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Sicherung, Stromschlag und Schutz

Eine Sicherung schützt die Leitungen vor Überhitzung, ein FI-Schalter schützt dich vor einem gefährlichen Stromschlag, und der Schutzleiter leitet Fehlerströme am Körper vorbei zur Erde. In dieser Lektion lernst du, warum die Stromstärke durch den Körper entscheidet, wie du sie berechnest und wie die Schutzmaßnahmen im Haushalt zusammenspielen.

  • Fach: Physik
  • Klasse 8
  • Thema: Elektrizität
  • Dauer: 18 Min
  • Niveau: Mittel
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Stromschlag: Warum Strom gefährlich ist

Ein Stromschlag entsteht, wenn dein Körper Teil eines Stromkreises wird und elektrischer Strom durch dich hindurchfließt. Gefährlich ist dabei nicht die Spannung allein, sondern die Stromstärke, die durch den Körper fließt. Sie sorgt dafür, dass sich Muskeln verkrampfen, und kann den Herzrhythmus stören.

Schon sehr kleine Ströme spürst du. Bei etwa einem halben Milliampere kribbelt es, bei etwa 10 Milliampere verkrampfen die Muskeln, sodass du ein Kabel nicht mehr loslassen kannst. Ab etwa 30 Milliampere kann es lebensgefährlich werden, weil das Herz aus dem Takt geraten kann. Diese Werte sind Richtwerte, die je nach Person, Stromweg und Dauer schwanken.

Die Steckdose im Haus liefert 230 Volt Wechselspannung. Das ist hoch genug, um einen gefährlichen Strom durch den Körper zu treiben. Darum gibt es mehrere Schutzmaßnahmen, die Fehler verhindern oder den Strom blitzschnell abschalten. In dieser Lektion schauen wir sie uns an.

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Körperstrom berechnen: Die Formel zum Stromschlag

Wie groß der Strom durch den Körper ist, berechnest du mit dem ohmschen Gesetz. Du teilst die anliegende Spannung durch den Widerstand des Körpers: I gleich U durch R. Der Körperwiderstand ist keine feste Zahl. Er hängt von Haut, Feuchtigkeit, Stromweg und Kontaktfläche ab und liegt etwa zwischen einigen hundert und mehreren tausend Ohm.

Trockene Haut hat einen hohen Widerstand, nasse Haut einen deutlich kleineren. Deshalb ist ein Stromschlag mit nassen Händen oder im Badezimmer besonders gefährlich: Der Widerstand sinkt, und bei gleicher Spannung fließt ein größerer Strom. Auch ein großer Kontakt, etwa durch eine umfassende Hand, verringert den Widerstand.

Für Rechenaufgaben nimmt man meist einen Körperwiderstand von etwa 1000 bis 2000 Ohm an. Das Ergebnis liegt dann weit über der Grenze von 30 Milliampere. Genau deshalb schützt eine Sicherung allein nicht vor einem Stromschlag, wie du gleich sehen wirst.

IUR
I
Stromstärke durch den Körper in Ampere (A)
U
Spannung in Volt (V), im Haushalt 230 V
R
Widerstand des Körpers in Ohm (Ω)
Stromstärke durch den KörperMögliche Wirkung
etwa 0,5 mADer Strom wird als Kribbeln bemerkt
etwa 10 mAMuskelverkrampfung, Loslassen kaum noch möglich
ab etwa 30 mALebensgefahr, Herzrhythmusstörungen möglich
über 100 mAHerzkammerflimmern sehr wahrscheinlich, Verbrennungen
Wirkung von Wechselstrom auf den Menschen (Richtwerte)
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Sicherung und Schutz im Sicherungskasten

Im Sicherungskasten sitzen zwei Arten von Schutzschaltern. Die Sicherung, heute meist ein Leitungsschutzschalter, schützt die Kabel in der Wand. Fließt wegen eines Kurzschlusses oder einer Überlastung zu viel Strom, würde sich das Kabel erhitzen und könnte einen Brand auslösen. Die Sicherung trennt den Stromkreis dann automatisch, meist bei 16 Ampere.

Für Menschen ist das zu spät, denn 16 Ampere sind viel mehr als die gefährlichen 30 Milliampere. Deshalb gibt es den FI-Schutzschalter, auch Fehlerstromschutzschalter genannt. Er vergleicht den Strom im Hinleiter mit dem im Rückleiter. Fließt ein Teil des Stroms über einen Körper zur Erde, fehlt er im Rückleiter, und der FI-Schalter schaltet schon bei etwa 30 Milliampere Unterschied innerhalb kurzer Zeit ab.

Dazu kommt der Schutzleiter mit gelbgrüner Isolierung, der an den Schutzkontakt der Steckdose führt. Wird ein Metallgehäuse durch einen Defekt unter Spannung gesetzt, fließt der Strom über den Schutzleiter zur Erde statt durch dich. Sicherung, FI-Schalter und Schutzleiter ergänzen sich, keines ersetzt die anderen.

Die Sicherung schützt Leitungen, der FI-Schalter schützt Menschen vor Fehlerströmen.
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Beispiel 1: Körperstrom bei einem Stromschlag

Jemand berührt mit trockenen Händen versehentlich ein defektes Kabel mit 230 V. Sein Körperwiderstand beträgt in diesem Fall etwa 2000 Ω. Wie groß ist der Strom durch den Körper, und wie ordnest du den Wert ein?

Gegeben:

  • U230 V
  • R2000 Ω

Gesucht:

I

Lösung:

  1. IUR
  2. I230 V2000 Ω
  3. I0,115 A115 mA

Der Strom durch den Körper beträgt etwa 0,115 A, das sind 115 mA. Das ist weit mehr als die Grenze von etwa 30 mA und damit lebensgefährlich. Ein FI-Schalter mit 30 mA Auslösestrom würde diesen Fehlerstrom bemerken und den Stromkreis in Sekundenbruchteilen abschalten. Eine Sicherung mit 16 A würde dagegen gar nicht reagieren.

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Beispiel 2: Wann löst die Sicherung aus?

Ein Stromkreis ist mit 16 A abgesichert. Du schließt einen Wasserkocher mit 2000 W und einen Heizlüfter mit 2000 W gleichzeitig an. Die Netzspannung beträgt 230 V. Löst die Sicherung aus?

Gegeben:

  • P2000 W je Gerät
  • U230 V
  • Sicherung: 16 A

Gesucht:

I gesamt

Lösung:

  1. PU · I, also IPU
  2. I (Wasserkocher)2000 W230 V ≈ 8,7 A
  3. I gesamt8,7 A + 8,7 A ≈ 17,4 A
  4. 17,4 A ist größer als 16 A

Der Gesamtstrom beträgt etwa 17,4 A und liegt über den erlaubten 16 A. Die Sicherung löst aus und schützt die Leitung vor Überhitzung. Der größte Strom, den der Stromkreis dauerhaft liefern darf, ergibt sich aus 16 A mal 230 V und beträgt 3680 W. Zwei Geräte mit zusammen 4000 W überschreiten diese Grenze.

So greifen Sicherung und FI-Schalter nacheinander ein, wenn im Stromkreis ein Fehler auftritt.
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Typische Fehler bei Sicherung und Stromschlag

Ein weit verbreiteter Irrtum lautet, die Sicherung schütze Menschen vor einem Stromschlag. Das stimmt nicht zuverlässig. Eine Sicherung mit 16 Ampere löst erst aus, wenn viel mehr Strom fließt, als dein Körper verträgt. Für den Schutz von Menschen ist der FI-Schalter zuständig, und er arbeitet mit Ausschaltströmen im Bereich von 30 Milliampere.

Ein zweiter Fehler betrifft die Einheiten. Rechnest du den Körperstrom aus, erhältst du Ampere, die gefährlichen Werte liegen aber in Milliampere. 0,115 A sind 115 mA, nicht 0,115 mA. Wer eine Einheit vergisst, bewertet die Gefahr völlig falsch. Rechne deshalb immer in A und gib danach, wenn sinnvoll, in mA an.

Ein dritter Irrtum betrifft die Spannung. Viele denken, nur Hochspannung sei gefährlich. Auch die 230 V aus der Steckdose können tödlich sein, während 4,5 V aus einer Flachbatterie ungefährlich sind. Als grobe Faustregel gelten Wechselspannungen über 50 V als gefährlich, weil sie bei normalem Körperwiderstand schon zu bedenklichen Strömen führen können.

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Alltagsbezug, Schutzmaßnahmen und Tipps für die Klassenarbeit

Im Alltag helfen dir einfache Regeln. Ziehe an Kabeln nie am Kabel, sondern am Stecker. Benutze beschädigte Kabel und Geräte nicht mehr. Halte elektrische Geräte von Wasser fern, vor allem in Küche und Bad, und fasse sie nie mit nassen Händen an. Schutzisolierte Geräte tragen das Zeichen mit den zwei ineinanderliegenden Quadraten, ihr Gehäuse ist von innen zusätzlich isoliert.

Passiert ein Stromunfall, unterbrichst du zuerst den Stromkreis, indem du den Stecker ziehst oder die Sicherung ausschaltest. Berühre die verunglückte Person erst danach. Rufe die 112 an und leiste Erste Hilfe. Auch wenn es der Person scheinbar gut geht, braucht sie nach einem Stromunfall eine ärztliche Untersuchung, weil Herzrhythmusstörungen oft erst später auftreten.

In der Klassenarbeit kommen meist Aufgaben mit der Formel I gleich U durch R und mit der Leistungsformel vor. Schreibe die Größen mit Einheiten auf, rechne in Grundeinheiten und achte auf den Unterschied zwischen Sicherung als Leitungsschutz und FI-Schalter als Personenschutz. Experimente mit Strom machst du in der Schule nur mit ungefährlicher Kleinspannung, nie mit der Steckdose.

Die wichtigsten Regeln zu Sicherung, Stromschlag und Schutz im Überblick.
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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 5

Ab welcher Stromstärke durch den Körper kann es etwa lebensgefährlich werden?

Ab welcher Stromstärke durch den Körper kann es etwa lebensgefährlich werden?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Gefährlich ist die Stromstärke durch den Körper. Ab etwa 30 Milliampere kann es lebensgefährlich werden.
  • Die Stromstärke berechnest du mit I gleich U durch R, der Körperwiderstand ist bei nasser Haut deutlich kleiner.
  • Die Sicherung schützt die Leitung vor Überlastung und Kurzschluss, löst aber erst bei Ampere-Strömen aus.
  • Der FI-Schalter schützt Menschen und schaltet schon bei etwa 30 Milliampere Fehlerstrom ab.
  • Mit Netzspannung experimentiert man nie selbst, Reparaturen macht eine Elektrofachkraft.

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Häufige Fragen zu Sicherung, Stromschlag und Schutz

Wie viel Strom ist für den Menschen gefährlich?
Als Richtwert gelten etwa 30 Milliampere durch den Körper als lebensgefährlich, weil das Herz aus dem Takt geraten kann. Wie gefährlich es wirklich wird, hängt von Dauer, Stromweg und Person ab. Schon deutlich weniger Strom kann Muskeln verkrampfen und Verbrennungen verursachen.
Was ist der Unterschied zwischen Sicherung und FI-Schalter?
Die Sicherung schützt die Leitung vor Überlastung und Kurzschluss und löst bei einem Strom von zum Beispiel 16 Ampere aus. Der FI-Schalter schützt Menschen und schaltet ab, wenn schon etwa 30 Milliampere über den Körper zur Erde fließen. Beide arbeiten im Sicherungskasten zusammen.
Warum fliegt die Sicherung raus?
Die Sicherung löst aus, wenn mehr Strom fließt, als der Stromkreis dauerhaft vertragen darf. Das passiert bei einem Kurzschluss oder wenn zu viele Geräte gleichzeitig laufen. So verhindert sie, dass sich die Leitung gefährlich erhitzt und einen Brand verursacht.
Wie berechne ich den Strom durch den Körper?
Du nutzt das ohmsche Gesetz: Stromstärke gleich Spannung geteilt durch Widerstand. Bei 230 V und einem angenommenen Körperwiderstand von 2000 Ohm ergibt sich ein Strom von 0,115 Ampere, also 115 Milliampere. Das liegt weit über der Gefahrengrenze von etwa 30 Milliampere.
Warum bekommen Vögel auf der Stromleitung keinen Stromschlag?
Der Vogel berührt nur ein einziges Kabel, an beiden Füßen liegt praktisch dieselbe Spannung an. Zwischen seinen Füßen gibt es keinen nennenswerten Unterschied, deshalb fließt kein gefährlicher Strom durch den Körper. Berührt er zwei Leitungen mit verschiedener Spannung, ist es gefährlich.
Was macht der Schutzleiter in der Steckdose?
Der gelbgrüne Schutzleiter verbindet das Metallgehäuse eines Geräts mit der Erde. Wird das Gehäuse durch einen Defekt spannungsführend, fließt der Fehlerstrom über den Schutzleiter ab, die Sicherung oder der FI-Schalter löst aus, und du bleibst geschützt.
Warum ist Strom mit nassen Händen gefährlicher?
Wasser verringert den Widerstand der Haut stark. Bei gleicher Spannung fließt dadurch ein größerer Strom durch den Körper, weil die Stromstärke gleich Spannung geteilt durch Widerstand ist. Deshalb sind Steckdosen im Bad besonders geschützt und Geräte tabu, wenn du nass bist.
Wie verhalte ich mich bei einem Stromunfall?
Unterbrich zuerst den Stromkreis, indem du den Stecker ziehst oder die Sicherung ausschaltest. Berühre die Person erst danach. Rufe die 112 und leiste Erste Hilfe. Auch wenn es der Person gut geht, muss sie ärztlich untersucht werden, weil Herzrhythmusstörungen später auftreten können.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.