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Sturm und Drang Epoche

Der Sturm und Drang ist eine literarische Epoche von etwa 1765 bis 1785, in der junge Autoren gegen die reine Vernunft der Aufklärung aufbegehrten und Gefühl, Leidenschaft und schöpferisches Genie in den Mittelpunkt stellten. In dieser Lektion lernst du die wichtigsten Merkmale dieser Epoche, den Unterschied zur Aufklärung und lernst zentrale Autoren und Werke kennen.

  • Fach: Deutsch
  • Klasse 11
  • Thema: Literatur
  • Dauer: 19 Min
  • Niveau: Mittel
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Sturm und Drang stellt das Gefühl über die Vernunft

Der Sturm und Drang ist eine literarische Epoche, die sich in Deutschland etwa von 1765 bis 1785 erstreckt und sich bewusst als Gegenbewegung zur vorausgehenden Aufklärung versteht. Während die Aufklärung die Vernunft als höchsten Wert ansah, stellten die jungen Autoren des Sturm und Drang Gefühl, Leidenschaft und Intuition in den Mittelpunkt.

Zentral für diese Epoche ist der Geniegedanke: Der schöpferische Künstler folgt nach dieser Vorstellung keinen starren Regeln oder Vorbildern, sondern seiner eigenen, unverwechselbaren Schaffenskraft. Werke sollten unmittelbar, ausdrucksstark und oft auch ungestüm wirken, statt formal streng geordnet zu sein.

Typische Figuren des Sturm und Drang lehnen sich gegen gesellschaftliche, familiäre oder politische Zwänge auf und geraten dadurch häufig in tragische Konflikte, die nicht selten mit dem Scheitern oder dem Tod der Hauptfigur enden. Diese Auflehnung gegen bestehende Ordnungen unterscheidet die Epoche deutlich von der vernunftgeleiteten Aufklärung.

Sprachlich zeigt sich der Sturm und Drang in einer ausdrucksstarken, oft leidenschaftlichen und weniger geregelten Sprache als in der Aufklärung. Auch die Natur spielt eine wichtige Rolle: Sie erscheint häufig als Spiegel der starken, ungebändigten Gefühle der Hauptfiguren, etwa in Gewittern oder wilden Landschaften.

Der Sturm und Drang in der deutschen Literatur erstreckt sich von etwa 1765 bis 1785.
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Sturm und Drang oder Aufklärung?

Die Aufklärung, die dem Sturm und Drang zeitlich vorausgeht, sieht im vernünftigen, mündigen Menschen das Ideal und vertraut auf Vernunft, Bildung und Toleranz, um gesellschaftliche Missstände zu überwinden. Werke wie Lessings Nathan der Weise werben für Toleranz und rationale Argumentation.

Der Sturm und Drang wendet sich bewusst gegen diese reine Vernunftorientierung und stellt stattdessen Gefühl, Leidenschaft und individuelle Freiheit in den Mittelpunkt. Anstelle geregelter, belehrender Sprache tritt eine ausdrucksstarke, oft ungestüme Sprache, die starke Emotionen unmittelbar vermitteln soll.

Aufklärung

Wenn Vernunft, Bildung und Toleranz als Mittel gegen gesellschaftliche Missstände im Mittelpunkt stehen.

Beispiele

  • Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise
  • Vernunftgeleitete Argumentation
  • Werben für religiöse Toleranz

Signalwörter

  • klare, belehrende Sprache
  • Vernunft als höchster Wert
  • Vertrauen in Bildung und Fortschritt
  • zeitlich etwa 1720 bis 1785

Sturm und Drang

Wenn Gefühl, Leidenschaft und das schöpferische Genie über die reine Vernunft gestellt werden.

Beispiele

  • Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werther
  • Johann Wolfgang von Goethe: Götz von Berlichingen
  • Friedrich Schiller: Die Räuber

Signalwörter

  • ausdrucksstarke, leidenschaftliche Sprache
  • Gefühl und Genie als Leitideen
  • Auflehnung gegen gesellschaftliche Zwänge
  • zeitlich etwa 1765 bis 1785
JahrAutorWerk
1773Johann Wolfgang von GoetheGötz von Berlichingen
1774Johann Wolfgang von GoetheDie Leiden des jungen Werther
1781Friedrich SchillerDie Räuber
1784Friedrich SchillerKabale und Liebe
Wichtige Werke des Sturm und Drang
Die Aufklärung setzt auf Vernunft, der Sturm und Drang auf Gefühl und Genie.
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Ein Werk der Epoche zuordnen

Ordne folgende Beschreibung einer Epoche zu und begründe die Entscheidung: Ein junger Mann verliebt sich unglücklich, gerät zunehmend in innere Verzweiflung und lehnt sich gegen die gesellschaftlichen Konventionen seiner Zeit auf, bevor die Geschichte tragisch endet.

Gegeben:

  • starke, überwältigende Gefühle der Hauptfigur
  • Auflehnung gegen gesellschaftliche Konventionen
  • tragisches Ende der Geschichte

Gesucht:

die passende literarische Epoche mit Begründung

Lösung:

  1. Gefühl prüfen: Überwältigende, kaum kontrollierbare Gefühle wie unglückliche Liebe und Verzweiflung sind typisch für den Sturm und Drang, nicht für die vernunftbetonte Aufklärung.
  2. Konflikt einordnen: Die Auflehnung gegen gesellschaftliche Konventionen ist ein zentrales Merkmal der Epoche, in der Figuren sich gegen starre Normen wehren.
  3. Ende bewerten: Ein tragisches Ende, oft mit dem Scheitern oder Tod der Hauptfigur, ist charakteristisch für viele Werke des Sturm und Drang.
  4. Werk erkennen: Diese Beschreibung passt genau auf Goethes Roman Die Leiden des jungen Werther, der 1774 erschien und als eines der bekanntesten Werke der Epoche gilt.

Die Beschreibung gehört zum Sturm und Drang, konkret zu Goethes Die Leiden des jungen Werther. Gefühl, Konflikt und tragisches Ende entsprechen genau den typischen Merkmalen dieser Epoche.

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Typische Fehler beim Umgang mit dem Sturm und Drang

Der häufigste Fehler ist die Verwechslung von Sturm und Drang mit der Aufklärung, weil beide Epochen zeitlich eng beieinanderliegen und teils gleichzeitig existieren. Entscheidend ist jedoch, ob Vernunft oder Gefühl im Mittelpunkt eines Werkes steht.

Ein zweiter Fehler ist die falsche Zuordnung von Werken zur Klassik, obwohl sie noch zum Sturm und Drang gehören, etwa frühe Werke Goethes und Schillers. Die Klassik entwickelte sich erst später und betont wieder stärker Maß, Ordnung und Harmonie.

Ein dritter Fehler ist die Angabe falscher oder erfundener Jahreszahlen. Da die Epochenzuordnung auf gesicherten historischen Daten beruht, sollten nur überprüfbare Jahreszahlen wie 1774 für Die Leiden des jungen Werther verwendet werden.

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Tipps für die Klassenarbeit

Präge dir die wichtigsten Eckdaten ein: den ungefähren Zeitraum von 1765 bis 1785 und mindestens ein bis zwei zentrale Werke mit Autor und Erscheinungsjahr, etwa Die Leiden des jungen Werther von Goethe aus dem Jahr 1774.

Übe, Merkmale eines unbekannten Textausschnitts systematisch zu prüfen: starke Gefühle, Auflehnung gegen Normen und eine ausdrucksstarke Sprache sprechen für den Sturm und Drang, sachliche Argumentation dagegen für die Aufklärung.

Vermeide in der Klausur reine Aufzählungen von Merkmalen ohne Textbezug. Belege jede Zuordnung, wenn möglich, mit einem kurzen Zitat oder einer konkreten Beobachtung aus dem behandelten Textausschnitt.

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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 4

In welchem Zeitraum wird der Sturm und Drang üblicherweise angesetzt?

In welchem Zeitraum wird der Sturm und Drang üblicherweise angesetzt?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Sturm und Drang reicht von etwa 1765 bis 1785 und steht gegen die Aufklärung.
  • Der Geniegedanke stellt den schöpferischen Künstler über starre Regeln.
  • Figuren lehnen sich gegen gesellschaftliche und familiäre Zwänge auf.
  • Die Natur spiegelt häufig die starken Gefühle der Hauptfiguren wider.
  • Wichtige Autoren sind Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller.
Die wichtigsten Merkmale des Sturm und Drang auf einen Blick.

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Häufige Fragen zu Sturm und Drang Epoche

Was ist der Sturm und Drang in der Literatur einfach erklärt?
Der Sturm und Drang ist eine literarische Epoche von etwa 1765 bis 1785, in der junge Autoren gegen die reine Vernunft der Aufklärung aufbegehrten und stattdessen Gefühl, Leidenschaft und das schöpferische Genie in den Mittelpunkt stellten.
Was ist der Unterschied zwischen Sturm und Drang und Aufklärung?
Die Aufklärung setzt auf Vernunft, Bildung und Toleranz, um gesellschaftliche Missstände zu überwinden. Der Sturm und Drang, der wenig später folgt, stellt dagegen Gefühl, Leidenschaft und individuelle Freiheit über die reine Vernunft.
Welche Autoren gehören zum Sturm und Drang?
Zu den wichtigsten Autoren zählen Johann Wolfgang von Goethe mit Die Leiden des jungen Werther und Götz von Berlichingen sowie Friedrich Schiller mit Die Räuber und Kabale und Liebe. Beide Autoren wechselten später zur Weimarer Klassik.
Wann beginnt und endet der Sturm und Drang?
Der Sturm und Drang wird üblicherweise auf die Zeit von etwa 1765 bis 1785 datiert. Er entwickelte sich als Gegenbewegung zur Aufklärung und ging später in die Weimarer Klassik über.
In welcher Klasse wird der Sturm und Drang behandelt?
Der Sturm und Drang wird meist in der Oberstufe ab Klasse 11 behandelt, häufig im Vergleich mit der vorausgehenden Aufklärung oder der nachfolgenden Klassik. Er ist oft Teil der Abiturvorbereitung im Fach Deutsch.
Was bedeutet der Geniegedanke im Sturm und Drang?
Der Geniegedanke bezeichnet die Vorstellung, dass ein schöpferischer Künstler eigenen, unverwechselbaren Regeln folgt, statt sich an starre literarische Vorbilder oder Traditionen zu halten. Das Genie schafft seine Werke aus eigener Kraft und Eingebung.
Welche Themen sind typisch für den Sturm und Drang?
Typische Themen sind unglückliche Liebe, Auflehnung gegen gesellschaftliche und familiäre Zwänge sowie der Konflikt zwischen individueller Freiheit und starren gesellschaftlichen Normen. Diese Konflikte enden häufig tragisch.
Wie erkennt man einen Text des Sturm und Drang?
Ein Text des Sturm und Drang zeichnet sich durch eine ausdrucksstarke, leidenschaftliche Sprache, starke Gefühle der Figuren und eine Auflehnung gegen gesellschaftliche Konventionen aus. Fehlt dagegen eine sachliche, vernunftbetonte Argumentation, spricht das eher gegen die Aufklärung.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

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