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Exilliteratur: Autoren, Werke und Merkmale

Exilliteratur ist die deutschsprachige Literatur, die zwischen 1933 und 1945 von Autoren geschrieben wurde, die vor den Nationalsozialisten ins Ausland fliehen mussten. Sie entstand in Ländern wie der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden, den USA und Mexiko und handelt von Verfolgung, Flucht und Heimatverlust. In dieser Lektion lernst du die Merkmale, wichtige Autoren und Werke sowie den Unterschied zur inneren Emigration kennen.

  • Fach: Deutsch
  • Klasse 11
  • Thema: Literatur
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Mittel
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Exilliteratur: Entstehung und Merkmale

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 begann in Deutschland die Verfolgung politischer Gegner, jüdischer Bürger und kritischer Künstler. Viele Schriftsteller verließen deshalb das Land, manche sofort, andere nach der Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933, bei der in vielen deutschen Städten Bücher verfemter Autoren öffentlich verbrannt wurden. Die Literatur, die diese Autoren im Ausland schrieben, nennt man Exilliteratur.

Der Begriff Exil kommt vom lateinischen exilium und bedeutet Verbannung. Die Autoren flohen in die Tschechoslowakei, nach Frankreich, in die Schweiz, in die Niederlande, nach Skandinavien, in die Sowjetunion, später in die USA und nach Mexiko. Mit dem Vormarsch der deutschen Truppen mussten viele erneut fliehen, sodass für manche eine Odyssee durch mehrere Länder begann.

Die Lebensbedingungen waren schwierig. Den Autoren fehlten oft Geld, Aufenthaltsgenehmigungen und vor allem ihr Publikum, denn ihre Bücher durften in Deutschland nicht mehr erscheinen. Exilverlage wie Querido und Allert de Lange in Amsterdam oder der Bermann-Fischer Verlag in Stockholm veröffentlichten deutschsprachige Werke. So konnte die deutsche Literatur im Ausland weiterleben.

Inhaltlich beschäftigt sich die Exilliteratur mit dem Faschismus und seinen Folgen, mit Flucht und Verfolgung, mit dem Verlust der Heimat und der Frage, wie man die Sprache und die Identität im Ausland bewahrt. Viele Werke warnen vor dem Nationalsozialismus oder halten die Erfahrungen der Verfolgten fest. Eine einheitliche Stilrichtung gibt es nicht, die Autoren schrieben realistisch, satirisch oder erzählend.

Die Exilliteratur entstand zwischen 1933 und 1945 in vielen Ländern außerhalb Deutschlands.
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Exilliteratur oder innere Emigration?

Nicht alle Schriftsteller, die das Regime ablehnten, verließen Deutschland. Manche blieben und zogen sich zurück, ohne sich offen zu äußern. Sie schrieben Werke, die nicht direkt politisch waren, aber Distanz zum Regime erkennen ließen. Für diese Haltung wurde später der Begriff innere Emigration verwendet.

Der Begriff war nach 1945 umstritten. Autoren, die geblieben waren, sahen sich als moralisch gleichwertig mit den Exilanten. Thomas Mann und andere Exilautoren widersprachen: Wer unter dem Regime weiter veröffentlicht habe, könne sich nicht auf dieselbe Weise von ihm distanzieren. Dieser Streit zeigt, wie schwierig die Bewertung der Zeit war.

Exilliteratur

Wenn Autoren Deutschland verlassen mussten und im Ausland schrieben.

Beispiele

  • Anna Seghers: Das siebte Kreuz
  • Klaus Mann: Mephisto
  • Lion Feuchtwanger: Exil

Signalwörter

  • Wohnort im Ausland
  • Veröffentlichung in Exilverlagen
  • offene Kritik am Nationalsozialismus
  • Themen Flucht und Heimatverlust

Innere Emigration

Wenn Autoren in Deutschland blieben und sich innerlich vom Regime distanzierten.

Beispiele

  • Ernst Wiechert
  • Werner Bergengruen
  • Ricarda Huch

Signalwörter

  • Wohnort in Deutschland
  • Veröffentlichung unter Zensur
  • verschlüsselte oder stille Distanz
  • Rückzug in Natur und Geschichte
AutorWerkThema
Anna SeghersDas siebte KreuzFlucht aus einem Konzentrationslager
Klaus MannMephisto (1936)Karriere eines Schauspielers im NS-Staat
Lion FeuchtwangerExil (1940)Leben deutscher Emigranten in Paris
Stefan ZweigSchachnovelle (1942, nach seinem Tod erschienen)Folgen der Isolationshaft
Thomas MannDoktor Faustus (1947, im Exil geschrieben)Deutsches Schicksal im Spiegel eines Komponisten
Wichtige Autoren und Werke der Exilliteratur
Exilautoren lebten im Ausland, Autoren der inneren Emigration blieben in Deutschland.
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Ein Werk der Exilliteratur zuordnen

Ordne folgendes Werk einer Literaturgruppe zu und begründe: Ein Roman, der 1936 in einem Verlag in Amsterdam erschien, geschrieben von einem Autor, der Deutschland 1933 verlassen hatte. Er erzählt vom Aufstieg eines Schauspielers, der sich dem Regime anpasst und dafür seine Überzeugungen verrät.

Gegeben:

  • Erscheinungsjahr: 1936
  • Verlagsort: Amsterdam
  • Autor emigrierte 1933
  • Thema: Anpassung eines Künstlers an die Macht

Gesucht:

die passende Literaturgruppe mit Begründung und Werktitel

Lösung:

  1. Zeit prüfen: 1936 liegt zwischen 1933 und 1945. Der Roman gehört damit in die Zeit des Nationalsozialismus.
  2. Entstehungsort prüfen: Der Autor hatte Deutschland verlassen und lebte im Ausland. Das ist das wichtigste Merkmal der Exilliteratur.
  3. Verlag prüfen: Ein Verlag in Amsterdam passt zu den Exilverlagen wie Querido und Allert de Lange, die deutschsprachige Autoren verlegten.
  4. Thema prüfen: Die Kritik an einem Künstler, der sich dem Regime anpasst, entspricht dem Anliegen vieler Exilautoren, das Regime und seine Mitläufer zu entlarven. Das Werk ist Klaus Manns Roman Mephisto.

Das Werk gehört zur Exilliteratur. Zeit, Verlagsort und Entstehungsort passen, und das Thema kritisiert den Nationalsozialismus. Es handelt sich um Klaus Manns Roman Mephisto von 1936.

Wichtige Autoren und Werke der Exilliteratur im Überblick.
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Typische Fehler bei der Exilliteratur

Der häufigste Fehler ist die Gleichsetzung von Exilliteratur mit Literatur über das Exil. Zur Exilliteratur zählen alle Werke der vertriebenen Autoren, auch Romane, Gedichte und Dramen ohne direkten Bezug zum Exil. Entscheidend ist die Entstehung unter den Bedingungen der Verfolgung, nicht das Thema.

Ein zweiter Fehler betrifft die Zeitangaben. Die Exilliteratur beginnt nicht erst mit Kriegsbeginn 1939, sondern bereits 1933. Sie endet nicht schlagartig 1945, denn viele Autoren kehrten erst später oder gar nicht nach Deutschland zurück. Als Zeitraum gilt trotzdem etwa 1933 bis 1945. Prüfe in der Klausur immer, ob du die Zahlen verwechselst.

Der dritte Fehler ist die Verwechslung von Exil und innerer Emigration. Nicht jeder Autor, der das Regime ablehnte, ging ins Ausland. Autoren wie Ernst Wiechert blieben in Deutschland. Wer beide Gruppen vermischt, übersieht, dass die Lebensumstände und Veröffentlichungsmöglichkeiten völlig verschieden waren.

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Tipps für die Klassenarbeit

Lerne die wichtigsten Eckdaten sicher: den 30. Januar 1933 als Machtübernahme, den 10. Mai 1933 als Tag der Bücherverbrennung und das Jahr 1945 als Kriegsende. Mit diesen drei Zahlen kannst du die Epoche in jeder Klausur zeitlich einordnen. Ergänze sie durch mindestens drei Autoren mit je einem Werk.

Mache dir zu jedem Werk eine kleine Karteikarte: Autor, Titel, Erscheinungsjahr, Exilland und Thema in einem Satz. Wenn du ein Werk in der Klausur nur grob kennst, beschreibe es lieber knapp und richtig, statt Einzelheiten zu erfinden. Auch kurze, korrekte Angaben bringen Punkte.

Wenn du einen Text aus dem Exil analysieren sollst, achte auf drei Fragen: Wo und wann entstand der Text? Welche Haltung zum Nationalsozialismus zeigt er? Welche Erfahrungen von Flucht und Heimatverlust spiegeln sich in der Darstellung? So verbindest du Historie und Text.

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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 5

Welcher Zeitraum wird üblicherweise für die Exilliteratur angesetzt?

Welcher Zeitraum wird üblicherweise für die Exilliteratur angesetzt?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Exilliteratur ist die deutschsprachige Literatur der von den Nationalsozialisten Vertriebenen zwischen 1933 und 1945.
  • Die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 war ein Schlüsselereignis.
  • Exilverlage wie Querido und Allert de Lange machten Veröffentlichungen im Ausland möglich.
  • Wichtige Autoren sind Anna Seghers, Klaus Mann, Lion Feuchtwanger, Stefan Zweig und Thomas Mann.
  • Die innere Emigration meint Autoren, die in Deutschland blieben und sich innerlich distanzierten.

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Häufige Fragen zu Exilliteratur: Autoren, Werke und Merkmale

Was ist Exilliteratur?
Exilliteratur ist die deutschsprachige Literatur, die zwischen 1933 und 1945 von Autoren geschrieben wurde, die vor den Nationalsozialisten ins Ausland fliehen mussten. Sie entstand fernab der Heimat und handelt oft von Verfolgung und Flucht.
Welche Autoren gehören zur Exilliteratur?
Zu den bekanntesten Autoren zählen Anna Seghers, Klaus Mann, Thomas Mann, Lion Feuchtwanger, Stefan Zweig, Bertolt Brecht und Else Lasker-Schüler. Sie flohen in verschiedene Länder von Frankreich bis Mexiko.
Welche Werke gehören zur Exilliteratur?
Bekannte Werke sind Das siebte Kreuz von Anna Seghers, Mephisto von Klaus Mann, Exil von Lion Feuchtwanger, die Schachnovelle von Stefan Zweig und Doktor Faustus von Thomas Mann.
Wann beginnt und endet die Exilliteratur?
Die Exilliteratur beginnt 1933 mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten und endet 1945 mit dem Kriegsende. Einige Autoren schrieben noch länger im Exil, doch als Epoche gelten die Jahre 1933 bis 1945.
Warum mussten Schriftsteller ins Exil fliehen?
Viele Autoren waren jüdischer Herkunft, politisch links oder schrieben kritisch über das Regime. Sie wurden bedroht, ihre Bücher verboten oder verbrannt, einige wurden ausgebürgert. Deshalb flohen sie ins Ausland.
Was ist der Unterschied zwischen Exilliteratur und innerer Emigration?
Exilautoren lebten im Ausland und veröffentlichten in Exilverlagen. Autoren der inneren Emigration blieben in Deutschland, standen unter Zensur und distanzierten sich eher still vom Regime.
Welche Themen hat die Exilliteratur?
Typische Themen sind Verfolgung, Flucht, Verlust von Heimat und Sprache, Kritik am Nationalsozialismus, Widerstand und die Frage nach Identität im Ausland. Viele Werke wollten warnen oder die Erfahrungen der Verfolgten bewahren.
In welcher Klasse wird die Exilliteratur behandelt?
Die Exilliteratur wird meist in der Oberstufe ab Klasse 11 im Rahmen der Literatur des 20. Jahrhunderts behandelt, häufig zusammen mit Nachkriegsliteratur und dem Thema Nationalsozialismus.

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