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Wassertransport in der Pflanze

Pflanzen nehmen Wasser über die Wurzeln auf und transportieren es bis in die höchsten Blätter, ohne dabei ein Herz wie Tiere zu besitzen. In dieser Lektion lernst du, wie der Wassertransport in der Pflanze abläuft, welche Kräfte dabei wirken und wie die Pflanze über ihre Spaltöffnungen den Wasserverlust steuert.

  • Fach: Biologie
  • Klasse 7
  • Thema: Pflanzen
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Mittel
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Wasserhaushalt der Pflanze: warum Wassertransport nötig ist

Pflanzen bestehen zu einem großen Teil aus Wasser und benötigen es für fast alle Lebensvorgänge, etwa für die Fotosynthese, den Transport von Nährstoffen und die Stabilität ihrer Zellen. Da Wasser fast ausschließlich über die Wurzeln im Boden aufgenommen wird, muss es von dort bis in die entferntesten Blätter transportiert werden.

Anders als Tiere besitzen Pflanzen kein Herz, das Flüssigkeit durch den Körper pumpt. Stattdessen nutzen sie ein Zusammenspiel aus Wurzeldruck, Kapillarkräften und dem Sog der verdunstenden Blätter, um Wasser oft mehrere Meter oder sogar über zehn Meter hoch zu transportieren, etwa bei großen Bäumen.

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, Wasser werde in der Pflanze aktiv wie mit einer Pumpe nach oben gedrückt. Tatsächlich beruht der Haupttransport auf physikalischen Effekten wie Verdunstung und Kapillarwirkung, nicht auf einer aktiven Pumpleistung einzelner Zellen.

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Der Weg des Wassers: von der Wurzel bis zum Blatt

Am Anfang des Wassertransports stehen die Wurzelhaare, feine Ausstülpungen der Wurzelzellen, die die Oberfläche der Wurzel stark vergrößern. Sie nehmen Wasser mit darin gelösten Mineralstoffen aus dem Boden auf und leiten es in Richtung der zentralen Leitbündel der Wurzel weiter.

Von dort gelangt das Wasser in das Xylem, ein Leitgewebe aus toten, röhrenförmigen Zellen, das sich durch die ganze Pflanze bis in die Blattadern zieht. In diesen sehr engen Röhren wirken Kapillarkräfte, die das Wasser ein Stück weit von selbst nach oben ziehen, ähnlich wie bei einem dünnen Strohhalm.

Den größten Teil der Transportkraft liefert jedoch der Sog, der entsteht, wenn Wasser an den Blättern verdunstet. Da alle Wassermoleküle im Xylem durch Wasserstoffbrücken aneinanderhaften, zieht das verdunstende Wasser oben gewissermaßen die nachfolgenden Wassersäulen wie an einer durchgehenden Kette nach oben.

Wasser wird von der Wurzel über das Xylem bis zu den Blättern transportiert und dort abgegeben.
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Transpiration: wie Pflanzen Wasser wieder abgeben

Der größte Teil des von der Wurzel aufgenommenen Wassers wird von der Pflanze nicht behalten, sondern über die Blätter wieder an die Luft abgegeben. Diesen Vorgang nennt man Transpiration. Bei vielen Pflanzen verdunsten auf diese Weise über 90 Prozent des aufgenommenen Wassers.

Die Transpiration findet vor allem über kleine Öffnungen in der Blattoberfläche statt, die Spaltöffnungen genannt werden. Sie liegen meist auf der Blattunterseite und werden von zwei Schließzellen umgeben, die die Öffnung je nach Bedarf vergrößern oder verkleinern können.

Die Transpiration erfüllt neben dem Wassertransport noch eine zweite wichtige Aufgabe: Sie kühlt das Blatt, ähnlich wie Schwitzen den menschlichen Körper kühlt, und ermöglicht gleichzeitig die Aufnahme von Kohlenstoffdioxid für die Fotosynthese, weil dieselben Öffnungen dafür genutzt werden.

StrukturAufgabe
Wurzelhaarenehmen Wasser und Mineralstoffe aus dem Boden auf
Xylemleitet Wasser von der Wurzel bis in die Blätter
Spaltöffnungenregeln die Verdunstung von Wasser über die Blätter
Schließzellenöffnen und schließen die Spaltöffnungen je nach Bedingungen
Aufgaben der wichtigsten Gewebe beim Wassertransport
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Spaltöffnungen bei Tag und Nacht im Vergleich

Ob eine Spaltöffnung geöffnet oder geschlossen ist, hängt stark vom Wasser- und Turgordruck in den Schließzellen ab. Nehmen die Schließzellen Wasser auf, krümmen sie sich nach außen und die Spaltöffnung öffnet sich. Verlieren sie Wasser, liegen sie eng aneinander und die Öffnung schließt sich.

Tagsüber sind die Spaltöffnungen bei den meisten Pflanzen geöffnet, weil die Pflanze Kohlenstoffdioxid für die Fotosynthese aufnehmen muss, die nur bei Licht abläuft. Dabei geht zwangsläufig auch viel Wasser durch Verdunstung verloren, besonders an heißen und trockenen Tagen.

Nachts dagegen findet keine Fotosynthese statt, sodass die meisten Pflanzen ihre Spaltöffnungen weitgehend schließen, um Wasser zu sparen. Manche Pflanzen aus sehr trockenen Gebieten, etwa manche Kakteen, kehren diesen Rhythmus sogar um und öffnen ihre Spaltöffnungen bevorzugt nachts.

Tagsüber (Licht)

Die Pflanze betreibt Fotosynthese und benötigt dafür Kohlenstoffdioxid aus der Luft.

Beispiele

  • Spaltöffnungen meist geöffnet
  • hohe Wasserverdunstung
  • Kohlenstoffdioxidaufnahme für die Fotosynthese

Signalwörter

  • Licht vorhanden
  • höherer Wasserverlust bei Hitze
  • Schließzellen prall mit Wasser gefüllt

Nachts (Dunkelheit)

Ohne Licht findet keine Fotosynthese statt, Wasser soll deshalb gespart werden.

Beispiele

  • Spaltöffnungen meist geschlossen
  • geringe Wasserverdunstung
  • kaum Kohlenstoffdioxidaufnahme nötig

Signalwörter

  • Dunkelheit
  • geringerer Wasserverlust
  • Schließzellen liegen eng aneinander
Spaltöffnungen sind tagsüber meist geöffnet und nachts meist geschlossen, um Wasser zu sparen.
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Warum welkt eine Zimmerpflanze an einem heißen Tag?

An einem sehr heißen und sonnigen Tag lässt eine Zimmerpflanze auf der Fensterbank plötzlich ihre Blätter hängen, obwohl sie am Vortag noch gegossen wurde. Erkläre, wie es dazu kommen kann.

Gegeben:

  • sehr heißer, sonniger Tag
  • Pflanze wurde am Vortag gegossen
  • Blätter hängen trotzdem plötzlich herab

Gesucht:

Grund für das Welken trotz vorheriger Bewässerung

Lösung:

  1. Bei großer Hitze und Sonne öffnet die Pflanze ihre Spaltöffnungen weit, um genug Kohlenstoffdioxid für die Fotosynthese aufzunehmen.
  2. Dadurch verdunstet über die Blätter sehr viel Wasser, die Transpirationsrate steigt stark an.
  3. Die Wurzeln können das verlorene Wasser über das Xylem oft nicht schnell genug nachliefern.
  4. Fehlt Wasser in den Zellen, sinkt der Turgordruck, die Zellen erschlaffen und die Blätter hängen herab.

Die Pflanze welkt, weil sie bei großer Hitze mehr Wasser über die Blätter verliert, als die Wurzeln kurzfristig nachliefern können, obwohl im Boden noch Wasser vorhanden ist.

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Wassersparende Anpassungen: Tipps für die Klassenarbeit

Viele Pflanzen aus trockenen Lebensräumen haben besondere Anpassungen entwickelt, um Wasserverlust zu verringern, etwa dicke Wachsschichten auf den Blättern, kleinere Blattflächen oder Dornen statt breiter Blätter wie bei Kakteen. Solche Anpassungen verringern die Verdunstungsfläche oder verstärken die Abdichtung gegen Wasserverlust.

Auch die Anzahl und Verteilung der Spaltöffnungen unterscheidet sich zwischen Pflanzenarten. Wasserpflanzen, die im feuchten Milieu leben, tragen oft besonders viele Spaltöffnungen, während Wüstenpflanzen nur wenige und meist tief eingesenkte Spaltöffnungen besitzen, um Wasserverlust zu minimieren.

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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 5

Wie heißt das Leitgewebe, das Wasser von der Wurzel zu den Blättern transportiert?

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Das Wichtigste in Kürze

  • Wasser wird von den Wurzelhaaren aufgenommen und über das Xylem bis zu den Blättern transportiert.
  • Der Hauptantrieb des Transports ist der Sog, der beim Verdunsten von Wasser an den Blättern entsteht.
  • Über die Spaltöffnungen der Blätter gibt die Pflanze den größten Teil des aufgenommenen Wassers wieder ab.
  • Tagsüber sind Spaltöffnungen meist geöffnet, nachts meist geschlossen, um Wasser zu sparen.
  • Typischer Fehler: Die Pflanze pumpt Wasser nicht aktiv, sondern nutzt Verdunstung und Kapillarkräfte.

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Häufige Fragen zu Wassertransport in der Pflanze

Wie transportiert eine Pflanze Wasser ohne ein Herz?
Pflanzen nutzen kein Pumporgan, sondern ein Zusammenspiel aus Kapillarkräften im Xylem und dem Sog, der entsteht, wenn Wasser an den Blättern verdunstet. Da die Wassermoleküle im Xylem aneinanderhaften, zieht das verdunstende Wasser die darunterliegenden Wassersäulen wie an einer Kette mit nach oben bis zur Wurzel.
Was ist der Unterschied zwischen Xylem und Phloem?
Das Xylem transportiert Wasser und darin gelöste Mineralstoffe von der Wurzel nach oben zu den Blättern. Das Phloem dagegen leitet die bei der Fotosynthese gebildeten Nährstoffe von den Blättern zu anderen Teilen der Pflanze, etwa zur Wurzel oder zu Früchten. Beide Gewebe verlaufen meist direkt nebeneinander.
Was sind Spaltöffnungen und wofür braucht die Pflanze sie?
Spaltöffnungen sind kleine, von zwei Schließzellen umgebene Öffnungen in der Blattoberfläche, meist auf der Blattunterseite. Über sie nimmt die Pflanze Kohlenstoffdioxid für die Fotosynthese auf und gibt Wasserdampf sowie Sauerstoff wieder ab. Die Schließzellen regeln, wie weit die Öffnung geöffnet oder geschlossen ist.
Warum verdunstet eine Pflanze so viel Wasser über die Blätter?
Die Verdunstung, Transpiration genannt, ist eine unvermeidbare Folge der Kohlenstoffdioxidaufnahme über die Spaltöffnungen, treibt aber gleichzeitig den Wassertransport von der Wurzel bis in die Blätter an und kühlt das Blatt bei starker Sonneneinstrahlung. Sie ist also nicht nur Verlust, sondern erfüllt wichtige Aufgaben.
Warum welken Pflanzen bei Wassermangel?
Ohne ausreichend Wasser sinkt der Wasserdruck, der Turgordruck, in den Pflanzenzellen. Die Zellen verlieren ihre Prallheit und erschlaffen, wodurch Blätter und Stängel ihre Stabilität verlieren und herabhängen. Bekommt die Pflanze rechtzeitig wieder Wasser, richten sich die Zellen meist wieder auf.
Wie schützen sich Wüstenpflanzen vor Wasserverlust?
Wüstenpflanzen wie Kakteen haben oft dicke Wachsschichten, verkleinerte Blätter oder Dornen statt Blättern, um die Verdunstungsfläche zu verringern. Manche öffnen ihre Spaltöffnungen bevorzugt nachts, wenn es kühler ist, und schließen sie tagsüber, um möglichst wenig Wasser zu verlieren.
Was passiert, wenn eine Pflanze zu viel gegossen wird?
Bei Staunässe fehlt den Wurzeln Sauerstoff, der für ihre Zellatmung notwendig ist. Die Wurzeln können dann geschädigt werden und nehmen weniger Wasser auf, sodass die Pflanze paradoxerweise trotz viel Gießwasser welken kann, weil die geschädigten Wurzeln kein Wasser mehr aufnehmen und weiterleiten können.
In welcher Klasse lernt man den Wasserhaushalt der Pflanze?
Der Wassertransport und der Wasserhaushalt der Pflanze werden meist in Klasse 7 im Biologieunterricht behandelt, häufig im Zusammenhang mit dem Bau der Pflanze und der Fotosynthese. In der Oberstufe werden die physikalischen Grundlagen wie Kapillarwirkung und Kohäsion vertieft.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

Das kommt als Nächstes