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Rotationsvolumen berechnen mit dem Integral

Das Rotationsvolumen berechnest du, indem du den Graphen einer Funktion um die x-Achse drehst und das Volumen des entstehenden Körpers mit einem Integral bestimmst. In dieser Lektion lernst du die Formel, rechnest zwei Beispiele vor und siehst, wie du Zylinder, Kegel und Kugel als Rotationskörper erkennst.

  • Fach: Mathematik
  • Klasse 12
  • Thema: Analysis
  • Dauer: 22 Min
  • Niveau: Schwer
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Rotationsvolumen berechnen: Körper durch Drehung

Das Rotationsvolumen ist das Volumen eines Körpers, der entsteht, wenn der Graph einer Funktion f auf einem Intervall von a bis b um die x-Achse rotiert. Du berechnest es mit der Formel V = π mal dem Integral von f(x) zum Quadrat von a bis b.

Die Idee dahinter ist einfach. Stell dir den Körper in dünne Scheiben geschnitten vor. Jede Scheibe ist ein sehr flacher Zylinder mit dem Radius f(x) und der Dicke dx. Sein Volumen ist π mal Radius zum Quadrat mal Dicke, also π mal f(x)² mal dx. Das Integral addiert alle diese Scheiben von a bis b.

Solche Körper kennst du aus dem Alltag, sobald sie rund sind: Vasen, Gläser, Kegel, Kugeln und Tonnen entstehen durch Drehung eines Profils. Mit der Integralrechnung kannst du ihr Volumen auch dann bestimmen, wenn der Rand keine einfache Kurve ist und es keine fertige Formel gibt.

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Die Formel für das Rotationsvolumen

Die Formel lautet V = π · ∫ (f(x))² dx mit den Grenzen a und b. Das Wichtigste daran: Zuerst wird f(x) quadriert, dann integriert, und der Faktor π steht vor dem Integral. Das Ergebnis ist immer eine nichtnegative Zahl, weil ein Quadrat nie negativ ist.

Zum Rechnen brauchst du eine Stammfunktion G von (f(x))². Dann gilt V = π · (G(b) − G(a)). Du setzt also die obere und die untere Grenze in die Stammfunktion ein und bildest die Differenz. Bei Funktionen, die unterhalb der x-Achse liegen, ändert sich nichts, denn durch das Quadrat spielt das Vorzeichen keine Rolle.

Rotiert der Graph um die y-Achse, wird die Formel anders aufgestellt, meist mit der Umkehrfunktion. In der Schule steht die Drehung um die x-Achse im Vordergrund. Lies deshalb in der Aufgabe genau, um welche Achse der Graph gedreht wird.

Vπ · (G(b) - G(a))
V
Volumen des Rotationskörpers
G
Stammfunktion von f(x) zum Quadrat
a
untere Grenze des Intervalls
b
obere Grenze des Intervalls
KörperFunktion f(x)Volumen
Zylinderf(x) = r (konstant)π · r² · h
Kegelf(x) = (r/h) · x⅓ · π · r² · h
KugelHalbkreis um die x-Achse⁴⁄₃ · π · r³
Bekannte Körper als Rotationskörper
Zylinder, Kegel und Kugel lassen sich als Rotationskörper beschreiben.
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Beispiel 1: Rotationsvolumen von f(x) = x auf [0; 3]

Der Graph von f(x) = x rotiert im Intervall von 0 bis 3 um die x-Achse. Berechne das Volumen des entstehenden Körpers.

Gegeben:

  • f(x)x
  • Intervall [0; 3]

Gesucht:

Das Rotationsvolumen V

Lösung:

  1. Funktion quadrieren: (f(x))²x².
  2. Stammfunktion bilden: G(x)x³3.
  3. Grenzen einsetzen: G(3) − G(0)273 − 09.
  4. Mit π multiplizieren: V = π · 9 = 9π, das sind etwa 28,27 Volumeneinheiten.

Das Volumen beträgt 9π, also etwa 28,27 Volumeneinheiten. Der Körper ist ein Kegel mit dem Radius 3 und der Höhe 3. Die Kegelformel bestätigt das Ergebnis: ⅓ · π · 3² · 3 = 9π.

So berechnest du das Rotationsvolumen in fünf Schritten.
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Beispiel 2: Rotationsvolumen von f(x) = x + 1 auf [0; 2]

Der Graph von f(x) = x + 1 rotiert im Intervall von 0 bis 2 um die x-Achse. Berechne das Volumen.

Gegeben:

  • f(x)x + 1
  • Intervall [0; 2]

Gesucht:

Das Rotationsvolumen V

Lösung:

  1. Funktion quadrieren mit der binomischen Formel: (x + 1)² = x² + 2x + 1. Nicht x² + 1!
  2. Stammfunktion bilden: G(x)x³3 + x² + x.
  3. Grenzen einsetzen: G(2) = 8/3 + 4 + 2 = 26/3 und G(0) = 0, die Differenz ist 26/3.
  4. Mit π multiplizieren: V = π · 26/3 = 26π/3, das sind etwa 27,23.

Das Volumen beträgt 26π/3, etwa 27,23 Volumeneinheiten. Der Körper ist ein Kegelstumpf mit den Radien 1 und 3 und der Höhe 2. Zur Kontrolle liefert die Kegelstumpfformel π · h/3 · (r₁² + r₁r₂ + r₂²) = π · 2/3 · 13 = 26π/3.

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Typische Fehler beim Rotationsvolumen

Der häufigste Fehler ist, das Quadrieren zu vergessen oder falsch auszuführen. Aus (x + 1)² wird nicht x² + 1, sondern x² + 2x + 1. Wer nur die einzelnen Terme quadriert, verliert das gemischte Glied und erhält ein falsches Volumen. Schreibe das Quadrat deshalb immer ausführlich auf.

Der zweite Fehler ist, den Faktor π zu vergessen. Das Integral allein liefert nur die Fläche unter der quadrierten Funktion, nicht das Volumen. Erst mit π ergibt sich das Volumen des Körpers. Schreibe π gleich in die Formel, bevor du zu rechnen beginnst.

Der dritte Fehler betrifft die Stammfunktion. Beim Integrieren von (f(x))² darf man nicht einfach das Integral von f(x) quadrieren. Das Quadrat des Integrals ist etwas anderes als das Integral des Quadrats. Bilde die Stammfunktion erst, nachdem du den Term ausmultipliziert hast.

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Rotationsvolumen im Alltag und Tipps für die Klassenarbeit

Das Rotationsvolumen hilft, wenn es um Gefäße, Behälter und Bauteile geht. Wie viel Wasser passt in eine Vase, wie viel Material braucht man für eine Welle, wie viel Flüssigkeit fasst ein Tank mit rundem Querschnitt? Überall dort wird ein Profil gedreht, und das Volumen folgt aus dem Integral.

In Klassenarbeiten gibt es zwei Varianten. Entweder ist die Funktion und das Intervall gegeben, dann rechnest du direkt. Oder die Grenzen ergeben sich aus den Nullstellen der Funktion, etwa bei einem Parabelstück, das mit der x-Achse eine Fläche einschließt. Berechne dann zuerst die Nullstellen und nutze sie als Grenzen.

Gehe nach einem festen Plan vor: Funktion hinschreiben, quadrieren, Stammfunktion bilden, Grenzen einsetzen, mit π multiplizieren, Ergebnis mit Einheit angeben. Gib bei Sachaufgaben den genauen Wert mit π und den gerundeten Wert an. Beides wird in Klausuren oft erwartet.

Die wichtigsten Regeln zum Rotationsvolumen auf einen Blick.
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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 5

Welche Formel gilt für das Volumen bei Rotation um die x-Achse?

Welche Formel gilt für das Volumen bei Rotation um die x-Achse?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Rotationsvolumen bei Drehung um die x-Achse: V = π · Integral von (f(x))² von a bis b.
  • Erst quadrieren, dann integrieren, dann mit π multiplizieren.
  • Beim Quadrieren von Summen die binomische Formel verwenden.
  • Zylinder, Kegel und Kugel sind Rotationskörper und dienen als Kontrolle.
  • Das Ergebnis gibst du sowohl exakt mit π als auch gerundet an.

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Häufige Fragen zu Rotationsvolumen berechnen mit dem Integral

Wie berechnet man das Rotationsvolumen?
Du quadrierst die Funktion f(x), bildest die Stammfunktion, setzt die Grenzen a und b ein und multiplizierst die Differenz mit π. Die Formel lautet V = π · Integral von (f(x))² von a bis b.
Warum wird f(x) quadriert?
Weil jede dünne Scheibe des Körpers ein Zylinder mit dem Radius f(x) ist. Das Volumen eines Zylinders enthält den Radius im Quadrat, deshalb steht (f(x))² unter dem Integral.
Wie berechnet man das Volumen bei Rotation um die y-Achse?
Dazu stellst du die Funktion nach x um, verwendest also die Umkehrfunktion, und integrierst deren Quadrat über die y-Werte. In der Schule wird meist die Drehung um die x-Achse verlangt, die y-Achse kommt seltener vor.
Was ist der Unterschied zwischen Flächeninhalt und Rotationsvolumen?
Der Flächeninhalt ergibt sich aus dem Integral von f(x), das Rotationsvolumen aus π mal dem Integral von f(x) zum Quadrat. Die Fläche misst einen Bereich in der Ebene, das Volumen einen Körper im Raum.
Wie leitet man das Kugelvolumen mit dem Integral her?
Der Halbkreis f(x) = Wurzel aus (r² − x²) rotiert auf [−r; r] um die x-Achse. Mit (f(x))² = r² − x² ergibt das Integral 4r³/3, mit π also das bekannte Kugelvolumen ⁴⁄₃ · π · r³.
Wie bestimmt man die Integrationsgrenzen?
Die Grenzen sind das Intervall, in dem der Graph rotiert. Sie sind in der Aufgabe angegeben oder ergeben sich aus den Nullstellen der Funktion, wenn der Körper von der Kurve und der x-Achse begrenzt wird.
Kann das Rotationsvolumen negativ sein?
Nein. Weil f(x) quadriert wird, ist der Integrand nie negativ, und π ist positiv. Auch wenn der Graph unter der x-Achse liegt, ergibt sich ein positives Volumen. Ein negatives Ergebnis weist auf einen Rechenfehler hin.
In welcher Klasse lernt man das Rotationsvolumen?
Das Rotationsvolumen wird meist in Klasse 12 im Anschluss an die Integralrechnung behandelt. In manchen Bundesländern gehört es zum Pflichtstoff, in anderen ist es ein Vertiefungsthema.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können