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Zugvögel und Vogelzug: Gründe, Orientierung, Beispiele

Zugvögel verlassen im Herbst ihr Brutgebiet, und dieser Vogelzug folgt einem festen Jahreslauf. In dieser Lektion lernst du, warum Vögel ziehen, wie sich Zugvögel von Standvögeln und Teilziehern unterscheiden und wie sie den Weg finden.

  • Fach: Biologie
  • Klasse 6
  • Thema: Tiere
  • Dauer: 15 Min
  • Niveau: Einfach
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Zugvögel und Vogelzug: Was ist das?

Zugvögel sind Vögel, die im Herbst aus ihrem Brutgebiet in wärmere Gebiete fliegen und im Frühling zurückkehren. Diese regelmäßige Wanderung heißt Vogelzug. Sie hat einen einfachen Grund: Im Winter finden viele Vögel bei uns nicht mehr genug Nahrung. Insekten sind verschwunden, und der Boden ist oft hart gefroren.

Der Vogelzug ist keine Flucht vor der Kälte, denn viele Vögel halten Kälte gut aus. Entscheidend ist das Futter. Ein Mauersegler, der Fluginsekten frisst, würde im deutschen Winter verhungern. Eine Kohlmeise dagegen findet Samen und überwinterte Insekten und kann deshalb bleiben. Der Vogelzug ist also eine Anpassung an das Nahrungsangebot im Jahreslauf.

Manche Zugvögel legen dabei enorme Strecken zurück. Rauchschwalben fliegen aus Deutschland bis ins südliche Afrika, die Küstenseeschwalbe pendelt zwischen der Arktis und der Antarktis und legt dabei mehrere zehntausend Kilometer im Jahr zurück.

Zugvögel, Standvögel und Teilzieher verhalten sich im Winter unterschiedlich.
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Zugvögel, Standvögel und Teilzieher

Nicht alle Vögel verhalten sich im Winter gleich. Zugvögel wie Kuckuck, Mauersegler und Rauchschwalbe verlassen Mitteleuropa vollständig. Standvögel wie Haussperling, Kohlmeise und Buntspecht bleiben das ganze Jahr in ihrer Heimat. Dazwischen stehen die Teilzieher. Bei ihnen zieht nur ein Teil der Tiere weg, ein anderer Teil bleibt.

Beim Star, bei der Amsel und beim Rotkehlchen hängt das vom Brutgebiet und vom Winter ab. Tiere aus dem kalten Nordosten ziehen weiter nach Westen und Süden, Tiere aus milderen Gegenden bleiben. Manchmal verhalten sich sogar Tiere derselben Art in unterschiedlichen Jahren verschieden, wenn der Winter besonders streng oder besonders mild ist.

Man unterscheidet außerdem nach der Entfernung. Kurzstreckenzieher überwintern im Mittelmeerraum, Langstreckenzieher fliegen bis südlich der Sahara. Der Storch zieht je nach Population nach Spanien oder nach Afrika.

GruppeVerhaltenBeispiele
Zugvogelverlässt das Brutgebiet vollständigKuckuck, Mauersegler, Rauchschwalbe
Standvogelbleibt ganzjährig vor OrtHaussperling, Kohlmeise, Buntspecht
Teilzieherein Teil zieht, ein Teil bleibtStar, Amsel, Rotkehlchen
Verhalten von Vögeln im Winter
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Wie finden Zugvögel den Weg beim Vogelzug?

Zugvögel finden ihren Weg, ohne eine Landkarte zu haben. Junge Vögel fliegen oft zum ersten Mal ohne ihre Eltern. Man nimmt an, dass ihnen die Zugrichtung weitgehend angeboren ist. Sie verfügen über eine innere Uhr und eine Art Zugprogramm, das Richtung und ungefähre Dauer des Fluges festlegt.

Zur Orientierung nutzen Vögel mehrere Hinweise gleichzeitig. Tagsüber hilft ihnen der Stand der Sonne, nachts die Sternbilder. Viele Arten können außerdem das Erdmagnetfeld wahrnehmen und sich daran ausrichten. Außerdem helfen Landmarken wie Küsten, Flüsse und Gebirge. Fällt ein Hinweis aus, zum Beispiel bei Bewölkung, können die anderen ihn ersetzen.

Vor dem Aufbruch zeigen Zugvögel eine Zugunruhe. Sie flattern nachts im Käfig in Zugrichtung, auch wenn sie nicht aus dem Käfig herauskönnen. Das beweist, dass der Trieb zum Zug innerlich gesteuert wird und nicht nur eine Reaktion auf das Wetter ist.

Zugvögel orientieren sich an Sonne, Sternen, Erdmagnetfeld und Landmarken.
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Ablauf des Vogelzugs im Jahreslauf

Der Jahreslauf der Zugvögel folgt einem festen Muster. Im Frühling und Sommer brüten die Vögel im Norden, wo es viele Insekten für die Jungen gibt. Im Spätsommer legen sie sich Fettreserven an, die als Energie für den Flug dienen. Manche Vögel verdoppeln dabei fast ihr Körpergewicht.

Ausgelöst wird der Aufbruch durch kürzer werdende Tage und das schwindende Futter. Auf dem Zug fliegen manche Arten, etwa Kraniche und Gänse, in einer V-Formation. Dadurch spart der Schwarm Kraft, weil die hinteren Tiere im Luftwirbel der vorderen fliegen. Unterwegs rasten die Vögel an Futterplätzen und fressen sich wieder neue Reserven an.

Im Winterquartier finden die Vögel genug Nahrung. Wenn im Frühling die Tage länger werden, kehren sie zu ihrem Brutplatz zurück. Viele Vögel finden dabei sogar zum selben Nest oder Kirchturm wie im Vorjahr.

Der Vogelzug folgt einem Jahreslauf vom Brüten bis zur Rückkehr.
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Typische Fehler zu Zugvögeln und Vogelzug

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, Vögel zögen weg, weil ihnen kalt sei. Kälte allein ist selten das Problem, entscheidend ist das fehlende Futter. Deshalb bleiben Vögel mit passender Winternahrung, etwa Körnerfresser, oft hier, während Insektenfresser abziehen.

Ein zweiter Fehler: „Alle Vögel sind entweder Zugvögel oder Standvögel.“ Die Teilzieher zeigen, dass es Zwischenformen gibt. Selbst bei einer Art kann ein Teil ziehen. Auch ist der Weg nicht gelernt wie eine Strecke, die man sich merkt. Junge Vögel ziehen oft allein und finden dennoch ihr Ziel.

Drittens glauben manche, Zugvögel seien im Winter weg, weil sie „überwintern“ wie ein Igel. Beim Winterschlaf bleibt ein Tier vor Ort und senkt seinen Stoffwechsel. Zugvögel dagegen wechseln den Ort und bleiben aktiv.

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Zugvögel im Alltag: Beobachten und Schützen

Den Vogelzug kannst du selbst beobachten. Im Herbst ziehen Kraniche in großen Keilen über Deutschland, und Stare sammeln sich zu riesigen Schwärmen. Im Frühling erkennst du die Rückkehr am Gesang der ersten Rauchschwalben oder an Störchen auf ihren Nestern. Ein Fernglas und ein Bestimmungsbuch reichen für den Einstieg.

Forscher markieren Vögel mit kleinen Ringen am Bein. Wird ein beringter Vogel gefunden, lässt sich sein Weg nachvollziehen. Heute kommen auch winzige Sender und Lichtmesser zum Einsatz, die die Flugroute aufzeichnen. So weiß man, wohin die Vögel fliegen und wo sie rasten.

Zugvögel sind gefährdet. Der Verlust von Rastplätzen, Glasscheiben, Windräder und die Jagd in manchen Ländern kosten viele Vögel das Leben. Du kannst helfen, indem du Fensterscheiben mit Mustern sichtbar machst und naturnahe Gärten anlegst, in denen Insekten leben.

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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 5

Warum ziehen viele Vögel im Herbst nach Süden?

Warum ziehen viele Vögel im Herbst nach Süden?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Zugvögel fliegen im Herbst in wärmere Gebiete, weil im Winter Nahrung fehlt.
  • Es gibt Zugvögel, Standvögel und Teilzieher.
  • Zur Orientierung nutzen sie Sonne, Sterne, Erdmagnetfeld und Landmarken.
  • Vor dem Zug legen sie Fettreserven an und rasten unterwegs.
  • Typischer Fehler: Nicht Kälte, sondern Nahrungsmangel löst den Zug aus.

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Häufige Fragen zu Zugvögel und Vogelzug: Gründe, Orientierung, Beispiele

Was sind Zugvögel?
Zugvögel sind Vögel, die im Herbst ihr Brutgebiet verlassen, in wärmeren Gebieten überwintern und im Frühling zurückkehren. Beispiele sind Kuckuck, Mauersegler, Rauchschwalbe und Storch. Der Grund ist das fehlende Futter im Winter.
Warum fliegen Vögel im Winter in den Süden?
Im Winter gibt es bei uns kaum Insekten und andere Nahrung. Vor allem Insektenfresser würden verhungern. Im Süden finden sie genug zu fressen. Die Kälte selbst ist für viele Vögel weniger das Problem.
Welche Vögel sind Zugvögel?
Typische Zugvögel in Deutschland sind Kuckuck, Mauersegler, Rauchschwalbe, Kranich und Weißstorch. Teilzieher wie Star, Amsel und Rotkehlchen ziehen nur zum Teil. Meisen und Sperlinge bleiben als Standvögel das ganze Jahr hier.
Wie finden Zugvögel den Weg?
Sie nutzen mehrere Hinweise: den Sonnenstand am Tag, die Sterne in der Nacht, das Erdmagnetfeld und Landmarken wie Küsten und Flüsse. Außerdem ist ihnen die Zugrichtung zum Teil angeboren, sodass auch junge Vögel ihr Ziel finden.
Wann ziehen die Zugvögel weg und wann kommen sie zurück?
Der Abzug beginnt je nach Art von Spätsommer bis Herbst, etwa Mauersegler schon im August. Die Rückkehr erfolgt zwischen März und Mai. Ausgelöst wird der Zug durch die Tageslänge und den Nahrungsmangel.
Was ist der Unterschied zwischen Zugvogel und Standvogel?
Ein Zugvogel verlässt im Herbst sein Brutgebiet und überwintert woanders. Ein Standvogel bleibt das ganze Jahr in seiner Heimat. Dazwischen gibt es Teilzieher, bei denen nur ein Teil der Vögel wegzieht.
Wie weit fliegen Zugvögel?
Das ist sehr verschieden. Kurzstreckenzieher überwintern im Mittelmeerraum, Langstreckenzieher wie die Rauchschwalbe fliegen bis ins südliche Afrika. Die Küstenseeschwalbe legt im Jahr mehrere zehntausend Kilometer zurück.
Warum fliegen Zugvögel in V-Formation?
In der V-Formation fliegen die hinteren Vögel im Luftwirbel der Vordertiere und sparen dadurch Energie. Die Anführer wechseln sich ab, damit niemand zu früh ermüdet. Das ist vor allem bei Kranichen und Gänsen zu sehen.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

Das kommt als Nächstes