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Resonanz in der Physik: Eigenfrequenz und Schwingung

Resonanz in der Physik bedeutet, dass ein schwingungsfähiges System besonders stark mitschwingt, wenn es im Takt seiner Eigenfrequenz angeregt wird. In dieser Lektion lernst du, warum eine Schaukel mit kleinen Schüben immer höher fliegt, wie du die Eigenfrequenz berechnest und warum Resonanz bei Gitarren nützlich, bei Brücken aber gefährlich sein kann.

  • Fach: Physik
  • Klasse 10
  • Thema: Akustik
  • Dauer: 18 Min
  • Niveau: Mittel
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Resonanz Physik: Was ist Resonanz?

Setz dich auf eine Schaukel und lass dich anstoßen. Wenn du die Schübe im richtigen Takt gibst, schwingt die Schaukel mit wenig Kraftaufwand immer höher. Stößt du zu früh oder zu spät, passiert kaum etwas oder die Schaukel wird sogar gebremst. Dieses Zusammenspiel von Takt und Schwingung ist Resonanz.

Jedes schwingungsfähige System hat eine eigene, feste Frequenz, mit der es schwingt, wenn man es einmal anstößt und dann in Ruhe lässt. Sie heißt Eigenfrequenz. Eine Schaukel, ein Pendel, eine Gitarrensaite, die Luft in einer Flasche und sogar ein Hochhaus haben jeweils eine Eigenfrequenz.

Wird ein System von außen periodisch angeregt, spricht man vom Erreger. Stimmt die Erregerfrequenz mit der Eigenfrequenz überein, tritt Resonanz auf: Bei jeder Schwingung kommt neue Energie hinzu, und die Amplitude, also die Schwingungsweite, wächst stark an.

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Resonanz Physik berechnen: Eigenfrequenz und Resonanzbedingung

Die Frequenz gibt an, wie viele Schwingungen pro Sekunde stattfinden. Sie ist der Kehrwert der Schwingungsdauer T, also der Zeit für eine vollständige Schwingung. Die Einheit ist Hertz (Hz), 1 Hz bedeutet eine Schwingung pro Sekunde. Eine Schaukel, die für eine Hin-und-Her-Bewegung 2,5 s braucht, hat die Eigenfrequenz 0,4 Hz.

Die Resonanzbedingung lautet: Die Erregerfrequenz ist gleich der Eigenfrequenz des Systems. Bei einer Schaukel stößt du genau einmal pro Schwingung an. Schon eine kleine Abweichung verringert den Effekt deutlich, weil die Schübe nicht mehr im richtigen Moment kommen.

Wie groß die Amplitude im Resonanzfall wird, hängt von der Dämpfung ab. Reibung und Luftwiderstand entziehen dem System ständig Energie. Bei geringer Dämpfung wird die Amplitude sehr groß, bei starker Dämpfung bleibt sie klein. Ohne Dämpfung würde die Amplitude theoretisch immer weiter wachsen, bis etwas bricht.

f1T
f
Frequenz in Hz (Schwingungen pro Sekunde)
T
Schwingungsdauer in s
BeispielSchwingendes SystemErwünscht oder gefährlich
SchaukelKind und Sitzerwünscht: wenig Kraft, große Weite
Gitarre und GeigeHolzkörper und Luftraumerwünscht: lauterer, voller Klang
Radio und Handyelektrischer Schwingkreiserwünscht: ein Sender wird ausgewählt
OrgelpfeifeLuftsäule im Rohrerwünscht: klarer Ton
Brücke bei GleichschrittStahl und Betongefährlich: Schwingungen können sich aufschaukeln
Weinglas und GesangGlaswandGlas kann bei hohem Ton zerspringen
Resonanz Physik: Erwünschte und unerwünschte Resonanz
Resonanz ist mal erwünscht, mal gefährlich. Es kommt darauf an, ob die Schwingung Nutzen oder Schaden bringt.
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Resonanz Physik im Alltag: Nutzen und Gefahr

Musikinstrumente leben von Resonanz. Die Saite einer Gitarre ist allein kaum zu hören, weil sie zu wenig Luft bewegt. Sie regt den Holzkörper und die Luft im Inneren an, die in Resonanz mitschwingen und den Klang verstärken. Der Resonanzkörper macht den Ton also lauter und gibt ihm seine Klangfarbe.

Auch Radios nutzen Resonanz. Ein elektrischer Schwingkreis wird so eingestellt, dass seine Eigenfrequenz zur Frequenz eines Senders passt. Dann schwingt er stark mit, andere Sender erzeugen nur schwache Signale. Das Drehen am Sendersuchlauf bedeutet, die Eigenfrequenz des Schwingkreises zu verändern.

Gefährlich wird Resonanz bei Bauwerken und Maschinen. Marschierende Soldaten brechen auf Brücken den Gleichschritt, weil der Takt die Brücke zum Aufschaukeln bringen könnte. Die Tacoma-Narrows-Brücke in den USA stürzte 1940 bei Wind ein. Heute erklären Fachleute das meist als Flattern durch den Wind, nicht als reine Resonanz, doch es zeigt, wie gefährlich sich aufschaukelnde Schwingungen sind. Ingenieure berechnen deshalb Eigenfrequenzen und bauen Dämpfer ein.

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Beispiel 1: Wie oft musst du die Schaukel anstoßen?

Eine Schaukel braucht für eine vollständige Hin-und-Her-Bewegung 2,5 s. Wie groß ist ihre Eigenfrequenz? Wie oft musst du sie pro Minute im Takt anstoßen, damit Resonanz auftritt? Tritt Resonanz auf, wenn du alle 2,0 s anstößt?

Gegeben:

  • T2,5 s

Gesucht:

f und Stöße pro Minute

Lösung:

  1. Eigenfrequenz: f1T12,5 s0,4 Hz
  2. Das sind 0,4 Schwingungen pro Sekunde, also 0,4 · 60 = 24 pro Minute
  3. Stößt du alle 2,0 s an, ist die Erregerfrequenz 1 / 2,0 s = 0,5 Hz
  4. 0,5 Hz ist größer als 0,4 Hz, die Frequenzen stimmen nicht überein

Die Schaukel hat eine Eigenfrequenz von 0,4 Hz, du musst sie 24-mal pro Minute anstoßen. Bei einem Stoß alle 2,0 s ist die Erregerfrequenz 0,5 Hz und liegt neben der Eigenfrequenz, sodass die Schübe nach und nach aus dem Takt geraten. Die Schaukel schwingt dann nur schwach und wird teils sogar gebremst.

Resonanz an der Schaukel: Im richtigen Takt wächst die Amplitude, die Dämpfung begrenzt sie.
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Beispiel 2: Orgelpfeife als Resonanzkörper

Eine einseitig geschlossene Orgelpfeife ist 0,50 m lang. Die Luftsäule schwingt mit ihrer Grundfrequenz mit, wenn gilt f = v / (4 · L). Berechne die Eigenfrequenz der Luft in der Pfeife mit v = 343 m/s und die zugehörige Schwingungsdauer.

Gegeben:

  • L0,50 m
  • v343 m/s

Gesucht:

f und T

Lösung:

  1. Einsetzen: f343 ms / (4 · 0,50 m)
  2. f3432 Hz171,5 Hz
  3. Schwingungsdauer: T1f1171,5 Hz ≈ 0,0058 s

Die Luftsäule hat eine Eigenfrequenz von 171,5 Hz, das entspricht einer Schwingungsdauer von etwa 5,8 Millisekunden. Bläst man Luft über die Pfeife, regt der Luftstrom die Luftsäule an, und sie schwingt in Resonanz mit dieser Frequenz. Halbiert man die Länge auf 0,25 m, verdoppelt sich die Frequenz auf 343 Hz, der Ton wird eine Oktave höher.

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Typische Fehler bei der Resonanz in der Physik

Der häufigste Fehler ist die Verwechslung von Frequenz und Schwingungsdauer. Die Schwingungsdauer T misst eine Zeit in Sekunden, die Frequenz f zählt Schwingungen pro Sekunde in Hertz. Sie sind Kehrwerte voneinander: Ist T gleich 0,5 s, dann ist f gleich 2 Hz, nicht 0,5 Hz. Prüfe deshalb immer die Einheit.

Der zweite Fehler ist der Glaube, Resonanz brauche viel Kraft. Das Gegenteil ist richtig: Resonanz entsteht durch den richtigen Takt, nicht durch große Kraft. Schon kleine Schübe, die zur Eigenfrequenz passen, bringen eine große Schwingung hervor, weil sich ihre Wirkung addiert.

Ein dritter Irrtum lautet, im Resonanzfall werde die Amplitude unendlich groß. In der Praxis begrenzt die Dämpfung die Schwingung, und oft bricht das System schon vorher, etwa ein Glas. Bei starker Dämpfung, etwa durch Stoßdämpfer, bleibt die Resonanz harmlos.

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Resonanz im Alltag und Tipps für die Klassenarbeit

Im Alltag gibt es viele Beispiele, die du in der Klassenarbeit nennen kannst. Eine Schaukel, die Gitarre, das Radio und Stimmgabeln nutzen Resonanz. Ein Mensch kann sich beim Hüpfen auf einem Sprungbrett aufschaukeln, und Waschmaschinen wackeln beim Schleudern stark, wenn die Drehzahl kurz die Eigenfrequenz der Maschine trifft.

In Klassenarbeiten werden drei Fragen häufig gestellt: Erkläre, was Resonanz ist, nenne ein Beispiel für nützliche und eines für schädliche Resonanz, und berechne eine Frequenz oder Schwingungsdauer. Schreibe bei der Definition den Satz auf, dass die Erregerfrequenz gleich der Eigenfrequenz sein muss. Das ist der Schlüsselsatz, den Lehrkräfte hören wollen.

Bei Rechenaufgaben notierst du die gegebene Größe mit Einheit und wendest f gleich 1 geteilt durch T an. Rechne Millisekunden in Sekunden um, bevor du einsetzt. Am Ende prüfst du das Ergebnis mit einer Überschlagsrechnung: Eine Schwingungsdauer von 0,01 s bedeutet 100 Schwingungen pro Sekunde, also 100 Hz.

Die wichtigsten Aussagen zur Resonanz Physik auf einen Blick.
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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 5

Wann tritt Resonanz auf?

Wann tritt Resonanz auf?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Jedes schwingungsfähige System hat eine Eigenfrequenz, mit der es von selbst schwingt.
  • Resonanz tritt auf, wenn die Erregerfrequenz gleich der Eigenfrequenz ist. Dann wächst die Amplitude besonders stark.
  • Frequenz und Schwingungsdauer sind Kehrwerte: f gleich 1 geteilt durch T, gemessen in Hertz.
  • Dämpfung durch Reibung begrenzt die Amplitude. Starke Dämpfung macht Resonanz harmlos.
  • Resonanz ist nützlich bei Instrumenten und Radios, aber gefährlich bei Brücken und Gläsern.

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Häufige Fragen zu Resonanz in der Physik: Eigenfrequenz und Schwingung

Was ist Resonanz einfach erklärt?
Resonanz bedeutet, dass ein System stark mitschwingt, wenn es im Takt seiner Eigenfrequenz angeregt wird. Bei einer Schaukel bewirken kleine Schübe im richtigen Takt eine große Schwingung. Die Energie des Erregers addiert sich dabei von Schwingung zu Schwingung.
Was ist die Eigenfrequenz?
Die Eigenfrequenz ist die Frequenz, mit der ein Körper von selbst schwingt, wenn man ihn einmal anstößt. Sie hängt von den Eigenschaften des Systems ab, etwa bei einem Pendel von seiner Länge. Jede Gitarrensaite und jede Schaukel hat ihre eigene.
Wie ist die Resonanzbedingung?
Resonanz tritt auf, wenn die Erregerfrequenz gleich der Eigenfrequenz des schwingenden Systems ist. Weicht die Erregerfrequenz deutlich ab, bleibt die Schwingung klein. Je geringer die Dämpfung, desto schärfer und höher ist der Resonanzeffekt.
Welche Beispiele für Resonanz gibt es im Alltag?
Beispiele sind die Schaukel, der Klangkörper von Gitarre und Geige, das Radio mit Schwingkreis, die Stimmgabel und das klirrende Glas, wenn ein Lkw vorbeifährt. Auch die Waschmaschine, die bei einer bestimmten Drehzahl stark wackelt, ist ein Beispiel für Resonanz.
Warum ist Resonanz gefährlich?
Bei Bauwerken, Maschinen oder Gläsern kann sich eine Schwingung so weit aufschaukeln, dass Material bricht. Ingenieure berechnen deshalb Eigenfrequenzen und bauen Dämpfer ein. Soldaten gehen nicht im Gleichschritt über Brücken, damit der Takt keine Brückenschwingung aufbaut.
Wie kann ein Glas durch Singen zerspringen?
Ein sehr lauter Ton, dessen Frequenz der Eigenfrequenz der Glaswand entspricht, regt das Glas zu immer stärkeren Schwingungen an. Wird die Verformung zu groß, bricht das Glas. Das gelingt nur bei dünnem Glas und sehr hoher Lautstärke.
Was ist der Unterschied zwischen Frequenz und Schwingungsdauer?
Die Schwingungsdauer T ist die Zeit für eine vollständige Schwingung in Sekunden. Die Frequenz f gibt an, wie viele Schwingungen pro Sekunde stattfinden, in Hertz. Beide hängen zusammen: f gleich 1 geteilt durch T. Eine kurze Schwingungsdauer bedeutet also eine hohe Frequenz.
Wie nutzen Musikinstrumente die Resonanz?
Bei Gitarre, Geige und Klavier regen die Saiten einen Resonanzkörper an. Das Holz und die Luft im Inneren schwingen mit und strahlen mehr Schall ab, als die dünne Saite allein könnte. Der Klang wird dadurch lauter und voller.

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