Spanien Geografie
Zur Spanien Geografie gehören eine weite Hochebene im Zentrum, hohe Gebirge, lange Küsten an Atlantik und Mittelmeer und rund 48 Millionen Einwohner (2023). Spanien liegt im Südwesten Europas auf der Iberischen Halbinsel und ist nach Frankreich das zweitgrößte Land der EU. In dieser Lektion lernst du, wo Spanien liegt, welche Landschaften und Klimazonen es gibt, wo die großen Städte liegen und wovon das Land lebt.
- Fach: Geografie
- Klasse 7
- Thema: Räume und Länder
- Dauer: 18 Min
- Niveau: Mittel
Spanien Geografie: Lage und Staat
Spanien liegt im Südwesten Europas und nimmt etwa vier Fünftel der Iberischen Halbinsel ein. Den Rest teilt sich Portugal im Westen. Im Nordosten grenzt Spanien über die Pyrenäen an Frankreich und das kleine Andorra. Im Süden trennt die Straße von Gibraltar, an der engsten Stelle nur etwa 14 Kilometer breit, Europa von Afrika. Dort liegen auch die spanischen Städte Ceuta und Melilla an der marokkanischen Küste. Gibraltar selbst gehört zu Großbritannien.
Mit rund 506 000 Quadratkilometern ist Spanien etwa 1,4-mal so groß wie Deutschland und das zweitgrößte Land der Europäischen Union nach Frankreich. Zu Spanien gehören außerdem die Balearen im Mittelmeer mit Mallorca, Menorca und Ibiza sowie die Kanarischen Inseln im Atlantik, die weit südlich vor der Küste Afrikas liegen. Im Norden grenzt das Land an den Golf von Biskaya, im Osten und Süden an das Mittelmeer, im Westen an den Atlantik.
Spanien ist eine parlamentarische Monarchie. Staatsoberhaupt ist seit 2014 König Felipe VI., die Regierung führt ein Ministerpräsident. Die Hauptstadt ist Madrid in der Mitte des Landes. Spanien ist in 17 autonome Gemeinschaften und zwei autonome Städte gegliedert, die eigene Regierungen und viele Rechte haben, etwa Katalonien, Andalusien oder das Baskenland. Seit 1986 ist das Land Mitglied der EU, bezahlt wird mit dem Euro.
Landschaften: Meseta, Gebirge und Küsten
Das Herz Spaniens ist die Meseta, eine große Hochebene in der Mitte der Halbinsel. Sie liegt im Durchschnitt auf 600 bis 800 Metern Höhe, Madrid auf etwa 650 Metern. Die Meseta ist trocken und weitgehend baumlos, im Sommer heiß und im Winter kalt. Man baut dort Getreide an und hält Schafe. Am Rand wird sie von Gebirgen eingerahmt, sodass das Land insgesamt ein sehr hoch gelegenes Land ist.
Im Norden liegen die Pyrenäen an der Grenze zu Frankreich. Ihr höchster Gipfel auf spanischer Seite ist der Aneto mit 3 404 Metern. Westlich schließt sich das Kantabrische Gebirge mit den Picos de Europa an. Im Süden erhebt sich die Sierra Nevada mit dem Mulhacén, der mit 3 479 Metern der höchste Berg auf dem Festland der Iberischen Halbinsel ist. Der höchste Berg Spaniens überhaupt ist der Vulkan Teide auf Teneriffa mit 3 715 Metern.
Zwischen den Gebirgen liegen große Tiefländer. Das Ebrobecken im Nordosten wird vom Fluss Ebro durchflossen, der in das Mittelmeer mündet. Im Süden bewässert der Guadalquivir das Tiefland von Andalusien, ein wichtiges Anbaugebiet. Der Tajo ist mit rund 1 000 Kilometern der längste Fluss der Iberischen Halbinsel und mündet in Portugal in den Atlantik. Flüsse sind in Spanien besonders wertvoll, weil Wasser knapp ist, und werden durch viele Stauseen genutzt.
| Raum | Merkmale | Nutzung |
|---|---|---|
| Meseta | trockene Hochebene in der Mitte | Getreide, Schafe, Hauptstadt Madrid |
| Pyrenäen und Kantabrisches Gebirge | hohe Gebirge im Norden | Wasserkraft, Wandern, Wintersport |
| Ebrobecken | Tiefland im Nordosten | Obst, Gemüse, Industrie bei Zaragoza |
| Andalusisches Tiefland | heiß, fruchtbar | Oliven, Orangen, Tourismus |
| Küsten und Inseln | Strände, Buchten | Tourismus, Hafenstädte |
Spanien Geografie: Klima
Viele denken bei Spanien nur an Sonne und Hitze, doch das Land hat mehrere Klimaräume. Der größte Teil liegt im Bereich des Mittelmeerklimas mit heißen, trockenen Sommern und milden, feuchten Wintern. Das gilt vor allem für die Küsten im Osten und Süden. In Sevilla im Süden steigen die Temperaturen im Hochsommer häufig über 40 Grad. Das Wasser aus dem Winter muss deshalb bis in den Sommer reichen.
Im Norden und Nordwesten, etwa in Galicien und im Baskenland, herrscht ein mildes Klima mit viel Regen, denn der Atlantik bringt feuchte Luft. Die Landschaft ist dort grün, weshalb man diesen Teil auch das grüne Spanien nennt. Auf der Meseta ist das Klima kontinental: Die Sommer sind heiß, die Winter kalt, mit Frost und manchmal Schnee, und es regnet wenig. Der Südosten um Almería ist so trocken, dass dort fast Halbwüsten liegen, mit rund 200 Millimetern Niederschlag im Jahr.
Die Kanarischen Inseln liegen weit im Süden im Atlantik und haben ein mildes, beständiges Klima ohne starken Winter, weshalb dort das ganze Jahr Touristen Urlaub machen. Für Klimadiagramme gilt: Wenn du ein Diagramm mit trockenen heißen Sommern und Regen im Winter siehst, gehört es zum Mittelmeerraum. Ist der Regen über das ganze Jahr verteilt, ist es wahrscheinlich ein Ort im Norden.
Spanien Geografie: Bevölkerung und Städte
In Spanien leben rund 48 Millionen Menschen (2023), das sind etwa 95 Einwohner pro Quadratkilometer. In Deutschland sind es mehr als 230. Die Bevölkerung ist sehr ungleich verteilt. Dicht besiedelt sind die Küsten, vor allem die Mittelmeerküste und die Inseln, sowie der Raum um Madrid. Große Teile des Inneren sind dagegen dünn besiedelt, vor allem in Teilen von Aragón und Kastilien.
Die größte Stadt ist die Hauptstadt Madrid mit rund 3,3 Millionen Einwohnern (2023), im Großraum leben über 6 Millionen Menschen. Madrid liegt mitten in der Meseta und ist Regierungssitz und Wirtschaftszentrum. Barcelona am Mittelmeer ist mit rund 1,7 Millionen die zweitgrößte Stadt und das Zentrum Kataloniens. Es folgen Valencia, Sevilla in Andalusien und Zaragoza im Ebrobecken mit je unter einer Million Einwohnern.
Gesprochen wird in ganz Spanien Spanisch, genauer Kastilisch. In einigen Regionen sind andere Sprachen gleichberechtigt: Katalanisch in Katalonien und auf den Balearen, Galicisch in Galicien und Baskisch im Baskenland. Spanien war lange ein Auswanderungsland, ist aber seit den 1990er-Jahren auch ein Einwanderungsland geworden. Viele Menschen kommen aus Lateinamerika, Marokko und Rumänien.
| Stadt | Lage | Bekannt für |
|---|---|---|
| Madrid | Mitte der Meseta | Hauptstadt, Regierung, Wirtschaft |
| Barcelona | Mittelmeerküste, Katalonien | Hafen, Architektur, Tourismus |
| Valencia | Mittelmeerküste | Orangen, Hafen, Stadt der Künste |
| Sevilla | am Guadalquivir, Andalusien | Altstadt, Flamenco, heißer Sommer |
| Bilbao | Nordküste, Baskenland | Industrie, Guggenheim-Museum |
Wirtschaft: Tourismus und Landwirtschaft
Der wichtigste Wirtschaftszweig ist der Tourismus. 2023 reisten rund 85 Millionen ausländische Gäste nach Spanien, nur Frankreich zählt weltweit mehr. Der Tourismus macht etwa zwölf Prozent der Wirtschaftsleistung aus und sichert Millionen Arbeitsplätze, besonders an der Costa Brava, auf Mallorca, an der Costa del Sol und auf den Kanaren. Sonne, Strände, Städte wie Barcelona und Sevilla sowie die Kultur ziehen Besucher an.
Die Landwirtschaft ist trotz ihres kleinen Anteils an der Wirtschaft sehr wichtig. Spanien ist der größte Olivenölproduzent der Welt, vor allem in Andalusien. Dazu kommen Wein, Orangen und Zitronen aus Valencia sowie Gemüse. Bei Almería stehen auf rund 30 000 Hektar Gewächshäuser aus Plastikfolie, die das Land gerne das Plastikmeer nennt. Dort wachsen Tomaten, Paprika und Gurken für den Export nach Mitteleuropa, auch im Winter. Die Anlagen verbrauchen aber viel Wasser.
Auch Industrie und Energie spielen eine Rolle. Spanien ist nach Deutschland der zweitgrößte Autohersteller Europas, und im Baskenland und in Katalonien gibt es Maschinenbau und Chemie. Wegen der vielen Sonnenstunden und Windlagen baut das Land Solar- und Windkraft stark aus. Schwächen sind die hohe Arbeitslosigkeit, die zu den höchsten in der EU gehört, vor allem unter jungen Menschen, und die große Abhängigkeit vom Tourismus.
Herausforderungen: Wasser, Hitze und leere Dörfer
Die größte Herausforderung ist das Wasser. Im Süden und Osten regnet es wenig, und gleichzeitig brauchen Landwirtschaft und Tourismus viel davon. In den Dürrejahren 2022 und 2023 litten besonders Katalonien und Andalusien unter niedrigen Pegelständen der Stauseen. Der Klimawandel verschärft die Lage: Hitzewellen werden länger, und es regnet noch unregelmäßiger. Teile des Südens drohen zu versteppen. Dieser Prozess heißt Desertifikation.
Im Sommer entstehen außerdem immer wieder große Waldbrände, die Natur, Häuser und Menschen bedrohen. Trockenheit, Hitze und Wind lassen die Feuer rasch wachsen. Hinzu kommt, dass in vielen Regionen Wälder nicht mehr gepflegt werden, weil die Bevölkerung wegzieht. Auch der Tourismus bringt Probleme mit sich: Auf Mallorca und in Barcelona klagen Einwohner über Lärm, volle Strände und steigende Mieten und protestieren gegen Massentourismus.
Eine weitere Herausforderung ist die Entvölkerung des Landesinneren. Junge Menschen ziehen in die Städte und an die Küsten, die Dörfer in Regionen wie Teruel oder Soria verlieren Einwohner und Schulen. Man spricht vom leeren Spanien. Die Regierung versucht, mit Förderungen, schnellem Internet und Arbeit aus der Ferne die Dörfer zu beleben. Ob das gelingt, hängt von neuen Arbeitsplätzen ab.
Typische Fehler und Alltagsbezug
Ein häufiger Fehler ist, Barcelona für die Hauptstadt Spaniens zu halten, weil die Stadt so bekannt ist. Die Hauptstadt ist Madrid. Barcelona ist die Hauptstadt der Region Katalonien. Ebenso werden Spanien und die Iberische Halbinsel gleichgesetzt, aber auf der Halbinsel liegt auch Portugal. Der Teil Spaniens, der nicht zur Halbinsel gehört, sind die Balearen, die Kanaren sowie Ceuta und Melilla.
Ein zweiter Fehler: Spanien sei überall heiß und trocken. Tatsächlich ist der Norden grün und regenreich, die Meseta im Winter kalt, und die Gipfel der Pyrenäen und der Sierra Nevada sind im Winter schneebedeckt. Auch dass in Spanien nur Spanisch gesprochen wird, stimmt nicht, denn in mehreren Regionen werden Katalanisch, Galicisch und Baskisch benutzt.
Für den Alltag und für Klassenarbeiten hilft ein Raster: Lage, Landschaft, Klima, Bevölkerung, Wirtschaft. Wenn du ein Land vorstellen sollst, gehe diese Punkte der Reihe nach durch. Auf der Karte solltest du die Pyrenäen, die Meseta, den Ebro, den Tajo, die Balearen, die Kanaren sowie Madrid, Barcelona, Valencia und Sevilla zeigen können.
Jetzt bist du dran
Wie heißt die Hauptstadt von Spanien?
Noch nicht. Die Hauptstadt ist Madrid in der Mitte des Landes. Barcelona ist mit rund 1,7 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt, aber nur die Hauptstadt der Region Katalonien.
Das Wichtigste in Kürze
- Spanien liegt im Südwesten Europas auf der Iberischen Halbinsel, ist rund 506 000 km² groß und hat etwa 48 Millionen Einwohner (2023).
- Zentrum ist die Hochebene Meseta mit Madrid, umgeben von Gebirgen wie Pyrenäen und Sierra Nevada. Der Teide auf Teneriffa ist mit 3 715 m der höchste Berg.
- Das Klima ist vielfältig: Mittelmeerklima an den Küsten, regenreiches Atlantikklima im Norden, trockenes Klima im Südosten.
- Die größten Städte sind Madrid und Barcelona. Wirtschaftlich wichtig sind Tourismus, Olivenöl, Obst und Gemüse und Autoindustrie.
- Herausforderungen sind Wasserknappheit, Hitze, Waldbrände, Massentourismus und die Entvölkerung des Landesinneren.
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Häufige Fragen zu Spanien Geografie
- Wo liegt Spanien?
- Spanien liegt im Südwesten Europas und nimmt den größten Teil der Iberischen Halbinsel ein. Im Westen grenzt es an Portugal, im Nordosten an Frankreich und Andorra, im Süden liegt Marokko jenseits der Straße von Gibraltar. Dazu gehören die Balearen im Mittelmeer und die Kanarischen Inseln im Atlantik vor der Küste Afrikas.
- Wie groß ist Spanien und wie viele Einwohner hat es?
- Spanien ist rund 506 000 Quadratkilometer groß, etwa 1,4-mal so groß wie Deutschland. Dort leben rund 48 Millionen Menschen (2023), das sind etwa 95 Einwohner pro Quadratkilometer. Deutschland hat mit mehr als 230 Einwohnern pro Quadratkilometer deutlich mehr. Spanien ist nach Frankreich das zweitgrößte Land der EU.
- Welche Landschaften gibt es in Spanien?
- In der Mitte liegt die trockene Hochebene Meseta. Im Norden erheben sich die Pyrenäen und das Kantabrische Gebirge, im Süden die Sierra Nevada. Dazwischen liegen Tiefländer wie das Ebrobecken und das Tiefland des Guadalquivir. Dazu kommen lange Küsten, die Balearen und die vulkanischen Kanarischen Inseln.
- Welches Klima hat Spanien?
- Spanien hat mehrere Klimazonen. An den Küsten im Osten und Süden herrscht Mittelmeerklima mit heißen trockenen Sommern und milden Wintern. Im Norden ist es mild und regenreich, auf der Meseta kontinental mit heißen Sommern und kalten Wintern. Der Südosten ist sehr trocken, und die Kanaren haben ein mildes Klima das ganze Jahr.
- Was ist die Meseta?
- Die Meseta ist die große Hochebene im Zentrum der Iberischen Halbinsel, im Durchschnitt 600 bis 800 Meter hoch. Sie ist trocken, im Sommer heiß und im Winter kalt. Dort liegt die Hauptstadt Madrid. Die Meseta wird von Gebirgen wie dem Kantabrischen Gebirge und der Sierra Nevada eingerahmt und ist vor allem für Getreide und Schafzucht wichtig.
- Was ist der höchste Berg Spaniens?
- Der höchste Berg Spaniens ist der Vulkan Teide auf der Kanareninsel Teneriffa mit 3 715 Metern. Auf dem Festland der Iberischen Halbinsel ist der Mulhacén in der Sierra Nevada mit 3 479 Metern der höchste Berg. In den Pyrenäen ragt der Aneto mit 3 404 Metern am höchsten auf.
- Warum ist Spanien bei Touristen so beliebt?
- Spanien bietet viel Sonne, lange Sandstrände, ein mildes Klima und große Städte mit Kultur. 2023 kamen rund 85 Millionen ausländische Gäste, nur Frankreich hat weltweit mehr. Beliebt sind Mallorca, die Costa del Sol, die Kanaren sowie Barcelona und Madrid. Der Tourismus macht etwa zwölf Prozent der Wirtschaftsleistung aus.
- Welche Sprachen werden in Spanien gesprochen?
- Amtssprache im ganzen Land ist Spanisch, genauer Kastilisch. In einigen Regionen sind weitere Sprachen gleichberechtigt: Katalanisch in Katalonien und auf den Balearen, Galicisch in Galicien und Baskisch im Baskenland. Viele Einwohner dieser Regionen sprechen deshalb zwei Sprachen, und Schilder und Schulen nutzen häufig beide.
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