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Ohr und Hören: Aufbau

Ohr und Hören hängen eng zusammen: Erst der genaue Aufbau des Ohrs macht es möglich, dass aus Schallwellen in der Luft ein Höreindruck im Gehirn entsteht. In dieser Lektion lernst du die drei Abschnitte des Ohrs kennen, den Weg des Schalls von der Ohrmuschel bis zum Gehirn sowie den richtigen Umgang mit Lärm und Gehörschutz.

  • Fach: Biologie
  • Klasse 7
  • Thema: Der menschliche Körper
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Mittel
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Ohr und Hören: wie aus Schall ein Höreindruck wird

Ohr und Hören funktionieren nur zusammen: Das Ohr fängt Schallwellen aus der Luft auf, leitet sie weiter und wandelt sie am Ende in Nervensignale um, die das Gehirn als Töne wahrnimmt. Ohne diesen genauen Aufbau könnten wir weder Sprache verstehen noch Musik oder Warnsignale wie eine Autohupe hören.

Das menschliche Ohr besteht aus drei Abschnitten: Außenohr, Mittelohr und Innenohr. Jeder Abschnitt übernimmt dabei eine eigene Aufgabe auf dem Weg vom Schall zur Nervenerregung.

Ein häufiger Fehler ist zu glauben, das Gehör bestehe nur aus der sichtbaren Ohrmuschel. Tatsächlich liegt der größte und wichtigste Teil des Hörorgans versteckt im Inneren des Schädels.

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Außenohr und Mittelohr: Schall wird gesammelt und verstärkt

Das Außenohr besteht aus der sichtbaren Ohrmuschel und dem Gehörgang. Die Ohrmuschel fängt Schallwellen aus der Umgebung auf und bündelt sie in den Gehörgang, der den Schall zum Trommelfell weiterleitet. Das Trommelfell ist eine dünne, gespannte Membran, die durch den ankommenden Schall in Schwingung versetzt wird.

Im Mittelohr, einem luftgefüllten Hohlraum hinter dem Trommelfell, liegen die drei kleinsten Knochen des menschlichen Körpers: Hammer, Amboss und Steigbügel. Sie sind beweglich miteinander verbunden und übertragen die Schwingung des Trommelfells weiter, wobei sie den Schalldruck zusätzlich verstärken.

Diese Verstärkung ist wichtig, weil die Schwingung anschließend in eine flüssigkeitsgefüllte Struktur, die Hörschnecke, übertragen werden muss. Ohne die Verstärkung durch die Gehörknöchelchen würde ein großer Teil der Schallenergie an der Flüssigkeitsgrenze verloren gehen.

Der Schall durchläuft beim Hören sechs Stationen, von der Ohrmuschel bis zum Gehirn.
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Innenohr: aus Schwingung wird ein Nervensignal

Im Innenohr liegt die schneckenförmig aufgerollte Hörschnecke, die mit Flüssigkeit gefüllt ist. Trifft die Schwingung der Gehörknöchelchen auf die Hörschnecke, gerät die Flüssigkeit in Bewegung und regt feine Sinneshärchen an, die auf einer empfindlichen Membran sitzen.

Diese Sinneshärchen wandeln die mechanische Bewegung in elektrische Nervensignale um. Je nachdem, an welcher Stelle der Hörschnecke die Härchen ausgelenkt werden, entsteht ein Signal für einen hohen oder einen tiefen Ton, denn die Hörschnecke ist wie eine Klaviatur nach Tonhöhen geordnet.

Die Nervensignale werden über den Hörnerv zum Gehirn weitergeleitet. Erst dort, in der Hörrinde des Gehirns, werden die einzelnen Signale zu einem zusammenhängenden Höreindruck verarbeitet, etwa zu einem erkannten Wort oder einer bekannten Melodie.

AbschnittBestandteileAufgabe
AußenohrOhrmuschel, Gehörgangsammelt Schall und leitet ihn zum Trommelfell
MittelohrTrommelfell, Hammer, Amboss, Steigbügelwandelt Schall in Schwingung um und verstärkt sie
InnenohrHörschnecke, Hörnervwandelt Schwingung in Nervensignale um
Die drei Abschnitte des Ohrs und ihre Aufgabe
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Schallleitung und Schallempfindung: zwei unterschiedliche Aufgaben

Beim Hören lassen sich zwei Aufgaben unterscheiden: die Schallleitung im Außen- und Mittelohr und die Schallempfindung im Innenohr. Probleme in einem der beiden Bereiche führen zu ganz unterschiedlichen Formen von Schwerhörigkeit.

Bei der Schallleitung wird der Schall nur mechanisch weitergegeben und verstärkt, ohne dass bereits ein Nervensignal entsteht. Störungen hier, etwa durch Ohrenschmalz oder ein beschädigtes Trommelfell, können oft behandelt werden.

Bei der Schallempfindung entsteht dagegen erst das eigentliche Nervensignal. Sind die feinen Sinneshärchen der Hörschnecke geschädigt, etwa durch dauerhaften Lärm, lässt sich dieser Schaden meist nicht mehr rückgängig machen.

Schallleitung

Betrifft die mechanische Weitergabe des Schalls im Außen- und Mittelohr.

Beispiele

  • Ohrmuschel und Gehörgang
  • Trommelfell
  • Gehörknöchelchen

Signalwörter

  • rein mechanische Übertragung
  • kein Nervensignal
  • oft behandelbar

Schallempfindung

Betrifft die Umwandlung von Schwingung in Nervensignale im Innenohr.

Beispiele

  • Hörschnecke
  • Sinneshärchen
  • Hörnerv

Signalwörter

  • Umwandlung in Nervensignale
  • empfindlich gegenüber Lärm
  • Schaden oft dauerhaft
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Warum hört man in lauter Umgebung schlechter?

In einer sehr lauten Werkstatt fällt es einem Schüler schwer, ein leises Gespräch zu verstehen, obwohl sein Gehör grundsätzlich gesund ist. Erkläre anhand des Aufbaus des Ohrs, warum lautere Umgebungsgeräusche das Verstehen leiser Töne erschweren.

Gegeben:

  • Ohr ist grundsätzlich gesund
  • Umgebung ist sehr laut (Werkstattlärm)
  • leise Sprache soll trotzdem verstanden werden

Gesucht:

Warum wird das Verstehen leiser Töne durch laute Umgebungsgeräusche erschwert?

Lösung:

  1. Sowohl der laute Werkstattlärm als auch die leise Sprache treffen gleichzeitig auf dieselbe Ohrmuschel und denselben Gehörgang.
  2. Beide Schallquellen versetzen das Trommelfell gemeinsam in Schwingung, die Schwingungen überlagern sich dabei.
  3. In der Hörschnecke werden beide Signale gleichzeitig in Nervensignale umgewandelt, wobei das viel stärkere Lärmsignal das schwächere Sprachsignal teilweise überdeckt.
  4. Das Gehirn erhält dadurch ein Gemisch aus starkem Lärmsignal und schwachem Sprachsignal und kann die leisen Sprachanteile schwerer herausfiltern.

Laute Umgebungsgeräusche überdecken leise Töne bereits auf dem Weg durch das Ohr, weil sich die Schwingungen im Trommelfell und die Nervensignale in der Hörschnecke überlagern. Das Gehirn kann die leiseren Anteile dann schwerer herausfiltern.

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Lärm, Lautstärke und Gehörschutz im Alltag

Lautstärke wird in Dezibel gemessen. Ein Flüstern liegt bei etwa 30 Dezibel, ein normales Gespräch bei etwa 60 Dezibel, während lauter Straßenverkehr schon rund 80 Dezibel erreicht. Ab etwa 85 Dezibel über längere Zeit steigt das Risiko für dauerhafte Hörschäden deutlich an, weil die feinen Sinneshärchen der Hörschnecke überlastet werden können.

Besonders gefährlich ist laute Musik über Kopfhörer, die schnell 100 Dezibel erreichen kann, sowie sehr laute Konzerte oder Böller, die kurzzeitig sogar über 120 Dezibel liegen, also nahe an der Schmerzgrenze. Ein Gehörschutz, etwa Ohrstöpsel bei lauten Konzerten oder in lauten Werkstätten, senkt den Schalldruck, bevor er das empfindliche Innenohr erreicht, und beugt so dauerhaften Schäden vor.

Lautstärke im Alltag reicht von etwa 30 Dezibel beim Flüstern bis zu rund 120 Dezibel an der Schmerzgrenze.
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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 5

In welcher Reihenfolge durchläuft der Schall die drei Abschnitte des Ohrs?

In welcher Reihenfolge durchläuft der Schall die drei Abschnitte des Ohrs?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Das Ohr besteht aus Außenohr, Mittelohr und Innenohr, die beim Hören zusammenarbeiten.
  • Außenohr und Mittelohr leiten den Schall weiter und verstärken ihn mechanisch.
  • Im Innenohr wandelt die Hörschnecke die Schwingung in elektrische Nervensignale um.
  • Lautstärke wird in Dezibel gemessen, ab etwa 85 Dezibel über längere Zeit steigt das Risiko für Hörschäden.
  • Typischer Fehler: Nicht das Trommelfell, sondern erst das Gehirn erzeugt aus den Nervensignalen den eigentlichen Höreindruck.

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Häufige Fragen zu Ohr und Hören: Aufbau

Wie ist das Ohr aufgebaut?
Das Ohr besteht aus drei Abschnitten: dem Außenohr mit Ohrmuschel und Gehörgang, dem Mittelohr mit Trommelfell und den drei Gehörknöchelchen sowie dem Innenohr mit der Hörschnecke. Jeder Abschnitt übernimmt eine eigene Aufgabe auf dem Weg vom Schall zum Nervensignal.
Wie funktioniert das Hören?
Schallwellen werden von der Ohrmuschel aufgefangen, bringen das Trommelfell zum Schwingen und werden über die Gehörknöchelchen verstärkt an die Hörschnecke weitergegeben. Dort wandeln feine Sinneshärchen die Schwingung in Nervensignale um, die das Gehirn als Töne wahrnimmt.
Was ist der Unterschied zwischen Außenohr, Mittelohr und Innenohr?
Das Außenohr sammelt den Schall und leitet ihn weiter, das Mittelohr verstärkt die Schwingung mechanisch über drei kleine Knochen, und im Innenohr wandelt die Hörschnecke die Schwingung erst in elektrische Nervensignale um, die zum Gehirn gelangen.
Warum können laute Geräusche das Gehör schädigen?
Sehr laute Schallwellen lenken die feinen Sinneshärchen in der Hörschnecke zu stark aus. Werden sie dabei beschädigt, wachsen sie beim Menschen nicht wieder nach, wodurch ein dauerhafter Hörverlust entstehen kann.
Wie laut ist wie viel Dezibel?
Ein Flüstern liegt bei etwa 30 Dezibel, ein normales Gespräch bei etwa 60 Dezibel, lauter Straßenverkehr bei rund 80 Dezibel und laute Musik über Kopfhörer bei etwa 100 Dezibel. Ab etwa 85 Dezibel über längere Zeit steigt das Risiko für Hörschäden.
Wann sollte man Gehörschutz tragen?
Gehörschutz ist sinnvoll bei lauten Konzerten, in lauten Werkstätten oder bei Böllern und Feuerwerk, also überall dort, wo die Lautstärke dauerhaft oder kurzzeitig sehr hoch ist. Er senkt den Schalldruck, bevor er das empfindliche Innenohr erreicht.
Was macht die Hörschnecke im Innenohr?
Die Hörschnecke ist mit Flüssigkeit gefüllt und trägt feine Sinneshärchen, die durch die ankommende Schwingung in Bewegung geraten. Je nach Ort der Auslenkung entsteht ein Signal für einen hohen oder einen tiefen Ton, das über den Hörnerv zum Gehirn weitergeleitet wird.
In welcher Klasse lernt man den Aufbau des Ohrs?
Der Aufbau des Ohrs und der Ablauf des Hörens werden meist in Klasse 7 im Biologieunterricht behandelt, oft im Zusammenhang mit anderen Sinnesorganen und dem Thema Lärm und Gesundheit.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

Das kommt als Nächstes