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Shakespeare Englischunterricht: Leben, Werk, Sprache

Im Shakespeare Englischunterricht lernst du einen Dichter kennen, der von 1564 bis 1616 lebte und bis heute die meistgespielten Dramen der Welt geschrieben hat. In dieser Lektion verstehst du sein Leben und seine Zeit, die Unterschiede zwischen Tragödien, Komödien, Historien und Sonetten, die Sprache des Elisabethanischen Englisch und die Frage, wie du seine Texte in Klausur und Abitur analysierst.

  • Fach: Englisch
  • Klasse 11
  • Thema: Textarbeit
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Schwer
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Shakespeare Englischunterricht: Leben und Zeit

William Shakespeare wurde 1564 in Stratford-upon-Avon geboren. Gesichert ist seine Taufe am 26. April 1564, den genauen Geburtstag kennen wir nicht. Sein Vater John war Handschuhmacher und zeitweise Bürgermeister der Stadt. William besuchte vermutlich die örtliche Lateinschule, wo er die Grundlagen der Rhetorik und die römische Literatur kennenlernte, die später viele seiner Stücke prägten.

1582 heiratete er Anne Hathaway. Das Paar hatte drei Kinder: Susanna und die Zwillinge Hamnet und Judith. Um 1590 ging Shakespeare nach London, wo er als Schauspieler und Autor arbeitete. 1594 wurde er Mitglied der Theatertruppe Lord Chamberlain’s Men. Diese Truppe eröffnete 1599 das Globe Theatre an der Themse, dessen Anteile Shakespeare mit hielt. Mit dem Regierungsantritt von James I. 1603 hieß sie King’s Men.

Shakespeare lebte zur Zeit von Königin Elisabeth I. und ihres Nachfolgers James I. Man nennt diese Epoche das Elisabethanische und das Jakobäische Zeitalter, zusammen die englische Renaissance. London war eine wachsende Handelsstadt, das Theater war Volksunterhaltung für alle Schichten, und die Stücke mussten ein gemischtes Publikum ansprechen: Adelige auf den teuren Plätzen und einfache Leute im Innenhof.

Um 1613 zog sich Shakespeare nach Stratford zurück, wo er am 23. April 1616 starb. 1623, sieben Jahre nach seinem Tod, gaben zwei Kollegen die erste Gesamtausgabe seiner Dramen heraus, das First Folio. Ohne sie wären viele Stücke, darunter Macbeth und The Tempest, nicht überliefert. Über sein Privatleben ist wenig bekannt. Vieles, was in Büchern steht, ist Vermutung, und gute Texte trennen gesicherte Fakten klar davon.

JahrEreignis
1564Taufe in Stratford-upon-Avon
1582Heirat mit Anne Hathaway
um 1590Beginn der Theaterkarriere in London
1599Eröffnung des Globe Theatre
1616Tod in Stratford-upon-Avon
Shakespeares Lebensstationen
Wichtige Stationen im Leben William Shakespeares.
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Shakespeare Englischunterricht: Dramen und Sonette

Shakespeare schrieb je nach Zählung etwa 37 Dramen. Man teilt sie traditionell in Tragedies, Comedies und Histories. Die Tragödien wie Hamlet, Othello, King Lear, Macbeth und Romeo and Juliet erzählen vom Scheitern eines Helden an einem Charakterfehler oder an den Umständen. Sie enden mit dem Tod der Hauptfigur und führen dem Publikum Schuld, Ehrgeiz oder Eifersucht vor Augen.

Die Comedies wie A Midsummer Night’s Dream, Twelfth Night oder Much Ado About Nothing leben von Verwechslungen, Verkleidungen und Wortwitz. Sie enden meist mit einer oder mehreren Hochzeiten und dem Wiederherstellen der Ordnung. Auch die Komödien haben ernste Seiten: Sie zeigen, wie leicht Liebe, Identität und Gesellschaft ins Wanken geraten. Spätere Stücke wie The Tempest werden oft Romances genannt.

Die Histories wie Richard III und Henry V behandeln die englische Geschichte und stützen sich auf die Chroniken der Zeit. Sie stellen die Frage, was einen guten König ausmacht, und enthalten oft große Reden. Shakespeare hat die Geschichte dabei zugespitzt und verändert, die Stücke sind also dramatische Deutungen und keine Geschichtsbücher.

Außer den Dramen schrieb Shakespeare 154 Sonette, die 1609 gedruckt erschienen. Ein Sonett hat 14 Verse. Beim englischen oder Shakespeare-Sonett bilden drei Quartette mit je vier Versen und ein abschließendes Reimpaar die Form, das Reimschema lautet abab cdcd efef gg. Das Reimpaar am Schluss bringt meist die Pointe. Sonett 18 beginnt mit der berühmten Frage Shall I compare thee to a summer’s day?

Dramen (Tragedy, Comedy, History)

Gespielt auf der Bühne, in Akten und Szenen

Beispiele

  • Hamlet (Tragedy)
  • A Midsummer Night’s Dream (Comedy)
  • Richard III (History)

Signalwörter

  • Akte und Szenen
  • Dialog und Monolog
  • Blankvers und Prosa

Sonette (Sonnets)

Gedichte zum Lesen mit festem Aufbau

Beispiele

  • Sonnet 18
  • Sonnet 130
  • Sonnet 116

Signalwörter

  • 14 Verse
  • drei Quartette und ein Reimpaar
  • lyrisches Ich und Adressat
GattungMerkmalBeispiel
TragedyHeld scheitert, tragisches EndeHamlet, Macbeth, Othello
ComedyVerwechslung, gutes EndeTwelfth Night, Much Ado About Nothing
Historyenglische KönigeRichard III, Henry V
Sonnet14 Verse, abab cdcd efef ggSonnet 18, Sonnet 116
Gattungen im Überblick
Vier Gattungen im Werk Shakespeares.
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Shakespeare Englischunterricht: Sprache und Versmaß verstehen

Shakespeares Sprache heißt Early Modern English, auf Deutsch Frühneuenglisch. Sie ist kein Altenglisch, sondern der Vorläufer des modernen Englisch, und viele Wörter erkennst du sofort. Einige Formen sind aber anders. Thou bedeutet du und ist die vertraute Anrede, you ist die Anrede für mehrere oder für Höhergestellte. Dazu gehören thee (dich, dir), thy und thine (dein) sowie Verbformen wie hath (hat) und doth (tut).

Weitere Wörter sind wherefore (warum, nicht wo!), hence (von hier, daher), anon (gleich), ere (bevor) und prithee (bitte). Berühmt ist Juliets Frage Wherefore art thou Romeo?, die bedeutet: Warum bist du Romeo? Nicht: Wo bist du? Auch der Satzbau ist freier: Fragen und Verneinungen kommen ohne do aus, etwa Know you not? statt Don’t you know?

Die Dramen sind größtenteils in Blankvers geschrieben, auf Englisch blank verse. Er hat fünf Hebungen, Jamben genannt, mit zehn Silben pro Zeile und ohne Reim: da-DUM da-DUM da-DUM da-DUM da-DUM. Man nennt das iambic pentameter. Beispiel ist die Zeile To be, or not to be, that is the question. Der Blankvers kommt dem natürlichen Sprechrhythmus nahe und eignet sich für lange Reden.

Nicht alle Figuren sprechen in Versen. Adelige reden meist in Versen, einfache Figuren und Narren oft in Prosa, und Wechsel zwischen den Formen deuten auf Stimmungs- oder Statuswechsel hin. Reimpaare markieren häufig Szenenenden oder Sprüche. Bilder, Wortspiele und Metaphern sind zentral: Shakespeare spielt mit doppelten Bedeutungen, die du im Deutschen oft nur durch Fußnoten erkennst.

Early Modern EnglishModernes EnglischDeutsch
thou, theeyoudu, dich
thy, thineyourdein
hath, dothhas, doeshat, tut
whereforewhywarum
anonsoongleich
Wörter und Formen im Early Modern English
Fünf Kernaussagen zu Shakespeare.
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Eine Textstelle Schritt für Schritt analysieren

Analysiere die Zeile „Shall I compare thee to a summer’s day?“ aus Sonett 18 nach Form, Sprache und Aussage.

Gegeben:

  • Textstelle: Sonett 18, Vers 1
  • Form: englisches Sonett
  • Sprecher: lyrisches Ich

Gesucht:

Eine kurze Analyse mit Form, Sprache und Aussage

Lösung:

  1. Form: Der Vers gehört zu einem Sonett mit 14 Zeilen. Er steht im Blankvers mit fünf Jamben: Shall I com-PARE thee TO a SUM-mer’s DAY.
  2. Sprache: Thee ist die vertraute Anrede für das geliebte Du. Die Form shall I eröffnet als rhetorische Frage einen Vergleich.
  3. Bildsprache: Der Sommertag steht für Schönheit und Wärme. Das Gedicht wird den Vergleich als zu schwach zurückweisen: Der Geliebte ist lieblicher und beständiger.
  4. Aussage: Das lyrische Ich preist den Geliebten und verspricht, ihn durch das Gedicht unsterblich zu machen.

Der erste Vers eröffnet Sonett 18 mit einer rhetorischen Frage im Blankvers. Die vertraute Anrede thee zeigt Nähe, der Vergleich mit einem Sommertag prägt das Bild von Schönheit, das im Gedicht überboten wird. Die Analyse ist gelungen, weil sie Form, Sprache und Aussage verbindet und jede Behauptung an einem Detail der Zeile belegt.

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Typische Fehler im Shakespeare Englischunterricht

Der häufigste Fehler ist die Verwechslung von wherefore und where. Wherefore bedeutet warum, nicht wo. Juliets Satz Wherefore art thou Romeo? ist keine Suche nach Romeo, sondern die Frage, warum er ausgerechnet ein Montague sein muss. Wer diese Zeile falsch übersetzt, versteht die ganze Balkonszene falsch und verliert in der Analyse Punkte.

Der zweite Fehler ist, die Sprache für Altenglisch zu halten. Altenglisch ist die Sprache des Beowulf und für Schüler nicht lesbar. Shakespeares Englisch ist Early Modern English und dem heutigen Englisch viel näher. Auch ist es kein Fehler im Original, dass Shakespeare Wörter neu bildete oder die Grammatik freier benutzte. Er schrieb für das Ohr, nicht für das Lehrbuch.

Der dritte Fehler sind Behauptungen ohne Beleg. Sätze wie Shakespeare is a genius oder The language is beautiful sind keine Analyse. In Klausuren erwartet man, dass du eine Beobachtung machst, sie am Text belegst und ihre Wirkung erklärst. Bei Shakespeare heißt das: Zitiere kurz mit Zeilenangabe, benenne das Stilmittel und erkläre, was es für die Figur oder Szene bedeutet.

Der vierte Fehler ist das Vermischen von Fakten und Legenden. Ob Shakespeare alle Stücke selbst schrieb, welche Rolle er spielte und ob sein Sohn Hamnet Vorbild für Hamlet war, ist nicht gesichert. Schreibe daher vorsichtig mit Formulierungen wie It is likely that … oder According to records … Gesichert sind seine Lebensdaten und die gedruckten Werke, nicht seine Gedanken.

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Tipps für Klausur und Abitur: Shakespeare Englischunterricht

Lies jede Textstelle zweimal: zuerst für den Sinn, dann für die Form. Beim ersten Lesen gehst du mit dem Inhalt mit und fragst, wer spricht, zu wem und in welcher Lage. Beim zweiten Lesen markierst du Auffälliges: Wiederholungen, Bilder, Wörter wie thou, Reimpaare und Wechsel zwischen Vers und Prosa. Notiere dazu Stichwörter am Rand.

Nutze für die Analyse einen festen Aufbau: Einleitung mit Werk, Autor, Gattung und Stelle, Inhalt in wenigen Sätzen, Analyse der Form und Sprache mit Belegen, Deutung und Fazit. Verwende Zitate sparsam und genau, am besten mit Akt, Szene und Zeile, zum Beispiel (Act 3, Scene 1). Zu lange Zitate kosten Zeit und bringen keine Punkte.

Lerne die wichtigsten Stilmittel für Shakespeare: metaphor, simile, personification, irony, pun, rhetorical question, soliloquy (Monolog), aside (Beiseitesprechen) und blank verse. Bei Hamlet ist das soliloquy To be, or not to be wichtig, bei Macbeth das Bild des Blutes, bei Romeo and Juliet der Kontrast von Licht und Dunkelheit. Mit diesen Beispielen kannst du in Klausuren argumentieren.

Schreibe im Present Tense, wenn du ein Drama analysierst: Hamlet hesitates, Macbeth kills the king. Benutze Formulierungen wie The quotation shows that … oder This suggests … Prüfe zum Schluss, ob jede Behauptung einen Beleg hat und ob du Fakten und Deutung getrennt hast. Wer so arbeitet, kann auch eine unbekannte Textstelle sicher analysieren.

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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 5

Welche Lebensdaten sind für William Shakespeare gesichert?

Welche Lebensdaten sind für William Shakespeare gesichert?
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Das Wichtigste in Kürze

  • William Shakespeare wurde 1564 in Stratford-upon-Avon getauft, arbeitete in London als Schauspieler und Autor und starb 1616.
  • Sein Werk umfasst etwa 37 Dramen (Tragedy, Comedy, History) und 154 Sonette, die 1609 gedruckt wurden.
  • Er schrieb in Early Modern English: thou, thee, thy, hath, doth und wherefore (warum).
  • Die Dramen stehen meist im Blankvers (iambic pentameter), einfache Figuren sprechen oft Prosa.
  • In Klausuren zählt Beobachtung, Beleg und Wirkung. Zitate sind kurz und mit Akt, Szene und Zeile angegeben.

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Häufige Fragen zu Shakespeare Englischunterricht: Leben, Werk, Sprache

Wer war William Shakespeare?
William Shakespeare war ein englischer Dramatiker, Dichter und Schauspieler. Er wurde am 26. April 1564 in Stratford-upon-Avon getauft und starb am 23. April 1616. In London schrieb er etwa 37 Dramen und 154 Sonette. Viele Details seines Lebens sind nicht belegt, gesichert sind die Lebensdaten und die gedruckten Werke.
Welche Werke hat Shakespeare geschrieben?
Zu den bekanntesten Dramen gehören die Tragödien Hamlet, Macbeth, Othello, King Lear und Romeo and Juliet, die Komödien A Midsummer Night’s Dream und Twelfth Night sowie die Historien Richard III und Henry V. Dazu kommen 154 Sonette, die 1609 gedruckt wurden, und Versepen wie Venus and Adonis.
Was ist der Unterschied zwischen Tragedy, Comedy und History?
Eine Tragedy endet mit dem Scheitern oder Tod des Helden, etwa Hamlet oder Macbeth. Eine Comedy endet meist mit Hochzeiten und wiederhergestellter Ordnung, zum Beispiel Twelfth Night. Eine History behandelt englische Könige wie Richard III. Die Grenzen sind fließend, und manche Stücke gelten als Romances oder Problem Plays.
Warum ist Shakespeares Sprache so schwer zu verstehen?
Shakespeare schrieb in Early Modern English, einer früheren Stufe des heutigen Englisch. Die Grammatik ist freier, es gibt Wörter wie thou, thee, hath und wherefore, und viele Wendungen sind Wortspiele. Mit einer kommentierten Ausgabe und dem Wissen um wenige Formen werden die Texte aber gut lesbar.
Was bedeutet wherefore bei Shakespeare?
Wherefore bedeutet warum, nicht wo. In Wherefore art thou Romeo? fragt Juliet, warum Romeo ausgerechnet ein Montague ist, also zu einer verfeindeten Familie gehört. Wer das Wort mit wo übersetzt, versteht die Szene falsch. Verwandt sind therefore (deshalb) und whereby (wodurch).
Was ist ein Blankvers und ein Sonett?
Der Blankvers ist ein reimloser Vers mit fünf Jamben und zehn Silben, das iambic pentameter. Er ist das Versmaß der Dramen. Ein Sonett ist ein Gedicht mit 14 Versen. Das Shakespeare-Sonett besteht aus drei Quartetten und einem Reimpaar mit dem Schema abab cdcd efef gg.
Wie sah das Globe Theatre aus und wer spielte dort?
Das Globe Theatre von 1599 war ein rundes Freilufttheater mit überdachten Rängen und einem offenen Innenhof, in dem das einfache Publikum stand. Die Rollen spielten ausschließlich Männer und Jungen, auch die Frauenrollen. 1613 brannte das Haus ab, 1997 wurde in London ein Nachbau eröffnet.
Wie analysiert man einen Shakespeare-Text in der Klausur?
Du ordnest die Stelle in Werk und Handlung ein, fasst den Inhalt knapp zusammen, untersuchst Form und Sprache wie Blankvers, Bilder, Wortwahl und Anrede und belegst jede Beobachtung mit einem kurzen Zitat samt Akt, Szene und Zeile. Zum Schluss deutest du die Wirkung und schreibst im Present Tense.

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