Allergien: Wie sie entstehen
Eine Allergie entsteht, wenn das Immunsystem einen eigentlich harmlosen Stoff fälschlich als gefährlich einstuft und heftig darauf reagiert. In dieser Lektion lernst du, wie eine Sensibilisierung abläuft, welche Rolle Antikörper und Histamin spielen und welche Allergien in Deutschland besonders häufig sind.
- Fach: Biologie
- Klasse 8
- Thema: Der menschliche Körper
- Dauer: 20 Min
- Niveau: Mittel
Was ist eine Allergie überhaupt?
Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf einen Stoff, der für die meisten Menschen völlig harmlos ist, etwa Blütenpollen, bestimmte Nahrungsmittel oder Tierhaare. Man nennt solche auslösenden Stoffe Allergene.
Bei Menschen ohne Allergie ignoriert das Immunsystem diese Stoffe einfach, weil sie keine Gefahr darstellen. Bei Menschen mit einer Allergie stuft das Immunsystem das Allergen fälschlicherweise als gefährlichen Eindringling ein und reagiert mit denselben Abwehrmechanismen, die eigentlich gegen Krankheitserreger gedacht sind.
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, eine Allergie trete schon beim allerersten Kontakt mit einem Stoff auf. Tatsächlich muss der Körper zuerst sensibilisiert werden, bevor beim erneuten Kontakt überhaupt eine allergische Reaktion entstehen kann.
Sensibilisierung: der erste Kontakt mit dem Allergen
Beim ersten Kontakt mit einem späteren Allergen zeigt der Körper meist noch keine sichtbaren Symptome. Im Hintergrund läuft aber bereits ein wichtiger Vorgang ab: Bestimmte Zellen des Immunsystems erkennen das Allergen und regen die Bildung spezifischer Antikörper vom Typ IgE (Immunglobulin E) an.
Diese IgE-Antikörper heften sich anschließend an sogenannte Mastzellen, die vor allem in Haut und Schleimhäuten sitzen. Ab diesem Zeitpunkt gilt der Körper als sensibilisiert: Er ist auf dieses Allergen scharf gestellt, ohne dass bisher eine erkennbare Reaktion stattgefunden hat.
Warum manche Menschen sensibilisiert werden und andere nicht, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Erbliche Veranlagung, häufiger Kontakt mit bestimmten Allergenen und Umweltfaktoren spielen dabei vermutlich zusammen eine Rolle.
Die allergische Reaktion: was im Körper passiert
Kommt der bereits sensibilisierte Körper erneut mit dem gleichen Allergen in Kontakt, erkennen die an den Mastzellen sitzenden IgE-Antikörper es sofort wieder. Dadurch werden die Mastzellen aktiviert und schütten in kürzester Zeit große Mengen des Botenstoffs Histamin aus.
Histamin erweitert die Blutgefäße, macht sie durchlässiger und reizt Nervenenden, was die typischen Symptome einer Allergie erklärt: geschwollene und juckende Haut, laufende Nase, tränende, juckende Augen oder bei Asthma eine Verengung der Atemwege.
Bei einer schweren allergischen Reaktion kann sich diese Kettenreaktion über den ganzen Körper ausbreiten. Man spricht dann von einem anaphylaktischen Schock, der lebensbedrohlich verlaufen kann und sofortiges ärztliches Handeln erfordert.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Allergen | Auslösender Stoff, der eine allergische Reaktion hervorruft |
| Sensibilisierung | Erstkontakt, bei dem der Körper spezifische Antikörper bildet |
| IgE-Antikörper | Antikörper, die sich an Mastzellen binden und das Allergen wiedererkennen |
| Histamin | Botenstoff, der die typischen Symptome der allergischen Reaktion auslöst |
Häufige Allergien und wie verbreitet sie sind
Allergien gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Laut der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) des Robert Koch-Instituts hatten im bisherigen Leben etwa 15,2 Prozent der Erwachsenen eine Kontaktallergie, 14,8 Prozent Heuschnupfen, 8,6 Prozent Asthma bronchiale und 3,5 Prozent Neurodermitis.
Diese Zahlen zeigen, dass Allergien der Atemwege und der Haut zu den häufigsten Formen gehören. Nahrungsmittelallergien sind insgesamt seltener, können im Einzelfall aber besonders schwer verlaufen, etwa bei einer starken Allergie gegen Erdnüsse.
Allergien im Alltag: typische Auslöser erkennen
Im Alltag begegnen uns Allergene an vielen Stellen: in Blütenpollen im Freien, in Hausstaubmilben in Matratzen und Teppichen, in Tierhaaren, in bestimmten Nahrungsmitteln wie Nüssen oder Milch sowie in manchen Kosmetika und Metallen wie Nickel.
Wer eine Allergie hat, lernt meist mit der Zeit, den auslösenden Stoff zu erkennen und möglichst zu meiden. Ärztliche Allergietests können dabei helfen, das genaue Allergen zu bestimmen, wenn die Ursache der Beschwerden nicht eindeutig ist.
Jetzt bist du dran!
Was ist ein Allergen?
Noch nicht. Ein Allergen ist ein für die meisten Menschen harmloser Stoff, der bei Allergikern eine überschießende Immunreaktion auslöst.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf einen eigentlich harmlosen Stoff, das Allergen.
- Beim ersten Kontakt bildet der Körper bei der Sensibilisierung spezifische IgE-Antikörper, die sich an Mastzellen binden.
- Beim erneuten Kontakt schütten die Mastzellen Histamin aus, das die typischen Allergiesymptome auslöst.
- Kontaktallergie und Heuschnupfen gehören laut RKI-Studie DEGS1 zu den häufigsten Allergien bei Erwachsenen in Deutschland.
- Typischer Fehler: Eine Allergie tritt nicht schon beim ersten Kontakt auf, sondern erst nach einer vorausgegangenen Sensibilisierung.
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Häufige Fragen zu Allergien: Wie sie entstehen
- Wie entsteht eine Allergie?
- Eine Allergie entsteht, wenn das Immunsystem beim ersten Kontakt mit einem eigentlich harmlosen Stoff, dem Allergen, spezifische IgE-Antikörper bildet. Bei erneutem Kontakt erkennen diese Antikörper das Allergen sofort wieder und lösen die Ausschüttung von Histamin aus.
- Was ist der Unterschied zwischen Sensibilisierung und allergischer Reaktion?
- Bei der Sensibilisierung bildet der Körper beim ersten Kontakt mit dem Allergen Antikörper, ohne dass sichtbare Symptome auftreten. Die eigentliche allergische Reaktion mit Symptomen wie Juckreiz oder laufender Nase tritt erst bei erneutem Kontakt auf.
- Was macht Histamin bei einer Allergie?
- Histamin ist ein Botenstoff, der bei einer allergischen Reaktion aus Mastzellen freigesetzt wird. Er erweitert die Blutgefäße, macht sie durchlässiger und reizt Nervenenden, was Symptome wie Juckreiz, Schwellung und laufende Nase erklärt.
- Welche Allergien sind in Deutschland am häufigsten?
- Nach der DEGS1-Studie des Robert Koch-Instituts sind Kontaktallergie mit etwa 15,2 Prozent und Heuschnupfen mit etwa 14,8 Prozent bei Erwachsenen die häufigsten Allergieformen, gefolgt von Asthma bronchiale und Neurodermitis.
- Was ist ein anaphylaktischer Schock?
- Ein anaphylaktischer Schock ist eine schwere, den ganzen Körper betreffende allergische Reaktion, bei der sich die Wirkung von Histamin über den gesamten Kreislauf ausbreiten kann. Er kann lebensbedrohlich verlaufen und erfordert sofortiges ärztliches Handeln.
- Warum haben manche Menschen Allergien und andere nicht?
- Warum manche Menschen sensibilisiert werden und andere nicht, ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Erbliche Veranlagung, häufiger Kontakt mit bestimmten Allergenen und Umweltfaktoren spielen dabei vermutlich zusammen eine Rolle.
- Warum tritt Heuschnupfen nur zu bestimmten Jahreszeiten auf?
- Heuschnupfen entsteht durch eine Allergie gegen Blütenpollen bestimmter Pflanzen. Da diese Pflanzen nur zu bestimmten Zeiten im Jahr blühen, treten die Symptome vor allem im Frühling und Frühsommer auf.
- In welcher Klasse lernt man etwas über Allergien?
- Die Entstehung von Allergien wird meist in Klasse 8 im Biologieunterricht behandelt, oft im Zusammenhang mit dem Immunsystem und der Abwehr von Krankheitserregern.
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