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Elektrochemische Spannungsreihe einfach erklärt

Die elektrochemische Spannungsreihe ordnet Metalle nach ihrem Standardpotential und zeigt, welches Metall bei einer Reaktion Elektronen abgibt und welches sie aufnimmt. Mit ihr lässt sich vorhersagen, ob eine Reaktion zwischen zwei Metallen überhaupt freiwillig abläuft und wie groß die Zellspannung eines galvanischen Elements ist. In dieser Lektion lernst du die Spannungsreihe, ihre Anwendung beim Korrosionsschutz und das Berechnen von Zellspannungen kennen.

  • Fach: Chemie
  • Klasse 10
  • Thema: Chemische Reaktionen
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Schwer
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Was die elektrochemische Spannungsreihe zeigt

Die elektrochemische Spannungsreihe ordnet chemische Elemente, vor allem Metalle, nach ihrem Standardpotential, gemessen in Volt gegenüber einer Wasserstoff-Normalelektrode. Das Standardpotential gibt an, wie leicht ein Metall im Vergleich zu Wasserstoff Elektronen abgibt: Je negativer der Wert, desto leichter gibt das Metall Elektronen ab und desto unedler ist es.

Diese Reihenfolge ist keine willkürliche Liste, sondern beruht auf gemessenen Spannungen zwischen dem jeweiligen Metall und der Wasserstoff-Normalelektrode unter Standardbedingungen. Aus der Differenz zweier Standardpotentiale lässt sich vorhersagen, ob und wie stark eine Reaktion zwischen zwei Halbzellen freiwillig abläuft.

Ein typischer Fehler ist, die Spannungsreihe nur auswendig zu lernen, ohne den Bezug zur Elektronenabgabe zu verstehen. Entscheidend ist nicht die Reihenfolge an sich, sondern die Erkenntnis, dass das unedlere Metall in einem Kontakt immer Elektronen an das edlere Metall abgibt, niemals umgekehrt.

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Spannungsreihe: edle oder unedle Metalle?

Unedle Metalle wie Lithium, Magnesium oder Zink haben ein stark negatives Standardpotential und geben besonders leicht Elektronen ab. Sie reagieren deshalb schnell mit Sauerstoff, Wasser oder Säuren und werden in der Natur meist nur in Verbindungen, nicht als reines Metall gefunden.

Edle Metalle wie Kupfer, Silber oder Gold haben ein positives Standardpotential und geben Elektronen nur schwer ab. Deshalb korrodieren sie kaum und kommen in der Natur teilweise sogar gediegen, also als reines Metall, vor, was sie seit Jahrtausenden für Schmuck und Münzen interessant macht.

Unedles Metall

Stark negatives Standardpotential, gibt leicht Elektronen ab.

Beispiele

  • Lithium (-3,04 V)
  • Magnesium (-2,36 V)
  • Zink (-0,76 V)

Signalwörter

  • reagiert leicht mit Säuren
  • korrodiert schnell an Luft
  • wird als Opferanode genutzt

Edles Metall

Positives Standardpotential, gibt Elektronen nur schwer ab.

Beispiele

  • Kupfer (+0,34 V)
  • Silber (+0,80 V)
  • Gold (+1,50 V)

Signalwörter

  • reagiert kaum mit verdünnten Säuren
  • korrodiert sehr langsam
  • wird für Schmuck und Kontakte genutzt
Je negativer das Standardpotential, desto unedler ist das Metall.
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Rechenbeispiel: Zellspannung eines Zink-Kupfer-Elements

Berechne die Zellspannung eines galvanischen Elements aus einer Zink- und einer Kupfer-Halbzelle.

Gegeben:

  • Standardpotential Zink: E°(ZnZn2+)-0,76 V
  • Standardpotential Kupfer: E°(CuCu2+)+0,34 V

Gesucht:

Zellspannung E°(Zelle)

Lösung:

  1. Die Zellspannung ergibt sich aus der Differenz der Standardpotentiale von Kathode und Anode: E°(Zelle) = E°(Kathode) - E°(Anode).
  2. Das edlere Metall mit dem höheren Standardpotential bildet die Kathode, hier Kupfer mit +0,34 V, das unedlere Metall bildet die Anode, hier Zink mit -0,76 V.
  3. Einsetzen der Werte: E°(Zelle) = 0,34 V - (-0,76 V).
  4. Ausrechnen der Differenz ergibt E°(Zelle) = 1,10 V.

Die Zellspannung des Zink-Kupfer-Elements beträgt 1,10 V. Diese Spannung entsteht, weil Zink als unedleres Metall Elektronen abgibt, die über den äußeren Leiter zum Kupfer fließen und dort Kupfer-Ionen reduzieren.

Im galvanischen Element fließen Elektronen vom unedlen Zink zum edlen Kupfer.
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Typische Fehler bei der Spannungsreihe

Ein häufiger Fehler ist, die Vorzeichen bei der Berechnung der Zellspannung zu vertauschen. Es wird immer das Standardpotential der Anode, also des unedleren Metalls, vom Standardpotential der Kathode, des edleren Metalls, abgezogen, nicht umgekehrt.

Ein zweiter Fehler ist zu glauben, ein negatives Standardpotential bedeute automatisch, dass ein Metall überhaupt nicht reagieren kann. Tatsächlich zeigt ein negatives Potential nur, dass das Metall im Vergleich zu Wasserstoff leichter Elektronen abgibt, es reagiert also besonders bereitwillig, nicht gar nicht.

Ein dritter Fehler betrifft den Vergleich außerhalb der Standardbedingungen: Die Werte der Spannungsreihe gelten nur für Standardbedingungen mit 1 mol pro Liter Ionenkonzentration bei 25 °C. Bei anderen Konzentrationen oder Temperaturen kann sich die tatsächliche Spannung verschieben.

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Alltagsbezug: Batterien und Korrosionsschutz

In jeder Batterie steckt das Prinzip der Spannungsreihe: Zwei unterschiedlich edle Materialien bilden die beiden Pole, und die Differenz ihrer Standardpotentiale bestimmt die Batteriespannung. Eine Alkali-Batterie nutzt Zink und Mangandioxid, deren Potentialunterschied eine nutzbare Spannung von etwa 1,5 V erzeugt.

Auch der Korrosionsschutz von Schiffsrümpfen und Pipelines beruht auf der Spannungsreihe: An das zu schützende Eisen wird ein unedleres Metall wie Zink oder Magnesium angeschlossen, eine sogenannte Opferanode. Da das unedlere Metall bevorzugt Elektronen abgibt, korrodiert es anstelle des Eisens und muss regelmäßig ersetzt werden.

Beim Verzinken von Stahl wird derselbe Effekt genutzt: Eine dünne Zinkschicht überzieht das Eisen und opfert sich bei Beschädigung der Schicht selbst, solange noch Zink vorhanden ist. Erst wenn die Zinkschicht vollständig abgetragen ist, beginnt das darunterliegende Eisen zu rosten.

RedoxpaarStandardpotentialMetallcharakter
Lithium (Li/Li+)-3,04 Vsehr unedel
Zink (Zn/Zn2+)-0,76 Vunedel
Eisen (Fe/Fe2+)-0,44 Vunedel
Kupfer (Cu/Cu2+)+0,34 Vedel
Silber (Ag/Ag+)+0,80 Vsehr edel
Standardpotentiale ausgewählter Redoxpaare
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Profi-Tipp für die Klassenarbeit

In der Klassenarbeit wirst du oft gebeten, aus zwei gegebenen Standardpotentialen die Zellspannung zu berechnen. Bestimme zuerst, welches Metall die Kathode und welches die Anode bildet: Das Metall mit dem höheren, positiveren Standardpotential ist immer die Kathode.

Wirst du gefragt, ob eine Reaktion zwischen zwei Metallen freiwillig abläuft, prüfe, ob die berechnete Zellspannung positiv ist. Nur bei einer positiven Zellspannung läuft die Reaktion tatsächlich freiwillig ab, bei einer negativen Zellspannung würde sie nur mit zugeführter Energie ablaufen, etwa bei der Elektrolyse.

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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 5

Was zeigt die elektrochemische Spannungsreihe?

Was zeigt die elektrochemische Spannungsreihe?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Spannungsreihe ordnet Metalle nach ihrem Standardpotential gegenüber der Wasserstoff-Normalelektrode.
  • Je negativer das Standardpotential, desto unedler ist ein Metall und desto leichter gibt es Elektronen ab.
  • Die Zellspannung ergibt sich aus der Differenz der Standardpotentiale von Kathode und Anode.
  • Batterien nutzen den Potentialunterschied zweier Materialien, um elektrischen Strom zu erzeugen.
  • Beim Korrosionsschutz schützt ein unedleres Opfermetall wie Zink das edlere Eisen vor dem Rosten.

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Häufige Fragen zu Elektrochemische Spannungsreihe einfach erklärt

Was ist die elektrochemische Spannungsreihe einfach erklärt?
Die elektrochemische Spannungsreihe ordnet chemische Elemente nach ihrem Standardpotential, gemessen gegenüber der Wasserstoff-Normalelektrode. Sie zeigt, wie leicht ein Element Elektronen abgibt: Je negativer der Wert, desto unedler ist das Element und desto lieber gibt es Elektronen ab.
Wie berechnet man die Zellspannung mit der Spannungsreihe?
Die Zellspannung ergibt sich aus der Differenz der Standardpotentiale von Kathode und Anode: E°(Zelle) = E°(Kathode) - E°(Anode). Das Metall mit dem höheren, positiveren Standardpotential bildet dabei immer die Kathode.
Was ist der Unterschied zwischen edlen und unedlen Metallen?
Unedle Metalle wie Zink oder Magnesium haben ein negatives Standardpotential und geben leicht Elektronen ab, weshalb sie schnell korrodieren. Edle Metalle wie Gold oder Silber haben ein positives Standardpotential, geben Elektronen nur schwer ab und bleiben deshalb lange unverändert.
Warum ist Gold so ein edles Metall?
Gold hat mit +1,50 V eines der höchsten Standardpotentiale aller Metalle, es gibt seine Elektronen also nur äußerst ungern ab. Deshalb reagiert Gold kaum mit Sauerstoff, Wasser oder gewöhnlichen Säuren und bleibt über Jahrtausende praktisch unverändert.
Wie funktioniert der Korrosionsschutz mit einer Opferanode?
Bei der Opferanode wird ein unedleres Metall wie Zink oder Magnesium elektrisch leitend mit dem zu schützenden Eisen verbunden. Da das unedlere Metall bevorzugt Elektronen abgibt und korrodiert, bleibt das eigentlich zu schützende Eisen so lange erhalten, bis das Opfermetall vollständig verbraucht ist.
Wie funktioniert eine Batterie mithilfe der Spannungsreihe?
In einer Batterie bilden zwei unterschiedlich edle Materialien die beiden Pole. Der Potentialunterschied zwischen ihnen treibt einen Elektronenfluss über einen äußeren Leiter an, der als nutzbarer elektrischer Strom fließt, solange die Ausgangsstoffe nicht vollständig verbraucht sind.
In welcher Klasse lernt man die elektrochemische Spannungsreihe?
Die elektrochemische Spannungsreihe wird in Deutschland meist in der zehnten Klasse behandelt, nachdem Oxidationszahlen und Redoxreaktionen bekannt sind. Sie baut direkt auf diesen Themen auf und bereitet auf die Elektrolyse und die Elektrochemie in der Oberstufe vor.
Was bedeutet ein Standardpotential von null Volt?
Ein Standardpotential von null Volt hat per Definition die Wasserstoff-Normalelektrode, die als Bezugspunkt für alle anderen Werte der Spannungsreihe dient. Alle anderen Standardpotentiale werden relativ zu diesem Nullpunkt gemessen und angegeben.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

Das kommt als Nächstes