Pflanzenzelle und Tierzelle: der Unterschied
Der Unterschied zwischen Pflanzenzelle und Tierzelle liegt in drei Bestandteilen: Nur die Pflanzenzelle besitzt Zellwand, Chloroplasten und eine große Zellsaftvakuole. In dieser Lektion lernst du, was beide Zelltypen gemeinsam haben, wozu die besonderen Bestandteile dienen und wie du beide Zellen unter dem Mikroskop erkennst.
- Fach: Biologie
- Klasse 7
- Thema: Zellen
- Dauer: 15 Min
- Niveau: Mittel
Pflanzenzelle und Tierzelle: was sie gemeinsam haben
Pflanzenzellen und Tierzellen sind beide Zellen mit echtem Zellkern. Man nennt solche Zellen eukaryotisch. In beiden Zelltypen steuert der Zellkern die Zelle und enthält die Erbinformation. Das Zellplasma füllt den Innenraum, die Zellmembran umgibt die Zelle und regelt, welche Stoffe hinein- und hinausgelangen.
Außerdem besitzen beide Zelltypen Mitochondrien. Das sind kleine Zellorganellen, in denen aus Nährstoffen und Sauerstoff Energie freigesetzt wird, die Zellatmung. Auch Pflanzen atmen also, und zwar in jeder einzelnen Zelle, nicht nur im Dunkeln. Hinzu kommen weitere Bestandteile wie das raue endoplasmatische Retikulum und die Ribosomen, an denen Eiweiße gebaut werden.
Wegen dieser vielen Gemeinsamkeiten ist es sinnvoll, mit der Frage zu beginnen: Was haben beide Zellen? Erst danach lohnt es sich, nach dem Unterschied zwischen Pflanzenzelle und Tierzelle zu suchen. Wer das Gemeinsame kennt, merkt sich die wenigen Unterschiede viel leichter.
Der Unterschied zwischen Pflanzenzelle und Tierzelle im Überblick
Drei Bestandteile gibt es nur in der Pflanzenzelle: die Zellwand aus Zellulose, die Chloroplasten und die große Zellsaftvakuole. Eine Tierzelle besitzt keinen dieser drei Bestandteile. Sie wird nur von der Zellmembran begrenzt und kann deshalb ihre Form viel leichter verändern.
Die Tabelle zeigt, welche Bestandteile in welchem Zelltyp vorkommen. Beachte, dass Chloroplasten nur in den grünen Teilen einer Pflanze vorkommen. Eine Zelle aus der Wurzel enthält keine Chloroplasten, weil dort kein Licht ankommt. Trotzdem gehört sie zu einer Pflanze und besitzt eine Zellwand.
Tierzellen besitzen dafür kleine Bläschen, die man Vesikel nennt. Sie sind aber viel kleiner als die große Vakuole einer Pflanzenzelle und füllen nicht den Großteil der Zelle aus. Auch bei Pilzen findest du eine Zellwand, sie besteht aber aus Chitin und nicht aus Zellulose.
| Merkmal | Pflanzenzelle | Tierzelle |
|---|---|---|
| Form | meist eckig und fest | rund bis unregelmäßig, veränderbar |
| Außenbegrenzung | Zellwand und Zellmembran | nur Zellmembran |
| Energiegewinnung | Fotosynthese und Zellatmung | nur Zellatmung |
| Speicherstoff | Stärke | Glykogen |
Zellwand, Chloroplasten und Vakuole der Pflanzenzelle genauer betrachtet
Die Zellwand liegt außerhalb der Zellmembran und besteht vor allem aus Zellulose. Sie ist fest, aber durchlässig für Wasser und gelöste Stoffe. Sie gibt der Pflanzenzelle ihre Form und schützt sie. Bei Holz sind es vor allem die dicken Zellwände abgestorbener Zellen, die dem Baum seine Festigkeit geben.
Chloroplasten sind linsenförmige Organellen, die den grünen Farbstoff Chlorophyll enthalten. Hier läuft die Fotosynthese ab: Mit der Energie des Sonnenlichts bauen Pflanzen aus Kohlenstoffdioxid und Wasser Traubenzucker auf und setzen Sauerstoff frei. Tierzellen können das nicht und müssen ihre Nährstoffe mit der Nahrung aufnehmen.
Die Zellsaftvakuole ist ein großer, mit Zellsaft gefüllter Raum, der bei erwachsenen Pflanzenzellen den Großteil der Zelle ausfüllt. Sie speichert Wasser, Zucker, Salze und manchmal Farbstoffe, zum Beispiel in Blüten. Der Wasserdruck in der Vakuole presst das Zellplasma an die Zellwand und hält die Zelle prall.
Warum brauchen Pflanzen Zellwand, Chloroplasten und Vakuole, Tiere aber nicht?
Der Bau der Zelle passt zur Lebensweise. Pflanzen können nicht weglaufen und müssen deshalb aus eigener Kraft stabil stehen. Die Zellwand und der Wasserdruck der Vakuole sorgen dafür. Außerdem können Pflanzen mit den Chloroplasten ihre Nährstoffe selbst herstellen und müssen nicht danach suchen.
Tiere dagegen müssen sich bewegen, um Nahrung zu finden oder Gefahren zu entkommen. Eine starre Zellwand würde Muskelzellen daran hindern, sich zusammenzuziehen, und Nervenzellen daran, ihre langen Fortsätze auszubilden. Weil Tiere ihre Nahrung aufnehmen und verdauen, brauchen sie auch keine Chloroplasten.
Pflanzenzelle
Pflanzen sind fest verwurzelt, bewegen sich nicht und stellen ihre Nahrung selbst her.
Beispiele
- Blattzelle der Wasserpest
- Zelle der Zwiebelhaut
- Zelle eines Kartoffelblatts
Signalwörter
- Eckige, feste Form
- Grüne Chloroplasten in Blättern
- Große Vakuole in der Mitte
- Zellwand sichtbar
Tierzelle
Tiere bewegen sich, jagen oder fliehen und nehmen ihre Nahrung von außen auf.
Beispiele
- Mundschleimhautzelle
- Muskelzelle
- Nervenzelle
Signalwörter
- Runde oder unregelmäßige Form
- Keine Chloroplasten
- Keine Zellwand
- Nur kleine Bläschen statt großer Vakuole
Typische Fehler beim Vergleich von Pflanzenzelle und Tierzelle
Ein häufiger Fehler lautet, Pflanzenzellen hätten keine Mitochondrien, weil sie Fotosynthese betreiben. Das ist falsch: Auch Pflanzenzellen brauchen Energie aus der Zellatmung, zum Beispiel nachts oder in der Wurzel. Mitochondrien findest du daher in beiden Zelltypen.
Ein zweiter Fehler ist die Verwechslung von Zellwand und Zellmembran. Die Zellmembran ist sehr dünn und umgibt jede Zelle, auch die Tierzelle. Die Zellwand kommt zusätzlich außen dazu und ist nur bei Pflanzen, Pilzen und Bakterien vorhanden. Bei Tierzellen darfst du daher nie eine Zellwand einzeichnen.
Der dritte Fehler: Man glaubt, alle Pflanzenzellen hätten Chloroplasten. Das stimmt nur für die Zellen der grünen Teile. Zellen der Wurzel, des Holzes oder der Zwiebel besitzen keine Chloroplasten, auch wenn es eindeutig Pflanzenzellen sind. Deshalb ist das sicherste Erkennungsmerkmal der Pflanzenzelle die Zellwand.
Pflanzenzelle und Tierzelle im Alltag und unter dem Mikroskop
Im Unterricht betrachtest du meist eine Zwiebelhaut und Mundschleimhautzellen unter dem Mikroskop. In der Zwiebelhaut erkennst du die eckigen Zellen mit deutlichen Zellwänden. Chloroplasten fehlen, weil die Zwiebel im Boden wächst. Für Chloroplasten eignen sich Blättchen der Wasserpest, in denen sich grüne Körnchen bewegen.
Bei Mundschleimhautzellen färbt man meist mit Methylenblau an, damit man Zellkern und Zellrand erkennt. Die Zellen sind flach und unregelmäßig rund. Eine Zellwand ist nicht zu sehen, die Zellen liegen locker beieinander. So kannst du am Bild selbst entscheiden, ob es sich um eine Pflanzen- oder Tierzelle handelt.
Auch im Alltag begegnen dir die Unterschiede. Ein Apfel ist knackig, weil seine Zellen einen hohen Wasserdruck haben. Holz ist hart, weil die Zellwände verholzt sind. Fleisch ist weich und faserig, weil Tierzellen keine feste Wand haben. Blätter sind grün, weil sie viele Chloroplasten enthalten.
Jetzt bist du dran!
Welcher Bestandteil kommt nur in der Pflanzenzelle vor?
Noch nicht. Chloroplasten gibt es nur in den grünen Teilen von Pflanzen. Zellkern, Mitochondrien und Zellmembran besitzen Pflanzen- und Tierzellen.
Das Wichtigste in Kürze
- Pflanzen- und Tierzellen haben Zellkern, Zellplasma, Zellmembran und Mitochondrien gemeinsam.
- Nur die Pflanzenzelle besitzt Zellwand, Chloroplasten und eine große Zellsaftvakuole.
- In den Chloroplasten läuft die Fotosynthese ab, die Zellwand gibt Halt, die Vakuole speichert Wasser.
- Chloroplasten gibt es nur in grünen Pflanzenteilen, die Zellwand dagegen in allen Pflanzenzellen.
- Typischer Fehler: Auch Pflanzenzellen haben Mitochondrien, und Tierzellen haben keine Zellwand.
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Häufige Fragen zu Pflanzenzelle und Tierzelle: der Unterschied
- Was ist der Unterschied zwischen Pflanzenzelle und Tierzelle?
- Die Pflanzenzelle besitzt zusätzlich Zellwand, Chloroplasten und eine große Zellsaftvakuole. Diese Bestandteile fehlen der Tierzelle. Zellkern, Zellplasma, Zellmembran und Mitochondrien haben beide Zelltypen.
- Warum hat eine Pflanzenzelle eine Zellwand, eine Tierzelle aber nicht?
- Pflanzen stehen fest an einem Ort und brauchen Stabilität. Die Zellwand aus Zellulose gibt ihnen Form und Halt. Tiere müssen sich bewegen, deshalb sind ihre Zellen nur von der biegsamen Zellmembran umgeben.
- Was sind Chloroplasten und wozu dienen sie?
- Chloroplasten sind Zellorganellen mit dem grünen Farbstoff Chlorophyll. In ihnen läuft die Fotosynthese ab, bei der aus Kohlenstoffdioxid und Wasser mithilfe von Licht Traubenzucker und Sauerstoff entstehen.
- Haben Pflanzenzellen auch Mitochondrien?
- Ja, auch Pflanzenzellen besitzen Mitochondrien. In ihnen läuft die Zellatmung ab, bei der Energie aus Nährstoffen freigesetzt wird. Diese Energie brauchen Pflanzen zum Beispiel nachts und in Teilen ohne Chloroplasten.
- Wozu dient die Vakuole in der Pflanzenzelle?
- Die Zellsaftvakuole speichert Wasser, Zucker, Salze und Farbstoffe. Durch ihren Wasserdruck presst sie das Zellplasma an die Zellwand und hält die Pflanzenzelle prall. Welke Pflanzen haben zu wenig Wasser in den Vakuolen.
- Haben alle Pflanzenzellen Chloroplasten?
- Nein. Chloroplasten gibt es nur in den grünen Teilen einer Pflanze, die Licht bekommen. Zellen der Wurzel, des Holzes oder der Zwiebel haben keine Chloroplasten, besitzen aber trotzdem eine Zellwand.
- Wie erkenne ich unter dem Mikroskop eine Pflanzenzelle?
- Pflanzenzellen erkennst du an der festen, meist eckigen Form und der deutlichen Zellwand. In grünen Zellen siehst du außerdem Chloroplasten als grüne Körnchen. Tierzellen wirken dagegen rundlich und ohne feste Außenwand.
- In welcher Klasse lernt man Pflanzenzelle und Tierzelle?
- Der Bau von Pflanzen- und Tierzellen wird meist in Klasse 7 im Biologieunterricht behandelt, oft zusammen mit dem Mikroskopieren von Zwiebelhaut und Mundschleimhaut.
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