Klassenspace

als oder wie

Als oder wie im Vergleichssatz richtig zu wählen, entscheidet eine einzige Frage: Sind zwei Dinge gleich oder unterschiedlich? In dieser Lektion lernst du die klare Regel für Klasse 6, mit der du „so schnell wie du“ von „schneller als du“ zuverlässig unterscheidest.

  • Fach: Deutsch
  • Klasse 6
  • Thema: Grammatik
  • Dauer: 15 Min
  • Niveau: Mittel
1

wie oder als – Vergleiche richtig anschließen

Als oder wie tauchen in fast jedem Vergleichssatz auf, werden aber je nach Art des Vergleichs verwechselt. Die Grundregel ist einfach: „wie“ verwendest du, wenn zwei Dinge gleich sind, „als“ verwendest du, wenn sie unterschiedlich sind. „Mein Bruder ist so groß wie ich“ bedeutet, beide sind gleich groß. „Mein Bruder ist größer als ich“ bedeutet, er ist unterschiedlich groß, nämlich größer.

Erkennbar ist die Gleichheit oft an der festen Fügung „so … wie“, die einen direkten Vergleich auf derselben Stufe ausdrückt: so schnell wie, so schön wie, so alt wie. Die Ungleichheit erkennst du dagegen an der Steigerungsform eines Adjektivs, dem sogenannten Komparativ, der meist auf -er endet: schneller, schöner, älter. Nach einem Komparativ steht immer „als“, niemals „wie“.

Diese Regel gilt unabhängig davon, ob der Vergleich positiv oder negativ ausfällt: „Er ist klüger als gedacht“ genauso wie „Er ist dümmer als gedacht“ – in beiden Fällen steht der Komparativ mit „als“. Bei Gleichheit dagegen bleibt das Adjektiv in seiner Grundform: „genauso klug wie gedacht“.

Ein typischer Fehler ist es, im Alltag und in der Umgangssprache auch nach einem Komparativ „wie“ zu benutzen, etwa „schneller wie du“. Das ist umgangssprachlich weit verbreitet, gilt aber als grammatisch falsch und wird in Klassenarbeiten und offiziellen Texten immer als Fehler gewertet. Nach jeder Steigerungsform mit -er gehört ausschließlich „als“.

So findest du in drei Schritten heraus, ob wie oder als richtig ist.
2

wie oder als?

Um die richtige Entscheidung zu treffen, stelle dir zwei Fragen nacheinander. Erstens: Sind die verglichenen Dinge gleich oder ähnlich? Dann gehört „wie“ dazu, meist erkennbar an „so … wie“ oder „genauso … wie“. Zweitens: Steht vor der Vergleichsstelle ein Adjektiv im Komparativ, also mit der Endung -er? Dann gehört zwingend „als“ dazu, ganz gleich, wie der Vergleich inhaltlich ausfällt.

Ein Sonderfall ist der Ausdruck „als ob“, der eine angenommene, aber nicht wirkliche Situation einleitet: „Er tut so, als ob er nichts wüsste.“ Hier steht immer „als“, weil ein hypothetischer Vergleich beschrieben wird, kein Vergleich auf Gleichheit.

wie – Gleichheit

Wenn zwei Dinge, Personen oder Eigenschaften gleich oder gleichwertig sind. Häufig in der Fügung „so … wie“ oder „genauso … wie“.

Beispiele

  • Sie ist so alt wie ich.
  • Er läuft genauso schnell wie sein Bruder.
  • Das Wetter ist heute wie gestern.

Signalwörter

  • Adjektiv steht in der Grundform, nicht im Komparativ
  • häufig eingeleitet durch so oder genauso
  • beide Vergleichsseiten sind gleichwertig
  • keine Steigerungsendung -er vorhanden

als – Ungleichheit

Wenn zwei Dinge, Personen oder Eigenschaften unterschiedlich sind. Steht immer nach einem Adjektiv im Komparativ.

Beispiele

  • Sie ist älter als ich.
  • Er läuft schneller als sein Bruder.
  • Das Wetter ist heute schlechter als gestern.

Signalwörter

  • Adjektiv steht im Komparativ, endet meist auf -er
  • die beiden Vergleichsseiten unterscheiden sich
  • auch nach anders, mehr, weniger steht als
  • feste Fügung als ob leitet einen angenommenen Vergleich ein
VergleichsartBeispielSchreibweise
Gleichheitso groß wie duwie
Ungleichheit, Komparativgrößer als duals
Grundform des Adjektivsgenauso schön wie duwie
Angenommener Vergleichals ob er müde wäreals
wie oder als: Entscheidung auf einen Blick
wie steht bei Gleichheit, als steht bei Ungleichheit und nach dem Komparativ.
3

wie oder als in einem Satz mit beidem entscheiden

Setze „wie“ oder „als“ ein und begründe jede Entscheidung mit der Regel.

Gegeben:

  • Meine Schwester ist genauso sportlich ___ ich, aber sie schwimmt schneller ___ ich.

Gesucht:

die richtige Schreibweise an beiden Lücken

Lösung:

  1. Erste Lücke: Das Adjektiv „sportlich“ steht in der Grundform, eingeleitet durch „genauso“. Es wird also Gleichheit ausgedrückt: beide sind gleich sportlich. Deshalb steht hier „wie“.
  2. Bestätige das über die Fügung: „genauso … wie“ ist eine feste Vergleichsform für Gleichheit, genau wie „so … wie“.
  3. Zweite Lücke: „schneller“ ist der Komparativ von „schnell“ und endet auf -er. Nach jeder Steigerungsform steht zwingend „als“, unabhängig vom Sinn des Satzes.
  4. Lies den fertigen Satz noch einmal laut: Der erste Vergleich beschreibt Gleichheit, der zweite eine Steigerung – deshalb zwei verschiedene Wörter im selben Satz.

„Meine Schwester ist genauso sportlich wie ich, aber sie schwimmt schneller als ich.“ Erst Gleichheit mit „wie“, dann Steigerung mit „als“ – entschieden durch die Form des Adjektivs.

4

Typische Fehler bei wie und als

Der häufigste Fehler ist die Verwendung von „wie“ nach einem Komparativ, weil das in der gesprochenen Umgangssprache sehr verbreitet ist: „Ich bin größer wie du“, „Das ist besser wie gedacht“. In der Schriftsprache und in jeder Klassenarbeit gilt das eindeutig als falsch – nach jeder Steigerungsform mit -er steht ausschließlich „als“.

Ein zweiter Fehler tritt bei Gleichheitsvergleichen auf, wenn Schüler versehentlich „als“ statt „wie“ verwenden, etwa „Sie ist so groß als ich“. Bei einem Vergleich auf gleicher Stufe, besonders in der festen Fügung „so … wie“, ist ausschließlich „wie“ richtig.

Ein dritter Fehler betrifft die Fügung „als ob“, die manchmal fälschlich zu „wie ob“ oder „wie wenn“ verändert wird. Der angenommene Vergleich mit „als ob“ leitet immer mit „als“ ein, gefolgt von einem Verb im Konjunktiv: „als ob er es wüsste“.

5

Tipps für die Klassenarbeit

Suche in jedem Vergleichssatz zuerst das Adjektiv und prüfe, ob es die Endung -er trägt. Findest du diese Steigerungsendung, weißt du sofort, dass „als“ folgen muss, ganz ohne über den Sinn des Satzes nachzudenken.

Achte besonders auf die Signalwörter „so“ und „genauso“ vor dem Adjektiv – sie zeigen fast immer einen Gleichheitsvergleich an und verlangen „wie“. Fehlt ein solches Signalwort und steht stattdessen ein Komparativ, ist „als“ die richtige Wahl.

Übe die Unterscheidung an eigenen Beispielsätzen aus deinem Alltag, etwa beim Vergleichen von Noten, Sportleistungen oder Filmen. Wandle jeden Satz einmal in einen Gleichheits- und einmal in einen Ungleichheitsvergleich um, um beide Formen sicher zu beherrschen.

6

Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 4

Welche Schreibweise ist richtig? „Dieser Film ist spannender ___ der letzte.“

Welche Schreibweise ist richtig? „Dieser Film ist spannender ___ der letzte.“
7

Das Wichtigste in Kürze

  • „wie“ steht bei Gleichheit, oft in der Fügung so … wie oder genauso … wie.
  • „als“ steht bei Ungleichheit und immer nach einer Steigerungsform mit -er.
  • Prüfe zuerst das Adjektiv: Endet es auf -er, folgt zwingend als.
  • Die feste Fügung als ob leitet einen angenommenen Vergleich ein, immer mit als.
  • Typischer Fehler: wie nach einem Komparativ, wie in „schneller wie du“ – in der Schriftsprache immer falsch, richtig ist „schneller als du“.
Die wichtigsten Regeln zu wie und als auf einen Blick.

Weiter üben

Neue Aufgaben, so viele du willst – jedes Mal mit anderen Zahlen.

Lektion abschließen

Schließe alle Aufgaben ab, um diese Lektion zu beenden.

0 %

Häufige Fragen zu als oder wie

Wann benutzt man wie und wann als?
Du benutzt „wie“, wenn zwei Dinge gleich oder gleichwertig sind, oft erkennbar an der Fügung „so … wie“, zum Beispiel „so groß wie ich“. Du benutzt „als“, wenn zwei Dinge unterschiedlich sind und ein Adjektiv im Komparativ steht, zum Beispiel „größer als ich“. Nach jeder Steigerungsform mit -er gehört immer „als“, niemals „wie“.
Warum heißt es größer als und nicht größer wie?
„größer“ ist der Komparativ von „groß“ und drückt eine Steigerung, also eine Ungleichheit, aus. Nach jedem Komparativ steht im Deutschen grammatisch korrekt immer „als“, nie „wie“. „größer wie“ ist zwar in der gesprochenen Umgangssprache weit verbreitet, gilt aber als Fehler und wird in der Schule als falsch gewertet.
Was ist der Unterschied zwischen so wie und genauso wie?
Beide Fügungen drücken Gleichheit aus und werden mit „wie“ verwendet, „genauso wie“ betont die Gleichheit dabei etwas stärker als das einfache „so wie“. „Sie ist so schnell wie ich“ und „Sie ist genauso schnell wie ich“ bedeuten inhaltlich fast dasselbe, beide verlangen in jedem Fall „wie“, nicht „als“.
Wann steht als ob und nicht wie ob?
„als ob“ ist eine feste Fügung, die einen angenommenen, nicht wirklichen Vergleich einleitet, zum Beispiel „Er tat so, als ob er schliefe“. Eine Form „wie ob“ gibt es im Deutschen nicht. Nach „als ob“ steht meist ein Verb im Konjunktiv, das den hypothetischen Charakter des Vergleichs zusätzlich deutlich macht.
Ist schneller wie du wirklich falsch?
Ja, in der Standardsprache und damit auch in der Schule gilt „schneller wie du“ als grammatisch falsch, richtig ist „schneller als du“. In manchen deutschen Regionen und im lockeren Sprechen wird „wie“ nach einem Komparativ trotzdem häufig verwendet, für Aufsätze, Diktate und offizielle Texte solltest du aber immer die Regel mit „als“ anwenden.
In welcher Klasse lernt man wie und als?
Die Unterscheidung von wie und als wird meist in der sechsten Klasse behandelt, nachdem der Komparativ von Adjektiven bereits eingeführt wurde. Sie baut auf dem Wissen über Steigerungsformen auf und wird häufig zusammen mit anderen Vergleichsformen wie dem Superlativ vertieft.
Wie erkenne ich einen Komparativ im Satz?
Ein Komparativ ist die Steigerungsform eines Adjektivs und endet im Deutschen fast immer auf -er, zum Beispiel schnell – schneller, groß – größer, gut – besser. Manchmal ändert sich zusätzlich der Vokal, wie bei groß – größer. Findest du diese Endung, weißt du sofort, dass danach „als“ folgen muss.
Gibt es auch bei Zahlen einen Unterschied zwischen wie und als?
Ja, bei Mengenangaben gilt dieselbe Regel: Bei Gleichheit steht „wie“, zum Beispiel „so viel wie du“, bei Ungleichheit steht „als“, zum Beispiel „mehr als du“ oder „weniger als du“. „mehr“ und „weniger“ sind selbst schon Steigerungsformen, deshalb verlangen sie ebenfalls immer „als“.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können