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Edelgase einfach erklärt – Eigenschaften und Reaktionsträgheit

Edelgase sind die Elemente der achten Hauptgruppe im Periodensystem, zu denen Helium, Neon, Argon, Krypton, Xenon und Radon gehören. Sie besitzen eine vollständig besetzte Außenschale und reagieren deshalb kaum mit anderen Stoffen. In dieser Lektion lernst du den Aufbau der Edelgase, ihre besonderen Eigenschaften und typische Anwendungen kennen.

  • Fach: Chemie
  • Klasse 8
  • Thema: Atombau
  • Dauer: 16 Min
  • Niveau: Einfach
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Was Edelgase sind

Edelgase sind die sechs Elemente der achten Hauptgruppe im Periodensystem: Helium, Neon, Argon, Krypton, Xenon und das radioaktive Radon. Sie stehen ganz rechts im Periodensystem und liegen bei Raumtemperatur alle als farblose, geruchlose Gase vor, die aus einzelnen Atomen bestehen und keine Moleküle bilden.

Der Name „Edelgas“ verweist auf ihre besondere Zurückhaltung bei chemischen Reaktionen, ähnlich wie man von Edelmetallen spricht, die kaum korrodieren. Edelgase besitzen bereits im ungebundenen Zustand eine vollständig besetzte Außenschale mit acht Außenelektronen, nur Helium bildet mit zwei Außenelektronen eine Ausnahme, weil seine einzige Schale bereits bei zwei Elektronen voll ist.

Ein typischer Fehler ist zu glauben, Edelgase reagierten überhaupt nie. Tatsächlich lassen sich unter extremen Bedingungen einige Verbindungen der schwereren Edelgase herstellen, etwa Xenonfluoride, doch im normalen Chemieunterricht und im Alltag gelten Edelgase zu Recht als reaktionsträge.

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Aufbau der Außenschale bei Edelgasen

Die Reaktionsträgheit der Edelgase erklärt sich aus dem Schalenmodell des Atoms. Atome streben danach, eine besonders stabile Elektronenanordnung zu erreichen, meist acht Außenelektronen, das nennt man die Oktettregel. Andere Elemente erreichen diesen Zustand erst durch die Abgabe, Aufnahme oder gemeinsame Nutzung von Elektronen mit Bindungspartnern.

Edelgase besitzen diese stabile Anordnung bereits von Natur aus, ohne dass sie Elektronen abgeben, aufnehmen oder teilen müssten. Deshalb gehen sie unter normalen Bedingungen weder Ionenbindungen noch Elektronenpaarbindungen mit anderen Elementen ein, und deshalb liegen sie stets einatomig vor, während zum Beispiel Sauerstoff und Stickstoff als zweiatomige Moleküle auftreten.

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Beispiel: Elektronenkonfiguration von Argon

Argon hat die Ordnungszahl 18. Bestimme die Verteilung seiner Elektronen auf die Schalen und erkläre, warum Argon reaktionsträge ist.

Gegeben:

  • Ordnungszahl von Argon: 18

Gesucht:

Elektronenverteilung und Erklärung der Reaktionsträgheit

Lösung:

  1. Erste Schale mit maximal 2 Elektronen füllen: 2 Elektronen verbleiben 16.
  2. Zweite Schale mit maximal 8 Elektronen füllen: 8 Elektronen verbleiben 8.
  3. Dritte Schale mit den restlichen 8 Elektronen füllen: 8 Elektronen verbleiben 0.
  4. Ergebnis prüfen: Alle drei Schalen sind vollständig besetzt, die Außenschale trägt 8 Elektronen.

Argon hat die Elektronenverteilung 2-8-8, seine äußerste Schale ist mit acht Elektronen vollständig besetzt. Weil diese Anordnung bereits besonders stabil ist, muss Argon keine Elektronen abgeben oder aufnehmen und geht deshalb praktisch keine chemischen Verbindungen ein.

Mit steigender Atommasse nehmen die Van-der-Waals-Kräfte und damit der Siedepunkt der Edelgase zu.
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Eigenschaften der Edelgase im Vergleich

Alle Edelgase sind bei Raumtemperatur farblos, geruchlos und ungiftig, sie leiten Wärme und Strom nicht und lösen sich kaum in Wasser. Innerhalb der Gruppe steigen Siedepunkt und Schmelzpunkt mit zunehmender Atommasse deutlich an, weil größere Atome mehr Elektronen besitzen und dadurch stärkere Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Atomen wirken.

So siedet Helium bereits bei minus 268,9 Grad Celsius, dem niedrigsten Siedepunkt aller Elemente überhaupt, während das deutlich schwerere Radon erst bei minus 61,7 Grad Celsius siedet. Diese regelmäßige Zunahme lässt sich sehr gut mit den steigenden Atommassen innerhalb einer Hauptgruppe erklären.

Ein weiteres gemeinsames Merkmal ist die geringe Dichte der leichten Edelgase: Helium ist nach Wasserstoff das zweitleichteste Element und wird deshalb für Ballons verwendet, die in normaler Luft aufsteigen.

EdelgasOrdnungszahlSiedepunkt
Helium2-268,9 Grad Celsius
Neon10-246,1 Grad Celsius
Argon18-185,8 Grad Celsius
Krypton36-153,4 Grad Celsius
Xenon54-108,1 Grad Celsius
Radon86-61,7 Grad Celsius
Siedepunkte der Edelgase bei Normaldruck
Edelgase besitzen eine volle Außenschale und liegen deshalb einatomig als reaktionsträge Gase vor.
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Typische Fehler bei Edelgasen

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, Edelgase reagierten unter keinen Umständen. Die schwereren Edelgase Krypton, Xenon und Radon lassen sich unter extremen Bedingungen tatsächlich mit sehr reaktionsfreudigen Elementen wie Fluor verbinden, weil ihre Außenelektronen bei größerem Atomradius weniger fest gebunden sind. Für den Schulunterricht gilt die Reaktionsträgheit trotzdem als zuverlässige Grundregel.

Ein zweiter Fehler ist, Helium fälschlich als Edelmetall oder als besonders schweres Gas einzuordnen. Helium ist chemisch ein Edelgas, aber physikalisch eines der leichtesten Elemente überhaupt, mit nur zwei Außenelektronen statt acht, weil seine einzige Elektronenschale bereits bei zwei Elektronen vollständig besetzt ist.

Ein dritter Fehler ist, Argon mit Sauerstoff zu verwechseln, wenn es um die Zusammensetzung der Luft geht. Tatsächlich macht Argon nur knapp ein Prozent der Luft aus, während Stickstoff und Sauerstoff den weitaus größten Anteil bilden.

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Alltagsbezug: Edelgase in Technik und Beleuchtung

Edelgase werden gezielt wegen ihrer Reaktionsträgheit eingesetzt. Argon füllt zum Beispiel den Zwischenraum in modernen Glühlampen und Isolierglasfenstern, weil es weder mit dem heißen Glühdraht noch mit dem Fensterrahmen reagiert und dadurch die Lebensdauer verlängert beziehungsweise die Wärmedämmung verbessert. Beim Schweißen schützt Argon zudem die heiße Metallschmelze vor Reaktionen mit dem Sauerstoff der Luft.

Neon leuchtet in Leuchtröhren charakteristisch rot-orange, wenn elektrischer Strom hindurchfließt, daher der Name Neonreklame, auch wenn moderne bunte Leuchtreklamen oft mit anderen Gasen oder Leuchtstoffen arbeiten. Helium wird wegen seiner geringen Dichte für Ballons und Luftschiffe verwendet und ist als Ersatz für den entzündlichen Wasserstoff deutlich sicherer.

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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 5

In welcher Hauptgruppe des Periodensystems stehen die Edelgase?

In welcher Hauptgruppe des Periodensystems stehen die Edelgase?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Edelgase bilden die achte Hauptgruppe: Helium, Neon, Argon, Krypton, Xenon und Radon.
  • Sie besitzen eine vollständig besetzte Außenschale, meist mit acht Elektronen, Helium mit zwei.
  • Deshalb sind Edelgase besonders reaktionsträge und liegen einatomig vor.
  • Siedepunkt und Dichte steigen innerhalb der Gruppe mit zunehmender Atommasse an.
  • Edelgase werden wegen ihrer Reaktionsträgheit in Glühlampen, Fenstern, Schweißtechnik und Ballons eingesetzt.

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Häufige Fragen zu Edelgase einfach erklärt – Eigenschaften und Reaktionsträgheit

Was sind Edelgase einfach erklärt?
Edelgase sind die sechs Elemente der achten Hauptgruppe im Periodensystem: Helium, Neon, Argon, Krypton, Xenon und Radon. Sie besitzen eine vollständig besetzte Außenschale und reagieren deshalb kaum mit anderen Stoffen.
Welche Elemente gehören zu den Edelgasen?
Zu den Edelgasen gehören Helium, Neon, Argon, Krypton, Xenon und das radioaktive Radon. Sie stehen alle in der achten Hauptgruppe ganz rechts im Periodensystem und liegen bei Raumtemperatur als farblose Gase vor.
Warum reagieren Edelgase kaum mit anderen Stoffen?
Edelgase besitzen bereits im ungebundenen Zustand eine stabile, vollständig besetzte Außenschale. Da sie diese stabile Anordnung nicht erst durch Abgabe, Aufnahme oder Teilung von Elektronen erreichen müssen, gehen sie unter normalen Bedingungen kaum chemische Verbindungen ein.
Warum ist Helium eine Ausnahme unter den Edelgasen?
Helium besitzt nur zwei Außenelektronen statt acht, weil seine einzige Elektronenschale bereits bei zwei Elektronen vollständig gefüllt ist. Trotz dieser Ausnahme ist Helium genauso reaktionsträge wie die anderen Edelgase.
Was ist der Unterschied zwischen Edelgasen und Halogenen?
Edelgase besitzen bereits eine vollständige Außenschale und sind reaktionsträge. Halogene stehen eine Gruppe weiter links, haben sieben Außenelektronen und sind sehr reaktionsfreudig, weil ihnen nur ein Elektron zur stabilen Achterschale fehlt.
Wofür wird Argon im Alltag verwendet?
Argon füllt den Zwischenraum in Glühlampen und Isolierglasfenstern, weil es weder mit dem Glühdraht noch mit dem Rahmenmaterial reagiert. Auch beim Schweißen schützt Argon die heiße Metallschmelze vor Reaktionen mit Sauerstoff aus der Luft.
In welcher Klasse lernt man Edelgase?
Edelgase werden in Deutschland meist in der achten Klasse im Zusammenhang mit dem Schalenmodell und dem Periodensystem eingeführt. Sie bilden eine wichtige Grundlage für spätere Themen wie Ionenbindung und Elektronenpaarbindung.
Können Edelgase überhaupt keine Verbindungen bilden?
Unter extremen Bedingungen bilden vor allem die schwereren Edelgase Xenon und Krypton einige wenige Verbindungen, zum Beispiel mit Fluor. Für den Chemieunterricht gilt die Reaktionsträgheit der Edelgase aber weiterhin als verlässliche Grundregel.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

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