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Die Alkalimetalle

In dieser Lektion lernst du die Elemente der ersten Hauptgruppe kennen: Lithium, Natrium, Kalium, Rubidium und Caesium. Du verstehst, warum sie so reaktionsfreudig sind, wie sie mit Wasser reagieren und warum ihre Reaktivität innerhalb der Gruppe von oben nach unten zunimmt.

  • Fach: Chemie
  • Klasse 9
  • Thema: Atombau und Periodensystem
  • Dauer: 18 Min
  • Niveau: Mittel
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Was Alkalimetalle sind

Die erste Hauptgruppe des Periodensystems, ohne Wasserstoff, bilden die Alkalimetalle: Lithium, Natrium, Kalium, Rubidium, Caesium und das radioaktive Francium. Alle diese Elemente besitzen genau ein Außenelektron und geben es besonders leicht ab, um die stabile Elektronenanordnung des vorherigen Edelgases zu erreichen. Genau diese Eigenschaft macht sie zu den reaktionsfreudigsten Metallen überhaupt.

Alkalimetalle sind so weich, dass man die meisten von ihnen mit einem Messer schneiden kann, und sie glänzen frisch geschnitten silbrig-metallisch. An der Luft laufen sie jedoch innerhalb von Sekunden bis Minuten stumpf an, weil sie sofort mit Sauerstoff und Feuchtigkeit reagieren. Deshalb werden sie im Labor stets unter Schutzflüssigkeiten wie Paraffinöl aufbewahrt, niemals offen an der Luft.

Chemisch verhalten sich alle Alkalimetalle sehr ähnlich, weil ihre Reaktionsfreudigkeit allein von diesem einen, locker gebundenen Außenelektron abhängt. Mit Nichtmetallen bilden sie durch Elektronenabgabe stets einfach positiv geladene Ionen, zum Beispiel Na+ oder K+, und daraus entstehen Salze wie Natriumchlorid oder Kaliumchlorid.

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Reaktivität innerhalb der Gruppe

Innerhalb der ersten Hauptgruppe nimmt die Reaktionsfreudigkeit von oben nach unten zu, also von Lithium über Natrium und Kalium bis hin zu Caesium. Der Grund liegt im Atomaufbau: Je weiter unten ein Element steht, desto mehr Elektronenschalen liegen zwischen dem Atomkern und dem einzelnen Außenelektron, und desto schwächer wird dieses Elektron vom Kern angezogen.

Diese schwächere Anziehung bedeutet, dass das Außenelektron leichter abgegeben werden kann. Kalium reagiert deshalb spürbar heftiger mit Wasser als Natrium, und Caesium reagiert so explosionsartig, dass es im Schulunterricht nicht mehr live vorgeführt wird.

Lithium und Natrium

Wenige Elektronenschalen, Außenelektron wird stärker vom Kern gehalten.

Beispiele

  • Lithium reagiert ruhig mit Wasser
  • Natrium schwimmt zischend auf Wasser

Signalwörter

  • Geringere Reaktivität innerhalb der Gruppe
  • Reaktion mit Wasser bleibt kontrollierbar
  • Kleinerer Atomradius

Kalium bis Caesium

Viele Elektronenschalen, Außenelektron wird nur schwach vom Kern gehalten.

Beispiele

  • Kalium entzündet sich an der Luft über Wasser
  • Caesium reagiert explosionsartig

Signalwörter

  • Höhere Reaktivität innerhalb der Gruppe
  • Reaktion mit Wasser läuft sehr heftig ab
  • Größerer Atomradius
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Rechenbeispiel: Natrium reagiert mit Wasser

Stelle die Reaktionsgleichung für die Reaktion von Natrium mit Wasser auf und gleiche sie aus.

Gegeben:

  • Edukte: Natrium (Na) und Wasser (H2O)
  • Produkte: Natronlauge (NaOH) und Wasserstoff (H2)

Gesucht:

Ausgeglichene Reaktionsgleichung

Lösung:

  1. Unausgeglichener Ansatz: Na + H2O -> NaOH + H2.
  2. Wasserstoff-Atome zählen: Links stehen 2 H-Atome in H2O, rechts stehen 1 H-Atom in NaOH und 2 H-Atome in H2, also 3 insgesamt rechts.
  3. Um die Waage auszugleichen, werden 2 Na und 2 H2O eingesetzt: 2 Na + 2 H2O -> 2 NaOH + H2.
  4. Kontrolle: Links 2 Na, 4 H, 2 O. Rechts 2 Na, 2 H (in NaOH) + 2 H (in H2) = 4 H, 2 O. Alle Atomzahlen stimmen überein.

Die ausgeglichene Reaktionsgleichung lautet 2 Na + 2 H2O -> 2 NaOH + H2. Die Reaktion ist stark exotherm, die freiwerdende Wärme kann den entstehenden Wasserstoff sogar entzünden.

Natrium gibt Elektronen an Wasser ab, dabei entstehen Wasserstoff und Natronlauge.
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Typische Fehler

Ein häufiger Fehler ist zu glauben, alle Alkalimetalle würden gleich stark reagieren. Tatsächlich unterscheidet sich die Heftigkeit der Reaktion mit Wasser deutlich: Lithium reagiert vergleichsweise ruhig, während Kalium sich meist selbst entzündet und Caesium explosionsartig reagiert. Diese Zunahme der Reaktivität von oben nach unten ist eine der wichtigsten Regeln zur ersten Hauptgruppe.

Ein zweiter Fehler ist die Annahme, bei der Reaktion mit Wasser entstehe reiner Wasserstoff und sonst nichts. Neben dem Wasserstoffgas entsteht immer auch eine Lauge, also eine basische Lösung des entsprechenden Hydroxids, zum Beispiel Natronlauge bei Natrium oder Kalilauge bei Kalium. Diese Lauge ist stark ätzend, was bei der Sicherheit unbedingt beachtet werden muss.

Ein dritter Fehler ist die Verwechslung von Alkalimetallen mit Erdalkalimetallen. Erdalkalimetalle wie Magnesium und Calcium stehen in der zweiten Hauptgruppe, besitzen zwei Außenelektronen und sind deutlich weniger reaktionsfreudig als die Alkalimetalle der ersten Hauptgruppe.

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Sicherheit im Umgang mit Alkalimetallen

Wegen ihrer hohen Reaktionsfreudigkeit dürfen Alkalimetalle im Unterricht nur von Lehrkräften und nur in sehr kleinen Mengen unter dem Abzug gezeigt werden, meist als Demonstrationsversuch hinter einer Schutzscheibe. Schon ein reiskorngroßes Stück Natrium kann bei Kontakt mit Wasser genug Wärme freisetzen, um den entstehenden Wasserstoff zu entzünden.

Alkalimetalle werden deshalb ausschließlich unter Schutzflüssigkeiten wie Paraffinöl gelagert und niemals mit bloßen Händen angefasst, da bereits die Feuchtigkeit der Haut eine Reaktion auslösen kann. Reste von Alkalimetallen dürfen niemals in den Ausguss gegeben werden, sondern werden fachgerecht in dafür vorgesehenen Behältern entsorgt, da sie sonst mit dem Wasser in der Leitung reagieren würden.

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Alltagsbezug: Alkalimetalle im Leben

Obwohl die reinen Elemente viel zu reaktiv für den Alltag sind, begegnen dir Alkalimetalle ständig in Form ihrer Verbindungen. Natrium steckt als Natriumchlorid in jedem Speisesalz, als Natriumhydrogencarbonat in Backpulver und als Natriumglutamat in vielen Fertiggerichten. Kalium ist als Kaliumnitrat und Kaliumchlorid ein wichtiger Pflanzendünger und kommt natürlich in Bananen und Kartoffeln vor.

Auch in der Technik spielt Lithium eine große Rolle: Lithium-Ionen-Akkus versorgen Smartphones, Laptops und Elektroautos mit Strom, weil Lithium das leichteste aller Metalle ist und sich seine Ionen besonders gut zwischen den Elektroden bewegen lassen. Ohne die besonderen Eigenschaften der Alkalimetalle gäbe es weder mobile Energiespeicher noch viele Dünge- und Backmittel in der heutigen Form.

MerkmalLithiumNatriumKalium
Schmelzpunkt180 °C98 °C64 °C
Dichte0,53 g/cm30,97 g/cm30,86 g/cm3
Reaktion mit Wasserruhiglebhaft, schwimmtheftig, entzündet sich
Eigenschaften der ersten drei Alkalimetalle im Vergleich
Die Schmelzpunkte der Alkalimetalle sinken von oben nach unten in der Gruppe.
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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 3

Wie viele Außenelektronen besitzen alle Alkalimetalle?

Wie viele Außenelektronen besitzen alle Alkalimetalle?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Alkalimetalle stehen in der ersten Hauptgruppe und besitzen genau ein Außenelektron.
  • Ihre Reaktionsfreudigkeit nimmt von Lithium zu Caesium innerhalb der Gruppe zu.
  • Mit Wasser entstehen Wasserstoffgas und eine ätzende Lauge, zum Beispiel Natronlauge.
  • Wegen ihrer hohen Reaktivität werden Alkalimetalle unter Schutzflüssigkeit gelagert.
  • In Verbindungen wie Kochsalz, Backpulver oder Lithium-Ionen-Akkus sind Alkalimetalle allgegenwärtig.

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Häufige Fragen zu Die Alkalimetalle

Was sind Alkalimetalle?
Alkalimetalle sind die Elemente der ersten Hauptgruppe des Periodensystems, ohne Wasserstoff: Lithium, Natrium, Kalium, Rubidium, Caesium und Francium. Sie besitzen alle genau ein Außenelektron, das sie besonders leicht abgeben, wodurch sie zu den reaktionsfreudigsten Metallen zählen.
Warum sind Alkalimetalle so reaktiv?
Alkalimetalle geben ihr einzelnes Außenelektron sehr leicht ab, weil dadurch eine stabile Edelgaskonfiguration erreicht wird. Da dieses Elektron nur schwach an den Atomkern gebunden ist, reagieren Alkalimetalle schon bei Kontakt mit Wasser, Sauerstoff oder anderen Nichtmetallen sofort und teils heftig.
Wie reagiert Natrium mit Wasser?
Natrium schwimmt auf Wasser und gibt sein Außenelektron an Wassermoleküle ab. Dabei entstehen Wasserstoffgas, das an der Oberfläche zischend entweicht, und Natronlauge, eine ätzende basische Lösung. Die Reaktion ist stark exotherm und kann den Wasserstoff entzünden.
Warum werden Alkalimetalle unter Öl aufbewahrt?
Alkalimetalle reagieren sofort mit Sauerstoff und Feuchtigkeit der Luft. Unter einer Schutzschicht aus Paraffinöl kommen sie nicht mit Luft oder Wasser in Kontakt und bleiben stabil, ohne anzulaufen oder sich zu entzünden.
Was ist der Unterschied zwischen Alkalimetallen und Erdalkalimetallen?
Alkalimetalle stehen in der ersten Hauptgruppe und besitzen ein Außenelektron, Erdalkalimetalle stehen in der zweiten Hauptgruppe und besitzen zwei Außenelektronen. Erdalkalimetalle wie Magnesium und Calcium sind deutlich weniger reaktionsfreudig als die Alkalimetalle.
In welcher Klasse lernt man die Alkalimetalle?
Die Alkalimetalle werden in Deutschland meist in der neunten Klasse behandelt, nachdem der Atombau und das Periodensystem bekannt sind. Sie dienen oft als erstes Beispiel dafür, wie sich Eigenschaften innerhalb einer Hauptgruppe systematisch verändern.
Warum steckt Lithium in Akkus?
Lithium ist das leichteste aller Metalle und gibt sein Außenelektron sehr leicht ab. Lithium-Ionen lassen sich zudem besonders klein und beweglich zwischen den Elektroden eines Akkus bewegen, wodurch sich viel Energie auf geringem Gewicht speichern lässt.
Warum darf man Alkalimetalle nicht mit bloßen Händen anfassen?
Schon die natürliche Feuchtigkeit der Haut reicht aus, um eine heftige Reaktion mit dem Alkalimetall auszulösen. Dabei entstehen Wärme, Wasserstoffgas und eine ätzende Lauge, die Haut und Augen schädigen können, deshalb ist der direkte Kontakt streng verboten.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

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