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PCR-Methode: Ablauf, Primer und Taq-Polymerase

Die PCR-Methode ist ein Laborverfahren, mit dem sich ein bestimmter DNA-Abschnitt in kurzer Zeit milliardenfach vervielfältigen lässt. In dieser Lektion lernst du, wie die PCR abläuft, welche Zutaten sie braucht, warum die Taq-Polymerase so wichtig ist und wofür die Methode eingesetzt wird.

  • Fach: Biologie
  • Klasse 11
  • Thema: Genetik
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Schwer
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PCR-Methode: Wozu und wie?

PCR steht für Polymerase-Kettenreaktion. Die PCR-Methode kopiert einen ausgewählten Abschnitt der DNA in vielen Wiederholungen, bis aus wenigen Molekülen Milliarden Kopien geworden sind. Sie wurde in den 1980er Jahren von Kary Mullis entwickelt, der dafür 1993 den Nobelpreis für Chemie erhielt. Heute gehört sie zu den wichtigsten Verfahren der Molekularbiologie.

Das Prinzip ähnelt der DNA-Replikation in der Zelle, nur im Reagenzglas. Dort trennt ein Enzym die beiden Stränge, und ein anderes baut an jedem Einzelstrang einen neuen Gegenstrang auf. Bei der PCR wird dasselbe mit Temperaturänderungen erreicht. Durch Erhitzen trennen sich die Stränge, beim Abkühlen lagern sich Startstücke an, und ein Enzym baut den Strang auf.

Wichtig ist, dass die PCR gezielt arbeitet. Sie vervielfältigt nicht das gesamte Erbgut, sondern nur den Abschnitt zwischen zwei Startstücken, den Primern. So kann man aus einer winzigen Probe, etwa aus einer einzigen Haarwurzel, genug DNA für eine Untersuchung gewinnen.

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Zutaten der PCR-Methode

Für die PCR werden fünf Bestandteile gebraucht. Erstens die Matrizen-DNA, also die Probe mit dem Abschnitt, der kopiert werden soll. Zweitens zwei Primer. Das sind kurze, einzelsträngige DNA-Stücke, die an den Anfang und an das Ende des Zielabschnitts passen. Sie legen fest, welcher Bereich vervielfältigt wird, und liefern der Polymerase einen Startpunkt.

Drittens braucht man die Taq-Polymerase. Dieses Enzym baut aus Nukleotiden neue DNA-Stränge auf. Es stammt aus dem Bakterium Thermus aquaticus, das in heißen Quellen lebt, und ist deshalb hitzestabil. Das ist entscheidend, denn bei jedem Zyklus wird die Mischung auf etwa 95 Grad Celsius erhitzt. Ein normales Enzym würde dabei zerstört. Das hitzestabile Enzym übersteht alle Zyklen.

Viertens werden Nukleotide benötigt, die Bausteine der neuen DNA, nämlich die vier Basen A, T, G und C. Fünftens sorgt eine Pufferlösung für passende Bedingungen. Alles wird in einem kleinen Reaktionsgefäß gemischt und in ein Gerät gestellt, das die Temperatur automatisch ändert, den Thermocycler.

Die PCR-Methode braucht Matrizen-DNA, Primer, Taq-Polymerase, Nukleotide und eine Pufferlösung.
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Ablauf eines PCR-Zyklus

Ein Zyklus der PCR-Methode besteht aus drei Schritten. Im ersten Schritt, der Denaturierung, wird die Probe auf etwa 95 Grad Celsius erhitzt. Dabei brechen die Wasserstoffbrücken zwischen den Basen, und der Doppelstrang trennt sich in zwei Einzelstränge.

Im zweiten Schritt, der Anlagerung, wird die Temperatur auf etwa 50 bis 65 Grad Celsius gesenkt. Jetzt lagern sich die Primer an die passenden Stellen der Einzelstränge an. Die genaue Temperatur hängt von der Länge und der Basenfolge der Primer ab. Im dritten Schritt, der Verlängerung, arbeitet die Taq-Polymerase bei etwa 72 Grad Celsius. Sie hängt ab dem Primer passende Nukleotide an und baut so den Gegenstrang auf.

Danach liegen aus einem Doppelstrang zwei Doppelstränge vor. Der Zyklus beginnt von vorn, meist 25 bis 35 Mal. Ein vollständiger Durchlauf dauert nur wenige Stunden. Die Grafik zeigt den Ablauf eines Zyklus in der Übersicht.

SchrittTemperaturWas geschieht
Denaturierungetwa 95 Grad CelsiusDoppelstrang trennt sich
Anlagerungetwa 50 bis 65 Grad CelsiusPrimer lagern sich an
Verlängerungetwa 72 Grad CelsiusTaq-Polymerase baut neuen Strang
Die drei Schritte eines PCR-Zyklus
Ein PCR-Zyklus besteht aus Denaturierung, Primer-Anlagerung und Verlängerung und wird vielfach wiederholt.
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Exponentielles Wachstum bei der PCR-Methode

Das Besondere der PCR ist die Verdopplung in jedem Zyklus. Aus einem Molekül werden nach dem ersten Zyklus zwei, nach dem zweiten vier, nach dem dritten acht. Allgemein ergibt sich nach n Zyklen etwa die Zahl 2 hoch n. Nach 30 Zyklen sind das rund eine Milliarde Kopien. Man nennt dieses Wachstum exponentiell.

In der Praxis ist die Verdopplung nicht ganz perfekt, und gegen Ende der Reaktion lässt die Ausbeute nach, weil Zutaten verbraucht sind. Trotzdem reicht die Menge am Ende für jede weitere Analyse. Deshalb genügen für eine PCR schon winzige Spuren, und es ist wichtig, sauber zu arbeiten.

Gerade diese Empfindlichkeit ist auch eine Schwäche. Kleinste Verunreinigungen mit fremder DNA werden mitvervielfältigt und können das Ergebnis verfälschen. Labore arbeiten deshalb mit Handschuhen, getrennten Arbeitsbereichen und Kontrollproben, in denen keine DNA enthalten sein darf.

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Anwendungen der PCR-Methode

Die PCR-Methode wird in vielen Bereichen eingesetzt. Bei medizinischen Tests weist man damit Erreger nach, indem man nach deren Erbgut sucht. Der bekannte PCR-Test auf Viren nutzt dieses Prinzip, wobei bei RNA-Viren das Erbgut zuerst in DNA umgeschrieben wird. Auch Erbkrankheiten lassen sich nachweisen, indem man den betreffenden Genabschnitt vervielfältigt und untersucht.

In der Kriminalistik und bei Vaterschaftstests bildet die PCR die Grundlage des genetischen Fingerabdrucks. In der Forschung dient sie dazu, Gene für weitere Versuche herzustellen, zum Beispiel für die Gentechnik. In der Lebensmittelkontrolle prüft man, ob ein Produkt Bestandteile bestimmter Tierarten oder gentechnisch veränderter Organismen enthält.

Auch in der Evolutionsforschung ist die PCR wichtig. Aus winzigen Resten alter Knochen lässt sich DNA gewinnen und vervielfältigen, so konnten Forscher das Erbgut ausgestorbener Menschenformen untersuchen. Ohne die PCR wären viele moderne Entdeckungen nicht möglich gewesen.

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Typische Fehler zur PCR-Methode

Ein häufiger Fehler ist, PCR und DNA-Replikation in der Zelle gleichzusetzen. Das Prinzip ähnelt sich, aber die Abläufe unterscheiden sich. In der Zelle trennt ein Enzym, die Helikase, die Stränge, bei der PCR geschieht das durch Hitze. In der Zelle wird das ganze Erbgut kopiert, bei der PCR nur der Abschnitt zwischen den Primern.

Ein zweiter Fehler betrifft die Taq-Polymerase. Sie ist nicht deshalb besonders, weil sie schneller wäre, sondern weil sie hitzestabil ist. Würde man eine normale Polymerase verwenden, müsste man sie nach jedem Erhitzen neu zugeben. Mit der Taq-Polymerase kann man alle Zyklen automatisch hintereinander ablaufen lassen.

Der dritte Fehler: Man glaubt, die PCR erzeuge ein Bild der DNA oder lese die Basenfolge. Sie erzeugt nur Kopien. Um die Kopien zu untersuchen, braucht man weitere Verfahren wie die Gelelektrophorese oder die DNA-Sequenzierung.

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PCR-Methode im Alltag: Tests und Spurenanalyse

Die PCR-Methode ist dir wahrscheinlich schon im Alltag begegnet. Bei Virusinfektionen wie COVID-19 waren PCR-Tests im Einsatz, bei denen Proben aus Nase oder Rachen im Labor untersucht wurden. Ihr Vorteil ist die hohe Empfindlichkeit: Schon sehr kleine Mengen Erbgut des Erregers reichen für einen Nachweis.

Auch in Krimis spielt die Methode eine Rolle, wenn DNA-Spuren am Tatort untersucht werden. Aus einem winzigen Speichelrest oder einer Haarwurzel entsteht mit der PCR genug Material für ein DNA-Profil. Das erklärt, warum heute auch sehr kleine Spuren Fälle klären können.

Selbst bei der Lebensmittelkontrolle wird die PCR eingesetzt, etwa um Fleischprodukte auf ihre Tierart zu prüfen oder Allergene nachzuweisen. Die Methode ist damit weniger geheimnisvoll, als sie klingt: Sie ist ein Kopiergerät für DNA, das auf Temperaturschritten beruht.

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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 5

Wozu dient die PCR-Methode?

Wozu dient die PCR-Methode?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die PCR vervielfältigt gezielt einen ausgewählten DNA-Abschnitt, aus wenigen Molekülen werden Milliarden Kopien.
  • Zutaten sind Matrizen-DNA, zwei Primer, Taq-Polymerase, Nukleotide und Pufferlösung.
  • Ein Zyklus besteht aus Denaturierung, Primer-Anlagerung und Verlängerung und läuft 25 bis 35 Mal ab.
  • Die Zahl der Kopien verdoppelt sich je Zyklus, also exponentiell, nach n Zyklen etwa 2 hoch n.
  • Typischer Fehler: Die Taq-Polymerase ist wegen ihrer Hitzestabilität wichtig, und die PCR liest die DNA nicht.

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Häufige Fragen zu PCR-Methode: Ablauf, Primer und Taq-Polymerase

Was ist die PCR-Methode?
PCR steht für Polymerase-Kettenreaktion. Mit dieser Methode wird ein ausgewählter DNA-Abschnitt in vielen Zyklen kopiert, sodass aus wenigen Molekülen Milliarden Kopien entstehen. Sie wird in Medizin, Forschung und Kriminalistik genutzt.
Wie funktioniert die PCR?
In jedem Zyklus trennt Hitze die DNA-Stränge, dann lagern sich bei niedrigerer Temperatur Primer an, und die Taq-Polymerase baut die neuen Stränge auf. Der Zyklus wird etwa 25 bis 35 Mal wiederholt, wobei sich die Zahl der Kopien jedes Mal verdoppelt.
Wozu braucht man Primer bei der PCR?
Primer sind kurze DNA-Stücke, die an Anfang und Ende des Zielabschnitts passen. Sie bestimmen, welcher Bereich vervielfältigt wird, und geben der Polymerase einen Startpunkt, weil sie nur an bestehende Stränge anbauen kann.
Was ist die Taq-Polymerase und warum ist sie wichtig?
Die Taq-Polymerase ist ein Enzym aus dem Bakterium Thermus aquaticus, das in heißen Quellen lebt. Sie baut neue DNA-Stränge auf und ist hitzestabil. Deshalb übersteht sie das Erhitzen bei jedem Zyklus und muss nicht neu zugegeben werden.
Wie viele Kopien entstehen bei der PCR?
Die Zahl verdoppelt sich in jedem Zyklus. Nach n Zyklen sind es etwa 2 hoch n Kopien. Nach 30 Zyklen entsteht aus einem Molekül rechnerisch rund eine Milliarde Kopien, in der Praxis etwas weniger.
Wofür wird die PCR verwendet?
Sie dient dem Nachweis von Erregern, dem genetischen Fingerabdruck, der Untersuchung von Erbkrankheiten, der Gentechnik und der Lebensmittelkontrolle. Auch DNA aus sehr alten Knochen lässt sich damit vervielfältigen und untersuchen.
Was ist der Unterschied zwischen PCR und DNA-Replikation?
Beide kopieren DNA mit einer Polymerase. In der Zelle trennen Enzyme die Stränge, und das gesamte Erbgut wird kopiert. Bei der PCR trennt Hitze die Stränge, und nur der Abschnitt zwischen den Primern wird vervielfältigt.
Wer hat die PCR erfunden?
Die PCR-Methode wurde in den 1980er Jahren von Kary Mullis entwickelt. Er erhielt dafür 1993 den Nobelpreis für Chemie. Mit der hitzestabilen Taq-Polymerase wurde das Verfahren praktisch und automatisierbar.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

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