioden und einem Kondensator wird er geglättet.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das kommt als Nächstes