Bestandteile des Blutes
Die Bestandteile des Blutes sorgen dafür, dass Sauerstoff, Nährstoffe und Abwehrzellen zu jeder Zelle deines Körpers gelangen. Blut ist kein einheitlicher Stoff, sondern eine Mischung aus Flüssigkeit und verschiedenen Zellarten, die jeweils eine eigene Aufgabe haben. In dieser Lektion lernst du Blutplasma, rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen kennen und verstehst, wie Blutgruppen zusammenhängen.
- Fach: Biologie
- Klasse 8
- Thema: Der menschliche Körper
- Dauer: 20 Min
- Niveau: Mittel
Die Bestandteile des Blutes: ein flüssiges Transportsystem
Die Bestandteile des Blutes lassen sich am besten mit einem Lieferdienst vergleichen, der ununterbrochen durch den Körper unterwegs ist. Sauerstoff, Nährstoffe, Hormone und Abwehrzellen werden über die Blutbahn zu jedem Winkel des Körpers transportiert, während Abfallstoffe wie Kohlenstoffdioxid abtransportiert werden.
Ein erwachsener Mensch besitzt etwa fünf bis sechs Liter Blut, das ständig durch Herz und Blutgefäße gepumpt wird. Blut besteht dabei nicht aus einer einzigen Substanz, sondern aus flüssigem Blutplasma und darin schwimmenden Blutzellen, die jeweils sehr unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
Ein häufiger Fehler ist es, Blut nur als „rote Flüssigkeit“ zu betrachten. Tatsächlich ist die Grundflüssigkeit, das Blutplasma, gelblich, und erst die vielen roten Blutkörperchen darin geben dem Blut seine typische rote Farbe.
Was leisten Blutplasma und rote Blutkörperchen?
Blutplasma besteht zu rund 90 Prozent aus Wasser und enthält zusätzlich gelöste Nährstoffe, Hormone, Eiweiße und Abfallstoffe. Es ist die Transportflüssigkeit, in der alle anderen Bestandteile des Blutes schwimmen, und es sorgt zusätzlich dafür, dass Wärme im Körper verteilt wird.
Rote Blutkörperchen, fachsprachlich Erythrozyten genannt, sind für den Sauerstofftransport zuständig. Sie enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der Eisen enthält und Sauerstoff in der Lunge aufnimmt sowie in den Körperzellen wieder abgibt. Auffällig ist, dass reife rote Blutkörperchen keinen Zellkern mehr besitzen – dadurch haben sie mehr Platz für Hämoglobin.
Rote Blutkörperchen leben nur etwa 120 Tage, danach werden sie vor allem in der Milz abgebaut. Der Körper bildet ständig neue rote Blutkörperchen im roten Knochenmark nach, sodass die Gesamtzahl stets ungefähr gleich bleibt.
| Bestandteil | Aufgabe | Besonderheit |
|---|---|---|
| Blutplasma | Transportflüssigkeit für viele Stoffe | besteht zu rund 90 % aus Wasser |
| Rote Blutkörperchen | Sauerstofftransport | kein Zellkern, leben etwa 120 Tage |
| Weiße Blutkörperchen | Immunabwehr | besitzen einen Zellkern |
| Blutplättchen | Blutgerinnung | eigentlich nur Zellbruchstücke |
Weiße Blutkörperchen und Blutplättchen: Abwehr und Gerinnung
Weiße Blutkörperchen, fachsprachlich Leukozyten, sind die Abwehrtruppe des Körpers. Es gibt verschiedene Untergruppen: Manche fressen Krankheitserreger direkt auf, andere stellen Antikörper her, die Erreger gezielt unschädlich machen. Anders als rote Blutkörperchen besitzen weiße Blutkörperchen einen Zellkern und können sich sogar aktiv durch Gefäßwände hindurch ins Gewebe bewegen.
Blutplättchen, fachsprachlich Thrombozyten, sind streng genommen keine vollständigen Zellen, sondern kleine Bruchstücke größerer Zellen aus dem Knochenmark. Bei einer Verletzung lagern sie sich an der beschädigten Stelle an und lösen gemeinsam mit Gerinnungsstoffen im Blutplasma die Blutgerinnung aus.
Die Blutgerinnung verhindert, dass wir bei kleinen Verletzungen zu viel Blut verlieren. Zunächst bildet sich ein lockerer Plättchenpfropf, anschließend wird ein festes Netz aus dem Eiweiß Fibrin gebildet, das die Wunde stabil verschließt und die Bildung einer Kruste ermöglicht.
Blutgruppen: Warum passt nicht jedes Blut zusammen?
Auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen sitzen bestimmte Eiweißstoffe, die sogenannten Antigene. Je nachdem, welche davon vorhanden sind, unterscheidet man die Blutgruppen A, B, AB und 0. Diese Unterscheidung ist bei Bluttransfusionen entscheidend.
Trifft fremdes Blut mit den falschen Antigenen auf das Immunsystem eines Empfängers, reagiert der Körper mit einer gefährlichen Abwehrreaktion, bei der rote Blutkörperchen verklumpen können. Deshalb wird vor jeder Bluttransfusion die Blutgruppe genau bestimmt.
Menschen mit Blutgruppe 0 gelten als Universalspender, weil ihre roten Blutkörperchen kaum Antigene tragen, die eine Abwehrreaktion auslösen. Menschen mit Blutgruppe AB können dagegen als Universalempfänger von allen Blutgruppen Blut erhalten, weil ihr Körper diese Antigene bereits selbst besitzt.
Blutgruppe 0
Rote Blutkörperchen tragen kaum Antigene, die eine Abwehrreaktion auslösen.
Beispiele
- kann in Notfällen oft an viele Patienten gegeben werden
- häufigste Blutgruppe in Deutschland
- wird als Universalspender bezeichnet
Signalwörter
- keine A- oder B-Antigene
- besonders vielseitig einsetzbar bei Transfusionen
- muss selbst nur von Blutgruppe 0 empfangen
Blutgruppe AB
Rote Blutkörperchen tragen sowohl A- als auch B-Antigene.
Beispiele
- kann Blut aller anderen Blutgruppen empfangen
- seltenste Blutgruppe in Deutschland
- wird als Universalempfänger bezeichnet
Signalwörter
- besitzt beide Antigenarten gleichzeitig
- eigenes Blut passt aber nur für wenige Empfänger
- besonders selten in der Bevölkerung
Warum wird man bei Blutarmut schnell müde?
Eine Ärztin diagnostiziert bei einer Patientin Blutarmut, also einen Mangel an roten Blutkörperchen oder Hämoglobin. Die Patientin fühlt sich ständig müde und schlapp. Erkläre den Zusammenhang.
Gegeben:
- zu wenige rote Blutkörperchen oder zu wenig Hämoglobin
- rote Blutkörperchen transportieren Sauerstoff
- Körperzellen brauchen Sauerstoff für Energiegewinnung
Gesucht:
Grund für die Müdigkeit bei BlutarmutLösung:
- Rote Blutkörperchen transportieren mit Hilfe von Hämoglobin Sauerstoff von der Lunge zu den Körperzellen.
- Bei Blutarmut steht weniger Hämoglobin oder weniger rote Blutkörperchen zur Verfügung.
- Dadurch wird insgesamt weniger Sauerstoff im Körper transportiert als eigentlich benötigt.
- Da Körperzellen Sauerstoff für die Energiegewinnung in den Mitochondrien brauchen, steht ihnen weniger Energie zur Verfügung.
Weniger Sauerstofftransport bedeutet weniger Energiegewinnung in den Zellen. Deshalb fühlen sich Menschen mit Blutarmut häufig müde, schwach und schnell erschöpft.
Jetzt bist du dran!
Welcher Bestandteil des Blutes transportiert Sauerstoff?
Noch nicht. Rote Blutkörperchen enthalten den Blutfarbstoff Hämoglobin, der Sauerstoff bindet und im Körper transportiert.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Bestandteile des Blutes sind Blutplasma, rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen.
- Blutplasma macht etwa 55 % des Blutes aus und besteht zu rund 90 % aus Wasser.
- Rote Blutkörperchen transportieren mit Hämoglobin Sauerstoff und besitzen keinen Zellkern.
- Weiße Blutkörperchen übernehmen die Immunabwehr, Blutplättchen sorgen für die Blutgerinnung.
- Blutgruppen entstehen durch Antigene auf den roten Blutkörperchen und sind bei Bluttransfusionen entscheidend.
- Typischer Fehler: zu glauben, alle Blutzellen hätten einen Zellkern – reife rote Blutkörperchen haben keinen.
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Häufige Fragen zu Bestandteile des Blutes
- Was sind die Bestandteile des Blutes?
- Blut besteht aus Blutplasma und Blutzellen. Blutplasma macht etwa 55 % aus und transportiert unter anderem Nährstoffe und Hormone. Die restlichen rund 45 % bestehen vor allem aus roten Blutkörperchen, dazu kommen weiße Blutkörperchen und Blutplättchen. Jeder Bestandteil übernimmt eine eigene Aufgabe, vom Sauerstofftransport bis zur Immunabwehr.
- Welche Aufgabe haben rote Blutkörperchen?
- Rote Blutkörperchen transportieren mit Hilfe des Blutfarbstoffs Hämoglobin Sauerstoff von der Lunge zu den Körperzellen und Kohlenstoffdioxid zurück zur Lunge. Sie besitzen keinen Zellkern und leben etwa 120 Tage, bevor sie in der Milz abgebaut werden. Der Körper bildet ständig neue rote Blutkörperchen im Knochenmark.
- Was ist der Unterschied zwischen roten und weißen Blutkörperchen?
- Rote Blutkörperchen transportieren Sauerstoff und besitzen keinen Zellkern, weiße Blutkörperchen gehören zum Immunsystem und besitzen einen Zellkern. Außerdem gibt es von roten Blutkörperchen deutlich mehr im Blut. Weiße Blutkörperchen können sich zudem aktiv durch Gefäßwände bewegen, um Krankheitserreger im Gewebe zu bekämpfen.
- Wie funktioniert die Blutgerinnung?
- Bei einer Verletzung lagern sich Blutplättchen an der beschädigten Stelle an und bilden einen ersten, lockeren Verschluss. Gleichzeitig wird im Blutplasma das Eiweiß Fibrin aktiviert, das ein festes Netz bildet und die Wunde stabil verschließt. So verhindert der Körper, dass bei kleinen Verletzungen zu viel Blut verloren geht.
- Was bedeuten die Blutgruppen A, B, AB und 0?
- Blutgruppen unterscheiden sich durch bestimmte Eiweißstoffe, sogenannte Antigene, auf den roten Blutkörperchen. Blutgruppe A trägt A-Antigene, Blutgruppe B trägt B-Antigene, AB trägt beide, und Blutgruppe 0 trägt keines davon. Diese Unterscheidung ist bei Bluttransfusionen wichtig, damit das Immunsystem des Empfängers nicht auf fremdes Blut reagiert.
- Warum ist Blut rot?
- Blut ist rot, weil die roten Blutkörperchen den Blutfarbstoff Hämoglobin enthalten, der Eisen besitzt. Mit Sauerstoff verbunden erscheint Hämoglobin hellrot, ohne Sauerstoff dunkler rot. Das Blutplasma selbst ist dagegen gelblich – erst die vielen roten Blutkörperchen darin geben dem Blut seine typische Farbe.
- Wie viel Blut hat ein Mensch?
- Ein erwachsener Mensch hat je nach Körpergröße und Gewicht etwa fünf bis sechs Liter Blut. Das entspricht ungefähr sieben bis acht Prozent des Körpergewichts. Bei einer Blutspende werden meist rund 500 Milliliter entnommen, die der Körper innerhalb weniger Wochen wieder vollständig ausgleicht.
- Was passiert bei Blutarmut im Körper?
- Bei Blutarmut, auch Anämie genannt, gibt es zu wenige rote Blutkörperchen oder zu wenig Hämoglobin. Dadurch wird weniger Sauerstoff im Körper transportiert, was zu Müdigkeit, Blässe und schneller Erschöpfung führt. Eine häufige Ursache ist Eisenmangel, da Eisen für die Bildung von Hämoglobin benötigt wird.
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