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Wirtschaftssektoren: Primär, sekundär, tertiär

Wirtschaftssektoren teilen alle Berufe und Betriebe eines Landes in primären, sekundären und tertiären Sektor ein. In dieser Lektion lernst du, was Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen unterscheidet und warum sich der Anteil der Sektoren in Deutschland im Lauf der Zeit stark verändert hat.

  • Fach: Geografie
  • Klasse 8
  • Thema: Wirtschaft
  • Dauer: 18 Min
  • Niveau: Mittel
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Was Wirtschaftssektoren sind

Wirtschaftssektoren sind ein Modell, mit dem Geografinnen und Geografen alle wirtschaftlichen Tätigkeiten eines Landes in drei große Gruppen einteilen: den primären, den sekundären und den tertiären Sektor. Jede Arbeit, jeder Betrieb und jeder Beruf lässt sich grundsätzlich einem dieser drei Sektoren zuordnen.

Diese Einteilung hilft dabei, die Wirtschaftsstruktur eines Landes zu beschreiben und zu vergleichen: Ein Land mit sehr vielen Beschäftigten in der Landwirtschaft hat eine andere Wirtschaftsstruktur als ein Land, in dem die meisten Menschen in Büros, Krankenhäusern oder Geschäften arbeiten.

In Deutschland und den meisten hoch entwickelten Ländern arbeitet heute der überwiegende Teil der Bevölkerung im tertiären Sektor, also in Dienstleistungsberufen, während der primäre Sektor nur noch einen sehr kleinen Anteil ausmacht. Dieser Wandel wird als Strukturwandel bezeichnet und ist ein zentrales Thema dieser Lektion.

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Primärer, sekundärer und tertiärer Sektor im Detail

Der primäre Sektor umfasst alle Tätigkeiten, bei denen Rohstoffe unmittelbar aus der Natur gewonnen werden, etwa Landwirtschaft, Fischerei, Forstwirtschaft und Bergbau. Die dort gewonnenen Produkte, wie Getreide, Fisch oder Erz, werden meist erst später weiterverarbeitet.

Der sekundäre Sektor verarbeitet diese Rohstoffe zu fertigen Gütern, etwa in der Industrie, im Handwerk und im Bauwesen. Ein Bäcker, der aus Mehl Brot backt, oder eine Fabrik, die aus Stahl Autos baut, gehören beide zum sekundären Sektor.

Der tertiäre Sektor schließlich umfasst alle Dienstleistungen, bei denen keine körperlichen Güter hergestellt werden, sondern Leistungen für andere Menschen erbracht werden, etwa im Handel, im Bildungswesen, im Gesundheitswesen oder im Tourismus. Lehrerinnen, Ärzte und Verkäuferinnen arbeiten alle im tertiären Sektor.

SektorBeispielberufe
Primärer SektorLandwirt, Fischerin, Bergarbeiter
Sekundärer SektorBäckerin, Maschinenbauer, Elektrikerin
Tertiärer SektorLehrerin, Verkäufer, Arzt
Beispielberufe der drei Wirtschaftssektoren
Primärer, sekundärer und tertiärer Sektor unterscheiden sich deutlich in Tätigkeit und Beispielen.
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Die drei Sektoren im Vergleich

Ein direkter Vergleich der drei Sektoren zeigt, wie unterschiedlich sich Tätigkeit, Produkt und wirtschaftliche Bedeutung in modernen Volkswirtschaften wie Deutschland verteilen.

Primärer Sektor

Gewinnung von Rohstoffen direkt aus der Natur

Beispiele

  • Getreideanbau in der Landwirtschaft
  • Kohle- und Erzabbau im Bergbau

Signalwörter

  • Sehr kleiner Anteil in Deutschland
  • Abhängig von Boden und Klima
  • Produkte werden meist weiterverarbeitet

Tertiärer Sektor

Erbringung von Dienstleistungen für andere

Beispiele

  • Beratung, Bildung und Gesundheitsversorgung
  • Handel, Tourismus und Verwaltung

Signalwörter

  • Größter Anteil in Deutschland
  • Kein körperliches Produkt
  • Starkes Wachstum seit Jahrzehnten
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Beispiel: Vom Rohstoff zur Dienstleistung am Beispiel Kaffee

Erkläre am Beispiel von Kaffee, wie alle drei Wirtschaftssektoren an einem Produkt beteiligt sind.

Gegeben:

  • Kaffeebäuerinnen und -bauern bauen Kaffeekirschen in tropischen Anbauländern an
  • Röstereien verarbeiten die Kaffeebohnen zu fertig geröstetem Kaffee
  • Cafés und Supermärkte verkaufen den fertigen Kaffee an Kundinnen und Kunden

Gesucht:

Welchem Wirtschaftssektor lassen sich die einzelnen Schritte der Kaffeeherstellung zuordnen?

Lösung:

  1. Der Anbau der Kaffeepflanzen und die Ernte der Kaffeekirschen gehören zum primären Sektor, da hier ein Rohstoff direkt aus der Natur gewonnen wird.
  2. Röstereien verarbeiten die rohen Kaffeebohnen anschließend zu fertig geröstetem Kaffee, was eine Tätigkeit des sekundären Sektors ist.
  3. Der Transport, die Vermarktung und der Verkauf des fertigen Kaffees in Cafés oder Supermärkten zählen zum tertiären Sektor, da hier eine Dienstleistung erbracht wird.
  4. Am Ende hängen alle drei Sektoren voneinander ab: Ohne Anbau gäbe es keine Bohnen, ohne Verarbeitung keinen trinkfertigen Kaffee und ohne Handel würde er die Kundschaft nie erreichen.

Das Beispiel Kaffee zeigt, dass ein einziges Alltagsprodukt typischerweise alle drei Wirtschaftssektoren durchläuft, bevor es bei der Kundschaft ankommt. In Deutschland selbst findet dabei meist nur die Verarbeitung und der Verkauf statt, während der Anbau in anderen Ländern mit passendem Klima erfolgt.

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Der Strukturwandel der Wirtschaftssektoren in Deutschland

Vor rund 150 Jahren arbeitete in Deutschland noch ein Großteil der Bevölkerung in der Landwirtschaft, also im primären Sektor. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert verschob sich der Schwerpunkt zunehmend in Richtung Fabriken und Industrie, also den sekundären Sektor.

Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wächst vor allem der tertiäre Sektor immer weiter, während der Anteil von Landwirtschaft und Industrie an den Beschäftigten kontinuierlich sinkt. Heute arbeiten laut Statistischem Bundesamt nur noch rund 1 Prozent der Erwerbstätigen im primären Sektor, etwa 24 Prozent im sekundären und rund 75 Prozent im tertiären Sektor.

Diese Entwicklung wird als Strukturwandel bezeichnet und lässt sich auch in vielen anderen hoch entwickelten Industrieländern beobachten. Gründe dafür sind unter anderem verbesserte Technik, die weniger Arbeitskräfte in Landwirtschaft und Industrie benötigt, sowie eine wachsende Nachfrage nach Dienstleistungen wie Bildung, Gesundheit und Beratung.

Heute arbeiten in Deutschland etwa drei Viertel aller Erwerbstätigen im tertiären Sektor.
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Typische Fehler und Alltagsbezug

Ein häufiger Fehler ist, den sekundären Sektor nur auf große Fabriken zu beschränken. Tatsächlich gehören auch kleine Handwerksbetriebe wie Bäckereien, Schreinereien oder Elektrobetriebe zum sekundären Sektor, da auch sie Rohstoffe zu fertigen Produkten verarbeiten.

Ein zweiter Fehler ist, alle Berufe, bei denen man mit Menschen zu tun hat, automatisch dem tertiären Sektor zuzuordnen. Entscheidend ist nicht der Kontakt zu Menschen, sondern ob eine Dienstleistung ohne körperliches Produkt erbracht wird, im Unterschied zur Herstellung einer Ware.

Im Alltag begegnen uns die Wirtschaftssektoren ständig, etwa beim Einkaufen: Der Bauer, der Getreide anbaut, gehört zum primären Sektor, die Bäckerin, die daraus Brot backt, zum sekundären Sektor, und die Verkäuferin im Laden zum tertiären Sektor. Auch Diskussionen über den Strukturwandel in Kohleregionen betreffen genau diese Einteilung.

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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 5

Welcher Beruf gehört zum primären Sektor?

Welcher Beruf gehört zum primären Sektor?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Wirtschaftssektoren teilen alle Tätigkeiten in primären, sekundären und tertiären Sektor ein.
  • Der primäre Sektor gewinnt Rohstoffe, der sekundäre verarbeitet sie, der tertiäre erbringt Dienstleistungen.
  • In Deutschland arbeiten heute rund 75 Prozent aller Erwerbstätigen im tertiären Sektor.
  • Am Beispiel Kaffee zeigt sich, wie ein Produkt typischerweise alle drei Sektoren durchläuft.
  • Der Strukturwandel beschreibt die langfristige Verschiebung von Landwirtschaft und Industrie hin zu Dienstleistungen.

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Häufige Fragen zu Wirtschaftssektoren: Primär, sekundär, tertiär

Was sind Wirtschaftssektoren einfach erklärt?
Wirtschaftssektoren teilen alle wirtschaftlichen Tätigkeiten eines Landes in primären Sektor (Rohstoffgewinnung), sekundären Sektor (Verarbeitung) und tertiären Sektor (Dienstleistungen) ein. Diese Einteilung zeigt, wie eine Volkswirtschaft aufgebaut ist.
Was gehört zum primären Sektor?
Zum primären Sektor gehören alle Tätigkeiten, bei denen Rohstoffe direkt aus der Natur gewonnen werden, etwa Landwirtschaft, Fischerei, Forstwirtschaft und Bergbau.
Was ist der Unterschied zwischen sekundärem und tertiärem Sektor?
Der sekundäre Sektor verarbeitet Rohstoffe zu fertigen, körperlichen Produkten, etwa in Industrie und Handwerk. Der tertiäre Sektor erbringt dagegen Dienstleistungen ohne körperliches Produkt, etwa im Handel, in der Bildung oder im Gesundheitswesen.
Warum arbeiten heute so wenige Menschen im primären Sektor?
Durch moderne Maschinen und Technik können heute wenige Beschäftigte in der Landwirtschaft deutlich mehr produzieren als früher. Dadurch sank der Anteil des primären Sektors an den Erwerbstätigen in Deutschland auf nur noch etwa 1 Prozent.
Gibt es noch mehr als drei Wirtschaftssektoren?
Manche Fachleute unterscheiden zusätzlich einen quartären Sektor für besonders wissensintensive Dienstleistungen wie Forschung und Informationstechnologie. Im Schulunterricht wird meist aber mit den klassischen drei Sektoren gearbeitet.
Wie hoch ist der Anteil des tertiären Sektors in Deutschland?
In Deutschland arbeiten laut Statistischem Bundesamt etwa 75 Prozent aller Erwerbstätigen im tertiären Sektor, rund 24 Prozent im sekundären und nur etwa 1 Prozent im primären Sektor.
Was versteht man unter Strukturwandel der Wirtschaft?
Strukturwandel bezeichnet die langfristige Verschiebung der Beschäftigtenanteile zwischen den Wirtschaftssektoren. In Deutschland verlief dieser Wandel von der Landwirtschaft über die Industrie hin zu den heute dominierenden Dienstleistungen.
In welcher Klasse behandelt man die Wirtschaftssektoren im Erdkundeunterricht?
Die Wirtschaftssektoren werden meist in Klasse 8 im Rahmen der Wirtschaftsgeografie behandelt. Im Mittelpunkt stehen die Einteilung in primären, sekundären und tertiären Sektor sowie der Strukturwandel in Deutschland.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

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Das kommt als Nächstes