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Pronomen

Pronomen sind Stellvertreter: Sie ersetzen oder begleiten Nomen, damit du nicht ständig dasselbe Wort wiederholen musst. In dieser Lektion lernst du die wichtigsten Arten kennen und unterscheidest vor allem Personal- und Possessivpronomen sicher.

  • Fach: Deutsch
  • Klasse 5
  • Thema: Grammatik
  • Dauer: 15 Min
  • Niveau: Mittel
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Stellvertreter für Nomen

Stell dir vor, du schreibst: „Lisa hat ein Rad. Lisa fährt mit Lisas Rad zur Schule.“ Das klingt holprig. Mit Pronomen wird daraus: „Lisa hat ein Rad. Sie fährt mit ihrem Rad zur Schule.“ Das Wort Pronomen kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „für das Nomen“. Pronomen machen Texte flüssiger, weil sie Wiederholungen vermeiden.

Es gibt mehrere Arten. Personalpronomen stehen für Personen oder Dinge: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie. Possessivpronomen zeigen, wem etwas gehört: mein, dein, sein, ihr, unser, euer. Daneben gibt es Demonstrativpronomen, die auf etwas hinweisen (dieser, jener), Relativpronomen, die Nebensätze einleiten (der, die, das, welcher), und Reflexivpronomen, die sich auf das Subjekt zurückbeziehen (sich).

Pronomen werden wie Nomen gebeugt. Aus „ich“ wird im Dativ „mir“ und im Akkusativ „mich“, aus „er“ wird „ihm“ und „ihn“. Wichtig ist, dass immer klar bleibt, wofür ein Pronomen steht. Wenn in einem Satz zwei Personen vorkommen, kann „er“ unklar werden. Dann ist es besser, noch einmal den Namen zu nennen.

Ein Beispiel für so eine Unklarheit: „Max ruft Paul an, weil er Hilfe braucht.“ Wer braucht Hilfe – Max oder Paul? Der Satz lässt beides zu. Besser ist: „Max ruft Paul an, weil Max Hilfe braucht.“ Oder du baust den Satz um: „Weil Max Hilfe braucht, ruft er Paul an.“ Merke dir: Ein Pronomen bezieht sich meist auf das zuletzt genannte passende Nomen. Lies deine Texte deshalb immer einmal mit der Frage durch, ob jedes Pronomen eindeutig ist.

Tipp für die Klassenarbeit: Wenn du eine Pronomenart bestimmen sollst, stell zuerst die Frage „Steht direkt ein Nomen dahinter?“. Wenn ja, ist es oft ein Possessivpronomen (mein Buch) oder ein Demonstrativpronomen (dieses Buch). Wenn nein, ist es meist ein Personalpronomen. Beim Reflexivpronomen hilft die Rückbezugsprobe: Meint das Pronomen dieselbe Person wie das Subjekt? „Ich freue mich“ – ich und mich sind dieselbe Person, also reflexiv.

Weitere Beispielsätze: „Dieses Fahrrad gehört mir“ enthält ein Demonstrativpronomen vor dem Nomen. „Wer hat das gesagt?“ beginnt mit einem Interrogativpronomen. „Die Lehrerin, die uns unterrichtet, ist neu“ zeigt ein Relativpronomen, das einen Nebensatz einleitet und sich auf „Lehrerin“ bezieht.

Fünf Pronomenarten mit ihrer typischen Aufgabe im Satz.
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Personalpronomen oder Possessivpronomen?

Die beiden häufigsten Arten verwechselt man leicht, weil „sie“ und „ihr“ in beiden vorkommen. Frag dich: Steht das Wort für eine Person, oder zeigt es, wem etwas gehört? Im zweiten Fall steht meistens ein Nomen direkt dahinter.

Personalpronomen

Wenn das Wort eine Person oder Sache vollständig ersetzt. Es steht allein und ist selbst ein Satzglied, zum Beispiel das Subjekt.

Beispiele

  • Tom kommt. – Er kommt.
  • Ich gebe dir das Buch.
  • Wir sehen sie morgen.

Signalwörter

  • ersetzt ein Nomen komplett
  • kein Nomen direkt dahinter
  • Frage: Wer oder was? Wem? Wen?
  • Formen: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie

Possessivpronomen

Wenn das Wort angibt, wem etwas gehört. Es begleitet meist ein Nomen und passt seine Endung daran an.

Beispiele

  • Das ist mein Hund.
  • Lisa fährt mit ihrem Rad.
  • Wo ist euer Ball?

Signalwörter

  • zeigt Besitz oder Zugehörigkeit
  • meist folgt direkt ein Nomen
  • Frage: Wessen?
  • Formen: mein, dein, sein, ihr, unser, euer
  • Endung ändert sich mit dem Nomen: mein Hund, meine Katze
Personalpronomen stehen allein, Possessivpronomen begleiten meist ein Nomen und zeigen Besitz.
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Pronomen im Satz bestimmen

Bestimme die Art der unterstrichenen Pronomen: „Anna sucht ihre Jacke. Sie findet sie im Flur.“

Gegeben:

  • ihre – Sie – sie

Gesucht:

die Art jedes Pronomens

Lösung:

  1. „ihre“: Direkt dahinter steht das Nomen „Jacke“. Frage: Wessen Jacke? Annas Jacke. Das Wort zeigt Besitz, also ist es ein Possessivpronomen.
  2. „Sie“ am Satzanfang: Es steht allein und ersetzt „Anna“. Frage: Wer findet? Also ein Personalpronomen im Nominativ.
  3. „sie“ nach „findet“: Es steht ebenfalls allein und ersetzt „die Jacke“. Frage: Wen oder was findet sie? Also ein Personalpronomen im Akkusativ.

„ihre“ ist ein Possessivpronomen, beide „sie“ sind Personalpronomen – einmal für Anna, einmal für die Jacke.

In fünf Schritten die Art eines Pronomens sicher bestimmen.
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Typische Fehler

Der häufigste Fehler ist die Verwechslung von „sein“ und „ihr“. Entscheidend ist nicht das Nomen dahinter, sondern wem etwas gehört: Gehört es einer männlichen Person oder einer Sache mit „der“ oder „das“, nimmst du „sein“, gehört es einer weiblichen Person oder mehreren Personen, nimmst du „ihr“.

Ein zweiter Fehler ist der unklare Bezug eines Personalpronomens, wenn im Satz zwei Personen desselben Geschlechts vorkommen. „Max ruft Paul an, weil er Hilfe braucht“ lässt offen, wer Hilfe braucht. Wiederhole in solchen Fällen lieber den Namen oder baue den Satz um.

Drittens wird das Reflexivpronomen manchmal vergessen oder durch ein Personalpronomen ersetzt. „Er wäscht ihn“ meint eine andere Person, „Er wäscht sich“ meint ihn selbst. Prüfe deshalb immer, ob Subjekt und Objekt dieselbe Person meinen.

FalschRichtigWarum
Lisa und sein RadLisa und ihr Radsein gehört zu er/es, nicht zu sie
Max ruft Paul an, weil er Hilfe braucht.Max ruft Paul an, weil Max Hilfe braucht.unklarer Bezug, deshalb Namen wiederholen
Er wäscht ihn.Er wäscht sich.sich nötig, wenn Subjekt und Objekt gleich sind
Die Kinder und ihnen BallDie Kinder und ihr BallPossessivpronomen statt Dativform nötig
Häufige Pronomenfehler
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Tipps für die Klassenarbeit

Wenn du in der Klassenarbeit eine Pronomenart bestimmen sollst, gehe die Fragen aus dem Ablaufschema durch: Steht ein Nomen dahinter? Zeigt es Besitz? Steht es allein? Bezieht es sich auf das Subjekt zurück? So findest du systematisch die richtige Fachbezeichnung, statt zu raten.

Übe zusätzlich, Pronomen in eigenen Texten bewusst einzusetzen, um Wiederholungen zu vermeiden. Schreib einen kurzen Text zuerst nur mit Namen, dann überarbeite ihn und ersetze passende Stellen durch Pronomen. So merkst du dir die Wirkung viel besser als durch reines Auswendiglernen der Formen.

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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 3

Welche Art ist „unser“ in „Unser Lehrer ist krank.“?

Welche Art ist „unser“ in „Unser Lehrer ist krank.“?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Pronomen ersetzen oder begleiten Nomen und vermeiden Wiederholungen.
  • Personalpronomen stehen allein: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie.
  • Possessivpronomen zeigen Besitz und stehen meist vor einem Nomen: mein, dein, sein, ihr.
  • Weitere Arten: Demonstrativ-, Relativ- und Reflexivpronomen.
  • Typischer Fehler: „sein“ und „ihr“ verwechseln. „sein“ gehört zu er oder es, „ihr“ zu sie – also „Lisa und ihr Rad“, nicht „Lisa und sein Rad“.

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Häufige Fragen zu Pronomen

Was sind Pronomen einfach erklärt?
Pronomen sind Wörter, die ein Nomen ersetzen oder begleiten. Statt „Lisa lacht, Lisa freut sich“ sagst du „Sie lacht, sie freut sich“. So vermeidest du Wiederholungen und dein Text liest sich flüssiger. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und heißt „für das Nomen“. Pronomen werden gebeugt, sie verändern sich also je nach Fall: ich, mir, mich.
Welche Pronomen gibt es?
In Klasse 5 lernst du vor allem fünf Arten: Personalpronomen (ich, du, er), Possessivpronomen (mein, dein, sein), Demonstrativpronomen (dieser, jener), Relativpronomen (der, die, das, welcher) und Reflexivpronomen (mich, dich, sich). Später kommen noch Interrogativpronomen wie „wer“ und „was“ sowie Indefinitpronomen wie „jemand“, „man“ oder „niemand“ hinzu.
Was ist der Unterschied zwischen Personalpronomen und Possessivpronomen?
Ein Personalpronomen ersetzt eine Person oder Sache vollständig und steht allein: „Er spielt.“ Ein Possessivpronomen zeigt, wem etwas gehört, und steht meist direkt vor einem Nomen: „Sein Ball ist rot.“ Die Frage „Wessen?“ hilft dir: Kannst du damit nach dem Wort fragen, ist es ein Possessivpronomen.
Wann schreibt man „sein“ und wann „ihr“?
Das hängt davon ab, wem etwas gehört, nicht vom Nomen dahinter. Gehört es einem Mann, einem Jungen oder einer Sache mit „der“ oder „das“, nimmst du „sein“: „Tom und sein Rad“. Gehört es einer Frau, einem Mädchen oder mehreren Personen, nimmst du „ihr“: „Lisa und ihr Rad“, „die Kinder und ihr Ball“.
Wie erkenne ich ein Reflexivpronomen?
Ein Reflexivpronomen bezieht sich auf das Subjekt desselben Satzes zurück. In „Ich wasche mich“ sind „ich“ und „mich“ dieselbe Person. Typisch ist „sich“ in der dritten Person: „Er freut sich.“ Wenn das Pronomen eine andere Person meint, wie in „Ich wasche ihn“, ist es dagegen ein Personalpronomen.
Was ist ein Demonstrativpronomen?
Ein Demonstrativpronomen weist auf etwas Bestimmtes hin, oft mit einer zeigenden Geste gedacht: dieser, jener, dieses, derselbe. Es kann allein stehen oder ein Nomen begleiten: „Dieses Buch gehört mir“ oder „Ich nehme dieses.“ Anders als das Personalpronomen betont es eine Auswahl oder einen Unterschied, zum Beispiel zwischen mehreren Gegenständen.
Warum sollte man Pronomen nicht zu oft verwenden?
Zu viele Pronomen hintereinander machen einen Text unklar, weil nicht mehr eindeutig ist, worauf sie sich beziehen. Besonders wenn mehrere Personen desselben Geschlechts vorkommen, entsteht schnell Verwirrung. Wiederhole in solchen Fällen lieber einmal den Namen oder benenne die Sache erneut, auch wenn das auf den ersten Blick weniger elegant wirkt als ein Pronomen.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

Das kommt als Nächstes