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Das Herz und der Blutkreislauf

Dein Herz schlägt etwa 100.000 Mal am Tag und pumpt dabei rund 7.000 Liter Blut durch deinen Körper. In dieser Lektion lernst du den Aufbau des Herzens, den Weg des Blutes durch die vier Kammern und den Unterschied zwischen Lungen- und Körperkreislauf. Dazu kommen typische Fehler aus Klassenarbeiten und was Training mit deinem Herzen macht.

  • Fach: Biologie
  • Klasse 7
  • Thema: Der menschliche Körper
  • Dauer: 22 Min
  • Niveau: Mittel
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Aufbau des Herzens

Das Herz ist ein Hohlmuskel etwa so groß wie deine Faust und liegt leicht nach links versetzt hinter dem Brustbein. Es besteht aus zwei Hälften, die durch eine Scheidewand vollständig voneinander getrennt sind: eine rechte und eine linke Herzhälfte. Jede Hälfte ist wiederum in einen Vorhof oben und eine Kammer unten unterteilt, sodass das Herz insgesamt vier Hohlräume hat.

Zwischen Vorhof und Kammer sitzt jeweils eine Segelklappe, zwischen Kammer und abgehendem Gefäß eine Taschenklappe. Diese Herzklappen funktionieren wie Einbahnstraßen: Sie öffnen sich, wenn das Blut in die richtige Richtung fließen soll, und schließen sich sofort, wenn es zurückfließen will. Ohne diese Klappen würde das Blut bei jedem Herzschlag teilweise wieder zurückgedrückt, statt vorwärtszukommen.

Die Herzwand besteht aus einer besonderen Muskelart, dem Herzmuskel. Er ähnelt der Skelettmuskulatur, ermüdet aber nicht und arbeitet dein ganzes Leben lang unwillkürlich, also ohne dass du ihn bewusst steuerst. Ein kleiner Bereich im rechten Vorhof, der Sinusknoten, gibt dabei elektrische Impulse vor, die sich wie eine Welle über beide Herzhälften ausbreiten und den Takt des Herzschlags vorgeben.

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Der Weg des Blutes durch das Herz

Sauerstoffarmes Blut kommt aus dem ganzen Körper über die obere und untere Hohlvene im rechten Vorhof an. Von dort wird es durch die Segelklappe in die rechte Kammer gepumpt. Zieht sich die rechte Kammer zusammen, presst sie das Blut durch die Taschenklappe in die Lungenarterie und damit in die Lunge – das ist der Beginn des Lungenkreislaufs.

In den Lungenbläschen nimmt das Blut Sauerstoff auf und gibt Kohlenstoffdioxid ab. Über die Lungenvenen fließt das jetzt sauerstoffreiche Blut zurück zum Herzen, allerdings in den linken Vorhof. Von dort geht es durch eine Segelklappe in die linke Kammer, die kräftigste Kammer des Herzens, denn sie muss das Blut durch den gesamten Körper pumpen.

Zieht sich die linke Kammer zusammen, presst sie das Blut durch eine Taschenklappe in die Hauptschlagader, die Aorta. Von dort verzweigt es sich über immer feinere Arterien in jeden Winkel des Körpers und versorgt die Organe mit Sauerstoff. Danach fließt es über Venen wieder zum rechten Vorhof zurück – der Kreislauf beginnt von vorn.

Sechs Stationen: Rechtes Herz pumpt zur Lunge, linkes Herz pumpt in den Körper.
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Lungenkreislauf oder Körperkreislauf?

Der Blutkreislauf besteht eigentlich aus zwei hintereinandergeschalteten Kreisläufen, die beide vom selben Herzen angetrieben werden. Das rechte Herz ist die Pumpe für den kurzen Weg zur Lunge, das linke Herz die Pumpe für den langen Weg durch den ganzen Körper.

Im Lungenkreislauf herrscht deutlich weniger Druck, weil der Weg zur Lunge kurz ist und die feinen Lungengefäße nicht zu stark belastet werden dürfen. Deshalb ist die Wand der rechten Kammer auch dünner als die der linken. Im Körperkreislauf muss das Blut dagegen bis in die Zehenspitzen oder bis ins Gehirn gepumpt werden, oft gegen die Schwerkraft – dafür braucht es deutlich mehr Druck und eine kräftigere Muskelwand.

Ein wichtiger Merkpunkt: Die Bezeichnung „Arterie“ und „Vene“ richtet sich nach der Fließrichtung, nicht nach dem Sauerstoffgehalt. Arterien führen vom Herzen weg, Venen zum Herzen hin. Deshalb führt die Lungenarterie sauerstoffarmes Blut und die Lungenvene sauerstoffreiches Blut – im Körperkreislauf ist es genau umgekehrt.

Lungenkreislauf

Kurzer Kreislauf zwischen rechtem Herz und Lunge, angetrieben von der rechten Kammer.

Beispiele

  • Blut aus der rechten Kammer fließt zur Lunge
  • Gasaustausch in den Lungenbläschen
  • sauerstoffreiches Blut kehrt zum linken Vorhof zurück

Signalwörter

  • niedrigerer Blutdruck
  • dünnere Muskelwand der rechten Kammer
  • Lungenarterie führt sauerstoffarmes Blut

Körperkreislauf

Langer Kreislauf zwischen linkem Herz und allen Körperorganen, angetrieben von der linken Kammer.

Beispiele

  • Blut aus der linken Kammer fließt über die Aorta in den Körper
  • Sauerstoffabgabe an Muskeln, Gehirn und Organe
  • sauerstoffarmes Blut kehrt zum rechten Vorhof zurück

Signalwörter

  • deutlich höherer Blutdruck
  • kräftigere Muskelwand der linken Kammer
  • Körperarterien führen sauerstoffreiches Blut
MerkmalLungenkreislaufKörperkreislauf
Antriebrechte Herzhälftelinke Herzhälfte
ZielLungealle Organe des Körpers
Blut zu Beginnsauerstoffarmsauerstoffreich
Blut am Endesauerstoffreichsauerstoffarm
Lungenkreislauf und Körperkreislauf im Vergleich
Beide Kreisläufe hängen hintereinander, werden aber von unterschiedlichen Herzhälften mit unterschiedlichem Druck angetrieben.
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Warum ist die Wand der linken Kammer viel dicker als die der rechten?

Vergleiche die Aufgaben von rechter und linker Herzkammer und erkläre, warum die linke Kammer eine deutlich dickere Muskelwand hat.

Gegeben:

  • Rechte Kammer pumpt Blut in die Lunge (kurzer Weg, wenig Widerstand)
  • Linke Kammer pumpt Blut in den gesamten Körper (langer Weg, hoher Widerstand)
  • Muskelwand muss den nötigen Druck aufbauen können

Gesucht:

Grund für den Wanddickenunterschied

Lösung:

  1. Die rechte Kammer muss das Blut nur bis zur nahegelegenen Lunge pumpen, der Weg ist kurz und die Gefäße dort sind fein und dürfen nicht mit zu hohem Druck belastet werden.
  2. Die linke Kammer muss das Blut dagegen durch den gesamten Körper pumpen, oft über einen Meter weit und teils gegen die Schwerkraft, etwa zum Gehirn oder in die Beine.
  3. Je größer der Widerstand und je weiter der Weg, desto mehr Druck muss beim Zusammenziehen aufgebaut werden.
  4. Mehr Druck erfordert mehr Muskelkraft, und mehr Muskelkraft braucht mehr Muskelmasse – deshalb ist die Wand der linken Kammer etwa dreimal so dick wie die der rechten.

Die linke Kammer hat die dickere Wand, weil sie gegen den viel größeren Widerstand des gesamten Körperkreislaufs pumpen muss, während die rechte Kammer nur den kurzen Weg zur Lunge überbrücken muss.

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Wie schnell schlägt das Herz?

In Ruhe schlägt das Herz eines Erwachsenen etwa 60 bis 80 Mal pro Minute, bei Kindern liegt der Wert deutlich höher, oft bei 80 bis 100 Schlägen. Bei jedem Schlag presst die linke Kammer etwa 70 Milliliter Blut in den Körper, das sogenannte Schlagvolumen. Multiplizierst du Herzfrequenz und Schlagvolumen, erhältst du das Herzminutenvolumen – in Ruhe rund fünf Liter, also etwa deine gesamte Blutmenge einmal pro Minute.

Bei Anstrengung steigt die Herzfrequenz stark an, weil die Muskeln mehr Sauerstoff brauchen. Zusätzlich wird auch das Schlagvolumen größer, sodass das Herzminutenvolumen beim Sport auf über 20 Liter pro Minute ansteigen kann – das Vierfache des Ruhewerts. Nach dem Training sinkt die Herzfrequenz bei gut trainierten Menschen schneller wieder in den Ruhebereich als bei untrainierten.

ZustandHerzfrequenzBemerkung
Ruhe, untrainiertetwa 70–80 Schläge/mintypischer Wert ohne Ausdauertraining
Ruhe, trainiertetwa 50–60 Schläge/mindas Herz pumpt pro Schlag mehr Blut
Leichte Belastungetwa 100–120 Schläge/minzügiges Gehen, leichtes Joggen
Maximalbelastungetwa 220 minus LebensalterFaustformel, individuell unterschiedlich
Herzfrequenz in Ruhe und bei Belastung (Richtwerte für Erwachsene)
Ein trainiertes Herz schlägt in Ruhe langsamer, weil es pro Schlag mehr Blut auswirft.
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Was dem Herzen schadet und was ihm guttut

Die Herzkranzgefäße versorgen den Herzmuskel selbst mit Sauerstoff, denn das Herz kann sich nicht aus dem Blut in seinem Inneren bedienen. Lagern sich dort über Jahre Fettablagerungen ab, verengen sich die Gefäße – das nennt man Arteriosklerose. Wird ein Herzkranzgefäß ganz verschlossen, stirbt der dahinterliegende Herzmuskelbereich ab, es kommt zum Herzinfarkt. Rauchen, Bewegungsmangel, zu fettes Essen und dauerhafter Stress erhöhen dieses Risiko deutlich.

Ausdauertraining dagegen stärkt den Herzmuskel wie jeden anderen Muskel auch. Er wird kräftiger und kann pro Schlag mehr Blut auswerfen, wodurch die Ruheherzfrequenz sinkt und das Herz insgesamt weniger oft schlagen muss, um dieselbe Blutmenge zu transportieren. Zusätzlich wirkt regelmäßige Bewegung den Fettablagerungen in den Herzkranzgefäßen entgegen und senkt den Blutdruck.

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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 3

Welche Herzkammer pumpt das Blut in den Körperkreislauf?

Welche Herzkammer pumpt das Blut in den Körperkreislauf?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Das Herz hat vier Hohlräume: rechter und linker Vorhof, rechte und linke Kammer, getrennt durch eine Scheidewand.
  • Segelklappen sitzen zwischen Vorhof und Kammer, Taschenklappen zwischen Kammer und abgehendem Gefäß.
  • Rechtes Herz pumpt in den Lungenkreislauf, linkes Herz in den Körperkreislauf – beide Kreisläufe hängen hintereinander.
  • Die linke Kammer hat die dickere Wand, weil sie gegen den größeren Widerstand des Körperkreislaufs pumpen muss.
  • Arterien führen vom Herzen weg, Venen zum Herzen hin – unabhängig vom Sauerstoffgehalt des Blutes.
  • Typischer Fehler: zu glauben, das Blut durchlaufe beide Herzhälften direkt nacheinander. Dazwischen liegt jeweils ein ganzer Kreislauf.

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Häufige Fragen zu Das Herz und der Blutkreislauf

Wie funktioniert das Herz einfach erklärt?
Das Herz ist ein Hohlmuskel mit vier Kammern. Die rechte Herzhälfte pumpt sauerstoffarmes Blut zur Lunge, wo es Sauerstoff aufnimmt. Die linke Herzhälfte pumpt dieses sauerstoffreiche Blut dann durch den ganzen Körper. Herzklappen sorgen dafür, dass das Blut nur in eine Richtung fließt. Der Sinusknoten gibt dabei den elektrischen Takt für jeden Herzschlag vor.
Was ist der Unterschied zwischen Lungenkreislauf und Körperkreislauf?
Der Lungenkreislauf verbindet das rechte Herz mit der Lunge und transportiert sauerstoffarmes Blut dorthin, wo es Sauerstoff aufnimmt. Der Körperkreislauf verbindet das linke Herz mit allen Organen des Körpers und versorgt sie mit dem sauerstoffreichen Blut. Der Druck im Körperkreislauf ist deutlich höher, weil die Wege länger sind.
Warum ist die linke Herzkammer dicker als die rechte?
Die linke Kammer muss das Blut durch den gesamten Körper pumpen, oft über einen Meter weit und gegen die Schwerkraft. Dafür braucht sie deutlich mehr Druck und damit mehr Muskelkraft als die rechte Kammer, die nur bis zur nahegelegenen Lunge pumpen muss. Mehr Kraft bedeutet mehr Muskelmasse, deshalb ist ihre Wand etwa dreimal so dick.
Was macht die Herzklappen im Herzen?
Herzklappen verhindern, dass Blut in die falsche Richtung fließt. Segelklappen sitzen zwischen Vorhof und Kammer, Taschenklappen zwischen Kammer und der abgehenden Schlagader. Sie öffnen sich, wenn Blut in die richtige Richtung fließen soll, und schließen sich sofort danach, damit nichts zurückfließt.
Wie schnell schlägt ein gesundes Herz?
In Ruhe schlägt das Herz eines Erwachsenen etwa 60 bis 80 Mal pro Minute, bei trainierten Ausdauersportlern oft nur 50 bis 60 Mal, weil ihr Herz pro Schlag mehr Blut auswirft. Bei starker Anstrengung kann die Herzfrequenz auf 180 bis 200 Schläge pro Minute steigen, abhängig vom Alter.
Was passiert bei einem Herzinfarkt?
Ein Herzinfarkt entsteht, wenn ein Herzkranzgefäß verstopft, meist durch Fettablagerungen. Der Herzmuskelbereich hinter der Verstopfung bekommt dann keinen Sauerstoff mehr und beginnt abzusterben. Deshalb ist schnelle Hilfe entscheidend. Rauchen, Bewegungsmangel und fettreiche Ernährung erhöhen das Risiko für eine solche Gefäßverengung.
In welcher Klasse lernt man den Aufbau des Herzens?
Das Herz und der Blutkreislauf sind in den meisten Bundesländern ein Thema der 7. Klasse im Biologieunterricht, oft im Zusammenhang mit Blut, Atmung und dem menschlichen Körper. Der genaue Zeitpunkt hängt vom Lehrplan des jeweiligen Bundeslandes ab.
Wie hängen Herz und Blutgefäße zusammen?
Das Herz ist die Pumpe, die Blutgefäße sind die Transportwege. Arterien führen das Blut vom Herzen weg zu den Organen, Venen bringen es zurück zum Herzen. Feinste Gefäße, die Kapillaren, verbinden Arterien und Venen und ermöglichen den Stoffaustausch mit dem Körpergewebe.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

Das kommt als Nächstes