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DNA-Replikation

Die DNA-Replikation ist der Vorgang, mit dem eine Zelle vor jeder Zellteilung ihr komplettes Erbgut verdoppelt. Man kann sich den Ablauf wie das Kopieren eines sehr langen Reißverschlusses vorstellen, der geöffnet und auf beiden Seiten neu ergänzt wird. In dieser Lektion lernst du die einzelnen Schritte der DNA-Replikation, die wichtigsten Enzyme und den Unterschied zwischen Leitstrang und Folgestrang.

  • Fach: Biologie
  • Klasse 10
  • Thema: Genetik
  • Dauer: 22 Min
  • Niveau: Schwer
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Warum muss sich die DNA vor der Zellteilung verdoppeln?

Die DNA-Replikation sorgt dafür, dass bei jeder Zellteilung beide neuen Tochterzellen eine vollständige Kopie der Erbinformation erhalten. Ohne diesen Vorgang würde sich die Erbinformation bei jeder Teilung halbieren, bis sie irgendwann nicht mehr ausreichen würde, um alle nötigen Proteine herzustellen.

Die DNA liegt als Doppelhelix vor, zwei ineinander verdrehte Stränge, die durch Basenpaarung zusammengehalten werden: Adenin passt immer zu Thymin, Cytosin immer zu Guanin. Genau diese feste Zuordnung macht die Replikation überhaupt erst möglich, weil jeder Strang als Vorlage für einen neuen, passenden Strang dient.

Ein häufiger Fehler ist es, DNA-Replikation mit Proteinbiosynthese zu verwechseln. Bei der Replikation wird die DNA selbst verdoppelt, bei der Proteinbiosynthese wird die Information der DNA genutzt, um Proteine herzustellen – das sind zwei völlig verschiedene Vorgänge.

Sechs Schritte der DNA-Replikation – vom Entwinden der Doppelhelix bis zu zwei vollständigen DNA-Kopien.
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Wie läuft die DNA-Replikation Schritt für Schritt ab?

Am Anfang öffnet das Enzym Helicase die Doppelhelix an einer bestimmten Stelle, indem es die Basenpaarungen zwischen den beiden Strängen auftrennt. Es entsteht eine sogenannte Replikationsgabel, an der beide Einzelstränge als Vorlage für neue Stränge frei liegen.

Damit die DNA-Polymerase, das Enzym, das neue Nukleotide anfügt, überhaupt starten kann, wird zuerst ein kurzes Startstück benötigt, der Primer. Erst ab diesem Primer kann die DNA-Polymerase neue, passende Bausteine gemäß der Basenpaarung anfügen.

Die DNA-Polymerase kann neue Nukleotide nur in eine bestimmte Richtung anfügen. Deshalb verläuft die Replikation an den beiden Einzelsträngen unterschiedlich: An einem Strang läuft sie durchgehend, am anderen in kurzen Abschnitten, die später verbunden werden müssen.

SchrittBeteiligtes EnzymAufgabe
EntwindenHelicaseöffnet die Doppelhelix
Primer setzenPrimasesetzt kurze Startstücke
Neue Stränge bauenDNA-Polymerasefügt passende Nukleotide an
Fragmente verbindenDNA-Ligaseverknüpft die Okazaki-Fragmente
Wichtige Schritte und Enzyme der DNA-Replikation
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Leitstrang oder Folgestrang: Was ist der Unterschied?

An der Replikationsgabel entstehen zwei neue DNA-Stränge gleichzeitig, aber auf unterschiedliche Weise. Das liegt daran, dass die DNA-Polymerase Nukleotide immer nur in eine bestimmte Richtung anfügen kann, während sich die beiden Einzelstränge der Doppelhelix in entgegengesetzte Richtungen erstrecken.

Der Leitstrang kann durchgehend und ohne Unterbrechung kopiert werden, weil seine Ausrichtung genau zur Arbeitsrichtung der DNA-Polymerase passt. Hier reicht ein einziger Primer am Anfang, danach läuft die Synthese kontinuierlich weiter, während sich die Replikationsgabel öffnet.

Der Folgestrang muss dagegen in kurzen, einzelnen Abschnitten kopiert werden, den Okazaki-Fragmenten. Jedes dieser Fragmente braucht einen eigenen Primer. Nachdem alle Fragmente fertig sind, verbindet das Enzym DNA-Ligase sie zu einem durchgehenden Strang.

Leitstrang

Verläuft in der Richtung, in der die DNA-Polymerase durchgehend arbeiten kann.

Beispiele

  • ein Primer reicht für den gesamten Strang
  • kontinuierliche, schnelle Synthese
  • keine Verbindung von Fragmenten nötig

Signalwörter

  • durchgehende Synthese ohne Unterbrechung
  • wird in Richtung der sich öffnenden Gabel kopiert
  • keine Okazaki-Fragmente

Folgestrang

Verläuft entgegengesetzt zur Arbeitsrichtung der DNA-Polymerase.

Beispiele

  • viele kurze Okazaki-Fragmente entstehen
  • jedes Fragment braucht einen eigenen Primer
  • DNA-Ligase verbindet die Fragmente am Ende

Signalwörter

  • schrittweise, langsamere Synthese
  • mehrere Primer nötig
  • Ligase notwendig für den fertigen Strang
Bei der DNA-Replikation entstehen Leitstrang und Folgestrang gleichzeitig, aber auf unterschiedliche Weise.
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Wie kann bei der DNA-Replikation ein Kopierfehler entstehen?

Bei der Replikation baut die DNA-Polymerase versehentlich statt Thymin die Base Cytosin gegenüber von Adenin ein. Erkläre, was daraus entstehen kann, wenn der Fehler nicht korrigiert wird.

Gegeben:

  • richtige Basenpaarung: Adenin passt zu Thymin
  • eingebaute Base: Cytosin statt Thymin
  • DNA-Polymerase besitzt eine Korrekturfunktion

Gesucht:

Mögliche Folge eines unkorrigierten Einbaufehlers

Lösung:

  1. Normalerweise erkennt die DNA-Polymerase durch ihre Korrekturfunktion falsch eingebaute Basen und tauscht sie sofort wieder aus.
  2. Wird der Fehler übersehen, bleibt die falsche Basenpaarung im neuen DNA-Strang erhalten.
  3. Bei der nächsten Replikation wird dieser fehlerhafte Strang wiederum als Vorlage verwendet.
  4. Dadurch entsteht dauerhaft eine veränderte Basenabfolge an dieser Stelle im Erbgut.

Ein unkorrigierter Fehler bei der DNA-Replikation kann zu einer dauerhaften Veränderung der Erbinformation führen, einer sogenannten Mutation. Die meisten Fehler werden jedoch durch die Korrekturfunktion der DNA-Polymerase noch während der Replikation behoben.

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Warum ist die DNA-Replikation so genau?

Damit die Erbinformation über viele Zellteilungen und Generationen stabil bleibt, muss die Replikation extrem zuverlässig ablaufen. Die DNA-Polymerase besitzt deshalb eine eingebaute Korrekturfunktion, das sogenannte Korrekturlesen: Erkennt sie eine falsch eingebaute Base, entfernt sie diese sofort wieder und ersetzt sie durch die richtige.

Zusätzlich gibt es nach der Replikation weitere Reparatursysteme in der Zelle, die verbliebene Fehler noch erkennen und korrigieren können. Erst durch dieses mehrstufige Kontrollsystem wird die Fehlerquote so niedrig, dass die Erbinformation über sehr viele Zellteilungen hinweg fast unverändert bleibt.

Trotzdem entstehen gelegentlich Mutationen, die unentdeckt bleiben. Diese sind einerseits Grundlage für Krankheiten, andererseits aber auch die Quelle für die genetische Variation, auf der die Evolution beruht.

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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 5

Wie heißt das Enzym, das die DNA-Doppelhelix zu Beginn der Replikation öffnet?

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die DNA-Replikation verdoppelt die Erbinformation, damit jede Tochterzelle eine vollständige Kopie erhält.
  • Helicase öffnet die Doppelhelix, Primase setzt Primer, DNA-Polymerase fügt neue Nukleotide an, Ligase verbindet Fragmente.
  • Der Leitstrang wird durchgehend kopiert, der Folgestrang in kurzen Okazaki-Fragmenten.
  • Die Replikation ist semikonservativ: Jede neue DNA besteht aus einem alten und einem neuen Strang.
  • Die DNA-Polymerase besitzt eine Korrekturfunktion, die die Fehlerquote extrem niedrig hält.
  • Typischer Fehler: DNA-Replikation mit Proteinbiosynthese zu verwechseln – das sind zwei verschiedene Vorgänge.

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Häufige Fragen zu DNA-Replikation

Was ist DNA-Replikation einfach erklärt?
Bei der DNA-Replikation verdoppelt eine Zelle vor der Zellteilung ihre gesamte Erbinformation. Die Doppelhelix wird geöffnet, und an beiden Einzelsträngen entsteht durch Basenpaarung ein neuer, passender Strang. Am Ende liegen zwei identische DNA-Doppelstränge vor, sodass jede der beiden Tochterzellen eine vollständige Kopie der Erbinformation erhält.
Warum heißt die Replikation semikonservativ?
Semikonservativ bedeutet, dass jede neu entstandene DNA aus einem alten, ursprünglichen Strang und einem neu synthetisierten Strang besteht. Es wird also nicht die komplette alte DNA erhalten, aber auch nicht komplett neu gebaut. Dieses Prinzip wurde durch ein berühmtes Experiment von Meselson und Stahl in den 1950er-Jahren nachgewiesen.
Was ist der Unterschied zwischen Leitstrang und Folgestrang?
Der Leitstrang wird durchgehend und ohne Unterbrechung kopiert, weil er in Arbeitsrichtung der DNA-Polymerase verläuft. Der Folgestrang wird dagegen in kurzen Abschnitten, den Okazaki-Fragmenten, synthetisiert, weil er entgegengesetzt dazu verläuft. Die DNA-Ligase verbindet diese Fragmente anschließend zu einem vollständigen Strang.
Welche Enzyme sind an der DNA-Replikation beteiligt?
Die wichtigsten Enzyme sind Helicase, die die Doppelhelix öffnet, Primase, die Startstücke setzt, DNA-Polymerase, die neue Nukleotide anfügt, und DNA-Ligase, die Fragmente des Folgestrangs verbindet. Jedes dieser Enzyme übernimmt einen genau festgelegten Teil des Ablaufs, damit die Replikation korrekt und schnell abläuft.
Was passiert bei einem Fehler in der DNA-Replikation?
Die DNA-Polymerase besitzt eine Korrekturfunktion und entfernt die meisten falsch eingebauten Basen sofort wieder. Bleibt ein Fehler dennoch unentdeckt, entsteht eine dauerhafte Veränderung der Erbinformation, eine Mutation. Solche Mutationen können Krankheiten verursachen, sind aber gleichzeitig auch eine wichtige Grundlage für die genetische Vielfalt und die Evolution.
Wann findet die DNA-Replikation in der Zelle statt?
Die DNA-Replikation findet in der sogenannten S-Phase des Zellzyklus statt, also noch vor der eigentlichen Zellteilung. Erst wenn die komplette DNA verdoppelt ist, kann sich die Zelle in zwei Tochterzellen teilen, von denen jede eine vollständige Kopie der Erbinformation erhält.
In welcher Klasse lernt man die DNA-Replikation?
Die DNA-Replikation wird in Deutschland meist in Klasse 10 im Rahmen der Genetik behandelt, nachdem der Aufbau der DNA bereits bekannt ist. In der Oberstufe wird das Thema häufig noch vertieft, etwa mit den beteiligten Enzymen im Detail und dem Zusammenhang zur Proteinbiosynthese.
Was ist der Unterschied zwischen DNA-Replikation und Proteinbiosynthese?
Bei der DNA-Replikation wird die DNA selbst als Ganzes verdoppelt, damit bei der Zellteilung genug Erbinformation für beide Tochterzellen vorhanden ist. Bei der Proteinbiosynthese wird dagegen die Information eines einzelnen Gens genutzt, um daraus ein Protein herzustellen. Beide Vorgänge nutzen zwar die Basenpaarung, verfolgen aber ganz unterschiedliche Ziele.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

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Das kommt als Nächstes